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BT_Wandern

October 2017

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Büttenwarder

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BT_Anziehen

Lebenslanges Lernen

Rating: P 12

Genre: Slash, First Time, Crossover (Münster/Berlin), Humor

Handlung: Auch wenn Thiel sich von diesem Seminar nichts versprochen hatte - wie sich zeigen sollte, war Weiterbildung wirklich eine gute Idee. Man lernt eben nie aus.

Länge: ~ 3.700 Wörter

A/N: Das Drumherum für diese Geschichte ist frei erfunden - ich bin mir sicher, daß solche Fortbildungen nicht länderübergreifend angeboten werden. Aber das sollte das geringste Plausibilitätsproblem sein ;)

Die Idee selbst stammt aus Kommentaren von joslj, wobei ich mir nicht sicher bin, daß sie sich das darunter vorgestellt hatte ..

Edit: Oh, und der Titel - da fällt mir hoffentlich noch was besseres ein ...

 

***



"Ist jeder bei seinem Gegenüber für die erste Übung gelandet? Sehr gut." Der Dozent sah sich zufrieden in der Runde um. "Dann kommen wir zur ersten Aufgabe, zum Aufwärmen sozusagen. Nennen Sie jeweils drei positive Eigenschaften ihres Partners oder ihrer Partnerin."

Thiel wechselte einen stummen Blick mit seinem Berliner Kollegen, der diese ganze Veranstaltung anscheinend genauso überflüssig fand wie er selbst. Wenigstens hatte er beim Durchzählen nicht einen dieser übereifrigen Typen erwischt - um sie herum setzte schon hektische Aktivität ein, während dieser ... er schielte zum Namensschild ... Ritter ihn nur leicht genervt anstarrte, um dann mit "Meinen Sie, der kontrolliert, ob wir das wirklich machen?" genau den Gedanken laut auszusprechen, den er auch gerade gehabt hatte.

Thiel mußte trotz der bescheuerten Situation grinsen. "Ich glaube, es fällt auf, wenn wir nicht reden."

"Wir können ja über was anderes reden", entgegnete der Kollege.

So verlockend das war ... er traute es diesem Dozenten zu, daß sie gleich im Stuhlkreis alles noch einmal wiederholen mußten. Aus dem Augenwinkel sah er, wie das Paar neben ihnen eifrig Kärtchen beschriftete. Denen fielen anscheinend soviele Vorzüge zu ihren Kollegen ein, daß sie sie sich gar nicht alle merken konnten.

"Ich fürchte, wir müssen wenigstens so tun, als ob wir mitspielen."

Ritter nickte resigniert. "Welcher ist denn Ihrer?"

Thiel unterdrückte ein Seufzen. Warum hatte Nadeshda nur krank werden müssen! "Der da hinten in der Ecke, mit dem Anzug. Bei dem kleinen Kerl. Und welcher ist Ihrer?"

"Der kleine Kerl", brummte Ritter. Sie tauschten einen Blick.

"Na super."

"Die beiden scheinen sich ja gut zu unterhalten."

"Mit dem Reden hat Boerne keine Probleme."

"Da haben Sie doch schon Ihre erste gute Eigenschaft."

"Wie man's nimmt ..."

"Wieso?" Ritters Miene hellte sich auf. "Jetzt machen Sie schon, Hauptsache, wir kriegen was zusammen. Kommunikativ. Klingt doch gut. Und was noch?"

"Teambuilding, so ein Scheiß", brummte Thiel. "Sind Sie auch zwangsverpflichtet worden?"

"So ungefähr." Ritter warf einen düsteren Blick zu seinem Partner.

"Ah." Thiel grinste wissend. "Dann sagen Sie doch mal was positives über Ihren Partner, während ich überlege."

"Er steht einem nie im Blickfeld", brummte Ritter.

"Ich glaube, das zählt nicht als Vorzug", entgegnete Thiel, während er krampfhaft überlegte, ob er beschwert sich nicht gleich, wenn ich mal mit der Miete in Verzug bin wohl als positive Eigenschaft durchgehen würde.

"Er ist zuverlässig", sagte Ritter. "Sie sind dran."

"Er ist ... motiviert."

"Wozu?"

"Na, so generell. Immer. Zu allem."

Ritter warf ihm einen merkwürdigen Blick zu.

"Sie sollten jetzt so langsam zum Ende kommen", tönte die Stimme des Dozenten durch den Seminarraum.

"Er kann gut mit Menschen", legte Ritter nach. "Das ist praktisch, gerade bei Zeugenvernehmungen und so."

"Kompetent." Ja, das konnte man schon so sagen. "Ich meine, natürlich plustert er sich immer ziemlich auf, aber er versteht schon was von seinem Fach."

"Welches Fach denn?"

"Rechtsmedizin."

Ritter warf ihm einen fragenden Blick zu.

"Er ist mein Rechtsmediziner, meine Partnerin ist leider kurzfristig erkrankt, und da ist er ... eingesprungen."

"Ah. Motiviert. Ich verstehe." Da war wieder dieses schiefe Grinsen, das jedoch sofort verschwand, als Thiel "Ihnen fehlt noch eine dritte positive Eigenschaft" sagte.

"Warum hab' ich mich bloß breitschlagen lassen ..." Ritter schien angestrengt nachzudenken. "Positiv."

"Wie, positiv?"

"Na, auch so generell. Eher optimistisch. Sieht das Gute im Menschen und so."

Thiel fragte sich gerade, ob das wirklich eine positive Eigenschaft war, als der Dozent alle zurück in den Kreis rief. Na immerhin, sie hatten jeweils drei Eigenschaften gefunden, das mußte reichen. Das war hier sowieso alles Zeitverschwendung, ein Gedanke, den Ritter, nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, voll und ganz teilte.

