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Büttenwarder

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Nebensätze

120-Minuten-Prompt: Auf die eigene Art / eigener Stil vom 13.7.2010
Rating: P 12
Genre: äh … Freundschaft? Liebe?
Handlung: Erst in den Tagen nach Winklers Verhaftung, als Boerne ihm wie ein Schatten folgt, wird ihm etwas klar, was er schon längst hätte merken müssen. (Post-Ep zu „Höllenfahrt“)
Länge: ~ 500 Wörter
Zeit: ~ 45 Minuten
A/N: Ich wollte schon ewig mal wieder was für 120_minuten schreiben. Zum aktuellen Prompt ist mir leider nichts eingefallen, stattdessen habe ich die alten Prompts geplündert :)


***


Erst in den Tagen nach Winklers Verhaftung, als Boerne ihm wie ein Schatten folgt, wird ihm etwas klar, was er schon längst hätte merken müssen. Erst denkt er nur, daß Boerne sich eben Sorgen um ihn macht, was nach dieser Geschichte ja auch irgendwie verständlich ist. Und daß er vielleicht ein schlechtes Gewissen hat, wegen der Sache mit Winklers Waffe. Und tatsächlich ist er froh, daß Boerne immer da ist, wo er gerade ist, auch wenn er es nicht laut sagt. Es dauert Tage, bis er wieder alleine sein kann, ohne daß er das Gefühl hat, daß Winkler mit gezogener Waffe hinter ihm steht. Und es dauert noch länger bis ihm bewußt wird, daß Boerne nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer viel zu oft bei ihm ist. Grundlos. Für einen Moment betrachtet er sie beide wie zwei Fremde, von außen, und die Erklärung für Boernes Verhalten ist so offensichtlich, daß er sich wirklich fragt, wie er so blind hat sein können. Boerne mag ihn. Keine Ahnung warum, er kann wirklich nicht behaupten, daß er besonders nett zu dem andern gewesen wäre. Trotzdem mag ihn Boerne genug, um Zeit mit ihm verbringen zu wollen. Grundlos. Sie interessieren sich ja nicht einmal für die gleichen Dinge oder schauen Fußball zusammen oder so was.

„Alles in Ordnung?“ Boerne sieht ihn über den Rand der Zeitung hinweg skeptisch an. „Sie grinsen plötzlich unmotiviert vor sich hin, das ist doch hoffentlich kein Schlaganfall?“

Thiel erstickt das aufkeimende Lachen mit einem Husten. „Hab‘ nur an was Lustiges gedacht.“

Als er wieder aufsieht, treffen sich ihre Blicke. Auf ein Mal ist es ganz einfach, den anderen zu lesen. Erleichterung. Es ist das erste Mal seit Winkler, daß er wieder gelacht hat.
Boerne macht sich Sorgen, weil er ihn mag.
Boerne ist froh, wenn es ihm wieder besser geht, weil er ihn mag.
Er würde gerne etwas sagen, aber er weiß nicht was, und so sagt er einfach nur „Wollen Sie auch noch Kaffee?“ und steht auf, um zur Kaffeemaschine zu gehen. Er sieht Boernes Nicken nur noch aus dem Augenwinkel, aber er spürt, wie ihm die Augen des anderen folgen. Ihn nicht alleine lassen, bis er zwei Tassen gefüllt hat und wieder zurückkommt zum Tisch.

Am Ende fragt er Boerne, ob er Lust hat mit ihm Angeln zu gehen. Er kann Herberts Boot benutzen, er ist noch krankgeschrieben, und Boerne … hat gerade Urlaub, ganz zufällig. Und Boerne fängt natürlich gleich damit an ihm Vorträge über die Kunst des Angelns zu halten, das kennt er schon, da schalten seine Ohren normalerweise schon automatisch auf Durchzug, aber diesmal hört er zum ersten Mal auf die Nebensätze, die sich in Boernes Vortrag verstecken und die sagen Ich freue mich. Und während sie noch darüber streiten, was man alles zu so einem Angelausflug mitnehmen muß, und wann die beste Zeit ist, Forellen zu fangen, fragt er sich, ob Boerne seine Nebensätze eigentlich genauso deutlich hört. Bis er Boernes Gesicht aufleuchten sieht, als er etwas besonders Bescheuertes sagt, und ihm klar wird, daß Boerne das vermutlich schon lange vor ihm herausgefunden hat. Daß Thiel ihn auch mag.

