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BT_Wandern

December 2017

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Urlaub

Rating: P 16
Genre: Slash, First Time, Humor.
Handlung: Eigentlich sollte es ein erholsamer Urlaub werden.
Timeline: In etwa zwischen Sag nichts und  Mörderspiele, aber ohne jeglichen Episodenbezug
Warnungen: Sprunghaft.
Länge: 2.500 Wörter
Beta: joslj

Wie alles begann …

  "Boerne! Wie kommen Sie bloß auf die abwegige Idee, ich könnte ausgerechnet Sie zum Zelten mitnehmen wollen! Wenn ich sage, ich brauche Erholung, dann meine ich vor allem Erholung von Ihnen!"

Er war nicht vorbereitet auf Boernes ehrlich verletzten Gesichtsausdruck. Ganz so hart hatte er das auch eigentlich gar nicht ausdrücken wollen, aber subtilere Hinweise waren bei seinem Kollegen ja völlig vergebens. Trotzdem fühlte er sich jetzt irgendwie schuldig - er hatte nicht damit gerechnet, daß sich Boerne das so zu Herzen nehmen würde. Dem anderen hatte es offenbar sogar die Sprache verschlagen. Zumindest einige Sekunden lang.

  "Wenn das so ist, dann will ich Sie nicht weiter aufhalten. Einen schönen Abend noch, Herr Thiel."

Sein schlechtes Gewissen wuchs noch, als er Boerne hinterher sah. Wie konnte ein Rücken derartig ... unglücklich aussehen? Eben war Boerne noch wie ein Flummi um ihn herumgehüpft und hatte Enthusiasmus verströmt, aber jetzt konnte einen alleine die Rückansicht in Depressionen stürzen.

  "Boerne ..." Thiel seufzte innerlich. Hätte er sich bloß etwas diplomatischer ausgedrückt, dann würde er sich jetzt nicht so mies fühlen, daß er seinem Kollegen das anbieten mußte. "Haben Sie ernsthaft Lust, mit mir drei Tage die Ems hinunter zu paddeln?"

Als Boerne sich umdrehte, sah er zum Glück nicht mehr so ungewohnt deprimiert aus, sondern hatte einen leicht beleidigten Gesichtsausdruck aufgesetzt. Damit konnte er eindeutig besser umgehen. "Also was jetzt?"

  "Warum sollte ich denn keine Lust haben", entgegnete der andere gekränkt. "Ich bin ein ebenso großer Naturfreund wie Sie und jederzeit geneigt, etwas Zeit an der frischen Luft mit sportlicher Betätigung zu verbringen."

  "Also ja."


***


Zwei Tage später …

So halb hatte er ja immer noch damit gerechnet, daß Boerne einen Rückzieher machen würde, wenn ihm erst einmal die ganze Tragweite seiner Idee aufgegangen war. Egal was der andere behauptete - Kanufahren und Zelten war garantiert nicht das, was sich Boerne unter Urlaub und Erholung vorstellte. Nach seiner Erfahrung in den letzten beiden Jahren bewegte sich sein Nachbar fast ausschließlich zum Golfspielen an der frischen Luft. Und Anzüge waren zum Kanufahren auch nicht geeignet.

Aber Boerne hatte wohl beschlossen, den Naturburschen zu geben, und stand freitags früh und ausgesprochen gut gelaunt vor seiner Wohnungstür.

  "Guten Morgen, Herr Nachbar!"

  "Moin, Boerne." Thiels Begeisterung hielt sich in Grenzen. Die Vorstellung, drei Tage und Nächte rund um die Uhr mit Boerne verbringen zu müssen, beunruhigte ihn aus so vielen verschiedenen Gründen, daß er kaum sagen konnte, was das Schlimmste an diesem Szenario war. Aber zurück konnte er jetzt nicht mehr. Zum Glück hatte er nur ein verlängertes Wochenende für diese Tour geplant. Mürrisch kramte er die letzten Sachen zusammen, die er mitnehmen wollte.

  "Packen Sie etwa jetzt erst? Wir wollten doch früh starten ..."

Da ging sie hin, seine Erholung.

