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February 2018

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Büttenwarder

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Wege

Wege, die sich kreuzen - Kapitel 13

Titel: Wege, die sich kreuzen - Kapitel 13
Beta: joslj - Danke!
Genre: Slash, Krimi, First Time, Drama, h/c und ein wenig Humor
Wortanzahl: 2.653
Zusammenfassung:
Im Laufe des Lebens begegnet man vielen Menschen. Manchen einmal. Manchen mehrmals. Und mit manchen geht man ein Stück des Weges gemeinsam.
Zwei Fälle (wie in einem guten Münsteraner Tatort üblich, hat mindestens einer der Fälle einen direkten Bezug zu einem der Hauptprotagonisten).
Eine Liebesgeschichte. Thiel ist neu in Münster und Boerne hat mehr Leichen im Keller, als man gemeinhin vermuten würde.
Warnungen: Eigentlich nicht. Eher weniger Gewalt als in einem durchschnittlichen Tatort.
Rating: ab 12

<< zurück zum Wege-Masterpost


~ Kapitel 13 ~

Thiel überließ die Einsatzleitung bei der Gebäudesicherung Rödermark. Zum einen hatte Rödermark mit so etwas wesentlich mehr Erfahrung als er selbst. Und zum anderen sagte ihm sein Instinkt, daß er auf Boerne achtgeben mußte. In der allgemeinen Hektik hatte selbst der LKA-Mann nicht mehr in Frage gestellt, daß Boerne mitkam. Ihm wäre es zwar lieber gewesen, ihn außerhalb der Gefahrenzone zu wissen. Aber er wußte auch, daß Boerne sich nicht wegschicken lassen würde. Dann war es immer noch am sichersten, wenn er ihn in Sichtweite hatte.

Nadeshda kommentierte Boernes Gegenwart auch nicht, während sie zu dritt im Sichtschutz einer Garagenreihe warteten und das Gebäude beobachteten. Sie hatte in einer Blitzaktion Pläne der alten Seilerei beschafft, und jetzt drangen bewaffnete Einsatzkräfte von verschiedenen Enden in das Gebäude ein. Am Hintereingang ist ein Vorhängeschloß aufgebrochen, war Rödermarks letzte Meldung über Funk gewesen. Thiel versuchte, die Hoffnung nicht zu groß werden zu lassen. Das konnte alles bedeuten. Aber ein Seitenblick auf Boerne zeigt ihm, daß Boerne nicht die gleiche Strategie verfolgte. Er berührte ihn leicht an der Schulter, und Boerne wendete kurz den Blick von der Gebäudefront.

  "Was ist?"    

Thiel zögerte. Mach dir nicht zu große Hoffnungen, kam ihm plötzlich grausam vor.

  "Nichts."

Nadeshda sah kurz zu ihnen beiden und dann wieder weg, zu der alten Fabrik. Thiel zog seine Hand zurück und trat nach kurzem Zögern näher an Boerne heran. Nadeshda wußte ja wahrscheinlich sowieso schon, was los war. Und überhaupt war das jetzt seine geringste Sorge. Die Spannung war greifbar. Er konnte spüren, daß Boerne jeden Muskel angespannt hatte, so als müsse er jede Sekunde losrennen. Einen Moment lang zweifelte er daran, daß Boerne ihn überhaupt noch wahrnahm, aber dann lehnte sich der andere leicht gegen ihn und entspannte sich ein klein wenig.

Er wollte gerade seinen Arm um Boerne legen und ihn noch näher ziehen, als eine Bewegung an der Fensterfront vor ihnen sie beide zusammenfahren ließ. Einer aus Rödermarks Mannschaft hatte das Fenster geöffnet und winkte. Boerne machte einen Satz nach vorne und Thiel war heilfroh, daß er in Griffweite war.

  "Noch nicht!"

