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Büttenwarder

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Vorgeschichte zu Grenzen (Teil 2)

Die Höllenfahrt-Nacherzählung war zu lang für einen Eintrag ... hier kommt der Rest :)

 

Lange hielt Boernes Fügsamkeit natürlich nicht an. Vor Solanas Wochenendhaus stritten sie sich schon wieder darüber, ob Thiel ein Geräusch gehört hatte oder nicht. Aber schließlich war er der Kommissar, und er würde jetzt überprüfen, ob Solana da war. Als sie sich vorsichtig durch das Eingangstor auf das Gelände schlichen – bei solchen Häusern dachte Thiel immer gleich an freilaufende Hunde – hörte er Boerne besorgt flüstern

  „Ist es überflüssig zu fragen, ob Sie ihre Waffe dabei haben?“

Er rollte mit den Augen. Warum fragte der andere überhaupt, wenn er es doch schon wußte! Immerhin war er direkt von einer Fortbildungsveranstaltung gekommen. „Ist es.“

  „Bei so’ner Polizei fühlt man sich ja richtig sicher ...“ Thiel warf seinem Kollegen einen bösen Blick zu, ließ diese letzte Bemerkung aber auf sich beruhen.

 

Sie fanden Solana nach wenigen Minuten. Mit einem solchen Anblick hatte Thiel allerdings nicht gerechnet – das sah gar nicht gut aus. Offenbar war der Mann gefoltert worden. Eine Waffe lag noch in seiner Hand; sollte er sich etwa anschließend selbst erschossen haben? Wobei das ja wohl kaum als Selbstmord durchging, wenn man dem Opfer die Wahl zwischen ersticken und erschießen ließ. Der Täter hatte jedenfalls eine wirklich kranke Phantasie.

 

Während Thiel sich im Zimmer umsah, hatte sich Boerne sofort um die Leiche gekümmert. Thiel wunderte sich nicht zum ersten Mal darüber, daß es Boerne vollkommen egal zu sein schien, daß da gerade ein toter Mensch vor ihm lag. Andererseits wäre er in seiner Arbeit wohl kaum so gut gewesen, wenn er viel Zeit mit Mitgefühl für das jeweilige Opfer verschwendet hätte. Und gut war er, auch wenn Thiel sich eher die Zunge abgebissen als das ausgesprochen hätte. Das Ego des Pathologen hatte wahrlich keine weitere Bestätigung nötig.

Als Boerne die Hand nach ihm ausstreckte, wurde ihm bewußt, daß er schon einige Zeit nur noch seinen Kollegen beim Arbeiten beobachtet hatte.

  „Was? Taschenmesser?“

  „Taschentuch.“

Bitte und Danke hatte er immer noch nicht gelernt ... na ja. Er gab ihm ein Taschentuch, mit dem Boerne vorsichtig die Waffe aus Solanas Hand nahm. In der Waffe hatte sich nur eine Kugel befunden. Seltsam. Boerne spekulierte über russisches Roulette, aber ihm erschien das doch immer noch zu weit her geholt.

 

Von der Küche aus telefonierte Boerne schließlich mit Frau Haller, und Thiel war froh nicht mehr im gleichen Raum mit der Leiche zu sein. Er hatte sich in der Wohnung umgesehen, aber keine Spuren entdeckt, die auf ein gewaltsames Eindringen oder einen Kampf hindeuteten. Das sah ja für ihn nicht nach einem Auftragskiller der Russenmafia aus, sondern eher nach einem Täter, den Solana kannte und dem er zumindest soweit vertraute, daß er ihn – oder sie – in die Wohnung ließ. Während er noch darüber nachdachte, in welche Richtung sich die Ermittlungen am sinnvollsten bewegen sollten, wurde er jäh unterbrochen von einer Stimme, die sie auf Englisch aufforderte sich nicht mehr zu rühren, und vom Lauf einer Waffe an seinem Hinterkopf. Thiels Herz setzte vor Schreck fast aus. Wie war der Kerl hier reingekommen! Und er hatte auch noch Boerne zu einem ungesicherten Tatort mitgenommen und in Gefahr gebracht.

 

Wobei Boerne sich selbst schon genug in Schwierigkeiten bringen konnte. Offensichtlich hatte sein Kollege auch einmal ein Geiselnehmertraining besucht, bei dem „Reden, Reden, Reden“ empfohlen worden war. Nur daß der Pathologe gleichzeitig versuchte sich umzudrehen, und prompt niedergeschlagen wurde. Thiel zuckte zusammen, als er den dumpfen Schlag hörte und aus dem Augenwinkel Boerne fallen sah. Er hatte oft genug erlebt, was ein Schlag gegen den Kopf anrichten konnte. Aber bevor er noch etwas tun konnte, war die Waffe wieder in seinem Nacken. So blieb ihm nichts anderes übrig, als völlig still zu stehen, während der Mann hinter ihm seine Taschen durchsuchte.

