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BT_Wandern

February 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Undercover - Kapitel 6 (Thiel / Boerne Slash)

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Länge: 4.600 Wörter
Beta: veradee (Danke !!!)




*** Kapitel 6 ***


Das Essen lief erstaunlich reibungslos ab. Er hielt sich einfach an die Faustregel, die zahllosen Besteckreihen von außen nach innen in Gebrauch zu nehmen und kam ganz gut zurecht, bis dann doch noch ein Hummer oder etwas in der Art auf seinem Teller landete. Jedenfalls hatte es Beine und starrte ihn aus toten Augen an. Das zugehörige Besteck half ihm nicht wirklich weiter und er überlegte gerade, ob er das Tier mit einer Serviette abdecken und unauffällig zurückgeben sollte, als Boerne kommentarlos ihre Teller tauschte. Wodurch er plötzlich einen säuberlich zerteilten Hummer vor sich hatte, während Boerne sich daran machte, Thiels Exemplar zu zerlegen. Thiel sah verlegen zur Seite, um zu überprüfen, ob das jetzt jemand mitbekommen hatte, bis ihm klar wurde, wie albern das war. In ihrer derzeitigen Rolle war das ja ganz ... passend. Nicht wie sonst, wenn Boerne sich ohne zu fragen etwas von seinem Teller nahm. Er spießte entschlossen das erste Stück des abscheulichen Insekts auf, steckte es todesmutig in den Mund und schluckte. Nicht so schlimm wie es aussah, aber nichts, was er wirklich zu seinem Glück brauchte. Bei Austern würde er aber die Grenze ziehen. Keine Chance, daß er so etwas Wabbliges, Ekliges schluckte. Noch dazu lebten Austern angeblich noch - naja, was man bei einer Muschel leben nennen konnte. War das eigentlich überhaupt ein Tier oder doch eher eine Art Pflanze? Boerne wüßte das sicher, aber der war gerade ins Gespräch vertieft.

Sie saßen bei Sabine und Michael, wodurch Boerne mit seinem Cousin über medizinische Themen fachsimpeln konnte, während sich Thiel überwiegend mit Sabine unterhielt. Die Kinder waren an einen Kindertisch verbannt worden.

  "Das fand ich anfangs ja ziemlich merkwürdig", meinte Sabine. "Aber eigentlich ist es ganz praktisch."

  "Zumindest für die Eltern", sagte Thiel.

  "Ach, die Kleinen haben so in Wirklichkeit auch mehr Spaß."

Neben ihnen erläuterte Boernes Cousin gerade die Details einer offensichtlich besonders spektakulären Operation. Sabine sah Thiel an und verdrehte die Augen.

  "Michael! Willst du den ganzen Abend über die Arbeit reden? Andere Leute essen hier, falls dir das was sagt."

  "Entschuldigung, Schatz."

Thiel mußte grinsen. "Also Boerne hört ja nie damit auf, wenn ich mich beschwere. Wie schaffst du das?"

  "Lange Jahre konsequenter Erziehung", antwortete Sabine, und als nächstes mußte er Michael erklären, warum er Boerne Boerne nannte. Wenigstens waren sie so vom Thema Operationen und Obduktionen weggekommen.


***


Nach mehr Gängen, als Thiel hatte mitzählen können, war er satt, zufrieden und nicht mehr vollständig nüchtern. Bis vor fünf Minuten war das alles in allem kein übler Abend gewesen. Auf die Begegnung mit Großtante Gerda hätte er zwar verzichten können, auch wenn Boerne ihm versichert hatte, daß sie alles küßte, was sich bewegte, und daß das in keinster Weise anzüglich gemeint war. Die alte Schachtel ist inzwischen ohnehin so senil, daß sie nicht mehr mitbekommen hat, wer Sie angeblich sind, hatte er wenig respektierlich gemeint. Die Boerneseite der Verwandtschaft war, von Michael - und Tante Gerda, falls sie doch noch nicht so senil war - abgesehen, deutlich weniger angetan von Boernes angeblichem neuen Beziehungsstatus als Erikas Seite. Er hatte die ein oder andere spitze Bemerkung gehört, aber niemand war offen feindselig gewesen. Und Boerne schien eher Spaß daran zu haben, die Betreffenden noch weiter zu schockieren - was Thiel meistens mehr in Verlegenheit gebracht hatte als die Kommentare selbst.

Aber dann hatte er auf dem Klo jemanden sagen hören, daß er eher nach Pommesbudenbetreiber als nach Hauptkommissar aussah und daß Boerne sich, wenn er schon mit einem Mann beim Geburtstag seiner Mutter erscheinen mußte, wenigstens eine etwas passendere Person hätte aussuchen können. Seltsamerweise nagte der Satz an ihm. Vielleicht war es auch nur der boshafte Tonfall, der ihn einerseits an Boerne erinnert, aber doch so viel mehr echte Bosheit enthalten hatte.

