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BT_Wandern

October 2017

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Büttenwarder

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BT_Flugzeug

Overheard (Thiel / Boerne)

Rating: P 14
Genre: Humor, Freundschaft (Pre-Slash if you squint)
Handlung: Der Lauscher an der Wand ...
Beta: ohne
Länge: ~ 880 Wörter
Bingo-Prompt: Ekstase
A/N: Ha! Mir ist doch was eingefallen ;) Allerdings kein deutscher Titel, für das englische Overheard (~ unabsichtlich belauscht / gehört) gibt es einfach keine schöne Entsprechung. Und damit habe ich ein einfaches Bingo erreicht, weshalb ich mir jetzt auch keine weiteren Fragen über die SInnhaftigkeit dieses Textes stelle ...




***


Im ersten Moment wußte er gar nicht, was ihn geweckt hatte. Aber dann registrierte sein schlaftrunkener Verstand die Geräusche, die aus der Nachbarwohnung zu ihm herüberdrangen. Opern hatten ihn ja weißgott  schon oft um seine Nachtruhe gebracht, aber so etwas ... noch nie. Was da drüben vor sich ging, war unschwer zu erraten; auch wenn es bei ihm schon eine Weile her war, konnte er die Geräuschkulisse sofort einordnen.

Thiel stöhnte.

Auch das noch. Wenn sein Nachbar das zur Gewohnheit werden ließ, würde er sein Schlafzimmer verlegen müssen. Die Frau nebenan wurde immer lauter, und er merkte, wie ihm die Hitze zu Kopf stieg. Es gab Dinge, die wollte er echt nicht über Boerne wissen. Er steckte seinen Kopf unter das Kopfkissen, aber der Effekt war - wie er bereits bei Wagner hatte feststellen müssen - minimal.

Die Frau übertrieb aber ganz schön. Ekstase hin oder her - das dauerte doch nie im Leben so lange. Wenigstens war sie so laut, daß er von Boerne nichts hörte. Bei dem Gedanken wurde ihm noch wärmer, und er versuchte die Bilder zu verscheuchen, die sich ungebeten in seinem Kopf breitmachten.

Na endlich.

Nach dem letzten schrillen Schrei war Ruhe. Thiel atmete erleichtert auf. Da waren ihm Boernes Sopranistinnen doch lieber. Er zog die Decke wieder um sich und versuchte, an etwas anderes zu denken, um wieder einzuschlafen.

...

Das konnte ja wohl nicht wahr sein. Jetzt ging das schon wieder los. Ein quietschendes Bettgestell, Stöhnen ... Hatte Boerne irgendetwas eingeworfen oder was? Und war das überhaupt dieselbe Frau? Er starrte eine Weile in die Dunkelheit und versuchte wegzuhören, bis er schließlich kapitulierte. Vielleicht sollte er besser ins Wohnzimmer umziehen.


***


Zum Glück konnte er wenigstens ausschlafen, weil Samstag war. Und zum Glück lief er Boerne am nächsten Tag nicht über den Weg, denn er hatte sich noch nicht entschlossen, was er sagen sollte. Wann und wo hatte Boerne überhaupt eine Frau kennengelernt? Da war er einmal eine Woche weg auf Fortbildung, und schon herrschte in der Nachbarwohnung Sodom und Gomorrha. Hatte Boerne nicht selbst etwas von einem Kongreß diese Woche erzählt? Wieso war er überhaupt schon wieder da? Und was, wenn das jetzt etwas Dauerhaftes sein sollte - das Gequietsche und Geschrei würde er keinesfalls klaglos ertragen.

Er begegnete Boerne erst am Sonntag früh, als er ins Treppenhaus trat und sich zeitgleich die Tür der Nachbarwohnung öffnete.

  "Moin." Er vermied es, den anderen anzusehen, und ging Richtung Treppe.

  "Ah, der Herr Nachbar!" begrüßte ihn Boerne fröhlich. "Gut gelaunt wie immer am frühen Morgen! Sind Sie auch auf dem Weg zum Bäcker?"

  "Mhm."

  "Sie sind aber wieder redselig heute ... immerhin haben wir uns eine Woche nicht gesehen, fällt Ihnen da nicht mehr ein als mhm?"

Thiel seufzte. "Na, Sie sind dafür ja umso besser gelaunt. Wundert mich nicht."

  "Wie meinen?" Boerne sah ihn so verwundert an, daß er ihm die Arglosigkeit fast abgenommen hätte. Aber da er das Thema so oder so ansprechen mußte, wenn er Wiederholungen vermeiden wollte, redete er weiter.

  "Na, bei Ihnen war ja wohl einiges los. Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, wie hellhörig dieses Haus ist?"

