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BT_Wandern

February 2018

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Büttenwarder

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Vorfreude (Undercoververse XXIII)

zurück zum Undercover-Masterpost

Rating: P 6
Genre: Slash, Est. Rel., Humor, Fluff
Handlung: Als er die Einladung ausgesprochen hatte, war er sich über die Folgen nicht im Klaren gewesen.
Länge: ~ 900 Wörter
A/N: Meh. Ich bin nicht richtig glücklich damit. Aber es hat zweifelsohne ein weihnachtliches Thema ...


*~*~*~*


„Ja doch …“ Thiel stopfte noch schnell den letzten Teller in die Spülmaschine und hastete zur Tür, von der nun schon das dritte Klingeln in Folge erschallte. „Hast du den Schlüssel vergessen, oder –“ Er hatte sich beim Öffnen schon halb wieder weggedreht und nahm nur aus dem Augenwinkel wahr, wer im Flur stand.

„Erika?“

„Hallo Frank.“ Boernes Mutter strahlte ihn an. „Ich war gerade in der Gegend, Weihnachtseinkäufe, und da dachte ich, ich schau mal bei euch vorbei. Oder komm‘ ich ungelegen?“

„Ach was.“ Er trat einen Schritt beiseite, damit sie in die Wohnung konnte. „Aber B … Karl-Friedrich ist gerade aus dem Haus, unterwegs auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum.“

Erika rollte die Augen, ein Gesichtsausdruck, der ihn so sehr an Boerne erinnerte, daß er unwillkürlich schmunzeln mußte.

„Aber wenn du mit mir einen Kaffee trinken willst?“

„Das sollte ich dann wohl“, antwortete Erika. „Bis er zurückkommt, muß ich mich längstens auf den Heimweg machen. Ich gehe doch davon aus, daß er sämtlichen Weihnachtsbaumverkaufsstellen in Münster einen Besuch abstatten wird?“

„Vielleicht auch noch in Warendorf“, ergänzte Thiel gutgelaunt.

„Und wie hast du es geschafft, daß du hierbleiben konntest?“

Thiel grinste. „Das bleibt mein Geheimnis.“

*~*~*~*


 „Sag‘ mal …“ Sie hatten sich schon eine ganze Weile durch Erikas Weihnachtsplätzchen gekostet und sich dabei angeregt über ihre Kindheitserinnerungen an die Vorweihnachtszeit unterhalten, als Erika plötzlich zögerte. „Ist es euch auch wirklich recht, wenn ich Heiligabend vorbeikomme?“

„Aber klar doch“, entgegnete er verblüfft. Sie wußte doch, daß er sie gerne mochte. „Sonst hätt‘ ich das doch nicht vorgeschlagen.“  Aus alter Tradition, wegen der Enkelkinder, war Erika sonst Weihnachten meistens bei Hanne gewesen. So auch letztes Jahr, wobei die Situation damals auch noch so neu gewesen war, daß er wohl kaum darauf gekommen wäre, sie zu Weihnachten einzuladen. Aber jetzt war es ihm das normalste von der Welt erschienen, als sich im Herbst herausgestellt hatte, daß Hanne und ihr Mann über die Feiertage verreisen würden. Jetzt, wo die Kinder endgültig aus dem Haus waren.

„Ich weiß“, sagte Erika und lächelte. „Und das meinte ich auch gar nicht. Aber er würde es mir im Leben nicht sagen, wenn er die Feiertage über lieber seine Ruhe hätte.“

Im ersten Moment wollte er die Idee als völlig absurd abtun, aber dann mußte er doch zugeben, daß ihre Bedenken nicht völlig unberechtigt waren. Aus welchem Grund auch immer, die beiden schafften es immer wieder, sich über irgendwelche Kleinigkeiten zu streiten. Seiner Meinung nach hauptsächlich deshalb, weil Boerne sich von seiner Mutter überaus leicht angegriffen fühlte und weil Erika ihrerseits zielsicher jeden wunden Punkt bei ihrem Sohn treffen konnte – wenn er auch vermutete, daß das meist unbeabsichtigt geschah. Jedenfalls hielt er sich da normalerweise schön raus, er hatte nämlich keine Lust, in die Schußlinie zu geraten. Erikas Sorgen waren so gesehen also nicht ganz unberechtigt, zumal es seine Idee gewesen war, sie einzuladen. Er hatte zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht geahnt, wohin das führen würde – Boerne war seit Tagen dabei, die perfekte Weihnachtsfeier vorzubereiten, und trieb ihn damit schier in den Wahnsinn. Aber das zeigte doch nur, daß -

„Also doch“, unterbrach Erika seine Gedanken, weil sie sein Schweigen offenbar als Zustimmung gedeutet hatte. „Weißt du, mir ist Weihnachten eigentlich gar nicht so wichtig, das war immer mehr wegen der Kinder. Ich könnte auch einfach … krank werden, und uns das alles – “

„Nein.“

„Was, nein?“

„Das kannst du mir nicht antun.“ Er goß ihr Kaffee nach. „Seit Tagen muß ich den ganzen Vorbereitungsstreß ertragen, jetzt will ich auch die Feier haben. Und meinetwegen klappert er nicht alle Weihnachtsbaumverkaufsstellen im Umkreis von 50 Kilometern ab, so viel ist mal sicher.“

„Aber das wäre doch gar nicht nötig.“

Thiel zuckte mit den Schultern. „Anscheinend muß das so.“

Erika seufzte.

