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BT_Wandern

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Büttenwarder

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BT_Arm

Verräterisch

Challenge: Der Verbrecher kehrt immer an den Tatort zurück (vom 25.10.2013)
Rating: P 6
Genre: Humor, Freundschaft oder Pre-Slash
Länge: ~ 600 Wörter
Zeit: ca. 60 Minuten
A/N: Nur eine Variante von Geschichten, die ich schon geschrieben habe ... Das kam mir auf einer Zugfahrt in den Sinn, nachdem ich das Prompt gelesen habe, liegt schon ein paar Tage und ich habe es glatt vergessen.
geschrieben für 120_minuten


***


Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen und stockte immer wieder, wenn trotz aller Achtsamkeit ein verräterisches Dielenbrett knarrte. Jetzt noch die Tür - ein leises Quietschen, kaum zu hören. Er atmete auf ... Hier war der Boden gefliest, und jetzt mußte er nur noch auf Strümpfen einmal durch den Raum huschen, und schon -

"Hab' ich's mir doch gedacht!"

Das grelle Licht blendete ihn in der ersten Sekunde, und fast hätte er vor Schreck alles fallen gelassen.

"Denken Sie ernsthaft, mir fällt das nicht auf, wenn meine Milch von heute auf morgen fast leer ist?" sagte Thiel und trat aus dem Schatten hinter der Tür heraus. "Ich wußte, Sie kommen nochmal zum Tatort zurück. Ihr Verbrecher seid doch alle gleich."

"Also ich muß doch sehr bitten", protestierte Boerne, nachdem er sich von seinem Schreck erholt hatte. "Ich habe mir lediglich ein wenig Milch geborgt und war gerade dabei, sie wieder zurückzubringen." Zur Bekräftigung hob er die Milchpackung in der einen und den Trichter in der anderen an.

Thiel schnaubte bloß. "Hab' ich Ihnen nicht letztens bei dieser Buttersache gesagt, daß ich Sie nicht noch einmal nachts in meiner Wohnung sehen will!"

"Sie hätten mich ja auch gar nicht gesehen! Wenn Sie nicht ... Sie haben doch nicht wirklich die halbe Nacht hinter Ihrer Küchentür gelauert?"

"Anders ist Ihnen ja nicht beizukommen", knurrte Thiel, um im gleichen Moment herzhaft zu gähnen.

Boerne schüttelte konsterniert den Kopf. "Kann es vielleicht sein, daß Sie nach drei Wochen Urlaub Ihre Arbeit vermissen?"

"Wie kommen Sie denn darauf?" brummte Thiel schlechtgelaunt und er konnte sich gerade noch stoppen, bevor er antwortete. Ihm war schon aufgefallen, daß sein Kollege äußerst schlecht auf den Umstand zu sprechen war, daß man ihn gezwungen hatte, endlich seinen Resturlaub aus den letzten Jahren am Stück zu nehmen. Da er sonst meistens darüber klagte, daß er zu nichts anderem als zu seiner Arbeit kam, erschien ihm das zwar reichlich unlogisch, aber da er strenggenommen gerade unbefugt in eine fremde Wohnung eingedrungen war, wollte er das lieber nicht laut sagen. Stattdessen fiel ihm etwas ein, was Thiel vielleicht versöhnlicher stimmen und von der Frage ablenken würde, warum  er immer noch einen Schlüssel zu dessen Wohnung besaß.

"Wollen Sie auf ein Glas Wein zu mir rüberkommen, und ich erzähle Ihnen von dem Fall, den Sie gerade verpassen?" Thiel sah ihn ungläubig an. "Und davon, wie unfähig Ihre Urlaubsvertretung ist?" Das war sein letzter Trumpf. Wenn Thiel jetzt nicht anbiß, wußte er auch nicht weiter.  Aber Thiel sah inzwischen nicht mehr sauer, sondern eher nachdenklich aus, und nickte schließlich.

Erleichtert trat er einen Schritt weiter in den Raum.

"Was ist, ich dachte, wir wollen zu Ihnen?"

"Ich wollte nur noch schnell die Milch ..."

Sein Nachbar schnaubte, aber jetzt klang es eher amüsiert.

Trotzdem war er überrascht, als Thiel eine gute Stunde und anderthalb Flaschen später plötzlich ohne erkennbaren Zusammenhang sagte: "Es ist nicht unbedingt die Arbeit, die ich vermißt habe."

"Haben Sie nicht?" Daraus, daß Thiel im Laufe der Zeit immer fröhlicher geworden war - für Thiels Verhältnisse jedenfalls, hätte er jetzt ja etwas anderes geschlossen. Es war doch ganz eindeutig, daß -

"Eher das ... das drumrum", sagte Thiel.