 

***

 

Der erste Tag des Seminars war, wegen der zum Teil doch recht langen Anreise, zum Glück schnell vorbei. Immerhin, die Unterbringung war gut und das Abendessen auch O.K. Irgendwann fand er sich mit einem Bier bei Ritter wieder, der soweit ein ganz angenehmer Zeitgenosse zu sein schien, Auf jeden Fall nicht so redselig wie einige der anderen in dem Kurs. Sie unterhielten sich eine Weile über die Unterschiede zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, bis Ritter plötzlich meinte: "Dieser Schmidthuber macht wohl sonst in Paartherapie. Ist ungefähr dasselbe, hat er gemeint." Thiel dachte an die Beratung, die er mit Susanne besucht hatte, und mußte grinsen, als er tatsächlich einige Elemente wiedererkannte.

"Verheiratet?" fragte Ritter, und er schüttelte den Kopf. "Geschieden. Und Sie?"

"Ich war nie verheiratet", sagte Ritter. "Zum Glück."

"Und Ihr Partner?"

Ritter starrte in sein Bierglas. "Der auch nicht. Hat aber ein Kind, das bei ihm lebt."

"Hm." Er warf einen Blick quer durch den Raum zu Ritters Kollegen, der sich angeregt mit Boerne unterhielt. "Mein Sohn lebt bei seiner Mutter."

Ritter gab eines dieser Geräusche von sich, das die Leute häufig machten, wenn er das erwähnte. So eine Mischung aus Mitleid und Verlegenheit. Und weil er keine Lust hatte, weiter über Lukas zu reden - wie war er da überhaupt gelandet? - fragte er das nächstbeste, was ihm durch den Kopf schoß.

"Flirtet der da etwa gerade mit meinem Pa ...thologen?"

"Nee, der sieht immer so aus", antwortete Ritter, nachdem er einen vergewissernden Blick zur Seite geworfen hat. "Liegt an dem Dackelblick."

Das war wohl besser das letzte Bier für heute Abend, dachte Thiel. Hatte er das eben wirklich gefragt? Ritter schien immerhin nicht sonderlich irritiert, vielleicht war er auch schon nicht mehr ganz nüchtern.

"Ich glaub', ich mach dann mal Schluß für heute." Er stellte das Glas ab und unterdrückte ein Gähnen. Mit der Anfahrt von Münster aus war das auch wirklich ein langer Tag gewesen.

"Bis morgen", sagte Ritter. "Ich kann's kaum erwarten ..."

Thiel seufzte. "Noch anderthalb Tage, die gehen auch vorbei."

Er verabschiedete sich und nickte im Hinausgehen Boerne zu. Aber der war anscheinend zu sehr in sein Gespräch vertieft und reagierte nicht. Auch gut. Die Fahrt hierher war schlimm genug gewesen. Er hatte nicht bedacht, was das bedeutete: vier Stunden mit Boerne auf engstem Raum.

"Thiel!" Unwillkürlich wurde er langsamer. "Jetzt warten Sie doch!"

"Was?"

"Ich komme mit. Sie hätten mir ruhig sagen könne, daß Sie gehen."

"Ich hab' doch ..." Er brach ab und fragte sich, ob er jetzt allen ernstes mit Boerne darüber diskutieren wollte, ob er ohne ihn aufgebrochen war. Sie waren ja wohl beide in der Lage, unabhängig voneinander zu ihren Hotelzimmern zurückzufinden. "Sie haben sich ja anscheinend gut unterhalten."

"In der Tat ..." Boerne hatte inzwischen aufgeschlossen und fiel neben ihm in den gleichen Schritt. "Ein angenehmer Gesprächspartner, der Herr Stark. Hat großes Interesse an den Feinheiten der Forensik ... Was man wahrhaftig nicht von allen Hauptkommissaren behaupten kann."

Thiel schnaubte.

"Eifersüchtig?"

"Träumen Sie weiter."

Boerne lachte und wäre im gleichen Moment beinahe gestolpert, wenn er nicht in letzter Sekunde nach ihm gegriffen hätte. "Wir haben wohl das ein oder andere Glas zu viel getrunken, was?"

"Keineswegs." Boerne hatte die Schlüsselkarte in der Hand, bevor er nach seinem Portemonnaie gegriffen hatte. "Welches Zimmer haben Sie denn?"

"Die 42."

"Ah ... direkt nebenan."

Manche Dinge änderten sich anscheinend nie, dachte Thiel, während er hinter Boerne die Treppe hoch ging. Fahrstuhl? Um die Uhrzeit? Wenn der jetzt stecken bleibt, dauert das Stunden, bis uns da jemand wieder rausholt, hatte Boerne gemeint. Vierter Stock war ein ganz schönes Stück, und als sie endlich vor ihren Zimmern standen, ging das Licht aus. Für eine Sekunde erinnerte er sich an ein anderes Mal, als sie nach einer feuchtfröhlichen Feier im Kalinka zusammen nach Hause gekommen waren und sich im Flur verabschiedet hatten, während gerade das Licht ausging, und dann ... er war sich nie ganz sicher, ob das wirklich passiert war, vermutlich nicht. Aber sicher war sicher, und so tastete er schnell nach dem Lichtschalter, und als der Flur wieder in grelles Licht getaucht wurde, stand Boerne genau dort, wo er vorher auch gestanden hatte.

"Gute Nacht."

Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern sah zu, daß er in sein Zimmer kam. Wirklich, er hatte zu viel getrunken. Und er würde jetzt aufhören, über Boerne nachzudenken, es war schlimm genug, daß sie den heutigen Tag fast rund um die Uhr zusammen verbracht hatten.