* Fin *

Comments

Aw, das ist sehr schön geworden. Ich mag das ja immer, wenn die gegenseitige Zuneigung sich auf unkonventionelle Weise äußert.

aber diesmal hört er zum ersten Mal auf die Nebensätze, die sich in Boernes Vortrag verstecken und die sagen Ich freue mich



und ihm klar wird, daß Boerne das vermutlich schon lange vor ihm herausgefunden hat. Daß Thiel ihn auch mag.

Aw, Thiel. Das ist ein perfekter Schlusssatz!
Danke <3

Ich hatte heute so ein fluffiges Thiel/Boerne Gefühl und freue mich, daß was dabei rausgekommen ist.

Ich mag das ja immer, wenn die gegenseitige Zuneigung sich auf unkonventionelle Weise äußert.
Ich auch :)

Edited at 2015-05-12 08:42 pm (UTC)
Hach, da wird mir ganz warm ums Herz <3<3<3

Wunderschön! Vielen Dank für dieses süße Leckerli :)
Mir war auch warm ums Herz beim Schreiben! Danke für die Rückmeldung <3
Maan, cricri, du schaffst es jedesmal, dass ich Thiel und Boerne wieder shippe, weil du sie so liebe- und wundervoll schreibst. :DDD

Ihn nicht alleine lassen, bis er zwei Tassen gefüllt hat und wieder zurückkommt zum Tisch.

DAS HIER IST SO EINE WUNDERSCHÖNE ZEILE, OH GOTT, SIND DIE BEIDEN NIEDLICH MITEINANDER! <333

Bis er Boernes Gesicht aufleuchten sieht, als er etwas besonders Bescheuertes sagt, und ihm klar wird, daß Boerne das vermutlich schon lange vor ihm herausgefunden hat. Daß Thiel ihn auch mag.
WOW, was für ein tolles Ende! Dass Thiel so lange braucht, um zu erkennen, dass Boerne ihn mag, das ist so wundervoll in character und passt perfekt zu beiden! WIrklich, ich bin hin und weg, das ist eine ganz zauberhafte Fanfiction!! <333
Oh, danke <3 Das freut mich total, daß ich die Thiel/Boerne Liebe verbreiten kann :)

Manchmal mag ich am liebsten ganz nahe am Canon bleiben. Und für mich ist das hier praktisch canon ... Ich wette um einiges, daß Thiel alles mögliche tut, bloß nicht über seine oder anderer Leute Gefühle nachdenken ;) Also, solange er es vermeiden kann. Es ist nicht so, daß er das nicht alles irgendwo wüßte.

Edited at 2015-05-16 01:58 pm (UTC)
Okay, da ich Sommerferien habe, werde ich in den nächsten Tagen mal alle Kommentare nachholen, die ich bisher so versäumt habe. Und ich meine wirklich ALLE. Und weil das so viele sind und man die Sachen ja nicht vor sich hinschieben soll, dachte ich, ich fange gleich mal hiermit an. :)

Mir gefällt die Geschichte, weil sie erstens schön geschrieben und zweitens irgendwie ganz ruhig ist. :)

Und es dauert noch länger bis ihm bewußt wird, daß Boerne nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer viel zu oft bei ihm ist. Grundlos.
Ja, das dauert echt erstaunlich lange ... Vermutlich ist diese Erkenntnis im Canon immer noch nicht richtig bei ihm angekommen. Aber wofür gibt es schließlich Fanfictions, wa?

Auf ein Mal ist es ganz einfach, den anderen zu lesen.
Ich kann ihn richtig spüren, diesen Moment.

aber diesmal hört er zum ersten Mal auf die Nebensätze, die sich in Boernes Vortrag verstecken und die sagen Ich freue mich.
Das ist so schön! <3

Daß Thiel ihn auch mag.
❤︎
Danke! <3

Das freut mich total - ich mag diese kleine Geschichte nämlich auch sehr gerne. Peinlicherweise habe ich beim nochmal Lesen eben festgestellt, daß der Epilog, den ich für "Irgendwas mit Leichen, munkelt man" versucht habe zu schreiben, diesem Teil hier gar nicht so unähnlich ist ... harumpf. Ich werde alt und vergeßlich ;)

Ja, das dauert echt erstaunlich lange ... Vermutlich ist diese Erkenntnis im Canon immer noch nicht richtig bei ihm angekommen.
Na, sonst wäre es ja auch langweilig ;) Aber ich glaube, im Canon nimmt Thiel manches einfach als gegeben hin. Und vermeidet es, allzugenau über manches nachzudenken.

Schön für uns, daß Du Sommerferien hast :D Ich hoffe aber, Du machst auch noch andere schöne Sachen und genießt die freie Zeit!