  "Los? Hellhörig?" Boerne nahm ihm die Haustür aus der Hand und schloß sie wieder. "Wovon reden Sie um Himmels willen?"

Thiel schnaubte. "Jetzt tun Sie mal nicht so, als wüßten Sie das nicht. Die Frau hat das ganze Haus zusammengeschrien. Zweimal."

  "Frau?" Unglaublich, wie überzeugend Boerne völlige Fassungslosigkeit darstellen konnte. "Ich war doch gar nicht ... Benedikt!" Boerne machte auf dem Absatz kehrt und stürmte zurück in seine Wohnung.

  "Was?" Er war schon in der halben Treppe, als ihm auffiel, daß er Boerne hinterherlief. "Nein, das war eine Frau, ich hab's deutlich gehört ..."

  "Mein Neffe", rief Boerne ihm über die Schulter zu. "Bufata, von wegen!"

  "Was?" Jetzt hatte er völlig den Faden verloren.

  "Bundesfachschaftentagung", erklärte Boerne, was ihm aber auch nicht weiterhalf. "Bettys Bruder. Ich habe ihn hier wohnen lassen, während ich auf dem Kongreß in Stuttgart ... Ich glaub es einfach nicht! In meinem Bett!"

Boerne schob ihm einen Zettel unter die Nase.

Ich hab das Bett frisch bezogen. Tschüss und Danke, B

  "Naja ..." So langsam klärte sich einiges. Er fühlte sich überraschend erleichtert. Wenigstens waren jetzt keine Wiederholungen zu befürchten. "Immerhin hat er das Bettzeug gewaschen. Wie alt ist der Bursche?"

  "Neunzehn." Boerne hatte sich an den Küchentisch gesetzt. "Den lasse ich nochmal unbeaufsichtigt in meiner Wohnung ... Zweimal?"

Thiel nickte. "Mindestens. Beim zweiten Mal bin ich ins Wohnzimmer umgezogen."

  "Sehr rücksichtsvoll von Ihnen." Boerne schien sich langsam zu fassen. "Die Gute muß ja wirklich sehr laut gewesen sein, ich hab jedenfalls in den letzten Jahren -"

  "So laut auch wieder nicht, die Wände sind einfach sehr  -"

...

Thiel räusperte sich, als sich das verlegene Schweigen immer mehr in die Länge zog. Seinetwegen mußten sie jetzt nicht weiter analysieren, was das über Boernes und sein Liebesleben aussagte. "Soll ich Ihnen Brötchen mitbringen? Wir müssen ja nicht unbedingt beide raus bei dem Wetter."

Boerne nickte. "Wollen Sie hier frühstücken? Dann können Sie mir erzählen, wie Ihre Fortbildung war."

Thiel grinste. Er bezweifelte, daß Boerne sich wirklich für seine Personalführungsfortbildung interessierte. Viel eher würde er sich Boernes Monologe über seinen triumphalen Vortrag bei dieser Tagung zum Thema Blutspurenanalyse anhören müssen. Aber er nickte trotzdem. Immer noch besser als alleine zu frühstücken.


*** Fin ***

Comments

Für eine Sekunde habe ich mich dem freudigen Gedanken hingegeben, dass du unserem geliebten Professor endlich mal das gönnst, was die Tatort-Autoren seit Dreimal schwarzer Kater nicht mehr getan haben.


Zwei Sekunden später habe ich dann gedacht, dass du ganz schön gemein bist, Boerne sich so - ich sag' jetzt einfach mal - lächerlich machen zu lassen mit dem Krach.

Doof wie ich war habe ich wie Thiel bis zu Boernes Entrüstung noch geglaubt, er wäre es gewesen. Dabei hätte ich es doch nun wirklich besser wissen müssen, als ob du sowas jemals schreiben würdest. *lol*


Schade eigentlich, ich hätte ihm eine nette Freundin durchaus gegönnt. :D Aber wenn, dann bitte eine, die nicht ganz so übertreibt.
Für eine Sekunde habe ich mich dem freudigen Gedanken hingegeben, dass du unserem geliebten Professor endlich mal das gönnst, was die Tatort-Autoren seit Dreimal schwarzer Kater nicht mehr getan haben.
Wie konntest Du denn bei mir auf so eine Idee kommen ... ;)
Wenn ich das täte, fürchte ich, würde es doch als T/B Slash enden. Eifersucht ist ja auch ein netter Katalysator *plotbunny hüpft vorbei*

dass du ganz schön gemein bist,
Ach was. Ich doch nicht. Ich würde Boerne so etwas doch nie antun ... stattdessen lasse ich Thiel leiden. Ich hab' mal in einer Wohnung die Nachbarn gehört - nicht so lustig wie man's sich vorstellt. Zum Glück war ich da nur zu Besuch ...