Die anderen redeten gerade über Michaels Schwester Henriette, mit der Boerne anscheinend eine herzliche Feindschaft verband.

  "Jetzt sei nicht so schadenfroh, KF", sagte Michael. "Es ist wirklich nicht schön für sie, daß sie sich den Knöchel gebrochen hat."

  "Leider nicht den Hals", brummte Boerne.

  "Jetzt weißt du, warum die Kinder besser separat sitzen", sagte Sabine.

Thiel versuchte ein halbherziges Lächeln, aber die Bemerkung von eben ging ihm noch durch den Kopf. Er hatte die Sprecher nicht gesehen und fragte sich jetzt, wer von den so seriös aussehenden Herren auf dieser Feier das wohl gewesen war.

  "Stimmt etwas nicht?" fragte Boerne plötzlich, und er hatte mit einem Mal den irrationalen Wunsch, ihm zu erzählen, was passiert war. Wirklich albern, es konnte ihm doch egal sein, was irgendein oder auch zwei der Schnösel hier dachten. Boerne wäre wütend geworden, wenn er es ihm erzählt hätte, da war er sich sicher, und bei dem Gedanken fühlte er sich seltsamerweise wieder wohler.

  "Alles in Ordnung. Zu viel zu essen", entgegnete er deshalb nur. "Nimmt das bald ein Ende?"

  "Das Dessert gibt es erst später. Jetzt ist Musik angesagt."
   

***


Zum Glück spielte hier nicht der übliche Alleinunterhalter, den Thiel von den Hochzeitsfeiern in seinem Freundeskreis kannte, sondern eine Band, die gar nicht mal so übel war. Und es wurde tatsächlich getanzt, was ihn erst überraschte, bis er sich erinnerte, daß solche Leute garantiert Tanzkurse besucht hatten und vermutlich regelmäßig irgendwelche Münsteraner Bälle und Tanztees besuchten.

Etwas Bewegung war nach dem vielen Essen auch keine schlechte Idee, dachte Thiel und lockerte unauffällig den Gürtel. Trotzdem winkte er erschrocken ab, als Erika zu ihrem Tisch kam und fragte, ob nicht jemand Lust zu tanzen hatte. Michael erklärte, er müsse, wenn überhaupt, dann zuerst mit seiner Frau, worauf Erika sich Boerne zuwendete.

  "Sonst muß ich am Ende noch deinen Onkel Friedhelm auffordern, wenn mein eigener Sohn -"

  "Ach, Mama ... "

  "Jetzt komm schon. Du wirst doch deiner Mutter an ihrem Geburtstag keinen Wunsch abschlagen?"

Boerne seufzte schicksalsergeben und stand auf. "Aber nur eine Runde. Bin gleich wieder zurück."


***


  "Ich weiß gar nicht, warum du dich so zierst. Du tanzt doch gerne", meinte Michael, als Boerne etwas außer Atem nach einigen Tänzen wieder zurückkam.

  "Allerdings", seufzte Thiel, der sich an die unselige Weihnachtsfeier vom letzten Jahr erinnerte. Nadeshda hatte damit gedroht, mit ihm zu tanzen, und Boerne hatte daraufhin versucht, ihm ein paar Tanzschritte beizubringen. Ein echtes Desaster. "Ich hingegen -"

  "Sie haben wirklich zwei linke Füße, und das ist noch untertrieben", sagte Boerne, der sich offensichtlich an den gleichen Abend erinnerte.

  "Das habe ich mehr als einmal zu hören gekriegt, als er versucht hat, mir einen langsamen Walzer beizubringen. Damals waren wir noch nicht zusammen", ergänzte Thiel hastig, bevor Sabine und Michael sich über das Sie wunderten oder Boerne, dem sein Fehler im gleichen Moment aufgefallen war, sich in langwierigen Erklärungen verstrickte.

  "Niedlich", kommentierte Sabine, während Michael eher so aussah, als würde er solche Details lieber nicht erfahren. Boerne warf ihm einen dankbaren Blick zu, der allerdings gleichzeitig so überrascht wirkte, daß er am liebsten 'Denkst du, du bist der einzige, der geistesgegenwärtig sein kann?' gefragt hätte.

Stattdessen fragte er: "Wollen wir mal ein bißchen raus, frische Luft schnappen?"


***


  "Sehen Sie, läuft doch alles wie am Schnürchen", sagte Boerne, als sie draußen und außer Hörweite waren.

Thiel dachte an die Stimmen auf dem Herrenklo, sagte dann aber doch nichts. Boerne wirkte gerade so ... entspannt, und er wollte nicht, daß sich das änderte. Auch wenn er wirklich nicht wußte, warum sich Boernes Stimmung ändern sollte, denn die bösartige Bemerkung traf ja nicht zu. Also hätte er es doch eigentlich erzählen können, und sie beide hätten darüber lachen können. Es war kein logischer Fehler in dieser Überlegung zu erkennen, aber ihm war trotzdem nicht nach Lachen zumute.

