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BT_Wandern

February 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Offensichtlich (Thiel / Boerne)

Rating: P6 / P 12
Genre: slash, est. rel.
Handlung: Nach Hinkebein, Nadeshdas POV
Beta: noch nicht ;)
Länge: 700 Wörter
A/N: ncb hat mich drauf gebracht, daß die zwei in Hinkebein offensichtlich schon zusammen sind ... auf dem Weg zur Arbeit ist mir dann dieser Schnipsel eingefallen. Ungebetat, d.h. wenn jemand noch Anmerkungen hat, immer her damit (bevor ich ihn vielleicht freigebe).
Edit 31.4.: Nun denn, ich habe noch ein bißchen was zum Ende geändert, und erkläre diesen Oneshot damit reif für die Welt ;)


***

  "Chef?"

Sie mußte ihre Frage wiederholen, bis Thiel reagierte und sich zu ihr umdrehte.

  "Was ist denn?"

  "Ich würde gerne noch schnell die Aussage von Professor Boerne aufnehmen - dann haben wir-"

  "Nein." Thiel klang so schroff, daß sie sich unwillkürlich fragte, ob sie etwas falsch gemacht hatte. "Ich bringe ihn jetzt nach Hause. Das hat morgen auch noch Zeit."

  "Aber ..."

  "Können Sie uns vielleicht einen Moment alleine lassen!"

  "Ich wollte doch nur -"

Eine Hand auf ihrer Schulter stoppte sie. "Kommen Sie, Frau Krusenstern. Das hat jetzt ja auch keine Eile." Frau Klemm zog sie fast aus dem Büro und schloß die Tür. "Ich glaube, Hauptkommissar Thiel hat gerade andere Dinge im Kopf als die Vollständigkeit der Akten."

Sie sah die Staatsanwältin überrascht an. Hatte Sie irgendetwas nicht mitbekommen? Natürlich war das eine sehr kritische Situation gewesen, aber ihr Chef verlor doch sonst nicht so leicht die Nerven, und Boerne ... Der Professor war ihr ziemlich geistesabwesend vorgekommen - das zweite Mal innerhalb weniger Tage mit einer Waffe bedroht zu werden, war sicher nicht lustig. Aber die beiden hatten trotzdem relativ gefaßt gewirkt, natürlich etwas mitgenommen, was ja wohl normal war. Sie sah das Bild vor ihrem inneren Auge - Boerne, sehr blaß und so nah bei Thiel, daß er ihn fast berührte. Ihr Chef, der auf Boerne eingeredet und sie gar nicht bemerkt hatte, als sie ins Zimmer getreten war. Thiels Gesichtsausdruck ... wie hatte sie nur so blind sein können?

Das Klicken des Feuerzeugs holte sie wieder zurück in die Gegenwart. Frau Klemm hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen. "Das haut einen im ersten Augenblick ganz schön um, was."

  "Ähm ..." Sie räusperte sich. "Ich ..."

  "Die Aussagen können Sie auch morgen noch zusammentragen. Lassen Sie den beiden ein bißchen Luft, hm?"

  "Natürlich."

Die Staatsanwältin ging ab, und Nadeshda mußte sich erst einmal setzen. In ihrem Kopf drehte sich immer noch alles. Plötzlich ergaben so viele Kleinigkeiten einen Sinn. Kein Wunder, daß sich Thiel so sicher gewesen war, daß Silke falsch lag und daß da nichts lief. ... Boerne lebt in einer sehr harmonischen Beziehung ... Sie war kurz davor, sich wegen ihrer Begriffsstutzigkeit selbst zu ohrfeigen. Und die Frage, die sie sich schon so oft gestellt hatte - warum ihr Chef, obwohl er in einem fort über Boerne maulte, trotzdem fast immer mit dem Rechtsmediziner zusammensteckte - war damit wohl auch geklärt.

Sie überlegte gerade, ob sie vielleicht auch einfach Feierabend für heute machen sollte, als es klopfte.

  "Ja?"

Thiel steckte den Kopf herein und trat mit Boerne im Schlepptau ein, nachdem er sich offensichtlich überzeugt hatte, daß sie alleine war.

  "Ich wollte nur ... Entschuldigung."

  "Was?" Sie versuchte die beiden nicht ganz so offensichtlich anzustarren, damit nicht sofort klar wurde, was ihr gerade aufgegangen war.

  "Ich wollte Sie nicht anschreien. Wir machen das mit den Protokollen morgen, in Ordnung?"

  "Natürlich. Das ... ich verstehe das. Kein Problem. ... Geht es Ihnen gut?"

Thiels Blick huschte zu Boerne, der immer noch sehr blaß aussah, und dann wieder zurück zu ihr.