Trotzdem dachte er, bevor er einschlief, darüber nach, warum sie eigentlich, im Großen und Ganzen, meistens gut zusammenarbeiteten. Trotz aller nervenden Angewohnheiten, die Boerne auszeichneten. Kommunikativ, motiviert und kompetent ... das war doch nicht alles. Vielleicht war er schon zu müde, jedenfalls gelang es ihm nicht, das, was er mit Boerne verband, in Worte zu fassen. Der einzige Gedanke, den er überhaupt greifen konnte - er ist immer da - ergab wenig Sinn und klang eigentlich so, als sollte es eher ein Nachteil sein. Auch wenn es sich anders anfühlte.

Paartherapie. Da sah man ja, wohin das führte ...

 

***

 

Paartherapie ... Ganz offensichtlich hatte dieser Schmidthuber da was verwechselt, als er das Seminarprogramm zusammengestellt hatte.

"Das mache ich ganz sicher nicht", zischte er Boerne zu.

"Jetzt stellen Sie sich nicht so an, Thiel." Boerne warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. "Oder vertrauen Sie mir etwa nicht?"

"Boerne ..." Er warf einen Blick über seine Schulter, aber zum Glück waren die anderen alle mit sich selbst beschäftigt. "Ich lasse mich bestimmt nicht in Ihre Arme fallen."

"Das ist eine klassische Vertrauensübung", erklärte Boerne in einem Ton, als sei damit alles gesagt. "Sie wollen doch Fortschritte machen, oder? Frau Klemm war der Meinung -"

"Frau Klemm ist immer noch sauer, weil ich sie ... ach, vergessen Sie's." Wenn er jetzt Boerne auch noch erzählte, daß Frau Klemm die Ursache für den falschen Feueralarm letztens gewesen war, würde sie ihm vermutlich noch fünf weitere Fortbildungen aufbrummen. Drei Paare weiter diskutierten die beiden Berliner Kollegen offenbar gerade über das gleiche Thema. Wenn er Starks Körpersprache richtig interpretierte, hatte Ritter gerade darauf hingewiesen, daß er um einiges größer und entsprechend schwerer war und Stark ihn gar nicht auffangen konnte. Thiel seufzte. Das Argument konnte er leider nicht verwenden.

"Ich mach den Unsinn nicht weiter mit, ich bin doch hier nicht im Kindergarten ..." Inzwischen hatte Schmidthuber Kurs auf sie genommen, und für einen kurzen Moment war er wirklich versucht, alles hinzuschmeißen, aber dann fiel ihm wieder ein, daß Schmidthuber derjenige welcher war, der seine Teilnahmebestätigung unterzeichnen mußte.

"Thiel ..."

"Irgendwelche Probleme?" unterbrach Schmitdhuber fröhlich.

"Aber woher denn." Boerne warf ihm einen warnenden Blick zu. "Die eine Hälfte haben wir schon geschafft, und jetzt ist Thiel hier an der Reihe."

"Ist ja schon gut ..." Er drehte sich um. Je schneller sie das hinter sich brachten, desto besser.

...

"Sie müssen sich fallen lassen, Thiel."

"Hetzen Sie mich nicht!" Es war ein überraschend ungutes Gefühl, Boerne nicht mehr im Blickfeld zu haben. Und die Vorstellung, sich jetzt einfach rückwärts ins Ungewisse kippen zu lassen, gefiel ihm gar nicht.

"Es kann gar nichts schiefgehen." Boerne klang viel zu gut gelaunt. "Ich fange Sie schon, keine Sorge."

Er schloß die Augen und atmete tief ein. Was konnte schon passieren? Im Zweifelsfall landete er auf der Matte. Er versuchte, sich nach hinten kippen zu lassen, bremste sich aber im letzten Moment wieder ab. Das war ein Reflex, verdammt, und ein sehr vernünftiger noch dazu! Er konnte es immer noch nicht fassen, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Boerne hatte fallen lassen - wie ein Stein, sie wären beinahe beide zu Boden gegangen.

"Es ist ganz einfach." Boerne war so dicht hinter ihn getreten, daß er ihn spüren konnte, obwohl sie sich nicht berührten. "Sie fallen gar nicht wirklich." Warmer Atem streifte sein Ohr. "Sie lassen sich nur ein paar Zentimeter nach hinten kippen ..."

"O.K." Er wünschte sich, seine Stimme würde sicherer klingen. Und hoffte, daß ihnen gerade niemand zusah.

"Soll ich zählen?"

Thiel nickte, und als Boerne bei eins angekommen war, atmete er noch einmal tief ein und ließ sich fallen.

Boerne hielt ihn.

Natürlich hielt Boerne ihn.

Für einen Moment schien die Zeit langsamer zu werden und die Geräusche um sie herum wurden immer leiser und das Gefühl, festgehalten zu werden, verdrängte alle anderen Gedanken aus seinem Kopf.

Bis Schmidthuber in die Hände klatschte und sie zurück in den Stuhlkreis rief, und Boerne ihn wieder los ließ, und er sich unauffällig umschaute um festzustellen, daß niemand zu ihnen herüber sah, sondern daß alle mit sich selbst beschäftigt waren. Und dann war da Boernes Hand, zwischen seinen Schulterblättern, und er wurde sanft nach vorne geschoben und Boerne murmelte Wir kommen zu spät und er selbst verpaßte irgendwie den Moment, die Hand abzuschütteln oder irgendetwas zu sagen. Und dann waren sie zurück, zwischen den anderen, das Seminar ging weiter, und die Zeit ... die Zeit verging wieder so schnell, wie sich das gehörte.