Boerne warf ihm einen verzweifelten Blick zu, aber er versuchte zum Glück nicht, sich loszureißen. Thiel griff mit der freien Hand nach dem Funkgerät. "Noch eine Sekunde, wenn alles O.K. ist, wird Rödermark -"

Ein Knistern unterbrach ihn.

  "Alles gesichert", kam Rödermarks Meldung über Funk. "Hier ist ein verlassener Raum mit Matratzen, ansonsten alles leer geräumt. Sie scheinen weg zu sein. ... Von dem Jungen bisher noch keine Spur."

Er ließ Boernes Handgelenk los.


***


  "Ist hier jemand?" Seine Stimme hallte durch die leeren Gänge. Die anderen gingen Raum für Raum vor und durchsuchten jeden Winkel, aber Boerne war einfach drauflosgelaufen und er hinterher. Wenn der Junge hier war, würden sie ihn so oder so finden. Für ihn war im Moment nur wichtig, daß er Boerne nicht alleine ließ. Für den Fall, daß sie nur noch Jonas Leiche fanden. "Hallo?!" Vielleicht hatten sie ja Glück. Vielleicht hatte der Junge ja Glück. Vielleicht ...

  "Da war was", sagte Boerne. "Jonas!?"  

Aus der Ferne konnten sie ein schwaches Geräusch hören, ein Rumpeln, als ob etwas umgestoßen worden sei.

  "Jonas!" rief Boerne, während sie beide auf die Geräuschquelle zuliefen.

Die Antwort war schon viel lauter zu hören, und Boerne stürmte los, so schnell, daß er kaum hinterher kam. Der Junge war inzwischen deutlich zu verstehen. Thiel zitterte fast vor Erleichterung und wurde ein bißchen langsamer. Auf drei Sekunden mehr oder weniger kam es jetzt ja auch nicht mehr an. Als er um die nächste Ecke bog, hatte Boerne schon die Tür zu einem Abstellraum aufgerissen und Jonas erreicht.

Thiel blieb schweratmend im Türrahmen stehen. Boerne hatte ein Bündel im Arm, das unkontrolliert weinte. Aber zum Glück schien der Junge unverletzt. Schmutzig und panisch, aber er lebte. In der Ecke des fensterlosen Raumes stand eine leere Wasserflasche, in einer anderen Ecke ein Eimer mit Deckel. Und da lag der Stuhl, den Jonas wohl gegen die Wand geworfen hatte, um sich bemerkbar zu machen.

  "Kannst du ihn losmachen?" sagte Boerne und strich Jonas, der langsam ruhiger wurde, die Haare aus dem Gesicht. "Alles in Ordnung ... ich bin ja da ... wir haben dich gleich hier raus ..." Der Junge nickte, und er trat einen Schritt näher an die beiden heran.

  "Laß mich mal sehen." Er berührte Boernes Arm, eigentlich nur, um eine bessere Sicht auf die Kette zu bekommen, die von der Wand aus zu Jonas Fußgelenk lief. Aber als er spürte, daß Boerne auch zitterte, nicht nur der Junge, konnte er nicht anders als ihn kurz an sich zu ziehen.

  "Alles O.K.?"

  "Ja", murmelte Boerne. "Ich will ihn nur hier raushaben. Und mir sein Bein ansehen können. Und jemand muß Miriam anrufen. Und seinen ... Vater."

  "Ich gebe Bescheid, daß wir ihn haben. Für die Kette brauchen wir Werkzeug. Kann ich euch einen Moment alleine lassen?"

  "Mhm", sagte Boerne und wendete sich wieder dem Jungen zu. "Tut dir was weh?"

  "Durst", murmelte Jonas. "Und das Bein tut weh."

  "Ich bringe Wasser mit."


***


Der Rest war Trubel.

Nadeshda strahlte. Frau Klemm traf wenige Minuten nach der guten Nachricht ein, um sich selbst ein Bild zu machen. Jonas Eltern, sprachlos vor Erleichterung, waren noch vor ihr da.