 
***


Am Abend …

Als er wach wurde, brauchte er einen Moment um sich zu orientieren. Er war campen, mit Boerne, genau. Trotzdem dauerte es noch einige Sekunden, bis ihm klar wurde, daß er es irgendwie geschafft hatte, unter freiem Himmel einzuschlafen. Mit seinem Kopf auf Boernes Beinen. Die Dunkelheit wurde durch die Reste ihres Feuers nur noch ganz schwach erhellt, und eine Hand lag lose auf seiner Schulter. Um genauer zu sein, sie strich eher seinen Arm entlang bis zur Schulter und wieder zurück in einem ruhigen und einschläfernden Rhythmus. Was zum Teufel ... Dachte Boerne überhaupt jemals nach? Was sollte das denn? Er griff nach der Hand, um sie wegzuschubsen, mit dem Erfolg, daß Boerne seine Finger zwischen seine rutschen ließ und ihn festhielt.

  "Wieder wach?"

Er war zu verdutzt, um zu antworten. Oder seine Hand wieder zu befreien. Und Boerne redete sowieso gleich weiter, ohne eine Antwort abzuwarten.

  "Es ist richtig nett hier, finden Sie nicht auch? Irgendwie so ... friedlich und ruhig." Boerne klang etwas abwesend und schien überhaupt nicht auf die Idee zu kommen, daß ihm die Situation unangenehm sein könnte. Als wäre es völlig normal ... im Dunkeln an einem Lagerfeuer zu sitzen und seine Hand zu halten. Thiel hatte sich endlich zu einem ernsten Wort durchgerungen, als der andere seine Hand wieder los ließ, ihm energisch auf die Schulter klopfte und fröhlich meinte: "Kommen Sie, Thiel, rappeln Sie sich mal wieder zusammen! Wir sollten langsam ins Zelt, es wird hier doch so allmählich etwas klamm."

Thiel reagierte automatisch und richtete sich wieder auf, nur um gleich zu frösteln. Es war wirklich kühl hier draußen, ohne Boernes Körperwärme. Irgendwie fühlte er sich komisch - ob er sich eine Erkältung geholt hatte? Boerne räumte geschäftig ihre Sachen ins Zelt und löschte das Feuer, während er sich fragte, was da eben eigentlich passiert war.

Der Tag war ja an und für sich gar nicht so übel gewesen, nachdem er festgestellt hatte, daß man Boerne auch einfach reden lassen konnte und nur ab und an ein "Hm" dazwischen werfen mußte. Da der andere vorne saß und eifrig paddelte, konnte er ja nicht sehen, wie Thiel mit den Gedanken abschweifte. Sie waren auch nur ein Mal fast gekentert, weil Boerne sich an den Zweigen eines tiefhängenden Baumes festgehalten hatte. Gut, er hätte das Kanu natürlich nicht so nah ans Ufer lenken sollen - aber es war auch schon eine Weile her, seit er das zum letzten Mal gemacht hatte und er hatte einen Moment gebraucht, um den Dreh beim Steuern wieder rauszukriegen. Während sich Boerne doch wohl hätte denken können, daß es kontraproduktiv war, sich irgendwo festzuhalten, während man in einem Kanu saß, das unweigerlich von der Strömung weitergetrieben wurde.

Sein "Ducken, nicht festhalten" war zu spät gekommen, und Boerne hatte natürlich ihm die Schuld gegeben. Andererseits war es ein so erheiternder Anblick gewesen, den anderen mit empörtem Gesichtsausdruck in der Ems planschen zu sehen, daß er an der Episode nach der ersten Schrecksekunde doch ziemlichen Spaß gehabt hatte. Vor allem, weil es ihm im Gegensatz zu Boerne gelungen war, im Kanu und trocken zu bleiben.

Der anschließende Aufenthalt zum Trocknen und Umziehen hatte jedenfalls dazu geführt, daß sie ihr Tagespensum bis zum eingeplanten Zeltplatz nicht geschafft hatten und jetzt irgendwo auf freier Strecke übernachten mußten. Eigentlich war das ja gar nicht erlaubt - aber was blieb ihnen anderes übrig. Boerne hatte unversehens seine romantische Ader entdeckt und Holz für ein Lagerfeuer gesammelt. Und damit hatte dieser merkwürdige Tag seinen Abschluß gefunden.