 

***

Der zweite Abend war wesentlich entspannter als der erste. Inzwischen kannte er einige der anderen Seminarteilnehmer, und außerdem war die Sache so gut wie überstanden. Noch die Abschlußbesprechung am nächsten Morgen, und dann ging es wieder nach Hause. Die Aussicht auf das Ende des Seminars schien auch bei einigen Kollegen die Stimmung zu heben; besonders Ritter wirkte lange nicht mehr so mißmutig wie am ersten Tag. Er lachte nur, als Stark die Geschichte erzählte, wie die beiden sich kennengelernt hatten - von der unglücklichen ersten Begegnung mit Blechschaden bis zu einem Berliner Bärchen, mit dem der Waffenstillstand besiegelt worden war. Die zwei schienen ein gutes Team zu sein und für einen Moment fragte er sich, warum sie überhaupt zu dieser Veranstaltung geschickt worden waren. Hatte Ritter nicht so etwas gesagt? Oder hatte er gemeint, daß Stark ihn - Aber dann sagte Boerne "Blechschaden ist ja noch harmlos. Thiel hat mir bei unserer ersten Begegnung mit seinem Lattenrost einen Zahn ausgeschlagen, und ich hab' nicht einmal ein Stofftier als Entschuldigung gekriegt" und Thiel protestierte lauthals, weil, wirklich, daß Boerne immer noch auf dieser alten Geschichte herumreiten mußte, und außerdem war Boerne selbst an diesem Unfall ja wohl nicht ganz unschuldig gewesen, und Stark mußte so lachen, daß er er sich an seinem Bier verschluckte. Und während Ritter seinem Kollegen auf den Rücken klopfte, sagte Boerne in seinem Ich-komme-jetzt-zur Pointe-Tonfall "Aber dann hat er mich ganz heldenhaft gerettet, als mich einer dieser Halunken abfackeln wollte, und da habe ich ihm die Sache mit dem Zahn dann doch verziehen" und jetzt lachte auch Ritter, aber er hatte plötzlich ein ganz komisches Gefühl im Magen, weil der Blick, mit dem Boerne ihn ansah, alles andere als ein Witz war.

Aber bis ihm irgendwas sinnvolles als Antwort eingefallen war, hatte Stark seinen Husten wieder unter Kontrolle und holte die nächste Runde, und das Gespräch entwickelte sich von da aus ganz natürlich weiter zum Austausch über die Macken verschiedener Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, nervige Kollegen, merkwürdige Verdächtige und die peinlichsten Situationen, in die man je bei einer Hausdurchsuchung geraten war. Es war ein netter Abend. Er war ein bißchen betrunken, und es war lange her, seit er einfach nur einen freien Abend mit Bier und sinnlosen Gesprächen verbracht hatte, ohne daß ihn im Hintergrund ein aktueller Fall beschäftigte. Einfach nur so, zum Spaß, ohne daß er darüber nachdenken mußte, was er hier tat, mit wem und warum. Es war ein netter Abend, auch wenn Boerne ein bißchen nahe neben ihm saß auf dieser Bank, es war eben sehr voll hier, und ihn jedesmal gegen die Rückenlehne drückte, wenn er sich vorbeugte, um an Thiel vorbei nach den Erdnüssen am anderen Tischende zu angeln.

Als sie schließlich aufbrachen, war es schon nach eins. Ritter und Stark hatten sich ein paar Minuten zuvor verabschiedet, aber Thiel hatte noch sein letztes Bier austrinken wollen.

"Na, die beiden haben sich ja wohl wieder vertragen", kommentierte Boerne, während sie sich auf den Rückweg durch die Flure des Seminargebäudes bis zum Zimmertrakt machten.

"Wie, vertragen?"

"Nun, Herr Stark hat mir erzählt, daß - oh, da hat jemand vergessen, das Licht auszumachen."

"Was?" Bevor er mehr sagen konnte, war Boerne schon in den Seitengang abgebogen, an dessen Ende Licht aus dem Fenster oberhalb der Tür zu ihrem Seminarraum fiel. "Boerne ... Da ist doch jetzt sowieso abgeschlossen ..."

Aber in dem Moment öffnete Boerne schon die Tür, die eben doch nicht abgeschlossen war, und er blinzelte einige Male krampfhaft. "Was ..." Für einen Moment traute er seinen Augen nicht. Es dauerte eine Weile, bis er verstand, was er da sah. Offensichtlich hatte Ritter das mit der "Paartherapie" wörtlicher gemeint, als er gedacht ... Als die beiden sich schweratmend voneinander lösten und Stark sich rückwärts auf die Tischplatte sinken ließ, während Ritters Hände sein T-Shirt nach oben schoben und an der Gürtelschnalle zerrten, schloß sich Boernes Hand um sein Handgelenk und zog ihn zurück in den Flur. Bevor er etwas sagen konnte, hatte der andere die Tür lautlos wieder geschlossen.

"Was zur Hölle ..."

"Pssst!" Boerne zerrte ihn weiter weg, den Flur hinunter, bis er sich endlich soweit gesammelt hatte, daß er sich freimachte, aber bevor er etwas sagen konnte, fing Boerne schon an zu reden.

"Gar nicht so einfach, hm, bei einem Größenunterschied von gut 25 Zentimetern, da braucht man allerdings Hilfsmittel, wenn man sich küssen will. Ich meine ... nicht, daß das nicht ginge, aber es wäre doch ziemlich unbequem ... Selbst in dieser Position war der Unterschied noch nicht völlig nivelliert, dazu ist ein Standard-Seminartisch einfach zu -"

"Ist das das einzige, was Ihnen dazu einfällt?" fragte Thiel fassungslos. Sie waren gerade in eine haarscharf noch jugendfreie Kußszene zwischen zwei Kollegen geplatzt, von denen er bis eben nicht im Traum -

"Ja?"