  "Geht es Ihnen nicht gut? Zu viel getrunken?"

  "Quatsch. Ich mußte nur mal ins Freie." Thiel schüttelte die schwermütigen Gedanken ab. Das war hier nicht seine Familie. Nicht sein Problem. Er war überhaupt nur hier, um ... weil ... weil er Boernes Mutter irgendwie mochte und sie nicht verletzen wollte. "Noch einmal mache ich sowas aber nicht mit."

  "Bis zu Mamas Achtzigstem dürften wir das mit der Trennung geschafft haben", sagte Boerne fröhlich. "Ich glaube nicht, daß Sie noch eine Familienfeier durchstehen müssen."

Thiel schnaubte.

  "Jetzt seien Sie mal nicht so mißmutig. Immerhin kommen Sie kostenlos in den Genuß eines erstklassigen Abendessens. Vom Wein ganz zu schweigen."  

  "Wenn Sie meinen." So langsam hatte er sich an das Du gewöhnt gehabt und es kam ihm fast falsch vor, Boerne jetzt wieder zu siezen. Dieser Abend war tatsächlich schwieriger, als er sich das vorher vorgestellt hatte. Auf der einen Seite viel unkomplizierter, als er befürchtet hatte, aber auf merkwürdige Art und Weise auch ... anstrengend.

Die kühle Abendluft tat ihm gut. Endlich hatte er nicht mehr die tatsächlichen oder eingebildeten Blicke von dutzenden von Leuten im Nacken. Mußte nicht mehr aufpassen, daß er nichts umkippte, nicht kleckerte, nirgends mit der Krawatte hängen blieb, Boerne nicht versehentlich siezte, und bei all dem auch noch höfliche Konversation mit unbekannten Menschen betreiben. Wobei das ja wirklich größtenteils ganz angenehm gewesen war. Mit Sabine hätte er sich sogar ganz gerne noch ein bißchen länger ungestört unterhalten, da hätte er vermutlich noch das ein oder andere über Boerne erfahren.  

  "Was ist eigentlich wirklich schief gelaufen, damals mit Ihrer Frau?"

  "Wie bitte?"

  "Sie wissen genau, was ich meine." Boerne war ihm noch was schuldig dafür, daß er diesen Abend mitmachte.

  "Was interessiert Sie das denn plötzlich so sehr?" fragte Boerne entnervt.

  "Nur so." Er sah in die Ferne, zum letzten Rest der Abenddämmerung am Himmel. "Sie sind doch eigentlich nicht so furchtbar, wieso hat sie es dann keine - was, drei Jahre? - mit Ihnen ausgehalten?"

  "Bei den Komplimenten ist mir jedenfalls klar, warum es Ihre Frau vorgezogen hat, nach Neuseeland auszuwandern", entgegnete Boerne bissig, aber dafür war er gewappnet.

  "Wir reden hier nicht über mich."

  "Meine Mutter hat recht", antwortete Boerne schließlich, aber Thiel konnte hören, wie sich alles in ihm gegen dieses Eingeständnis sträubte. "Wir haben nie zusammen gepaßt. Isabel hat nicht mich geheiratet, sie wollte - den Status, denke ich. Ich hatte den Beruf, die Stellung, die Bildung, das Geld ... was sie sich eben für ihren Ehemann so vorgestellt hatte." Boerne seufzte. "Und dann hat sie sich verliebt. In einen Psychotherapeuten. Klein, kahl, quasi mittellos. Tja. Das Herz will, was das Herz will, wie es so schön heißt."

  "Waren Sie verliebt?" Eigentlich war die Frage viel zu persönlich, und es hätte ihn nicht gewundert, wenn Boerne ihm gesagt hätte, daß ihn das nicht das geringste anging.

Aber Boerne zuckte nur mit den Schultern und schwieg.

  "Müßtest du das nicht wissen?" hakte Thiel nach und merkte erst, nachdem er es ausgesprochen hatte, daß er versehentlich zurück zum Du gewechselt war. Seinem Gesprächspartner schien das zum Glück nicht aufgefallen zu sein.

Boerne seufzte. "Vielleicht war sie vor allem das, was ich mir als Ehefrau vorgestellt hatte. Gebildet, der passende familiäre Hintergrund, gutaussehend und geistreich." Er lächelte. "Und witzig, wenn sie in der richtigen Stimmung war. Aber nicht glücklich, nur daß wir das beide zu spät gemerkt haben. ... Jedenfalls, als sie dann weg war, ist mir aufgefallen, daß ich vor allem gekränkt war, weil sie mich wegen dieses ... Wichts verlassen hat. Und das beantwortet Ihre Frage ja wohl hinlänglich - anscheinend war ich nicht verliebt."

  "Mhm ..." Er wußte nicht so recht, was er darauf antworten sollte. Boernes seltene und unvermittelte Anfälle von Ehrlichkeit warfen ihn immer ein wenig aus der Bahn. Aber der andere schien auch nicht wirklich eine Antwort zu erwarten. Thiel kam es plötzlich so vor, als ob die Musik im Hintergrund leiser geworden war.