Aber das mit der Hand -

  "Thiel? Was ist, wollen Sie nicht ins Zelt kommen?"


***


Einige Stunden später ...

Er versuchte, den Kopf unter den Schlafsack zu stecken, aber das half natürlich nichts. Thiel stöhnte. Er hätte es eigentlich wissen können: Boerne redete im Schlaf.

Nichts Verständliches, so daß es sich wenigstens gelohnt hätte zuzuhören. Das meiste waren nicht einmal richtige Wörter, es klang nur wie reden, ergab aber keinen Sinn. Auf jeden Fall konnte er so nicht schlafen. Er kletterte halb aus dem Schlafsack, lehnte sich zu Boerne hinüber und schüttelte den anderen unsanft.

  "Boerne! Werden Sie wach! Sie halten mich vom Schlafen ab, verdammt!"

  "Was ... wie ... was ist denn los ..." Boerne hatte angefangen, mit den Armen um sich zu schlagen, während er wach wurde. Auch das noch.

Er hielt den andern fest, um nicht versehentlich getroffen zu werden. "Thiel ...?"

  "Hören Sie in Gottes Namen auf zu reden!"

  "Wie bitte?" Boerne war endlich richtig wach, verstand aber anscheinend nicht, was er meinte.

  "Sie reden im Schlaf, und das hält mich wach."

  "So ein Unsinn. Ich rede nicht im Schlaf!"

  "Natürlich, ich hab's doch gehört! Mein Gott, Boerne, ich bin doch wohl nicht der erste, der sich darüber beschwert!"

  "Ähm ..." Boerne klang plötzlich ein wenig verlegen. "Stimmt, jetzt wo Sie es erwähnen ... Meine Frau hat tatsächlich mal sowas gesagt. Aber ich dachte, das sei nur ein Vorwand, um ..." Der andere brach seinen Satz ab, und jetzt fühlte Thiel sich auch verlegen. Das wollte er alles überhaupt nicht wissen! Und er wollte auch nicht mit Boerne hier quasi Arm in Arm liegen! Er hätte sich nie auf diese bescheuerte Idee einlassen sollen. Auch wenn es nur drei Tage waren, jeder Tag war ein Tag zu viel!

  "Sind Sie böse auf mich?"

  "Was?"

  "Weil ich Sie geweckt habe, meine ich." Boerne klang plötzlich so zaghaft, daß sein ganzer Ärger verrauchte.

  "Nein ... nein, Sie können ja nichts dafür. Oder?"

  "Nicht daß ich wüßte. Ich glaube, das läßt sich nicht steuern. Wie schlafwandeln. Wissen Sie, da fällt mir ein, als Kind bin ich tatsächlich geschlafwandelt. Da besteht vermutlich ein Zusammenhang, in beiden Fällen glaubt das Gehirn ja wohl, es sei wach ... Faszinierende Materie, die Hirnforschung. In dem Bereich ist so gut wie alles noch unklar. Wir Mediziner geben das nicht unbedingt gerne zu, aber eigentlich wissen wir über die Funktionsweise des Gehirns noch so gut wie nichts. Ich habe da zuletzt einen Aufsatz gelesen ..."

  "Boerne!"

  "Ja?"

  "Wenn Sie wach sind, können Sie das mit dem Reden aber schon steuern, oder?"

  "Finden Sie das Thema nicht spannend?"

  "Ich möchte gerne schlafen, wenn Ihnen das etwas sagt. Könnten Sie vielleicht versuchen, auch zu schlafen? Ohne zu reden, und wenn es geht ohne schlafzuwandeln."

  "Ich ... natürlich."

Als Boerne den Mund hielt, entspannte sich Thiel wieder. Es war hier eigentlich wirklich sehr ruhig. Und friedlich. Und er war sehr müde nach ihrer Tagestour. Und er sollte eigentlich hervorragend schlafen können, wenn ...

  "Thiel?"

  "Was ist denn schon wieder?"

  "Ich kann nicht einschlafen."

Thiel schlug die Hände vors Gesicht und atmete tief durch. Warum hatte er sich nur auf diese bescheuerte Idee eingelassen ...