Rödermark ließ sich dazu hinreißen, ihm auf die Schulter zu klopfen - wenn das Grinsen von einem Ohr zum anderen etwas zu sagen hatte, war sein Kollege wohl auch mehr als erleichtert über den guten Ausgang.

Jonas ging es gut. Er war dehydriert, hatte Schürfwunden am Fußgelenk, einen Finger weniger und war noch etwas durcheinander. Er nannte immer noch Boerne und Perkun Papa, was in diesem Moment aber niemanden störte.

  "Ich kann nicht mehr Gitarrespielen ...", sagte Jonas gerade verzweifelt, als er wieder zu der kleinen Gruppe stieß. "Was soll ich denn jetzt -"

  "Ach, Gürkchen ... Das kannst du doch lernen." Boerne hatte immer noch oder wieder einen Arm um Jonas gelegt.

  "Django Reinhardt hat mit weniger als neun Fingern Gitarre gespielt", ergänzte Perkun.

  "Und Tony Iommi - was der kann, das schaffst du doch locker", sagte Boerne.

  "Hauptsache, du lebst noch - das mit der Gitarre ist doch jetzt wirklich nicht so wichtig." Thiel sah den Blick, den Boerne und Perkun über den Kopf von Jonas Mutter hinweg wechselten und mußte grinsen. Sah ja alles nach einem echten Happy End aus. Er räusperte sich.

  "Wenn alles so weit O.K. ist ... Ich würde gerne mit Jonas reden. Mit den Angaben von Fadenkrämer alleine kommen wir nicht weit."

  "Ferdinand?" fragte Jonas ungläubig. "Was hat denn Ferdinand mit -" Er verstummte, als ihm offenbar bewußt wurde, was das bedeutete.

  "Wir brauchen alles, woran ... Sie sich erinnern." Zum Glück war ihm wieder eingefallen, daß der Junge zwar momentan sehr jung wirkte, aber eigentlich doch schon halbwegs erwachsen war.

  "Gleich", sagte Boerne. "Ich will noch den Verband wechseln und mir seine Hand ansehen." Er hob Jonas Hand hoch, die mit einer früher einmal weißen Binde umwickelt war. Thiel wurde es schlagartig flau im Magen. "O.K. dann, bis später."


***


In dem Raum, in dem die Entführer offenbar gelebt hatten, war die Spurensicherung bereits am Werk. Es sah alles nach einem recht hastigen Aufbruch aus - vielleicht hatten sie ja Glück.

  "Auf dem porösen Untergrund werden sie vermutlich nicht viele Fingerabdrücke sichern können", seufzte Nadeshda neben ihm. "Falls die Entführer überhaupt so unvorsichtig waren und hier ohne Handschuhe unterwegs."

  "Irgendwas ist garantiert da", antwortete er zuversichtlich. "Die haben hier drei Tage gelebt, vermutlich sogar länger. Wenn sie auf Nummer sicher hätten gehen wollen, hätten sie das Gebäude abfackeln müssen."

Nadeshda schauderte. Er wußte, woran sie dachte. Vielleicht würde die Vernehmung von Jonas klären, was die zwei bewegt hatte, ihn am Leben zu lassen und das damit verbundene Risiko einzugehen. Vielleicht hatte er auch einfach nur großes Glück gehabt und die beiden waren nicht skrupellos genug gewesen, um ihn zu töten.

  "Frau Klemm will Sie sprechen", unterbrach Nadeshda seine Gedanken. "Sie will wissen, ob es Informationen gibt, die zurückgehalten werden müssen, oder ob sie einen Pressetermin machen kann."

Thiel seufzte. "Kann Rödermark nicht ... oder Sie ..."

  "Chef ..." Nadeshda sah ihn mit gespielter Empörung an. "Jetzt stellen Sie sich nicht so an. Sie macht auch nur ihren Job."


***


Auf dem Weg zu Frau Klemm stolperte er fast über Miriam Harfenschläger, die in einer Fensternische im Flur saß.