  "Sollen wir wieder rein? Sonst sind wir am Ende auch noch schuld daran, daß sich das Dessert verzögert."

Boerne nickte erleichtert.


***


  "Anscheinend wird doch noch getanzt", bemerkte Thiel, als sie den Festsaal wieder betraten.

Boerne reagierte nicht auf seine Aussage, sondern fixierte jemanden in dem Gewühl vor ihnen.

  "Stimmt was nicht?"

  "Onkel Friedhelm backbord voraus", sagte Boerne knapp. "Das schaffen wir nicht mehr, ihn zu umschiffen. Überlaß' mir das Reden."

  "Wieso -"

  "Onkel Friedhelm. Wie schön, dich zu sehen", sagte Boerne neben ihm mit eisiger Freundlichkeit.

  "Karl-Friedrich", antwortete der Mann vor ihnen genauso eisig. Es wäre gar nicht nötig gewesen, ihm zu sagen, daß er sich zurückhalten sollte - Onkel Friedhelm würdigte ihn sowieso keines Blickes. Die Ähnlichkeit war unheimlich. Die gleichen dunklen Haare, nur etwas angegraut. Die gleiche Körperhaltung. Der akkurate Anzug. Aber nichts von der Sprunghaftigkeit, die Boerne dann wohl von Erika geerbt hatte. Und im Gegensatz zu Boerne wirkte sein Onkel nicht so, als hätte er auch nur den geringsten Sinn für Humor.

  "Darf ich dir Frank vorstellen?" plauderte Boerne ungerührt weiter. "Ihr zwei seid euch ja wohl noch nicht begegnet."

  "Dein Vater hatte völlig recht, du hast nicht den geringsten Sinn für Anstand", zischte Onkel Friedhelm.

Selbst er zuckte bei diesem Tiefschlag zusammen; tote Väter ins Spiel zu bringen war wirklich unverzeihlich. Er konnte sehen, wie sich Boernes Körper schlagartig anspannte und sah ihn schon im nächsten Moment auf den alten Mann losgehen. Thiel reagierte instinktiv und legte eine Hand auf Boernes Schulter, der sich unter der Berührung wieder entspannte. Er hatte schon oft das Gefühl gehabt, daß der andere auf die Art viel einfacher zu beruhigen war, als wenn man auf ihn einredete - nur daß er das normalerweise natürlich nicht tun konnte.

  "Laß' uns tanzen." Boerne griff nach seiner Hand und zog ihn auf die Tanzfläche, ohne seinen Onkel weiter zu beachten. Thiel war zu überrumpelt, um ihn zu stoppen, und auch ganz froh, daß sie auf diese Art raus aus dieser unangenehmen Situation kamen. Erika hätte sich sicher nicht besonders über einen lautstarken Streit auf ihrer Geburtstagsfeier gefreut. Boerne zog ihn näher und er merkte plötzlich, daß ihn die Konfrontation auch aufgewühlt hatte. Obwohl ihn das alles ja nicht wirklich betraf. Und obwohl sie hier nur eine Komödie spielten.

  "Ich weiß nicht, warum meine Mutter ihn überhaupt eingeladen hat - sie konnte ihn noch nie ausstehen." Boerne klang immer noch sehr wütend. Thiel lehnte den Kopf gegen Boernes Schulter und sah zur Seite, zu Onkel Friedhelm, der sich angewidert abwendete. Geschah ihm recht, was für ein bigotter Spießer und unangenehmer-

  "Entschuldigung, ich hätte Sie nicht-"

  "Schon in Ordnung. Ist nicht so tragisch." Es war wirklich nicht tragisch. Onkel Friedhelms Gesichtsausdruck war das auf jeden Fall wert gewesen. Außerdem hatten sie schon einmal getanzt … naja, zu tanzen versucht. Da war nichts dabei. Nur daß das damals ohne Publikum gewesen war.

  "Mein Vater war nicht so." Boerne zog ihn an sich und er vergaß für einen Moment, daß sie vermutlich die halbe Festgesellschaft anstarrte.

  "Ich weiß." Immerhin hatte Erika ihn geheiratet, und die beiden waren offenbar auch glücklich zusammen gewesen, zumindest hatte er nie etwas anderes gehört. So schlimm konnte er nicht gewesen sein.

  "Er war nur ... er war nur nie zufrieden mit mir", murmelte Boerne. "Aber ich weiß, daß er mich trotzdem … daß er trotzdem …"

  "Ich weiß." Er glitt mit einer Hand über Boernes Rücken bis zum Nacken, um ihn näher zu ziehen und spürte, wie sich der andere langsam wieder beruhigte.

  "Und er wäre auch nie so unhöflich zu Ihnen gewesen. Onkel Friedhelm wird wirklich mit jedem Jahr schlimmer."