"Ich meine ..." Zum Glück fiel ihm rechtzeitig auf, was er da im Begriff war zu sagen.

"Ja?" Boerne sah ihn aufmerksam an.

"Nichts." Es ging ihn ja nun wirklich nichts an, was Ritter und Stark da trieben. Also vielmehr ... was da war zwischen den beiden, das war deren Sache. Er hatte nur nicht mit so etwas gerechnet, und dann auch noch so ... drastisch, da war es ja wohl verständlich, wenn er ein wenig aus der -

"Das Problem hätten wir ja nicht."

"Wie bitte?!"

"Ich meine ja bloß ..." Boerne wirkte ein wenig defensiv, was allerdings nicht lange anhielt. "Wenn ich Sie küssen wollte, müßte ich lediglich ..."

"Sie haben sie ja wohl nicht mehr alle!"

"Also bitte, Thiel, als hätten Sie noch nie daran gedacht."

"Ich ..." Er starrte Boerne an. "Ich ... Nie im Leben!"

"Sie glauben ja wohl hoffentlich nicht, daß ich Ihnen das glaube", sagte Boerne, jetzt sichtlich verärgert. Und da war noch etwas anderes, nicht nur Ärger, aber Thiel war zu aufgewühlt, um länger darüber nachzudenken, was das sein könnte. Er wollte einfach nur, daß Boerne sich diese völlig abwegige Theorie -

"Als damals im Hausflur das Licht ausgegangen ist, haben Sie -"

"Ich war betrunken!" Er hatte nicht einmal gefragt, wann, und was, aber das fiel ihm zu spät auf, als sich schon ein Lächeln auf Boernes Gesicht stahl.

"Aber nicht so betrunken, daß Sie sich nicht erinnern."

...

"Handeln Sie üblicherweise, ohne zu denken? Das würde zwar manches erklären, aber ich glaube doch, daß das in diesem speziellen Fall nicht der Fall war. Zumindest nicht hinterher. Ich bin mir im Gegenteil ziemlich sicher, daß Sie seitdem sehr oft darüber nachgedacht haben, wie es wäre, wenn -"

Der Rest ging in einem halb erstickten überraschten Geräusch unter, als er Boerne gegen die Wand drückte. Das hatte er wenigstens nicht kommen sehen, dachte Thiel befriedigt, während er seinen Mund auf Boernes preßte. Und er würde Boerne garantiert nicht die Führung überlassen, bloß weil der ein paar Zentimeter größer war; wenn er das dachte, dann hatte er sich aber gewaltig geschnitten. In seinen Ohren rauschte es und es dauerte einige Sekunden, bis ihm bewußt wurde, daß sich Arme um ihn geschlossen hatten und Boerne sich schon lange nicht mehr wehrte, sondern ihn im Gegenteil so fest hielt, daß er sich kaum hätte befreien können, wenn er das denn gewollt hätte. Für einen Moment vergaß er alles um sie herum und fing an, Boernes Hemd aufzuknöpfen, bis der den Kopf zur Seite drehte und ihn stoppte. Und ihm wieder einfiel, daß sie nicht die letzten gewesen waren und daß hier jederzeit noch andere Seminarteilnehmer auf dem Weg zurück zu den Zimmern vorbeikommen konnten.

"Da der Seminarraum schon belegt ist, schlage ich mein Zimmer vor", sagte Boerne, ein wenig atemlos, aber ansonsten so, als wäre das das normalste von der Welt. Thiel brauchte drei Atemzüge mehr, bis er seiner Stimme wieder traute. "Wieso nicht meins?"

"Bei mir ist ein Doppelbett." Boerne hatte ihn ein wenig von sich geschoben und beschäftigte sich damit, sein T-Shirt gerade zu ziehen, obwohl er selbst viel schlimmer aussah. Das war er gewesen, wurde ihm plötzlich bewußt, und dann sah Boerne auf, und er dachte Doppelbett, und Oh.

 

***

 

Die Abschlußbesprechung war am Anfang gar nicht so schlimm. Er ließ die Monologe des Dozenten und die pflichtgemäßen Beiträge der Teilnehmer im Hintergrund vor sich hin plätschern, während ihm mehr als bewußt war, das Boerne so nahe neben ihm saß, daß sich ihre Knie berührten. Schräg gegenüber in diesem leidigen Stuhlkreis saßen die Berliner Kollegen. Stark hatte seinen Arm wie beiläufig auf Ritters Stuhllehne abgelegt und die beiden sahen so ... entspannt aus, wie man nur nach wirklich gutem Sex aussah. Er kannte den Gesichtsausdruck, er hatte ihn heute morgen nach langer Abwesenheit im Spiegel begrüßt. In dem Moment traf Ritters Blick seinen, wanderte kurz einmal an seinem Körper hinab bis zu der Stelle, wo sich Boernes Knie gegen seines preßte, und dann wieder nach oben, und er merkte, wie er rot wurde. Aber Ritter grinste bloß und neigte sich zu seinem Partner hinüber, um ihm was ins Ohr zu flüstern. Es brauchte nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was, zumal nach dem Blick, den Stark ihm danach zuwarf. Daß Schmidthuber sich derweil nichtsahnend an eben den Seminartisch lehnte, auf dem gestern Nacht ... das machte die Sache jedenfalls auch nicht einfacher. Und dann war Boerne an der Reihe, seine Erfahrungen zum Seminar mit der Gruppe zu teilen, und erzählte was von völlig neuartigen Eindrücken und tiefen Einsichten, die er gewonnen hatte, und daß das Seminar wahrlich ein Gewinn für ihre Beziehung gewesen sei und er konnte nicht anders, während Boerne redete, schoben sich Bilder der letzten Nacht vor sein inneres Auge, und -

"Und Sie, Herr Thiel?"