  "Seien Sie still und zählen Sie Schäfchen."

  "Das wirkt bei mir nicht."

  "O.K. ... was wirkt?"

  "Warme Milch."

  "Die haben wir hier nun leider nicht."

  "Das weiß ich doch."

  "Warum erwähnen Sie das denn dann überhaupt?!"

  "Sie haben gefragt."

Thiel seufzte. Mit Boerne zu streiten war hoffnungslos. "Was hilft sonst noch?"

  "Könnten Sie mir was Langweiliges erzählen?"

  "Ich kann Ihnen einen Schlag versetzen."

  "Was soll das denn helfen?"

  "Vielleicht verlieren Sie das Bewußtsein. Und ich würde mich auf jeden Fall besser fühlen."

  "Sehr witzig."

  "Machen Sie das eigentlich absichtlich?"

  "Was denn?"

  "Mir auf die Nerven gehen. Macht Ihnen das irgendwie Spaß, oder ... Ach, vergessen Sie's."

  "Nein." Boernes Stimme hatte wieder diesen verletzten Ton, mit dem das ganze Elend angefangen hatte. "Ich kann einfach nicht einschlafen. Es ist ... zu still hier."

Thiel kapitulierte. "Ich könnte Ihnen vom letzten monatlichen Treffen der diensthabenden Kommissare der Münsteraner Kriminalpolizei berichten. Das war todlangweilig."

  "Klingt vielversprechend."

  "Also gut ..." Thiel räusperte sich. "Tagesordnungspunkt eins war die Nutzung der Dienstwagen. Aus Gründen der Mitteleinsparung dürfen Dienstwagen nur noch dann benutzt werden, wenn das Einsatzziel weiter als zwei Kilometer entfernt ist, oder die Benutzung des ÖPNV eine 'unzumutbare Verzögerung des Einsatzes' zur Folge hätte, oder Gefahr im Verzug ist und daher höchste Eile nötig ... Was gibt es da zu lachen?"

  "Das haben Sie jetzt erfunden, oder?"

  "Wenn Sie hier rumkichern, schlafen Sie garantiert nicht ein."

...

  "Boerne ..."

...


  "Sie sind wirklich albern." Das Lachen war so ansteckend, daß Thiel sich selbst auch nicht mehr zurückhalten konnte. Eigentlich war das überhaupt nicht witzig, aber er war schon so übernächtigt, daß er über alles gelacht hätte. Ihm blieb fast die Luft weg vor Lachen, und er zog den anderen unwillkürlich an sich, um ihn - oder vielleicht auch sie beide - zu beruhigen. Das Lachen ließ auch langsam nach, aber Boerne machte keine Anstalten, wieder von ihm wegzurücken.

  "Das hilft vielleicht auch ...", murmelte der andere.

  "Sind Sie dann ruhig und schlafen?"

  "Mhm."

Er mußte vollkommen den Verstand verloren haben, aber Boerne im Arm zu halten schien ihm plötzlich das kleinere Übel zu sein. Genaugenommen war das gar nicht so übel. Boerne war warm, und fühlte sich gut an. Überraschend gut. Warum auch immer.

...

Na super. Jetzt war Boerne offenbar eingeschlafen, aber er selbst war hellwach und fragte sich, was an diesem Tag dazu geführt hatte, daß er sich jetzt in dieser Lage befand. Und wieso er das nicht eher hatte kommen sehen. Und ob der andere überhaupt wußte, was er da tat. Und ob das der Grund war, weshalb er auf gar keinen Fall noch mehr Zeit mit Boerne hatte verbringen wollen. Und was "das" eigentlich war. Und ...

...    

  "Was ist denn los?" Boerne klang zwar schläfrig, war aber definitiv noch wach.

  "Nichts."

  "Ich kann Sie förmlich denken hören. Hatten Sie nicht gesagt, Sie sind müde?"

Thiel gab sich einen Ruck. So konnte es einfach nicht weitergehen. "Was soll das?"

  "Was soll was?"