Im ersten Moment wollte er Was? fragen, aber dann verstand er, was Thiel meinte und griff stattdessen hastig nach der Weinflasche, um ihnen nachzuschenken. Er brauchte einen Moment, um dieses überraschende Eingeständnis zu verdauen - nicht, daß ihm nicht längstens klar gewesen wäre, daß Thiel gerne Zeit mit ihm verbrachte, aber er war sich eigentlich ebenso gewiß gewesen, daß der andere das nie zugeben würde, und das hatte er, zwar ein wenig verklausuliert, aber - "Noch eine Woche, dann bin ich wieder im Dienst", unterbrach Thiel seine Gedanken, und es klang fast ein wenig erleichtert.

Boerne räusperte sich. "Haben Sie am Wochenende eigentlich schon was vor?"

Er sah nicht auf, aber er hatte das deutliche Gefühl, daß Thiel lächelte.


* Fin *

Comments

daß Thiel gerne Zeit mit ihm verbrachte

Ja, nee, iss klar, Herr Professor, deshalb schleichen Sie ja durch die Nacht, mit einem Trichter in der Hand, damit die ganze Aktion länger dauert und das Risiko des Erwischt-werdens größer wird *verständnissinnig nickt*

Schöne Story für einen Samstagmorgen. *g*

Edited at 2013-11-02 10:38 am (UTC)
Ja, nee, iss klar, Herr Professor, deshalb schleichen Sie ja durch die Nacht, mit einem Trichter in der Hand, damit die ganze Aktion länger dauert und das Risiko des Erwischt-werdens größer wird *verständnissinnig nickt*
*grins*
Ich hatte kurz überlegt, ob Boerne das bewußt sein sollte, aber ich glaube, so schlau ist er dann doch nicht ;)
Er ist unter Garantie nicht so schlau, es reicht aber, wenn sein Unterbewusstes so schlau ist, an den Trichter zu denken. *gg*

Schon der Dichter wusste:
"Professoren und Tenöre
sind die schlimmsten Amateure" *lol*
Süß, heute nacht gegen 2:30 habe ich (passend zum Titel) noch Schlaflosigkeit gelesen. Schön, heute gleich an der richtigen Stelle weiterzumachen. :D
Sehr putzig.
Und wirklich schön, Boernes Feststellung: nicht, daß ihm nicht längstens klar gewesen wäre, daß Thiel gerne Zeit mit ihm verbrachte
Auf die Idee, dass es auch andersherum sein könnte, würde er wahrlich im Leben nicht kommen...

Edited at 2013-11-02 10:46 am (UTC)
Stimmt, das war die Geschichte, von der ich am meisten geklaut habe ;) Nur daß Boerne hier keineswegs bewußt ist, daß er auch nicht ganz grundlos nachts Milch leiht. Und wieder zurück bringt.

In "Schlaflosigkeit" war es auch Milch, oder?

Sehr putzig.
Danke :D

Sehr hübsch!

"Sie hätten mich ja auch gar nicht gesehen! Wenn Sie nicht ... Sie haben doch nicht wirklich die halbe Nacht hinter Ihrer Küchentür gelauert?"

Was lässt sich gegen diese Logik sagen? Das ist einfach sehr Boerne. :)

"Eher das ... das drumrum", sagte Thiel.

Sieht ja so aus, als ob Boerne Recht hatte, das auf sich zu beziehen, aber Thiel hätte ja auch Nadeshda meinen können. Oder die Klemm. ;)
Was lässt sich gegen diese Logik sagen? Das ist einfach sehr Boerne. :)
Allerdings ;) Wo er recht hat, hat er recht.

aber Thiel hätte ja auch Nadeshda meinen können. Oder die Klemm.
Jetzt machst Du aber vor nix mehr halt ... Komischerweise kann ich mir Boerne und Frau Klemm unter Umständen vorstellen, Thiel und Frau Klemm aber nun gar nicht. Vielleicht liegt's aber auch nur daran, daß ich Thiel grundsätzlich mit niemandem außer Boerne verbandeln will ;)

Schön, daß Du Spaß an dem kleinen Schnellschuß hattest!
Das meinte ich jetzt allerdings platonisch. Vor allem bei der Klemm.