"Ja", er schreckte hoch. "Tiefe Einsichten und so. Ich meine ... Ich habe ganz neue Seiten ... Also, mein ... Kollege hat ja schon alles gesagt."

Ritter und Stark schienen kurz davor zu sein, in hysterisches Gelächter auszubrechen. Sein Gesicht fühlte sich so heiß an, daß er vermutlich knallrot aussah. Aber Boerne ließ seine Hand so weit zur Seite rutschen, bis sich ihre Finger berührten, und - merkwürdigerweise fühlte er sich besser als seit sehr langer Zeit. Vielleicht sogar besser als jemals zuvor.

 

* Fin *

Comments

Ist mir egal, wie plausibel das ist, mir gefällt's! Ich nehme mal an, eine gewisse Webung hat dafür als Inspiration gedient. ;-)

Die ganze erste Szene mit den positive Eigenschaften finde ich super.

erzählte was von völlig neuartigen Eindrücken und tiefen Einsichten, die er gewonnen hatte, und daß das Seminar wahrlich ein Gewinn für ihre Beziehung gewesen sei

Haha, Boerne, das kann ich mir sehr gut vorstellen. <3
Das freut mich, daß es Dir gefällt :)
Inspiration war hauptsächlich eine Diskussion mit joslj bei "Gespräche unter Kollegen" (glaube ich) und es ging darum, wie Ritter und Thiel bei einer gemeinsamen Fortbildung jeweils *nicht* über die Vorzüge ihrer Partner reden ;) Also der Anfang hiervon, sozusagen. Naja, und weil ich diese Fortbildung ja noch mit irgendwas füllen mußte, mag es schon sein, daß die Toyota-Werbung da mit reingespielt hat ... wobei ich auch vor kurzem eine Lewis/Hathaway Geschichte gelesen habe mit eben so einer Fortbildung und dieser "Vertrauensübung", von der ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob die vielleicht nur in der Fiktion vorkommt.

Haha, Boerne, das kann ich mir sehr gut vorstellen. <3
Ich mir auch :)
Wie schön, mal wieder so etwas langes von dir zu lesen! *hüpf*
Ritter und Stark kenne ich nicht so, aber wie du Thiels Gedanken eingefangen hast, ist ja wieder sehr süß. Und mir gefiel das Aufzählen der positiven Eigenschaften auch sehr gut, das war wirklich niedlich. (Zwangsläufig frage ich mich, was Boerne wohl über Thiel zu sagen hatte...)

Und dass du die Toyotawerbung eingebaut hast, hat mich laut lachen lassen. Immerhin hat Boerne Thiel gefangen... sonst hätte er sich jede Chance ja auch wohl endgültig verbaut. ^^

Sehr schön, wirklich. Ich grinse immer noch.
Ich freu mich auch, mal wieder was längeres geschrieben zu haben :) Das lag schon eine Weile halbfertig rum, die Crossover-Idee hat mich seit "Gespräche unter Kollegen" gereizt. Wobei Stark und Ritter hier leider etwas zu kurz gekommen sind, liegt vermutlich an Thiels POV, das sehr Boerne-konzentriert ist ... *grins*

Zwangsläufig frage ich mich, was Boerne wohl über Thiel zu sagen hatte...
Das ist eine wirklich gute Frage ... Es ist mir schon sehr schwer gefallen, mir was einfallen zu lassen, was Thiel und Ritter über ihre Partner nicht nur denken, sondern auch sagen würden.

Immerhin hat Boerne Thiel gefangen... sonst hätte er sich jede Chance ja auch wohl endgültig verbaut.
Ja, das wäre wohl kontraproduktiv gewesen ;)
Sehr niedlich! *g*

Ich habe gedacht, dass Ritter und sein Kollege OCs sind - und es hat prima für mich funktioniert. Aber ich kann natürlich sehen, dass es für Leute, die auch dieses Pärchen kennen, noch eine weitere Schicht hinzufügt.

Ich fand es sehr gut beschrieben und habe das fürchterliche Seminar mit dem Seminarleiter, der Leute zu etwas zu bringen versucht, was sie eigentlich nicht wollen, sehr treffend. Genau so sind sie. *lol*

Und dass sie erst im lauten Aussprechen herausfinden, was sie ja schon seit einiger Zeit im Unterbewußten wissen - und erst danach in der Lage sage sind, auch danach zu handeln, das finde ich sehr logisch. Erst wenn man es einmal gesagt hat, steht es sozusagen im Raum - vorher kann man es immer schnell wegschubsen.

Sehr schön und wirklich schöne Boerne und Thiel Momente in der Geschichte !
Ich habe gedacht, dass Ritter und sein Kollege OCs sind - und es hat prima für mich funktioniert.
Lustig ... na, dann konnte sie für Dich ja auch nicht OOC sein ;) Ich hab' zu den beiden Berlinern ein paar kleinere Sachen geschrieben, da kam es mir so vor, als hätte ich sie besser getroffen. Hier sind sie jetzt doch ein bißchen in den Hintergrund geraten. Ihre Kennenlerngeschichte ist aber genauso canon wie die von Thiel und Boerne ;)

Wenn Du einen kurzen Eindruck haben willst, empfehle ich
zhivchik Stark & Ritter Video* - selbst wenn man die Jungs gar nicht kennt, ist das einfach ein wunderbar gemachtes Video.