  "Na … das alles", er beschrieb mit der Hand einen Kreis, unfähig, in Worte zu fassen, was er meinte. "Jetzt, und den ganzen Tag schon - was soll das? Können Sie Ihre Hände nicht von mir lassen oder was?"

Die Antwort war ein amüsiertes Schnauben, das den Wunsch in ihm weckte, den anderen zu schütteln. "Was!?"

  "Sie erinnern sich ganz schön selektiv, Thiel. Soll ich Ihnen jetzt vielleicht aufzählen, wie oft Sie mich heute grundlos angefaßt haben? Bis zu dem Punkt, an dem Sie Ihren Kopf …"

  "Ich bin eingeschlafen!"

  "Ach, Thiel …" Boerne rückte ein bißchen von ihm ab und stützte sich auf einen Ellbogen. Die Nacht war sternenklar, und er konnte den anderen als dunklen Schatten vor dem helleren Hintergrund der Zeltwand ausmachen. "Haben Sie Angst?"

  "Nein." Das war eine glatte Lüge, aber so weit, daß er das vor Boerne zugeben würde, würde es mit Sicherheit nicht kommen. Sein Herz hämmerte, als wäre er gerannt, und er fragte sich, wovor er mehr Angst hatte – davor, daß Boerne etwas tat, was ihre Beziehung endgültig veränderte, oder davor, daß Boerne nichts tat.

  "Ich schon", murmelte der andere, und Thiel war so damit beschäftigt, dieses überraschende Geständnis zu verdauen, daß er fast verpaßte, wie Boerne näher kam. Alles Denken stoppte in dem Moment, als Boernes Lippen seine berührten und er erst einmal vollkommen damit ausgelastet war zu fühlen. Was im ersten Moment fremd und merkwürdig gewesen war, wurde innerhalb von Sekunden vertraut, und als er den Mund öffnete und der andere den Kuß vertiefte, konnte er sich beim besten Willen nichts mehr vormachen. Er war überrascht, daß Boerne so schnell wieder aufhörte und die Stirn gegen seine lehnte. "Alles in Ordnung?"

  "Ja." Seine Stimme klang erstaunlich fest, gar nicht so, wie er sich fühlte.

  "Magst du dann vielleicht meine Hand loslassen? Es wäre deutlich bequemer, wenn du stattdessen den Arm um mich legst, nur so als Denkanregung."

  "Oh … ja." Er konnte spüren, wie er rot wurde, während er hastig Boernes Hand losließ, die er die ganze Zeit fest umklammert hatte. "Entschuldigung. Ich … ich …" Die freie Hand war nach oben gewandert und strich durch seine Haare. "Das macht doch nichts, Thiel."

  "O.K. Könntest du … ähm …" Irgendwas war hier immer noch falsch.

  "Was?"

  "Könntest du mich vielleicht Frank nennen?" Boerne hatte sich wieder tiefer gebeugt und küßte seinen Hals, was seine Konzentration ziemlich beeinträchtigte, aber das war ihm wichtig. Er konnte spüren, wie sich die Lippen des anderen zu einem Lächeln verzogen.

  "Ich kann’s versuchen. Das ist aber gewöhnungsbedürftig."

  "Wenn ich mich daran gewöhnen kann, daß du mich … daß du mich küßt, kannst du dich doch wohl an meinen Vornamen gewöhnen." Das mit der Konzentration wurde zunehmend schwerer, weil Boerne nicht nur seinen Hals küßte, sondern außerdem mit seiner freigelassenen Hand über Thiels Bauch strich.

  "Das ist ein Argument ... Frank."

Die Hand rutschte tiefer, und Thiel holte hastig Luft. Vielleicht … sollten sie die Diskussionen doch auf morgen verschieben.

***

Es gibt zwar eine Fortsetzung, aber die ist P 18 und findet sich in der restricted area ;)
Und wie Ihr Euch denken könnt, ist das wesentliche der Handlung (ja, ich weiß, Handlung ist ein wenig hoch gegriffen ...) hier erzählt. 

>> this way to Kapitel 2 (friends locked)

Comments

Wie konnte ein Rücken derartig ... unglücklich aussehen?

Der Satz allein ist schon sehr, sehr schön, und glücklicherweise kommen danach ja noch viele andere schöne Sätze.