  "Ist was nicht in Ordnung?" Jonas Mutter sah so blaß aus, daß er sich einen Moment lang Sorgen machte. Aber sie winkte ab.

  "Alles O.K. Nur ... die Aufregung, denke ich. Und Karl verarztet gerade Jonas. Ich war bei sowas schon immer schlecht."

Er sah sie fragend an.

  "Blut ... Verletzungen ... Krankheiten ...", ergänzte sie verlegen, und er mußte grinsen. "Harald ist bei Jonas geblieben, dem macht das nichts aus."

  "Ach so."

Sie sah auf, aber nach wenigen Sekunden merkte er, daß sie nicht ihn ansah, sondern ins Leere starrte. "Soll ich vielleicht -"

  "Als er klein war, hat sich auch immer Karl um ihn gekümmert, wenn ihm was gefehlt hat. Das konnte er wirklich gut."

  "Mhm." Er sah sich suchend um, aber niemand sonst war in der Nähe. Frau Klemm würde warten müssen, denn er hatte den Eindruck, daß er Jonas Mutter jetzt lieber nicht alleine hier lassen sollte. "Wollen Sie nicht mitkommen und sich einen Moment hinlegen? Sie sehen gar nicht gut aus."

  "Es geht schon." Sie lehnte sich gegen den Fensterrahmen und schloß die Augen. "Alles in Ordnung. Alles wieder gut. Nur ein Finger weniger." Sie fing an zu lachen. "Er macht sich Sorgen ums Gitarrespielen."

  "Naja ..." Wo war Nadeshda, wenn er sie brauchte? Der Frau ging es gar nicht gut.

  "Entschuldigung."

  "Was?"

Sie wischte sich über die Augen. "Ich wollte Sie nicht erschrecken. Mir geht es wirklich gut."

Er sah sie zweifelnd an. Sie war die ganze Zeit so ruhig und beherrscht gewesen - es wunderte ihn nicht, daß sie jetzt ... ein wenig neben der Spur war.

  "Die zwei haben sich schon länger wieder gesehen", redete Jonas Mutter unvermittelt weiter, und er wußte im ersten Moment gar nicht, was sie meinte. "Ich wußte immer, wenn Karl mich anlügt. Er wird dann verdächtig einsilbig. Das sollten Sie sich merken, wenn es Ihnen noch nicht aufgefallen ist."

  "Ich -"

  "Vielleicht war das damals ein Fehler. Aber ganz ehrlich - ich hatte in dem Moment andere Sorgen, als mir um Karl Gedanken zu machen. Und ich dachte wirklich ..." Sie sah ihn an. "Ich dachte wirklich, daß es für Jonas so besser sein würde. Und er hat ja nach einer Weile nicht mehr von ihm geredet ... Mir ist erst Jahre später aufgefallen, daß er immer noch einen alten Pulli von Karl in seinem Schrank versteckt hat. Aber da war es auch zu spät, um noch -"

  "Hören Sie, Sie müssen mir nichts -"

  "Ich wollte ihm nicht bewußt wehtun." Sie ließ den Kopf hängen. "Aber vielleicht unbewußt. ... Hat er Ihnen erzählt, warum wir uns getrennt haben?"

  "Ich ..." Thiel kapitulierte. Anscheinend kam er um dieses Gespräch nicht herum. "Ja."

  "Ich war verletzt. Und traurig. Und ich habe mir Sorgen um Jonas gemacht. Ich wollte alles richtig machen, aber wahrscheinlich habe ich alles nur schlimmer gemacht."

  "Sowas kann man gar nicht richtig machen", sagte Thiel und dachte an Lukas. Sie sah ihn an. "Geschieden?"

Er nickte.

  "Kinder?"

Thiel seufzte. "Mein Sohn lebt bei seiner Mutter in Neuseeland."

  "Dann wissen Sie ja, wovon ich rede."