 

Als der Fremde seinen Polizeiausweis fand, hörte er plötzlich eine zweite Stimme, eine Frauenstimme, aufgeregt flüstern und den Mann zur Flucht drängen. Der Lauf verschwand, und der Mann offenbar auch. Als Thiel sich umdrehte, war da nur noch eine kleine dicke Frau mittleren Alters. Die sah nun wirklich nicht nach Russenmafia aus. Reflexartig setzte er erst einmal dem Mann nach, der Boerne niedergeschlagen hatte, machte dann aber schnell wieder kehrt um sich um seinen Kollegen zu kümmern. Was nützte es, wenn er den Täter erwischte, wenn Boerne ...

 

Er hörte nur halb die Entschuldigungen der Frau, während er seinen Kollegen umdrehte, der sich nicht mehr rührte. Der Puls war zum Glück noch zu fühlen, aber Boerne war nicht ansprechbar. Er scheuchte die Frau los nach einem nassen Lappen und klopfte dem Pathologen ins Gesicht.

  „He, Boerne ...“

Keine Reaktion. Scheiße. Boerne sah blaß aus und beunruhigend leblos. Und er hatte eigentlich überhaupt keine Ahnung, was er tun sollte, wenn der Pathologe ernsthaft verletzt war.

  „He, Boerne … Boerne ...“ Er klopfte seinem Kollegen weiter auf die Wangen und überlegte fieberhaft, was er im letzten Erste-Hilfe-Kurs zu Bewußtlosigkeit und Kopfverletzungen gelernt hatte. Stabile Seitenlage? Daß Frau Kleinschmidt ihm mittlerweile erzählte, daß sie sich Sorgen um Solana gemacht und deshalb mit einem Freund hierher gekommen war, um ihn zu suchen, nahm er nur halb wahr.

  „Boerne!“

Gottseidank. Boernes Augenlider flatterten. Thiel konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal derartig erleichtert gewesen war wie in dem Moment, als sein Kollege die Augen aufschlug und wieder zu sich kam. Er schien ihn allerdings zunächst weder zu erkennen noch überhaupt zu sehen. Boernes Blick rutschte nach rechts weg, und er murmelte „Das werden Sie mir büßen, Bollinger ...“

  „He ...“ Noch ein bißchen durcheinander, der Gute. Thiel faßte nach Boernes Kopf und drehte ihn so, daß der andere ihn im Blick hatte. Es war beruhigend, Boernes Puls wieder kräftiger zu spüren. „Ich bin’s, Thiel.“

  „Das werden Sie mir büßen, Thiel ...“

  „Was denn, daß Sie kein Englisch können oder was?“ Er zog Boerne hoch, vielleicht ein bißchen zu früh, denn der Pathologe schwankte noch ganz schön und wäre fast wieder umgefallen. Seine Reflexe waren noch nicht wieder voll da, registrierte Thiel. Sein Kollege versuchte zwar, nach ihm zu greifen um nicht umzukippen, aber ohne Erfolg. Thiel hielt ihn fest.

  „Ist alles in Ordnung, Boerne?“ Verspätet wurde ihm bewußt, daß seine Hände nicht nur auf Boernes Schultern lagen um ihn festzuhalten. Ohne willentliches Zutun war seine rechte Hand am Hals des anderen Hals hochgerutscht und fast bis in den Nacken gewandert. Boerne war aber noch zu weggetreten, um das zu bemerken.

  „Alles ... alles bestens.“ Der Pathologe reagierte zum Glück wieder auf das, was man ihn fragte, sah aber sehr irritiert aus und griff mit seiner Hand nach Thiel oder vielmehr an Thiel vorbei.

  „Was?“

  „Ich, ich ...“

  „Was??“

  „Ich sehe alles im Quadrat ...“

 

Das klang noch nicht wirklich gut. Er schickte Frau Kleinschmidt nach draußen und drückte seinem Kollegen die Tiefkühlerbsen, die sie ihm gebracht hatte, auf den Kopf.

  „Kommen Sie Boerne, ich fahre Sie ins Krankenhaus“

  „Ja ... ja. Nein! Nur über meine Leiche! Ich bin schließlich selbst Arzt!“ Thiel seufzte. Boerne ging es immerhin schon wieder gut genug, um anstrengend zu werden. Er wußte nicht, ob er das gut oder schlecht finden sollte.