„Schau mich nicht so an“, sagte Thiel und grinste. „Er ist dein Sohn.“

*~*~*~*


„So.“ Boerne trat mit zufriedenem Gesichtsausdruck einen Schritt zurück. „Perfekt. Der ist wirklich aus jedem Blickwinkel gerade. Gerade gewachsen und perfekt justiert.“

„Mhm …“

„Was machst du da?“

„Ich sortiere den Weihnachtsbaumschmuck.“

„Willst du den denn wirklich –“

„Ein paar von den Sternen hat Lukas noch im Kindergarten gebastelt.“

Er sah, wie Boerne ansetzte um zu antworten, sich im letzten Moment aber selbst unterbrach.

„Was wolltest du sagen?“

„Wirklich sehr hübsch“, murmelte Boerne wenig überzeugend. Aber das Lächeln, als sich ihr Blick traf, war echt.

*~*~*~*


„Deine Mutter war übrigens am Nachmittag da“, sagte er, als sie auf der Couch saßen und den geschmückten Weihnachtsbaum bewunderten.

„Ach.“

„Weihnachtseinkäufe und so. Sie freut sich.“

„Mhm.“ Boerne runzelte die Stirn. „Ich glaube, diesen einen Ast sollte ich vielleicht doch noch -“

„Nix da.“ Er erwischte Boerne am Handgelenk und zog ihn zurück auf die Couch. „Der ist perfekt. Hast du selbst gesagt.“

„Findest du wirklich?“

„Ja. Wirklich.“

Boerne entspannte sich wieder und lehnte sich seufzend gegen ihn. „Ich mußte auch bis Warendorf fahren, bis ich ihn gefunden habe. Sollten wir nicht doch noch die Lichterkette testen? Sicherheitshalber?“

Der Baum war ein Baum. Ein hübscher Baum, aber letztendlich hätte ihm jeder andere Baum auch gefallen. Aber das würde er Boerne garantiert nicht sagen. Er freute sich nämlich. Mehr als er das noch einmal für möglich gehalten hätte. Sein letztes richtiges Weihnachtsfest war Jahre her, bevor es zwischen ihm und Susanne zu kriseln angefangen hatte. Und seitdem … seitdem war Weihnachten nur ein Datum gewesen. Manchmal hatte er seinen Vater, der überhaupt keinen Sinn für Weihnachtstraditionen hatte,  auf ein Bier getroffen. Und das war dann schon etwas Besonderes gewesen. Aber in diesem Jahr … in diesem Jahr würde es wieder ein Familienfest werden.

„Laß uns schlafen gehen. Für die Generalprobe mit Lichterkette ist morgen auch noch Zeit.“

*~* Fin *~*

Comments

Erinnert mich irgendwie ganz gewaltig an meine Vorbereitungen und wenn dann meine Mutter einen Tag vor Weihnachten fragt, ob sie denn kommen darf. Als ob sie schon jemals (außer in meiner Kinderzeit) woanders Weihnachten verbracht hätte.
Na dann habe ich das Familienthema ja offenbar gut getroffen :) Ich glaube, diese Mischung aus Schön und anstrengend kennen die meisten.

Bei mir ist es immer noch andersherum, ich/wir fahren meistens zu meiner Mutter zu Weihnachten. Solange es ihr nicht zu viel ist, für uns einen Weihnachtsbaum aufzustellen ;)
Mensch, gestern Abend habe ich nochmal Undercoververse-Geschichten gelesen und mir dabei gedacht, dass ich hoffe, dass du da nie einen Epilog schreibst, weil ich deine Geschichten mit Erika so liebe. Und - peng! - finde ich heute morgen eine kleine Geschichte genau dazu. *jubilier*

Ich hatte ja gelegentlich schon mal ganz dezent angedeutet, dass ich gerade diese Geschichte heiß und innig liebe, auch wegen des literarischen Vorbilds. Und weil ich den Boerne dieser Geschichte so mag, wenn er so richtig Sohn wird, und Thiel, weil er sich mit ihr so gut versteht, und sie, die sowieso einfach nur Klasse ist.("Mach das, mein Hase" (Kap. 1), wo er doch keine Tierkosenamen mag - einfach nicht zu toppen, die Stelle *lol*) --- Justi, reiß dich zusammen, du stammelst nur noch!