Nur zu gut. Wenn er an Boerne dachte und den Abend, an dem er ihn aus der Rechtsmedizin abgeholt hatte ... in dem Moment war er sehr wütend gewesen. Er konnte wenigstens sagen, daß er sein Kind verloren hatte. Boerne war nicht einmal das geblieben. Aber wenn er Jonas Mutter gegenüberstand, war es schwer, das Gefühl aufrechtzuerhalten.

  "Denken Sie nicht, die sollten langsam fertig sein?"

Sie lächelte. "Kein großer Redner, hm?"

  "Ähm ..."

Jonas Mutter stand auf. "Ich habe mich überhaupt nicht bedankt. Dafür, daß Sie Jonas gefunden haben."

  "Sie müssen nicht ... Das ist meine Arbeit."

  "Trotzdem."

Sie sahen sich einen Moment schweigend an, bis Thiel die Nerven verlor. "Vielleicht sollten wir zu den anderen zurück."


***


Bis sie wieder bei Jonas waren, war Boerne tatsächlich fertig und wirkte ziemlich zufrieden. Jonas Hand war frisch verbunden, und der Junge, der bisher unnatürlich aufgekratzt gewesen war, schien nun ziemlich müde zu sein. Seine Mutter ging zu ihm und nahm ihn in den Arm. "Muß das wirklich heute noch sein mit der Vernehmung, Herr Thiel? Ich glaube, Jonas braucht ein bißchen Ruhe."

Eigentlich hatte es nicht wirklich Zeit. Aber Jonas sah aus, als könnte er jede Minute einschlafen. Es hatte wohl nicht viel Sinn, ihn in dem Zustand zu befragen, also nickte er. "Wir sehen uns morgen früh. Heute passiert sowieso nicht mehr viel." Jonas Eltern sahen erleichtert aus. Er sah zu Boerne, der sein Verbandszeug wegräumte. "Kann ich dich mal kurz ... vor der Tür ..."


***


  "Stimmt was nicht?" fragte Boerne, als sie hinaus auf den Flur gegangen waren.

  "Nein ..." Er hatte einfach nur das Bedürfnis gehabt, zwei Minuten mit Boerne alleine zu sein. Zum Glück war Boerne schnell von Begriff, zumindest deutete der verschmitzte Gesichtsausdruck darauf hin. Er streckte sich ein wenig, und -

  "Herr Thiel!"

Thiel rückte hastig von Boerne ab. Verdammt. Die Staatsanwältin. Das hatte er völlig vergessen.

  "Wir hatten noch einen Termin."

  "Ich -"

  "Aber wie's aussieht, fraternisieren Sie lieber mit der Rechtsmedizin." Frau Klemms Stimme klang schneidend.

  "Das wäre aber reichlich inzestuös", kommentierte Boerne ungerührt, während Thiel am liebsten im Boden versunken wäre.

  "Unter vier Augen, wenn wir hier kurz noch mal professionell werden könnten", brummte Frau Klemm, und diesmal schaffte er es zum Glück, Boernes Kommentar zuvorzukommen.

  "Kannst du bitte draußen warten? Dauert nicht lange."

  "Draußen warten", grummelte Boerne, aber er ging tatsächlich zur Tür. "Als ob es hier irgendwas Geheimnisvolles zu besprechen gäbe ..." Die Tür klappte hinter ihm zu und verschluckte den Rest.

  "'tschuldigung", murmelte Thiel. "Ich habe völlig vergessen -"

  "Na da haben Sie sich ja was aufgeladen", sagte die Staatsanwältin. "Aber das geht mich schließlich nichts an."

  "In der Tat", sagte Thiel und warf ihr einen bösen Blick zu.

Die Staatsanwältin sah so aus, als wollte sie etwas ähnlich Giftiges antworten, nur um dann unvermittelt loszuprusten. "Inzestuös ... " Er sah sie ungläubig an. "Entschuldigung." Die Staatsanwältin wischte sich über die Augen und atmete tief durch. "Wo waren wir?"