Ich hätte ja Thiels Bedenken geteilt, was Boerne und das Zelten angeht, aber Boerne scheint sich da ja ganz gut einzufinden.

Den Dialog übers Einschlafen finde ich auch super gelungen. Wie Boerne es immer wieder mit nur wenigen Worten schafft zu nerven, ist schon ein Phänomen. Aber irgendwie mögen wir ihn dafür ja auch. ;)

Ich bin froh, dass ich über 18 bin. Dann darf ich mich auf ein zweites Kapitel freuen, oder? ;)
Ich sehe, das zweite Kapitel ist ja schon da. :)
Ich bin froh, dass ich über 18 bin. Dann darf ich mich auf ein zweites Kapitel freuen, oder? ;)

Darfst Du - ich hab's gerade eingestellt :) Eigentlich könnte man das auch schon fast ab 16 freigeben, ist ganz kinkfrei. Einfach nur Sex, im Grunde genommen. Zählt das dann überhaupt als Pornographie, oder geht das als Kunst durch? ;) Ich habe das Kapitel jedenfalls nur friends locked gestellt, weil mir wohler ist, wenn ich weiß, daß das niemand versehentlich liest.

Boerne beim Zelten - ich kann mir das auch nur schwer vorstellen. Andererseits überrascht er einen ja dann doch manchmal.

Auf die Idee zu der Geschichte bin ich glaube ich durch den Prahl & Liefers wandern durch Meck-Pom Beitrag gekommen. Ein Glück, daß der MDR nicht weiß, wozu einen so etwas anregen kann ;) Wobei das ganze ja als was-wäre-wenn-Geschichte anfing, und ich als erstes einfach nur die Szene im Zelt (die erste! Also die mit dem im Schlaf reden usw.) im Kopf hatte.

Jedenfalls freue ich mich sehr, daß Dir Kapitel 1 und v.a. der Einschlaf-Dialog gefallen hat :)
Die Altersangaben, die Archive immer so haben wollen, habe ich noch nie begriffen. Ich denke, für das Kapitel würde 16 ausreichen.

Pornographie wird's erst, wenn Du die ganzen "four-letter words" benutzt. Also ist es Kunst. ;)

Ich habe vermutet, dass Dich der Meck-Pomm-Beitrag inspiriert hat. Ich kenne allerdings nur die paar Ausschnitte von der MDR-Webseite.
Das ist jetzt wohl der Oneshot, den du auf meiner Seite angekündigt hattest, oder?

Hach, ist dir jedenfalls wieder wunderbar gelungen - das 2. Kapitel hab ich übrigens noch nicht gelesen, ich zwinge mich dazu, erst was für die Uni zu machen.

Aber erstmal meine Lieblingsstellen hier in diesem Kapitel:

Wie konnte ein Rücken derartig ... unglücklich aussehen?
Ich muss einfach veradee zustimmen: wunderschön! Und ich mag es ohnehin sehr, wenn man auch mal Boernes verletzliche Seite sieht (genau wie auch später in deiner Geschichte).

Da ging sie hin, seine Erholung.
Ich musste soooo lachen an der Stelle! Genial formuliert :)

den anderen mit empörtem Gesichtsausdruck in der Ems planschen zu sehen
Bitte, lieber Gott und liebe Drehbuchautoren, lass mich das in einem Tatort sehen *lach*

Ich kann Ihnen einen Schlag versetzen. [...] Vielleicht verlieren Sie das Bewußtsein.
*gröhl*
Meine Brüder haben mir früher auch immer mit der Holzhammermethode gedroht, wenn ich nicht einschlafen wollte ;))

Ich kann Sie förmlich denken hören.
Trifft den Nagel auf den Kopf - Thiel denkt in diesem Moment einfach viel zu viel :)

Eine Wortschatz-Frage hätte ich noch: Kann man sich tatsächlich "zusammenrappeln"? Ich kenne nur "sich zusammenraufen"...