Schön, daß es Dir gefallen hat und daß der Seminar-Hintergrund überzeugt hat :)

Und dass sie erst im lauten Aussprechen herausfinden, was sie ja schon seit einiger Zeit im Unterbewußten wissen - und erst danach in der Lage sage sind, auch danach zu handeln, das finde ich sehr logisch. Erst wenn man es einmal gesagt hat, steht es sozusagen im Raum - vorher kann man es immer schnell wegschubsen.
Das trifft es sehr gut. Und wie man unschwer an meinen anderen Texten erkennen kann, hab' ich eine Schwäche für solche Konstellationen ;) Insbesondere Thiel, der so tut als wisse er von nix, hat es mir angetan ...

* oder all ihre Berlin-Sachen, sie hat nämlich auch ganz tolle gifs


Edited at 2014-03-15 12:10 pm (UTC)
Danke für den Link! Das ist wirklich ein nettes Video und jetzt habe ich ein Bild vor Augen1 *g*
Ich poste einfach mal meine Lieblingsstellen. :)

"Er ist ... motiviert."
"Wozu?"
"Na, so generell. Immer. Zu allem."
Ritter warf ihm einen merkwürdigen Blick zu.
[...]
"Ah. Motiviert. Ich verstehe."


Da versteht Ritter wohl einges mehr als Thiel zu diesem Zeitpunkt.

"Flirtet der da etwa gerade mit meinem Pa ...thologen?"

Höllenfahrt!

"Ah ... direkt nebenan."
Manche Dinge änderten sich anscheinend nie, dachte Thiel,


Als ob Thiel das in diesem Fall wirklich wollte. ;)

Der einzige Gedanke, den er überhaupt greifen konnte - er ist immer da - ergab wenig Sinn und klang eigentlich so, als sollte es eher ein Nachteil sein. Auch wenn es sich anders anfühlte.

Einfach nur schön. :)

Er konnte es immer noch nicht fassen, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Boerne hatte fallen lassen -

Was ja sehr viel über Boernes Verhältnis zu Thiel aussagt und Thiel zu denken geben sollte.

Und dann waren sie zurück, zwischen den anderen, das Seminar ging weiter, und die Zeit ... die Zeit verging wieder so schnell, wie sich das gehörte.

Das kann man so richtig nachempfinden.

Es war ein netter Abend, auch wenn Boerne ein bißchen nahe neben ihm saß auf dieser Bank, es war eben sehr voll hier, und ihn jedesmal gegen die Rückenlehne drückte, wenn er sich vorbeugte, um an Thiel vorbei nach den Erdnüssen am anderen Tischende zu angeln.

Erdnüsse essen? da nimmt Boerne aber ein Opfer auf sich, um Thiel nahe zu sein, was? ;)

"Das Problem hätten wir ja nicht."

Ich mag es immer wieder, dass Boerne solche Sachen wirklich einfach herausposaunen würde.

Der Rest ging in einem halb erstickten überraschten Geräusch unter, als er Boerne gegen die Wand drückte. Das hatte er wenigstens nicht kommen sehen, dachte Thiel befriedigt, während er seinen Mund auf Boernes preßte. Und er würde Boerne garantiert nicht die Führung überlassen, bloß weil der ein paar Zentimeter größer war; wenn er das dachte, dann hatte er sich aber gewaltig geschnitten.

Und einen Thiel, der die Initiative ergreift, mag ich auch. :)

Er kannte den Gesichtsausdruck, er hatte ihn heute morgen nach langer Abwesenheit im Spiegel begrüßt.

Das sei Thiel auch wirklich mal gegönnt. ;)

Und dann war Boerne an der Reihe, seine Erfahrungen zum Seminar mit der Gruppe zu teilen, und erzählte was von völlig neuartigen Eindrücken und tiefen Einsichten, die er gewonnen hatte, und daß das Seminar wahrlich ein Gewinn für ihre Beziehung gewesen sei und er konnte nicht anders, während Boerne redete, schoben sich Bilder der letzten Nacht vor sein inneres Auge, und -

"Und Sie, Herr Thiel?"

"Ja", er schreckte hoch. "Tiefe Einsichten und so. Ich meine ... Ich habe ganz neue Seiten ... Also, mein ... Kollege hat ja schon alles gesagt."


Romantisch und zugleich sehr amüsant. Was will man mehr?
Hach, immer wieder schön zu sehen, was funktioniert :D
Ich bin seit langem auch das erste Mal wieder recht zufrieden mit einer Geschichte.

Da versteht Ritter wohl einges mehr als Thiel zu diesem Zeitpunkt.
Ja, ich war schon davon ausgegangen, daß sich Ritter schon recht früh seinen Teil denkt ;) Und daß Stark und Ritter schon seit einiger Zeit zusammen sind, es aber gerade gekriselt hat, vielleicht, weil Stark Ritter zu diesem Seminar genötigt hat ... ("Wir sollten wirklich mal an unserer Beziehung arbeiten!")

Höllenfahrt!
:D
Ich konnte es mir nicht verkneifen, das zu nutzen ;)

Was ja sehr viel über Boernes Verhältnis zu Thiel aussagt und Thiel zu denken geben sollte.
Erst hatten sie sich in der Szene gestritten, wer anfängt, aber dann kam mir das in den Sinn und ich dachte, es muß so sein.

Erdnüsse essen? da nimmt Boerne aber ein Opfer auf sich, um Thiel nahe zu sein, was? ;)
Man tut, was man kann ...