***


Zwanzig Minuten später war er endlich fertig. Eigentlich war es nicht wirklich nötig gewesen, daß er die ganzen Ereignisse nochmal für Frau Klemm zusammenfaßte. Aber anscheinend hatte die Staatsanwältin das nötig, um zu demonstrieren, wer hier das Sagen hatte. Weil er keine Lust auf lange Diskussionen hatte, hörte er sich auch noch schweigend die Standpauke darüber an, daß er Boerne mitgenommen hatte. Er wäre vermutlich ziemlich sauer gewesen, wenn Frau Klemm nicht mit "gerade weil es sein Junge ist, hätten Sie ihn nicht mitnehmen dürfen", geendet hätte.

Er atmete erleichtert auf, als Frau Klemm gegangen war. Als er zurück in den Nachbarraum ging, war da nur noch Boerne. Er war so leise gewesen, der andere hatte ihn wohl nicht gehört. Eine Sekunde lang blieb er in der Tür stehen und sah zu Boerne, den die Ereignisse nun wohl endgültig eingeholt hatten. Er sah erschöpft aus, wie ausgeknipst. So alt, wie er wirklich war, nicht jünger, wie er sonst oft wirkte. Thiel zog die Tür hinter sich zu, und Boerne blickte auf. Und lächelte.  

Einen Moment lang verschlug es ihm die Sprache, aber dann sagte er:  "Kommst du?"

Boerne nickte.

  "Ist der Junge mit seinen Eltern heim?"

  "Ja."

Es sah nicht so aus, als wollte Boerne dazu noch mehr sagen. Aber es schien ihm gut zu gehen. Während Boerne wieder in Gedanken versank, suchte Thiel nach seiner Jacke, die hier irgendwo sein mußte. Boerne hatte sie benutzt, um Jonas warmzuhalten. Als er endlich fündig geworden war, mußte er Boerne ein paar Mal ansprechen, bis der reagierte.

  "Laß uns nach Hause."

Boernes Gesicht leuchtete auf. Anscheinend hatte er das richtige gesagt.


*** Fin ***


>> zu den Outtakes

Comments

Wow. Hut ab vor deiner Leistung, diese ganze Entführungssache war wirklich spannend.

Über das Techtelmechtel zwischen Thiel und Boerne will ich mal großzügig hinwegsehen, deshalb kann ich sagen, die Geschichte hat mir sehr gefallen. xD

Boerne schien mir persönlich fast die ganze Zeit etwas anders als sonst.. warum? Tja. Jünger war er, hast du selber schon gesagt. Vielleicht auch, weil er durch den ganze Stress so verletzlich war und das auch so oft gezeigt hat, was man eigentlich eben nicht so kennt; aber naja, passt schon. Jonas ist immerhin sowas wie ein Sohn.
Die Geschichte spielt ja im ersten Jahr nachdem Thiel nach Münster gekommen ist, da war er ja noch jung und hat noch nicht so viele ehemalige Kollegen und Verwandte auf dem Tisch gehabt, die ihn im Umgang mit solchen Sachen immer härter machen. ;o)

Mir gefällt die Idee, dass er Jonas so mag, das ist irgendwie schön. Ich kann ihn mir auch gut so vorstellen, hatte ich ja schon gesagt.


Wie immer schaffst du es gut, die Gefühle und die Atmosphäre rüberzubringen. Bei deinen kürzeren Sachen ist das ohnehin grundsätzlich so, aber bei so einer langen muss man das erst einmal schaffen ohne Absacker zwischendurch.

Ein paar Sachen haben mir besonders gut gefallen, in verschiedenen Kapiteln. Es würde zu weit führen, das alles zu kopieren; meist hatte es mit der Beschreibung von Thiels Sicht auf Boernes jeweiligen Zustand zu tun. Das war immer recht berührend. Eine Stelle hat Vera schon rausgepickt, das mit der Verletzlichkeit, das ist mir auch gleich ins Auge (und ins Herz) gesprungen.
Alberich ist wie immer ein Schatz, die hätte ruhig mehr da sein können. Nadeshda kannst du auch gut.