Obwohl ich gerade "Satisfaktion" nochmal gesehen habe, und aus der Szene, in der Nadeshda Thiel verarztet, ließe sich bestimmt was machen. ;)
Ich konnte der Wiederholung auch nicht widerstehen - Satisfaktion lohnt sich wirklich.

und aus der Szene, in der Nadeshda Thiel verarztet, ließe sich bestimmt was machen
Das habe ich ja seinerzeit ganz schnell transferiert auf Boerne, der Thiel verarztet *pfeif* Ich sehe schon, Dir geht Thiel/Nadeshda noch im Kopf herum ...

Daß Thiel Nadeshda vermißt, kann ich mir vorstellen, bei Frau Klemm bin ich mir weniger sicher. Ich denke wohl, daß er sie ganz gern mag, aber vermissen geht vielleicht doch ein wenig weit. Selbst platonisch ;)
Das habe ich ja seinerzeit ganz schnell transferiert auf Boerne, der Thiel verarztet

Ich weiß. :)

Ich sehe schon, Dir geht Thiel/Nadeshda noch im Kopf herum ...

Irgendwie läuft es im Moment mit T/B nicht. Ich bekomme einfach nichts geschrieben. Vielleicht sollte ich mir daher tatsächlich eine Alternative überlegen. ;)
Irgendwie läuft es im Moment mit T/B nicht.
Ach, das ist ja schade. Ich hoffe, das ändert sich irgendwann wieder. Zur Not lese ich auch andere Pairings von Dir ;)

Ich bin momentan auch nicht so inspiriert. Ich weiß, das unke ich ständig, aber bei allem auf und ab geht die Tendenz doch eher nach unten. Was an sich nicht schlimm ist, denn ich habe ja gar nicht so viel Zeit zum Schreiben, wie ich phasenweise geschrieben habe. Aber mir gefällt die Vorstellung nicht, daß es vielleicht mal ganz zu Ende geht :( Noch habe ich nämlich keine motivierende Alternative gefunden. Obwohl ich mich inzwischen mit viel Spaß durch Büttenwarder gucke ;)

Naja, aber noch ist meine Liebe zu den beiden nicht erkaltet - eben lief ohne Ton im Hintergrund die Toyota-Werbung, und das hat mich gleich aufgeheitert :)
Da habe ich mich vielleicht schlecht ausgedrückt. Ich mag die beiden immer noch und besonders auch den Gedanken, dass sie zusammen sind bzw. kommen. Und ich würde auch gern schreiben, aber es fehlt die zündende Idee. Vor allem muss ich immer das Ende wissen. Heute Morgen habe ich zwar ein paar Anfangsgedanken für eine mögliche Adventsgeschichte auf mein Diktiergerät gesprochen, aber mein Eintrag endet mit, "Und dann kommen sie irgendwie zusammen", was für meine Art des Schreibens eine ganz schlechte Voraussetzung ist.

Der Gedanke, die beiden irgendwann nicht mehr interessant zu finden, gefällt mir auch ganz und gar nicht. Aber so weit ist es ja dann doch noch nicht. :)
Vera, dein Icon ist klasse - das ist meine absolute Lieblingsszene aus "Fakten, Fakten" !
Danke! Wenn ich ehrlich bin, weiß ich schon gar nicht mehr, welche Szene das ist.
"Wollen Sie mich zurückpfeifen?"
"Könnte ich das?"

Glaub ich wenigstens ... Boerne fragt gerade / hat gerade gefragt und Thiel noch nicht geantwortet.
Ah, stimmt. Die Szene könnte es sein. Das ist eine von denen, bei denen ich im Moment des Guckens denke, dass man da was draus machen müsste, und dann fällt mir doch nichts ein.
mmmh... süß, die beiden.
Und war ja klar, was einmal geklappt hat (Butter), klappt auch nochmal (Milch).
Thiels Eingeständnis passt zu den beiden und genau so kann ich sie mir vorstellen.

Thiels Eingeständnis passt zu den beiden und genau so kann ich sie mir vorstellen.
Danke! Das freut mich.

Die Buttergeschichte ist einfach zu schön, um sie nicht zu nutzen. (Was ich auch schon mindestens einmal getan habe, wenn nicht mehr ...)
Und das ist bei dir noch Freundschaft ? Bei mir ist das schon slash. Ok, pre-slash, wenn's sein muss ;-)

Sehr süß,sehr IC für Thiel und für Boerne, einfach schön ...
Bei mir ist das schon slash.
Ach, schlagen laß ich mich nicht ;) Wenn Du meinst ...

Sehr süß,sehr IC für Thiel und für Boerne, einfach schön ...
Das freut mich, zumal das nur so ein Schnellschuß war, mal wieder. Aber dem Prompt konnte ich in dem Fall echt nicht widerstehen :)