Ich mag es immer wieder, dass Boerne solche Sachen wirklich einfach herausposaunen würde.
Ich auch. Und Thiel auch, er will es nur nicht so zugeben ... <3

Romantisch und zugleich sehr amüsant. Was will man mehr?
Wie schön, daß gerade das so funktioniert, wie es soll :) Ich mag die Schlußszene nämlich auch sehr gerne.

Ich mag das Ende auch. Bei dieser Geschichte hat sich erfreulicherweise mal wieder vieles "wie von selbst" geschrieben, so auch das Ende, und das fühlt sich dann für mich immer sehr gut und rund an.

Eine tolle Geschichte, die du da aus einem einfachen Kommentar gemacht hast.
Danke für den inspirierenden Kommentar!

Jetzt will icih eine Geschichte lesen wie "Atemlos", wo Boerne unerfahren/ahnungslos ist ....
Mal nachdenken ... die würde ich eigentlich auch gerne lesen. Vielleicht fällt mir ja was ein. Tatsächlich habe ich nach dem "Hammer" eine ganz vage Idee, wäre schön, wenn das was werden würde.
Ob seine nächste Frage da aber unverfänglicher ist ?
Nicht wirklich ;) Und auch nicht wirklich IC, ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, daß Thiel sowas rausrutschen würde. Aber es war zu verlockend, es zu schreiben ... Zumal Stark ja wirklich sehr oft so aussieht, als würde er flirten, finde ich. Naja, und dann wollte ich natürlich unbedingt Ritters Antwort schreiben, dazu mußte Thiel nunmal fragen ;) Da ist sich einer aber sehr sicher. Jau.

Armer Felix ! Das hat er nun von seiner Höflichkeit.
:D
Boerne ist sowas eben nicht gewöhnt ;)

Da scheint aber stark das unverarbeitete Trauma des Verlassenwerdens durch: von seinem Vater, von seiner Frau ...
Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich so eine Interpretation lese und denke, stimmt, das paßt ganz genau - denn beim Schreiben ist mir das normalerweise gar nicht so klar. Ich weiß nicht wirklich, woher das gekommen ist.

Ich mag es. wie du die Thiel-Boerne-Beziehung der von Ritter und Stark gegenüberstellst.
Auch das kam spontan beim Schreiben - über irgendwas mußten sie ja reden an dem Abend - und ich war überrascht, wie gut das zusammenpaßte.

Ich würde zu gerne Boernes POV lesen :-)
Das funktioniert ja leider selten, wenn ich es versuche ;) Wenn ich Thiels POV schreibe, weiß ich eigentlich genausowenig wie Thiel, was in Boerne vorgeht. Vielleicht eine Mischung aus erstmals so richtig klarwerden / sich eingestehen, und Gelegenheit (nicht, daß sie zuhause nicht auch ständig miteinander zu tun haben, aber hier ist es irgendwie noch mehr). Starks POV könnte ich mir da fast noch leichter vorstellen. Hm ...

Was schockiert Thiel da so ?
Na, ich denke, wenn man unvermittelt bei einem Seminar über zwei Kollegen stolpert, darf man sich schon ein wenig erschrecken, zumal wenn man vorher nicht auf die Idee gekommen ist, zwischen den beiden könnte was sein. Die Visualisierung einer Möglichkeit? - ist eine sehr schöne Idee, aber ich weiß nicht, ob Thiel so weit denkt. Oder in dem Moment zu dieser Transferleistung fähig ist. Das ist schon eher Boerne, der die Vorlage gleich überträgt ...

Ich mag ja sonst den ahnungslosen/verdrängenden Thiel nicht so, aber hier gefällt er mir gut. Und Boerne noch mehr, diese Empörung ist sehr IC.
Das freut mich :D Zumal ich den ahnungslosen Thiel mag ;)

Sehr sexy !
Das sollte es sein :) Aber auch noch ein bißchen mehr - ich weiß nicht, ob das klar wurde oder viel zu weit um die Ecke gedacht ist, daß das ganze für Thiel bei "Doppelbett" realer wird. Weil das ja zum Beispiel auch heißt, daß man genug Platz hat, um dort die ganze Nacht zu zweit zu verbringen. Und so weiter.
Ich war gerade auf einem Fortbildungsseminar ;) Wobei, das war eigentlich ganz gut, obwohl wir uns zur Vorstellungsrunde einen Ball zugeworfen haben ...

Und hab' mich sehr über Deine Kommentare gefreut, dann aber prompt den Laptop mit Milchkaffee geschrottet :( Ich hab' einfach nur Pech mit der Technik in letzter Zeit :((( Aber inzwischen ist er anscheinend so weit getrocknet, daß er (momentan) wieder funktioniert, drückt die Daumen. Dafür hab' ich aber gerade soviel Arbeit, daß ich zu nix komme ...

Kurz gesagt, irgendwann komme ich auch noch zum Antworten ;)

An so eine lange Geschichte hatte ich anfangs auch nicht gedacht, ich habe mich sehr gefreut, daß mir nochmal was längeres eingefallen ist. Die Crossover-Idee war da wohl bereichernd.

Possessive much, Ritter ?
Überhaupt nicht ... ;) Und er schließt auch gar nicht von sich auf andere ... Im Nachhinein ist mir übrigens aufgefallen, daß Stark wohl ein bißchen größer ist als Thiel (er hat nur den Nachtteil, ständig neben Ritter zu stehen), von daher würde Thiel ihn vermutlich gar nicht als "klein" bezeichnen. Aber egal, jetzt steht es da.

Mann Till, Felix hört dich nicht.
Ja, aber Du mußt bedenken, daß Stark Ritter zu dieser Fortbildung genötigt hat, der ist gerade nicht so gut auf ihn zu sprechen ;)

Edited at 2014-04-21 05:52 am (UTC)