In diesem letzten Schwung finde ich die Kiste schön, die Idee dieses Schnappschusses; ich habe das Bild förmlich vor Augen. Süß. Ich denke, beide haben gestrahlt.
Und Miriam - tja, die Situation damals war sicher unangenehm, das muss ich mir immer ganz bewusst machen, denn eigentlich möchte ich ihr eine schallern (und Boerne dafür, was der Trottel gemacht hat; was hat er sich selber damit genommen. Aber naja, jetzt hat er ja Thiel. *facepalm*)
Miriams Entscheidung war im Nachhinein betrachtet wohl nicht richtig... und irgendwie scheint sie das ja selber inzwischen eingesehen zu haben, was es für sie im Moment auch nicht gerade leicht machen sollte.


Die Staatsanwältin gefällt mir ehrlich gesagt nicht in dieser Geschichte. Sie ist mir zu fies und zu kaltschnäuzig. Aber wahrscheinlich hätten die Drehbuchschreiber sie ähnlich angelegt, während ich ihr gerne einmal einen weichen Kern unterjuble.
Und so ganz sicher bin ich mir nicht, was diesen ersten Selbstmord/Schrein/Liebeskram anging. War der denn für diese Geschichte eigentlich wirklich nötig?


Und habe ich die Bilder von Farfie irgendwie übersehen?

Ich schau wieder rein und werde das über Weihnachten alles noch einmal lesen und dann überall meine Lieblingsstellen markieren.
Sei du jetzt erst mal gehörig stolz auf dich! Vielen Dank dass wir mitfiebern durften!!!




Ich freue mich, daß es Dir gefallen hat - obwohl die Liebesgeschichte hier doch sehr im Vordergrund gestanden hat ;) Mit Sicherheit habe ich mir in dieser Geschichte größere Freiheiten mit den Charakteren genommen als sonst. Gerade Boerne ist mehr mein Boerne als der Original-Boerne. Deshalb hat er auch soviel Drama in seiner Vergangenheit verpaßt bekommen ...

Eigentlich mag ich alle meine Charaktere - es fällt mir schwer, jemand wirklich ganz und gar unsympathisch zu schreiben. Miriam mag ich besonders, ich denke, deshalb hat sie auch noch eine Schlußszene mit Thiel bekommen. Und auch die Staatsanwältin - tut mir leid, wenn sie unsympathisch rübergekommen ist. Ich denke, sie ist ein wenig schroff und hat natürlich auch v.a. die Arbeit im Blick, aber deshalb ist sie nicht gefühllos.

Was die zwei Teile angeht - das ist sicher das größte Problem des Textes. In einem "professionellen" Text hätte man wohl kaum zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben. Oder der erste dürfte nur ganz kurz sein, so eine Art Prolog. Aber da ich nicht in der Lage bin, so einen Text richtig durchzuplanen, sondern wild drauflosschreibe ... da passiert dann sowas ;)

Für die Liebesgeschichte war der erste Fall allerdings auch nicht ganz unwichtig, ich brauchte erstmal eine Situation, die noch nicht so dramatisch ist wie die Entführung, damit man die Figuren in ihrem "normalen" Verhalten kennenlernt. Glaube ich wenigstens, wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke ;) Trotzdem würde ich, wenn ich mich jemals nochmmal an was längerem versuchen sollte, mich wohl auf eine zusammenhängende Nebenhandlung zu konzentrieren versuchen.

Und zu guter letzt
Aber naja, jetzt hat er ja Thiel.
*snicker*
Das bringt den Kern der Geschichte auf den Punkt :)
Da hat Boerne ja mal wieder mit seinem großen Wissen (Tallöl!) mächtig zur Rettung beigetragen. Sehr schön! :)

Aber "Gürkchen" geht ja wohl gar nicht. ;)

Das sollten Sie sich merken, wenn es Ihnen noch nicht aufgefallen ist.