Frau Kleinschmidt rief ihm im Rausgehen noch zu „Das Bad ist hinten rechts ...“

Thiel war besorgt, aber auch ein bißchen genervt. Boerne mußte einfach alles immer kompliziert machen. Er versuchte, seinen Kollegen so zu drehen, daß er einen Blick auf seinen Hinterkopf werfen konnte. Aber Boerne drehte sich schon weg und einmal um die eigene Achse. Thiel stoppte ihn und drehte ihn in die richtige Richtung. „Rechts!“ Na also, ging doch. So einigermaßen. Thiel ging lieber hinter ihm her, für den Fall daß der Pathologe noch mal umkippte.

 

 

***

 

 

Normalerweise mochte Thiel die Befragung von Verwandten, Freunden oder Bekanten von Mordopfern nicht besonders. Es war kein Vergnügen, Menschen auszufragen, die gerade jemanden verloren hatten oder noch unter Schock standen. Diesmal war er allerdings fast erleichtert, als er endlich zu Frau Kleinschmidt in den Garten kam. Boerne zu verarzten und dazu zu bringen, sich einen Moment hinzulegen, war alles andere als leicht gewesen. Er bedauerte die Ärzte, die jemals das Vergnügen hatten, seinen Nachbarn zu behandeln. Hätte ihm nicht noch die Angst in den Knochen gesteckt, die er beim Anblick von Boernes leblosem Körper gespürt hatte, er wäre sicher nicht so geduldig gewesen.

 

Frau Kleinschmidt war sichtlich erschüttert vom Tod ihres Chefs. Viel erzählen konnte sie ihm aber nicht. Solanas Firma war eine Import-Export-Firma, er handelte mit Antiquitäten und Kunstgegenständen aus afrikanischen und anderen Ländern. Auf den ersten Blick sah er da keinen Zusammenhang zu dem anderen Mord – oder dem verschwundenen Psychiatriepatienten. Mitten in die Befragung platzte schon nach kurzer Zeit Boerne, der offenbar alles konnte außer sich mal ein paar Minuten still und ruhig von einem Schlag auf den Kopf zu erholen. Thiel machte sich schon ernsthafte Sorgen, als sein Kollege wirres Zeug von einem Pharaonengrab erzählte. Daß Boerne ihm dann tatsächlich eine Kammer mit Kunst und sonstigem Krempel in Solanas Haus zeigte, beruhigte ihn etwas. Dann war das wohl mal wieder eine Metapher oder so was Ähnliches gewesen.

 

Während Boerne mit einer der afrikanischen Trommeln spielte und immer noch einen leicht abwesenden Eindruck machte, durchsuchte Thiel das Zimmer. Vielleicht war hier ja ein Hinweis auf eine Verbindung zu finden. Tatsächlich wurde er nach kurzer Zeit fündig – in einem Briefumschlag lag ein Foto Verhoevens. Offensichtlich im Urlaub aufgenommen, er saß auf einem Motorrad und die Landschaft dahinter sah nach einer Wüste aus. Ein Kartenausschnitt lag auch dabei. Die Ortsnamen sagten Thiel allerdings gar nichts. Könnte Afrika sein, aber da wollte er sich lieber nicht zu früh festlegen. Aus dem Erdkundeunterricht erinnerte er sich dunkel, daß es Wüsten auch in anderen Erdteilen gab. Boerne hätte ihm da normalerweise sicher weiterhelfen können. Er sah zu seinem Kollegen hinüber, der mit einer Packung Tiefkühlerbsen auf dem Kopf munter vor sich hin trommelte … andererseits, wenn er’s sich recht überlegte, konnte diese Frage vielleicht auch später geklärt werden.

 

Trotzdem las er Boerne die Aufschrift auf dem Foto vor – Das ist mein letztes Foto von ihm, A. Kolb. Der Pathologe konnte seinen Überlegungen zwar noch nicht wieder so richtig folgen, aber die passenden Initialen fielen sogar ihm auf. Vielleicht war das ja die geheimnisvolle A.K., die Strothoff kurz vor seinem Tod zu erreichen versucht hatte. Thiel faßte jedenfalls kurzerhand den Entschluß, als nächstes der Verhoeven-Spur nachzugehen. Ein kurzes Telefonat mit Nadeshda, und er hatte Verhoevens letzte Meldeadresse in Dülmen und die Information, daß es sich bei A. Kolb um Annette Kolb handelte, Verhoevens geschiedene Ehefrau, die noch in der gemeinsamen Wohnung lebte. Außerdem hatte Nadeshda immer noch keine KTU losschicken können, weil sie noch einen weiteren ungeklärten Todesfall hatte: eine Leiche im Dortmund-Ems-Kanal.