So, und nachher lese ich den zweiten Teil *freu*
Danke :)

Freut mich, daß Du Spaß hattest. Und ich finde es bewundernswert, wenn Du tatsächlich noch etwas arbeitest, bevor Du das zweite Kapitel liest ... Soviel Disziplin habe ich gewöhnlich nicht ;)

Wenn ich morgen wieder wacher bin, schreibe ich gerne noch was zum Rest - bis dahin habe ich dann vielleicht auch geklärt, ob "zusammenrappeln" wirklich ein Wort ist - vermutlich eher nicht ...
Als circris beta darf ich das vielleicht klären: Offiziell gibt es "zusammenrappeln" nicht, das hatte cih sogar nachgeschlagen, hier wäre "aufrappeln" im Sinne von "aufschwingen" richtig. Aber mir hat das Wort so gefallen, eine Mischung aus Aufrappeln und Zusammenreißen :-) Es klang irgendwie so nach Boerne. Sorry *duck*
Na, dann hat sich die Frage ja schon geklärt ;)

Jetzt muß ich nur noch überlegen, ob ich Boerne eine kleine Wortneuschöpfung gönne, oder das korrekterweise zu aufrappeln ändere. Ich tendiere ein wenig dazu es beizubehalten; sowas kommt ja schon mal vor, wenn einem nicht Drehbuchautoren geschliffene Sätze in den Mund legen ...

Eine Frage an California - stört das Wort, oder ist es Dir nur aufgefallen?
Sorry, ich hab soeben erst gesehen, dass hier eine Frage an mich steht^^

Also das Wort stört mich keinesfalls, es ist mir eben nur aufgefallen und deshalb wollte ich mal nachhaken. Ich lese öfter Diplom-/Bacelor-/Hausarbeiten etc. für andere Leute Korrektur, deshalb ist dieses Scannen nach eventuellen Fehlern so in mir drin :)

Ich hoffe, das ist nicht unangemessen oder so, wenn ich derartige Sachen in Kommentaren erwähne?
Also das Wort stört mich keinesfalls
Dann ist es ja gut, ich wollte es nämlich ganz gerne behalten ;)

deshalb ist dieses Scannen nach eventuellen Fehlern so in mir drin
Das kenne ich selbst auch :)

Klar kannst Du auch was Sprachliches in einem Kommentar erwähnen! Mich stört das jedenfalls nicht. Außerdem kann trotz beta immer noch was durchrutschen, was man vielleicht noch gerne korrigiert.
"Wenn ich mich daran gewöhnen kann, daß du mich … daß du mich küßt, kannst du dich doch wohl an meinen Vornamen gewöhnen." Das war der beste Satz!! Herrlich!!!

Ich habe nun endlich die Zeit gefunden und deine neue Geschichte gelesen, aber nur Kapitel 1. Auf Kapitel 2 freue ich mich noch 5 Minuten...*grins*

Die Idee jedenfalls finde ich spitze, vor allem da ich mir schon vorstellen kann, dass Thiel voller Verzweiflung den armen Boerne mitnimmt zum Zelten, obwohl er das partout nicht will.


Zum Thema Rating: Ich bin immer überrascht, was als FSK Angabe immer bei Filmen steht und welchen Schund und welche Gewalt schon 20 Uhr gesendet wird, was allen frei zugänglich ist. Aber naja....
Ich bin über 18, und freue mich jetzt auf Kapitel 2!
Schön, daß sie Dir gefällt :)

Die Idee jedenfalls finde ich spitze, vor allem da ich mir schon vorstellen kann, dass Thiel voller Verzweiflung den armen Boerne mitnimmt zum Zelten, obwohl er das partout nicht will.
*grin* Ja, das hat mich irgendwie auch gereizt. Dann habe ich ein wenig den Faden verloren ... irgendwie war mir doch nicht danach, die zwei sich nur kabbeln zu lassen.