Sie tanzten für das Lied eigentlich zu langsam, aber das war ihm lieber als peinliches Herumgehopse. Boerne roch nach Seife, und ganz schwach nach Aftershave. Ein vertrauter Geruch, den er jederzeit und überall wiedererkannt hätte. Er schloß die Augen und öffnete sie im nächsten Moment wieder, als jemand an seinem Jackett zupfte.

  "Ich will jetzt mit meinem Onkel tanzen!"

Boerne schob ihn von sich. "Wen haben wir denn da ... Frank, ich fürchte, ich werde hier gerade abgeklatscht."


***


  "Na, sind Sie durch jemand Jüngeres und Hübscheres ersetzt worden?" Erika war neben ihm aufgetaucht, während er vom Rand der Tanzfläche Boerne zusah, der Sabines jüngste Tochter hochgehoben hatte und sie jetzt im Takt der Musik wiegte.

Thiel lächelte. "Wenn ihm der Sinn nach rosa Rüschenkleidern steht, kann ich leider nicht mithalten."

Erika lachte auch, wurde dann aber wieder ernst. "Bitte entschuldigen Sie meinen Schwager."

Er sah verlegen weg. "War das so auffällig?"

  "Ich kenne Friedhelm, und ich kenne meinen Sohn. Nehmen Sie das nicht zu persönlich. Die zwei haben sich noch nie vertragen, und Friedhelm ist, das läßt sich nicht anders sagen, ein sturer, konservativer Spießer." Erika seufzte. "Aber er ist Augusts Bruder."

  "Sie müssen sich doch deswegen nicht entschuldigen." Vor allem, weil wir Sie hier sowieso anlügen, dachte er mit schlechtem Gewissen.

  "Ich wollte auch nur, daß Sie verstehen … Friedhelm war der Älteste in der Familie, und Augusts Vater ist gestorben, als er noch ein Kind war. Die beiden haben sich ehrlich gesagt auch nie sonderlich gut vertragen, weil Friedhelm versucht hat, die Vaterrolle einzunehmen." Sie blinzelte ihn an. "Und er hat ü-ber-haupt keinen Sinn für Humor, was die Sache nicht einfacher macht. Aber auf seine spezielle Weise meint er es meistens gut. … Naja."

  "So ist das eben mit Verwandten", murmelte Thiel. Obwohl er dem alten Knacker immer noch am liebsten einen Tritt verpaßt hätte, vor allem wenn er an Boernes Gesichtsausdruck dachte.

  "Ich bin jedenfalls froh, daß Karl-Friedrich so viel Vernunft hatte, ihn links liegen zu lassen. Das war bei weitem nicht immer so."

Thiel lächelte, weil er sich das lebhaft vorstellen konnte. Aus pragmatischen Gründen einem Streit aus dem Weg gehen war nicht Boernes Stärke.

  "So, und jetzt muß ich wohl langsam dafür sorgen, daß alle zum Dessert an die Tische zurückkommen. Die Kinder müssen bald ins Bett, und das Geschrei wäre groß, wenn sie den Nachtisch verpassen." Sie berührte seinen Arm und ging weiter. Wie ihr Sohn, dachte Thiel. Der mußte einen auch immer anfassen. Bei Erika war das wohl ein Zeichen von Zuneigung, bei Boerne … darüber hatte er noch nie nachgedacht. Er sah sich suchend um und stellte fest, daß Boerne die kleine … Mira? Hieß sie so? … an ihren Vater weitergereicht hatte und jetzt mit zwei Gläsern auf dem Weg zu ihm war.

  "Wasser?"

  "Gerne."

Sie standen einen Moment schweigend und ein wenig verlegen nebeneinander. Vermutlich hatte keiner von ihnen damit gerechnet, daß sie sich an diesem Abend so nahe kommen würden. Und dabei dachte er weniger an den Tanz, obwohl das auch ein bißchen merkwürdig gewesen war. Es war eher dieses Gefühl, plötzlich zu viel übereinander zu wissen. Ob Boerne mehr über ihn erfahren hatte, wußte er zwar nicht so genau. Aber er wußte jetzt eindeutig mehr über Boerne.

Der räusperte sich gerade neben ihm und nahm schon zum zweiten Mal einen Anlauf, um etwas zu sagen.

  "Ist alles in Ordnung?" fragte Thiel schließlich, als außer dem Räuspern nichts passierte.

  "Danke."

Thiel sah überrascht zur Boerne, der ungewöhnlich ernsthaft geklungen hatte. "Wofür denn?"

  "Dafür, daß du mit mir getanzt hast. Und überhaupt. Ich weiß ja, daß du ... nicht gerne tanzt."