 

Auf den Weg nach Dülmen nahm er Boerne mit, obwohl er ihn immer noch lieber bei einem Arzt abgeliefert hätte. Leider konnte er ihn nicht dazu zwingen – und ihn hier alleine zu lassen war auch keine Option. So nahm er ihm nur die Autoschlüssel ab und sorgte dafür, daß der Pathologe sich nicht noch mehr Schaden zufügen konnte. Boerne hatte auf dem Weg zum Auto noch ganz schön Mühe, die Richtung zu halten, und Thiel unterdrückte den Impuls, den anderen bei der Hand zu nehmen. Das hätte doch ziemlich komisch ausgesehen, so schlecht ging es ihm ja auch wieder nicht. Unterwegs machte Boerne dann allerdings einen halbwegs normalen, wenn auch erschöpften Eindruck. Thiel erzählte ihm von seiner Theorie von Verhoeven als Täter auf einem Rachfeldzug, der auf seiner Todesliste offenbar Angehörige von Boernes Golfclub stehen hatte. Boerne fand seine Überlegungen weit hergeholt – aber was wußte der Pathologe schon von Polizeiarbeit! Außerdem war er zur Zeit sowieso nicht ganz zurechnungsfähig.

 

Er war so in seine Überlegungen versunken, daß er den Mini von Frau Haller erst erkannte, als sie schon fast aneinander vorbei gefahren waren. Bei der abrupten Vollbremsung wurde Boerne nach vorne geschleudert. Einen Moment lang hatte er Angst, der andere hätte sich jetzt noch mehr verletzt. Auf seine besorgte Frage kam allerdings nur ein begeistertes „Ich kann wieder sehen!“ Wenn er gewußt hätte, daß das half, hätte er Boerne schon öfter geschüttelt, dachte Thiel amüsiert. Fahren ließ er den anderen aber auf keinen Fall wieder, wer wußte, wie lange die wundersame Heilung anhielt.

 

Frau Haller war ganz schön ungehalten, als sie sie zum Tatort in Solanas Wochenendhaus schickten. Aber es half nichts, heute mußten alle ran. Als sie weiterfahren wollten, hatte Thiel plötzlich eine Eingebung. Eine Leiche am Dortmund-Ems-Kanal ganz in der Nähe von Verhoevens letzter Adresse? Vielleicht sollten sie einen kurzen Blick darauf werfen, bevor sie Frau Kolb besuchten.

 

 

***

 

 

Mehr als ein kurzer Blick war nicht nötig – Thiel erkannte Verhoeven sofort. So lange hatte die Leiche noch nicht im Wasser gelegen. Mist. Kaum hatte er mal einen aussichtsreichen Verdächtigen im Visier … Boerne, der sich zwischenzeitlich weiter erholt hatte, mußte ihm das natürlich gleich unter die Nase reiben:

  „Ich fürchte, Ihre Theorie hat einen veritablen Wasserschaden!“ Wenigstens sprang ihm Nadeshda gleich bei und wies darauf hin, daß Verhoeven ja möglicherweise erst nach den beiden Morden gestorben war.

 

Boerne machte sich unter viel Murren daran, die Leiche zu untersuchen. Unterdessen erfuhr Thiel von einem der örtlichen Polizisten, daß Verhoeven viel unterwegs auf Montage gewesen war. Irgendwann sei er dann ganz verschwunden und es habe geheißen, er sei in Afrika überfallen und erschossen worden. Monate später sei er dann aber wieder aufgetaucht. Bevor er das Thema noch vertiefen konnte, rief ihn Boerne.

  „Ich würde es mal so sagen – was wir bisher gesehen haben, sind zwei schwächliche Kopien. Das hier ist das Original.“ Der Pathologe kehrte ja mal wieder seine sensible Seite nach außen. Boerne zeigte ihm die tiefen Narben an Verhoevens Fuß- und Handgelenken, die nur durch monatelanges Fesseln zu erklären waren. Wie alt die Narben waren, konnte er aber nicht sagen. Alles deute auf einen Selbstmord hin, und in einem Punkt war sich Boerne ganz sicher – Verhoeven war schon länger als zwei Tage tot. Und das war dann das Ende seiner schönen Theorie.