Weihnachtsstress ist ja allzu oft selbst gemacht, aber ich kann Boerne, der ja ohnehin Perfektionist ist, verstehen in dem Moment. Das erste Weihnachten mit Thiel UND Mama ist was ganz Besonderes.

Lieblingsstellen:
Seit Tagen muß ich den ganzen Vorbereitungsstreß ertragen, jetzt will ich auch die Feier haben.
Das ist die richtige Einstellung, Thiel.

„Ein paar von den Sternen hat Lukas noch im Kindergarten gebastelt.“ (...)
„Wirklich sehr hübsch“, murmelte Boerne wenig überzeugend. Aber das Lächeln, als sich ihr Blick traf, war echt.

Da sage nochmal einer, Boerne sei unherzlich, wenn er solche Kompromisse eingehen kann.

„Und wie hast du es geschafft, daß du hierbleiben konntest?“
Thiel grinste. „Das bleibt mein Geheimnis.“

Ich wüsst das jetzt aber schon gerne. *lol*

Nee, echt, bei der Geschichte geht mir das Herz auf, danke!

Danke, freut mich sehr, daß Dir diese Fortsetzung gefällt! :) Ich hatte nämlich Angst, daß ich Erika nicht mehr so richtig treffe bzw. nicht mehr so wie in Undercover, weil das schon so lange her ist.

Und weil ich den Boerne dieser Geschichte so mag, wenn er so richtig Sohn wird
Das geht mir genauso *grins* Das Schöne dabei ist, daß man sich da sehr leicht reinfühlen und das Verhältnis schreiben kann. Find eich jedenfalls. Erfahrungen mit Eltern hat ja nun doch so ziemlich jeder.

Das erste Weihnachten mit Thiel UND Mama ist was ganz Besonderes.
Allerdings. Auch wenn ich einerseits mit Thiels leichter Genervtheit (die ja auch nicht so ganz ernst ist) fühle, kann ich andererseits auch gut verstehen, daß Borne da etwas Amok läuft.

Da sage nochmal einer, Boerne sei unherzlich, wenn er solche Kompromisse eingehen kann.
:)

Ich wüsst das jetzt aber schon gerne. *lol*
Kann ich mir vorstellen ^^ Aber das schöne ist ja, daß man sowas offen lassen kann, und jeder kann sich seinen Teil dazu denken. Es wäre viel langweiliger, wenn ich dazu was geschrieben hätte ...





Also, diesem Szenario kann ich ja prinzipiell viel mehr als dem "wir haben nur Sex"-Universum abgewinnen. Definitiv.

Das ist wirklich niedlich, aber Thiels Freude über das Familienfest, sein Gespräch mit Erika etc. sprechen mich nicht halb so an wie dieser eine kleine Absatz über Lukas' Bastelei.
In dem Moment wird Boerne zum Stern der Geschichte, ganz klar.
Das freut mich! Der Schlenker mit Thiels Weihnachtsbaumschmuck war beim Schreiben plötzlich da und hat mir auch sehr gefallen. Es gibt eben auch Dinge, die Thiel wichtig sind, und ich fand es sehr schön, daß nicht nur er Boernes Baum-Perfektionismus erträgt, sondern Boerne eben auch Thiels Hängen an windschiefen Strohsternen.
Wie die Zeit vergeht! Jetzt sind sie schon über ein Jahr zusammen! ;)

Ich finde den Gedanken schön, dass die drei Weihnachten zusammen verbringen. Thiel und Erika können ja wirklich gut miteinander. :)

Zweifellos ist Boerne ein wenig anstrengend, aber das wäre er sicherlich auch, wenn Erika nicht käme. Ich denke, da unterschätzt Thiel ihn. ;) Aber irgendwie ist doch auch sehr nett, dass Boerne sich so viel Mühe gibt.

Außerdem mag ich die Ähnlichkeiten zwischen Boerne und Erika, die Du auch in dieser Geschichte wieder aufgegriffen hast. Thiel mag ja erst Erikas Augenrollen auffallen, aber eigentlich gehen die Ähnlichkeiten ja schon beim ungeduldigen Klingeln los. :)
Jetzt sind sie schon über ein Jahr zusammen!
Das stimmt sogar in real time, wie lustig :)

Du hast schon recht, Boerne wäre sicher auch ohne Besuch nicht ganz unanstrengend bzw. um mehr Perfektion bemüht, als das Thiels Naturell entspricht. Aber der mütterliche Besuch treibt das natürlich auf die Spitze :) Ich hatte große Lust, nochmal was mit Erika zu schreiben und bin froh, daß sie Dir hier auch gefallen hat - irgendwie war ich mir unsicher, ob ich sie nochmal so treffe wie vor einem Jahr.

Thiel mag ja erst Erikas Augenrollen auffallen, aber eigentlich gehen die Ähnlichkeiten ja schon beim ungeduldigen Klingeln los. :)
Stimmt. Deswegen denkt er ja auch am Anfang, daß Boerne vor der Tür steht :)