Obwohl ihn die beschönigende Formulierung zum Lächeln brachte, war es für Thiels Gefühl an der Zeit, endlich wieder zur Normalität zurückzukehren. Oder zu dem, was hier und heute als normal durchging. Boerne wirkte immer noch etwas mitgenommen und ... emotional, was ihm leichte Magenschmerzen bereitete. Zum einen mochte er Boerne nicht unglücklich sehen, und zum anderen war der andere in diesem Zustand noch unberechenbarer als sonst. "Komm, laß' uns mal langsam Richtung Tisch zurück. Deine Mutter hat was von Nachtisch erzählt."

  "Schön", sagte Boerne erleichtert. "Nachdem wir Onkel Friedhelm hinter uns gebracht haben, kann jetzt wirklich nichts mehr schiefgehen."


***


Sie schafften es nicht einmal bis zum Tisch, bevor zwei harmlose kleine Worte diese Aussage in der Luft zerfetzten.

  "Hallo, Bruderherz."

Er hätte schwören können, daß sich Boernes Nackenhaare beim Ton dieser Stimme aufrichteten.

  "Hanne ..." Boerne drehte sich um. "Ich dachte, du kannst nicht kommen?"

Sie lächelte, und Thiel war sofort an ihren Bruder erinnert, der genauso aussah, wenn er dachte, er habe jemanden in die Enge getrieben. "Ich bin zwar zwanzig Stunden unterwegs gewesen, aber ich werde doch nicht Mamas Geburtstag verpassen. Vor allem, wenn es solche Neuigkeiten gibt."

Boerne hatte nur eine halbe Sekunde gebraucht, um sich wieder zu fassen und legte ohne zu zögern los. "Wie schön. Dann lernt ihr zwei euch ja auch endlich einmal kennen. Das ist Frank, mein Freund, und das ist meine Schwester Hanne."

Boerne sah geradezu unnatürlich fröhlich aus, während Thiel immer noch damit zu kämpfen hatte, daß er mit "mein Freund" vorgestellt worden war. Er murmelte ein halbherziges "Hallo", worauf Boernes Schwester aber nicht reagierte.

  "Sag' mal, willst du mich verarschen, KF? Sowas kannst du Mama vielleicht vormachen, aber nicht mir!"

  "Hanne, also-"

  "Ich weiß ja auch, wie anstrengend sie sein kann, wenn sie einen verkuppeln will, aber ihr vorzumachen, du wärst mit deinem ...", ein abschätziger Blick zur Seite, "... was auch immer zusammen, das geht wirklich zu weit!"

Er wollte sich gerade beschweren, weil sein Bedarf für Beleidigungen heute Abend dann doch langsam gedeckt war, aber Boerne kam ihm zuvor.

  "Was fällt dir ein ..." Boerne war blaß geworden. "...  du hast doch überhaupt keine Ahnung ... und das geht dich auch überhaupt nichts an, ob ich -"

  "Versuch bloß nicht abzulenken! Du weißt ganz genau, daß es mir egal wäre, wenn es so wäre, aber das ist doch nichts weiter als ein Ablenkungsmanöver für Mama!" Sie sah wieder zur Seite und ihn an. "Und womit hat er Sie in der Hand, daß Sie das Spiel mitspielen?"

  "Ich -"

Boerne unterbrach ihn. "Laß' ihn sofort in Ruhe! Du solltest dich lieber entschuldigen, ist dir überhaupt klar, wie unglaublich unhöflich du wieder -"

  "Nichts für ungut, Herr Thiel, aber ich kenne meinen Bruder." Boernes Schwester redete einfach weiter, als habe Boerne gar nichts gesagt. "Und so eine schwachsinnige Aktion ist genau sein Kaliber. Außerdem hat er sich sein Leben lang nur für Frauen interessiert, und glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede."

  "Weißt du nicht!"

  "Weiß ich wohl!"

  "So was kann sich ändern!"

  "Aber nicht mit vierzig!"

  "Das kannst du doch gar nicht beurteilen! Außerdem bin ich im Gegensatz zu dir noch keine vierzig!"

  "Jetzt gib schon endlich zu, daß du bloß wegen Mama -"

Boerne drehte sich mit entnervtem Gesichtsausdruck zu ihm um. Ihm blieb gerade noch so viel Zeit, daß sich eine ungute Ahnung über das, was gleich passieren würde, formen konnte - aber nicht mehr Zeit genug, etwas zu sagen oder aufzuhalten. Boerne griff nach seinem Kopf, und fremde Lippen trafen seine, bevor er auch nur zusammenzucken konnte. Und dann war ohnehin alles zu spät, weil sein Herz schneller schlug und sein Kopf zu schwimmen begann. Er öffnete die Lippen und der Kuß wurde leidenschaftlicher - bis sich sein Verstand zurückmeldete, um ihn daran zu erinnern, daß sie nicht alleine waren, und er sich schweratmend von Boerne wegschob. Boerne griff nach seiner Hand, bevor sie sich ganz trennten, und -

  "Wenn du glaubst, mit dem Schmierentheater kannst du mich überzeugen, hast du dich aber getäuscht, mein Lieber." Sie sahen beide im gleichen Moment zu Hanne, die die Arme vor der Brust gekreuzt hatte und sie mißtrauisch anblickte.