Zum Thema Rating
Kap. 2 beschreibt zwar Sex, aber ab 16 ginge das auch noch durch. Und mir ist natürlich klar, daß man ganz andere Arten von Pornographie locker und ohne Altersbeschränkung online beziehen kann. Daß die Texte bei mir friends locked stehen, hat weniger mit einer Alterskontrolle zu tun als damit, daß es mir unangenehm ist, sie so ganz frei zu geben.
Ach ja, und Kap. 1 dürfte eigentlich auch keinem Kind schaden ... glaube ich. Ich setze es nur der Form halbe auf 16, weil am Ende doch zumindest angedeutet wird, in welche Richtung es weiter geht ;) 14 oder auch 12 wäre sicher auch ausreichend.
Irgendwie hatte ich gerade noch einmal Lust deine Texte zu lesen... mir ist seit ein paar Tagen wieder nach FFs... und nach meinen Lieblings-HP-Geschichten kommen nun die Tatort Sachen dran. :D
Huhu :)

Das ist ja schön, daß Du auch mal wieder vorbeischaust! Ich bin gerade unterwegs - Urlaub - und nur in Maßen online, d.h. ich brauche eine Weile, mich durch meine Kommentare zu arbeiten ...
Überhaupt kein Problem! :) Ich wünsche dir noch einen schönen Urlaub! Mir war nur gestern und die Tage vorher zu heiß, um wirklich produktiv zu sein, deshalb hab ich mal wieder einem meiner liebsten Hobbys gefrönt. :D
Wie heißt eigentlich diese BigBang Geschichte, die ich noch nicht gelesen und auf die ich soo lange gewartet habe?
Und prompt schaue ich direkt in dem Moment rein, in dem Du wieder kommentierst ;) Eigentlich nur wegen der Wettervorhersage *hust*

Aber dann kann ich ja auch noch schnell darauf antworten: "Wege, die sich kreuzen" unter den Mehrteilern aufgeführt (oder bei ff.de)
Top! Danke!! Werde ich mir in meiner Mittagspause (ja, heute muss ich mal wieder arbeiten) anschauen! Vielen Dank!!!
Besser später Kommentar als nie.
Wie immer sehr schön!
Die Beschreibung der Szene am Lagerfeuer ist einfach so Boerne, wie er sich erst einlässt und dann so tut als sei nichts (wichtiges) gewesen ...
Und um die Diksussion noch mal aufzunehmen, ich höre Thiel jedenfalls auch niemals Karl-Friedrich sagen. Ich finde es gar nicht schlimm, wenn es bei Thiel und Boerne oder vielleicht Frank und Boerne bleibt. Es kommt ja darauf an, wie sie es sagen.
Besser später Kommentar als nie.
Kommentare sind immer toll! Und wenn sie zu einer älteren geschichte kommen, habe ich den zusätzlichen Spaß, den Text nochmal zu lesen. Mit Abstand fühlt es sich so an, als hätte das jemand anderes geschrieben - d.h. er gefällt mir dann meist besser als direkt nach dem Schreiben, da bin ich immer kritischer.

Die Beschreibung der Szene am Lagerfeuer ist einfach so Boerne, wie er sich erst einlässt und dann so tut als sei nichts (wichtiges) gewesen ...
Ich glaube, die habe ich nachträglich hinzugefügt, nachdme ich wußte, wohin sich das ganze in Teil 2 entwickelt (und daß Boerne schon die ganze Zeit wußte, was los ist). Scheint zu funktionieren :)

Was die Namen angeht - freut mich, daß es Dir auch so geht. Für mich sind "Thiel" und "Boerne" bei den beiden auch im Canon im Grund schon an die Stelle der Vornamen getreten. Und ich habe ebenfalls keine Probleme damit, das so auch bei über den Canon hinausgehenden Szenen zu hören ... Sowieso sind die beiden ja auch im Original in der Lage, erstaunlich viele und verschiedene Stimmungen in dieses eine Wort zu legen.

"Frank" geht auch, aber es fällt mir merkwürdigerweise sehr schwer, mir vorzustellen, daß Thiel Boerne "Karl-Friedrich" nennt. Höchstens vielleicht als erboste Variante in einer Beziehung ;)
Irgendwie bin ich grad zu müde um ein vernünftiges Review zu schreiben. Ich möchte Dir aber trotzdem sagen, dass ich Deine Geschichten - nicht nur diese hier - sehr mag.

Beide sind generell sehr gut getroffen und IC, was bei dem Thema und so wie sie sich in den Folgen angiften, gar nicht so einfach ist.

Ich freu mich auf jeden Fall darauf mehr von Dir zu lesen!

Edited at 2013-11-02 10:41 pm (UTC)