 

Bevor sie zu Frau Kolb weiterfahren konnten, wollte Boerne unbedingt herausfinden, woher das Klopfgeräusch des Motors kam. Thiel war ja der Meinung, daß es bei Boerne klopfte und nicht bei seinem Wagen, aber er ließ ihn machen. Meistens kam er auf diese Weise schneller zum Ziel als wenn er versuchte den anderen von etwas abzubringen. Außerdem hatte er im Augenblick noch keine Idee, welcher Spur er als nächstes folgen sollte, nachdem ihm sein Verdächtiger abhanden gekommen war.

 

Während der Pathologe den Motor aufheulen ließ, versuchte er den zerrissenen Brief aus Verhoevens Tasche unter der Motorhaube zusammenzusetzen. Die Schrift war nicht einmal so sehr verlaufen, eigentlich konnte man sie noch ganz gut lesen. Ein Abschiedbrief offenbar, gerichtet an einen „Companero“. Das sah schon sehr nach Selbstmord aus, aber der Grund wurde nicht wirklich klar. Aber Bollingers Name kam vor, und das ließ sofort alle Alarmglocken in Thiels Kopf losgehen. Er rief nach Boerne, der ihn aber über den Motorlärm nicht hörte. Verdammt! Sie hatten nicht ewig Zeit – wenn es zwischen Verhoeven und Bollinger ebenfalls eine Verbindung gab, war der vielleicht auch in Gefahr! Kurzerhand zog er an einem Kabel, und der Motor ging aus. Das brachte Boerne schnell an seine Seite – so schnell, daß er es kaum schaffte das Kabel zurückzustecken.

 

Boerne war gleich der Meinung, daß Bollinger in jedes krumme Geschäft verwickelt sein konnte. Diese Einschätzung war natürlich nicht viel wert, da sein Kollege seinen Rivalen beim Golf selbstverständlich in einem schlechten Licht sah. Trotzdem hatte auch Thiel ein ganz ungutes Gefühl, was den Rechtsanwalt betraf. Sie sollten den Mann schnellstens finden, bevor Ihnen ihr Mörder noch zuvor kam!

Comments

Hach ja, auch der 2. Teil hat mir sehr gut gefallen. :)
Es wäre wirklich furchtbar schade gewesen, wenn du das nicht veröffentlicht hättest, das kann ich nur nochmal betonen.


Wobei das ja wohl kaum als Selbstmord durchging, wenn man dem Opfer die Wahl zwischen ersticken und erschießen ließ.
Das war wirklich krank.

Offensichtlich hatte sein Kollege auch einmal ein Geiselnehmertraining besucht, bei dem „Reden, Reden, Reden“ empfohlen worden war. Nur daß der Pathologe gleichzeitig versuchte sich umzudrehen, und prompt niedergeschlagen wurde.
Hahaha! :D Ich sollte mir wirklich abgewöhnen, beim Lesen deiner Geschichten etwas zu trinken, das endet nie gut... Trotzdem eine wunderbare Stelle!

Diesmal war er allerdings fast erleichtert, als er endlich zu Frau Kleinschmidt in den Garten kam.
Da habe ich mir vorher noch nicht so wirklich Gedanken drüber gemacht, allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es Thiel tatsächlich so ging.

Mitten in die Befragung platzte schon nach kurzer Zeit Boerne, der offenbar alles konnte außer sich mal ein paar Minuten still und ruhig von einem Schlag auf den Kopf zu erholen.
*snicker*

Während Boerne mit einer der afrikanischen Trommeln spielte und immer noch einen leicht abwesenden Eindruck machte...
Ja... der Sinn dieser Aktion sei jetzt auch mal dahin gestellt.

Einen Moment lang hatte er Angst, der andere hätte sich jetzt noch mehr verletzt.
Das hatte ich allerdings auch.

Schade eigentlich, dass es so mühsam ist, so etwas zu schreiben. Hätte mich gefreut, noch mehr Zusammenfassungen einer Folge von dir zu lesen. Aber na ja, so bleibt mir dieser Teil. :)
Ja... der Sinn dieser Aktion sei jetzt auch mal dahin gestellt.

Das war wirklich ein bißchen daneben und hat nicht so richtig gepaßt.

Das hatte ich allerdings auch.
Ich hab' zwar keine Ahnung von medizinischen Dingen, aber ich vermute, daß es wahrscheinlicher ist, daß sich eine Gehirnerschütterung durch sowas verschlechtert und nicht verbessert. Aber sei's drum, die Szene war trotzdem lustig :)

Mit Abstand erscheint diese Nacherzählung nicht mehr so langweilig, wie es mir damals vorkam. Das Schreiben war aber wirklich mühsam, weil man sich an die Vorlage halten muß und so wenig frei ist. Also, eine Wiederholung ist unwahrscheinlich ;)