Boernes Hand schloß sich fester um seine. "Was hättest du denn gerne als Beweis? Denkst du, wir werden dir zu liebe-"

  "Boerne!" Jetzt war wirklich gut. Sie mußten hier raus, bevor Boerne noch mehr Dummheiten machte. "Ich muß mit dir reden. Unter vier Augen." Er sah zu Hanne. "Entschuldigen Sie uns kurz." Boerne starrte seine Schwester wütend an und machte keine Anstalten sich zu bewegen, bis er ihn einfach hinter sich her in ein leeres Nebenzimmer zog.


***


  "Sind Sie von allen guten Geistern verlassen!?"

  "Ich wußte nicht, daß sie doch kommt", sagte Boerne entgeistert. "Wie leichtsinnig, ich hätte mich nie darauf verlassen dürfen, daß sie noch im Ausland ist. Dafür hätten wir gewappnet sein müssen ... die Gefahr hätte ich nicht außer acht lassen dürfen ... Sie muß ihre Nase aber auch wirklich immer in alles stecken, was sie nichts angeht! Aber damit kommt sie nicht durch, sie kann nicht einfach behaupten, daß wir nicht-"

  "Boerne!" Es war doch nicht zu fassen.

  "Was?"

  "Mich interessiert nicht, ob Sie oder Ihre Schwester bei irgendwas gewinnen! Sie haben mich geküßt!"

Boerne sah ihn unsicher an. "Entschuldigung?"

Thiel starrte zurück in ein Gesicht, das ungewohnt hilflos wirkte. Boerne schien nicht so wirklich zu wissen, wie das passiert war. Vielleicht nicht einmal, was passiert war. Wir haben uns geküßt wäre richtiger gewesen, dachte Thiel mit einem Mal. Boerne hatte angefangen, ja. Aber er hatte seine Arme um Boerne gelegt. Er hatte seine Zunge … es war seine Schuld gewesen, daß daraus ein richtiger Kuß geworden war. Und so langsam dämmerte ihm, warum das heute Abend hier alles so einfach gewesen war, so erstaunlich mühelos. Warum ihn Boernes Gegenwart so wenig störte. Warum sie so viel Zeit miteinander verbrachten, obwohl sie keine Gemeinsamkeiten hatten. Warum Erika auf die Idee gekommen war …

  "Boerne?"

  "Ja?" Boerne starrte ihn immer noch an mit diesem leicht fassungslosen Gesichtsausdruck. Mit Pupillen, die zu groß, und Lippen, die zu rot waren.

  "Haben Sie ..." Er wußte nicht, wie er das fragen sollte. Hast du das auch gefühlt?

  "Was ...?" fragte Boerne, als das Schweigen zu lang wurde.

Er würde das jetzt ein für allemal klären. Er trat einen Schritt auf Boerne zu, der zusammenzuckte und zurückwich, als hätte er eine drohende Geste gemacht.

  "Keine Angst ..." Selbst in seinen Ohren klang das falsch. Angst war normalerweise nicht Boernes Problem - er hatte eher zu wenig davon. Vielleicht war eher er selbst im Moment derjenige, der Angst hatte. Zumindest fühlte sich sein Körper so, als wollte er losrennen. Wegrennen. Weit weg. Aber Boerne sah ihn an, und der Blick ließ ihn nicht los. Außerdem ... einmal war keinmal, und zweimal nicht schlimmer als einmal ... oder so.

Er mußte sich ein wenig strecken, weil Boerne zu groß war. Aber das Gefühl von eben war zurück, sobald sich ihre Lippen berührten. Und obwohl er vor Aufregung kaum noch denken konnte, fühlte er sich sicher. Das war anders als vorhin vor Hanne, als ihn das Gefühl überrumpelt hatte und er nicht gewußt hatte, ob es Boerne genauso ging. Er legte eine Hand in Boernes Nacken, um ihn tiefer zu ziehen, und merkte, daß Boernes Puls nicht weniger raste als sein eigener. Diesmal öffneten sich Boernes Lippen sofort, und warme Hände schoben sich unter sein Jackett. Thiel ließ sich näher ziehen, während seine eigenen Finger durch kurzgeschnittene Haare im Nacken tasteten und tiefer, unter den Hemdkragen, über warme Haut. Boerne murmelte etwas gegen seinen Mund, was er nicht verstand, aber die Hände, die inzwischen an seinem Hemd zerrten, waren deutlich genug. Er verfluchte gerade, daß ihnen diese Erkenntnis nicht an einem privateren Ort gekommen war, als er hinter sich das Quietschen der Tür hörte. Boerne ließ ihn los, als sei er eine heiße Kartoffel, und Thiel drehte sich hastig um.

Da stand Hanne. Kreidebleich.