Wenn Du bis zu Boernes Entrüstung der Fiktion aufgesessen bist, habe ich jedenfalls alles richtig gemacht. So sollte es sein ;)

Das ist jetzt nicht unbedingt ein Text, den ich ohne Bingo geschrieben hätte - aber um dieses Prompt zu erschlagen kam mir die Idee gerade recht. Irgendwie habe ich nämlich dann doch Probleme, "Ekstase" und eine Thiel / Boerne Sexszene zusammenzubringen ;)
Wie konntest Du denn bei mir auf so eine Idee kommen ... ;)
Geistige Umnachtung, ganz klar.
*vor-die-Stirn-schlag*
Boerne, Kaffee und Ekstase ... da tun sich doch auch sofort Bilder auf ;) Wäre auch ein schöne Idee für einen peinlichen Moment ...

da hättest du mehr draus gemacht (Thiel hätte auch ihn gehört, Eifersucht, etcpp)
Jau!

Noch 6 Tage bis zum nächsten Münsteraner Tatort :-)
:DDD
Ich bin so im Arbeitsstreß, ich habe die Vorfreude noch gar nicht richtig genossen. Das ist ja schon nächsten Sonntag!!!

Der BigBang ... der ruht immer noch ;) Ich hab' ihn mal ausgedruckt, um mir in Ruhe Gedanken über die Kapiteleinteilung zu machen. Und der Epilog will irgendwann auch noch überarbeitet werden. Der Posting-Termin hat sich ja nochmal verschoben, das Posting startet erst ab dem 16. Dez. (dann aber wirklich!). Von daher keine Hektik ...
Oh, das mit BigBang seh' ich jetzt erst! Dezember... meine Güte, wie lang soll das denn noch dauern? Menno.

Sorry wegen der Nerv-Erinnerungs-Mail gestern, ich dachte bis gerade wirklich, dass ich in ein paar Tagen deine dicke Geschichte endlich zu Gesicht bekomme und es vielleicht bis dahin nett gewesen wäre, wenn sich was getan hätte.

Nerv? Ich hab' mich total gefreut! Und gerade eben zurückgeschrieben ...

Also, mit dem Posten des BigBang-Textes wollte ich anfangen so früh es geht - d.h. am 16.12. Jetzt wirklich :) "Mein" BigBang-Termin wird der 21.12., bis dahin muß dann alles draußen sein.
  "Was?" Er war schon in der halben Treppe, als ihm auffiel, daß er Boerne hinterherlief. "Nein, das war eine Frau, ich hab's deutlich gehört ..."


If you squint. Ja klar.

:)
Dazu sag' ich jetzt nichts ;)
:D

Das gehörte zu den Dingen, die einfach passieren - ich wollte gar nicht bewußt, daß Thiel das sagt. Es stand eben plötzlich da ... da hat wohl mein Unterbewußtsein gesprochen ;) Wie zuvor schon bei Boernes entsetztem "Frau?"
Was für Bilder machen sich denn da in Thiels Kopf breit? ;)

Dass die beiden sich noch nie gegenseitig gehört haben, könnte einem ja fast leid tun. Das kommt davon, wenn man nicht sieht, welche Möglichkeit direkt nebenan wohnt. :)
Och ... öhm ...

Das kommt davon, wenn man nicht sieht, welche Möglichkeit direkt nebenan wohnt. :)
Da sagst Du was. Ich finde die hier getätigte Annahme übrigens völlig canon ... so wie die zwei sich anstellen, dürften beide Wohnungen (noch) nicht viel action gesehen haben ;)
Ich hatte Katharina ganz vergessen. Das dürfte wohl die Einzige für Boerne gewesen sein. Und beim armen Thiel sieht es noch schlecher aus. :(
Wenn man Boernes Beteuerungen Thiel gegenüber und Katharinas Klagen Glauben schenkt, war da aber auch nix ;)

Edited at 2012-11-18 09:14 am (UTC)
Ich dachte, sie verbringt die Nacht bei Boerne, aber da habe ich mich wohl vertan.
Das tut sie auch, aber als Thiel morgens vor der Tür steht und den halbangezogenen Boerne (O.K. .. die Krawatte war noch nicht um) und Katharina im Hintergrund sieht, sagt Boerne gleich sowas wie "Es ist nicht das, was Sie denken". Und Katharina macht ja wohl mehr als deutlich, daß sie sich von Boerne etwas mehr Einsatz erhofft hatte.
Oh, jetzt habe ich die Szene doch wiedergefunden. Heute Nachmittag war sie mir entgangen. Und später sagt Katharina Boerne dann, dass sie keine Heilige sei. Okay, dann ist bei Boerne also auch nie was gelaufen.

Wie gut, dass es uns gibt, um das zumindest ab und zu zu korrigieren. ;)