  "Ja, alles O.K. Ich möchte nur gerne nach Hause, und ..." Seine Stimme war ein wenig unsicher geworden, und sie hatte plötzlich das Bedürfnis, etwas Tröstliches zu sagen. Aber in diesem Moment meldete sich Boerne, der die ganze Zeit seltsam abwesend gewirkt hatte, wieder zurück und griff nach Thiels Hand.

  "Na komm, Frank. Laß uns gehen." Thiel wirkte mit einem Mal sehr erleichtert und ließ sich ohne weitere Worte aus dem Büro ziehen.

Boerne ging es wohl wieder besser. Er warf ihr einen Blick zu und schien zum ersten Mal seit Hausners Verhaftung wahrzunehmen, daß sie anwesend war. Daß irgendjemand da war, außer Thiel. "Wir sehen Sie morgen, Frau Krusenstern."

Sie nickte, und die Tür fiel hinter den beiden ins Schloß.

Definitiv Feierabend.

*** FIN ***


Comments

Du verwöhnst uns ja. Ich dachte schon, es wäre die Frühlingsgeschichte, aber die kommt dann ja wohl auch noch. :)

Sehr niedlich. Es ist ja nicht schwer vorzustellen, dass Nadeshda noch nicht gemerkt hat, dass da was läuft. Obwohl ich ja fand, dass sie in der "Foto-Szene" auffallend oft zwischen Thiel und Boerne hin- und herguckt. Es macht Spaß, ihr in Deiner Geschichte dabei zuzugucken, wie der Groschen fällt.

"Das haut einen im ersten Augenblick ganz schön um, was."

Der Satz ist einfach nur perfekt. Er trifft Klemms Tonfall einfach so genau.

Mir ist ja auf meinem Weg zu meiner Arbeit auch was eingefallen. Drei Halbsätze, die vielleicht in einer Geschichte zum Thema Golf Platz finden könnten. Das war aber auch alles. Ich möchte wissen, wie Du das machst, dass Dir immer gleich ganze Geschichten einfallen, die Du dann runterschreiben kannst. Liegt es am Frühstück? Esse ich vielleicht das falsche Müsli? ;)
Beim nochmaligen Lesen finde ich es irgendwie besonders schön, dass es am Ende Boerne ist, der die Initiative ergreift. Letztlich sorgt er sich also genauso um Thiel, wie Thiel sich um ihn sorgt.
So war es auch gedacht - aber ich muß sagen, daß mir selbst beim Ende noch was fehlt. Vielleicht bastel ich da in den nächsten Tagen irgendwann noch ein bißchen ...
Die Fotoszene muß ich mir wohl noch mal in Ruhe ansehen ;)

Es macht Spaß, ihr in Deiner Geschichte dabei zuzugucken, wie der Groschen fällt.
Danke - so soll es sein :)


Ich möchte wissen, wie Du das machst, dass Dir immer gleich ganze Geschichten einfallen, die Du dann runterschreiben kannst. Liegt es am Frühstück? Esse ich vielleicht das falsche Müsli?
Ich glaube ja nicht ... ;) Aber eigentlich fallen mir auch nicht wirklich ganze Geschichten ein, ich habe nur ein bißchen rumgespielt. Und vermutlich wieder viel geklaut. Die Grundidee stammt ja von ncbs Interpretaion zu Hinkebein. Daß Frau Klemm schon Bescheid weiß, aus einem ensprechenden Kommentar von Dir oder ncb zu ihrem vielsagenden "Die naheliegende Lösung", als sie Thiel zum Personenschutz verdonnert :) Und daß bei Nadeshda der Groschen fällt und es ihr POV ist, liegt mit Sicherheit daran, daß ich gerade Deine Geschichte gelesen hatte ...
Das alles zusammengerührt, dann noch die rationaleren Hirnregionen mit dem Steuern eines Automobils beschäftigt, und schon kommt so was bei raus ;)
Ich mag das Ende, so wie es ist, aber wenn Du nicht zufrieden bist, musst Du es natürlich ändern.

Aha. Dann werde ich mich in Zukunft auch aufs "Klauen" verlegen müssen. Oder einen Arbeitsplatz suchen, bei dem ich längere Anfahrtszeiten zum Plotschmieden habe. ;)
An der "Grundaussage" des Endes würde ich auch nichts ändern wollen. Es kommt mir nur noch ... zu wenig vor, irgendwie. Als würde es nicht so richtig deutlich und es fehlt noch etwas.

Mal sehen, ob mir noch was einfällt, oder ob sich das Gefühl legt ;)

längere Anfahrstzeiten
Ich glaube schon, daß das Pendeln bei mir viel beiträgt zur ff Produktion ...