  "Ich ... Oh mein Gott." Sie sah zwischen ihnen beiden hin und her. "Entschuldigen Sie bitte, Herr Thiel. Ich habe wirklich geglaubt ... verdammt, KF, warum hast du mir denn nichts erzählt!"

  "Ich ..." Boerne schien es das erste Mal, seit er ihn kannte, wirklich die Sprache verschlagen zu haben.

  "Schon gut, alles halb so wild." Thiel griff nach der Hand des anderen und sein Herz schlug vor Freude schneller, als Boernes Finger ohne Zögern zwischen seine glitten und ihn festhielten. Hoffentlich hielt das mit der Sprachlosigkeit noch einen Moment an - Geschwisterstreit hatte er für heute genug gehabt, und ihm war wichtiger, daß Boerne und er die Sache jetzt klärten. Um alles weitere konnten sie sich später kümmern. "Können Sie uns vielleicht noch einen Moment ..."

  "Selbstverständlich. Entschuldigung."

Die Tür schlug zu und in Boerne neben ihm schien wieder Leben zu kommen.

  "Das ist natürlich auch ein Weg, wieder aus der Sache herauszukommen."

  "Was?" Einen Moment lang war er verwirrt.

  "Küß mich nochmal."

Diesmal schloß er die Tür vorher ab.


*** Fin ***


Der Epilog existiert bislang nur in meinem Kopf - kommt aber noch.
Und das Ende habe ich jetzt hoffentlich nicht schlechter gemacht, als es vorher war - letzte Chance für ein Veto, Vera! ;)


>> Undercover - Epilog


Comments

Hier wird so viel gepostet heute, ich komme gar nicht mehr mit. Heute Abend muss ich alles nochmal in Ruhe lesen.

Was das Ende angeht: Man wird mir ja wohl kaum einen Vorwurf machen können, weil ich Thiel und Boerne ein bisschen mehr Intimität gönnen wollte. ;)
Aber nicht doch, ich bin ganz Deiner Meinung! :)

Ich war mir nur unsicher, ob ich durch die Ergänzungen bei den letzten Zeilen den Effekt bzw. Schlußgag abgeschwächt habe. Aber anscheinend gibt es ja keine Klagen :)
Ich mag das Ende auch so, wie es ist. Der Kuss hat einen ja vorher schon nicht kalt gelassen, aber jetzt erst recht nicht.
Wow, wow, wow! Ich schreib mehr wenn ich mich beruhigt habe.

Du wechselst beim Namen des Vaters. Aber August mag ich sowieso lieber (dann passt aber der Satz mit den Doppelnamen nicht mehr, hmm).

Edited at 2012-06-09 12:51 pm (UTC)
Freut mich :)

Ich nehme auch gerne längere Lobesreden, aber eigentlich reicht es mir schon völlig, wenn es Dir gefallen hat ;)

Ich hab' sicherheitshalber nachgesehen - ich hatte Boernes Vater August genannt, den jüngeren Bruder (Michaels Vater) dafür Heinz-Friedrich. Sabine bezog sich mit den Doppelnamen auf ihren Schwiegervater und Boerne selbst. Und wer weiß, wie der Rest heißt ...

Ah, jetzt! Ich hatte ich mich wohl verlesen. Sorry. ^^
Musste es gerade nochmal lesen, einfach klasse!! :)
Oh, Gott. Der Hummer. Boernes kommentarlose Rettungsaktion. Thiels bedauerliche Schimmerlosigkeit in Biologie :) und 'Boerne wüßte das sicher.' Der gesamte erste Absatz ist schon so ... so ... <3<3

Ein paar Lieblingssätze (neben allen anderen :) )

Vielleicht war es auch nur der boshafte Tonfall, der ihn einerseits an Boerne erinnert, aber doch so viel mehr echte Bosheit enthalten hatte.
Zum einen mochte er Boerne nicht unglücklich sehen, und zum anderen war der andere in diesem Zustand noch unberechenbarer als sonst.
Boernes Schwester redete einfach weiter, als habe Boerne gar nichts gesagt. :D
Und so langsam dämmerte ihm, warum das heute Abend hier alles so einfach gewesen war, so erstaunlich mühelos.

Und der Schluß... *träum*
Danke :)

Schön, daß Du den Hummer magst - ich fand es ja fast schon zu klischeehaft ;) Mein Problem ist, daß ich mich nicht in solchen Kreisen bewege, weshalb ich auch nicht so besonders kreativ bei der Schaffung der richtigen Atmsphäre bin ... keine Ahnung, ob man da überhaupt noch Hummer ißt. Wie dem auch sei - mich könnte man mit so etwas zur Verzweiflung bringen, und ich bin mir ziemlich sicher, Thiel auch :)

So, jetzt muß ich nur noch den Epilog schreiben. Warum habe ich eigentlich nicht diese Geschichte für den BigBang angemeldet ...?
Achwas, Klischee.Der Hummer als solcher eignet sich doch super für so eine Szene, aber den Lachflash bekam ich von dem 'abscheulichen Insekt' :D