Da weiß aber mittlerweile wirklich jeder bescheid, wie? ;)

"Aber wie's aussieht, fraternisieren Sie lieber mit der Rechtsmedizin." Frau Klemms Stimme klang schneidend.

Frau Klemm ist einfach spitze.

Endlich - das Happy End! :)

Eine tolle Geschichte. Ich bin wirklich begeistert, dass Du das schaffst, sowohl die Krimihandlung als auch die Entwicklung zwischen Thiel und Boerne so lange parallel zu entwickeln, weil es bei mir schon bei den Vorüberlegungen für solch eine lange Geschichte scheitert.

Ich freue mich darauf, Deine Fanfic in ein paar Tagen nochmal in Gänze zu lesen. :)
Schön, daß es Dir gefallen hat! :) Ich war ja schon ein wenig nervös, muß ich zugeben ...

Irgendetwas zu finden, womit Boerne glänzen kann bei der Lösung des Falls - das hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Wobei ich überhaupt nicht weiß, ob man Tallöl so einfach durch einen Analyse bestimmen kann - das ist eine organische Substanz, die vermutlich aus diversen Einzelstoffen besteht. Aber egal, so tief wollte ich da dann auch nicht einsteigen ... Das Zeug findet man jedenfalls in Hydroment und weiß der Himmel wo sonst noch.

Frau Klemm ist einfach spitze.
:)
Die spitzen Bemerkungen kann sie nicht lassen. Aber ich glaube, im Grunde freut sie sich auch ...

Ich werde nach Weihnachten dann erst mal die Boerne-POV-Schnipsel veröffentlichen, die es zu dem text noch gibt. Und dann irgendwann im neuen Jahr hoffentlich den Epilog.
Ich hatte noch nie von Tallöl und Hydroment gehört. Mich haben Boerne und Du damit auf jeden Fall beeindruckt. :)

Klingt super! Da haben wir ja etwas, worauf wir uns freuen können!
Zu diesem Kapitel habe ich mich ja bereits einmal lang und breit geäußert.
Trotzdem bin ich grad so im flow, da geht noch was...

Gleich der ganze erste Absatz ist wieder genial. Thiel, der die Hoffnung nicht zu groß werden lassen will, Boerne, der sich komplett gegensätzlich verhält... das passt sehr gut zu den jeweiligen Charakteren.
Sehr schön das hier:
Thiel zog seine Hand zurück und trat nach kurzem Zögern näher an Boerne heran. Nadeshda wußte ja wahrscheinlich sowieso schon, was los war. Und überhaupt war das jetzt seine geringste Sorge. Die Spannung war greifbar. Er konnte spüren, daß Boerne jeden Muskel angespannt hatte, so als müsse er jede Sekunde losrennen. Einen Moment lang zweifelte er daran, daß Boerne ihn überhaupt noch wahrnahm, aber dann lehnte sich der andere leicht gegen ihn und entspannte sich ein klein wenig.
Endlich wird Thiel mal (in der Öffentlichkeit) aktiv und bietet sozusagen seine Hilfe an; und es ist genau das richtige, Boerne tut es gut. Wird Zeit, dass Thiel sich nicht mehr versteckt.

Für ihn war im Moment nur wichtig, daß er Boerne nicht alleine ließ. Für den Fall, daß sie nur noch Jonas Leiche fanden.
Ich hatte ja die ganze Zeit die Hoffnung, dass du niemanden sterben läßt. (Wobei du mit Susanne neulich ja doch plötzlich einen großen Schritt in diese Richtung gegangen bist. Da habe ich gehörig gestaunt. Zum Glück war das NACH dieser Geschichte, sonst hätte ich mir noch wesentlich mehr Sorgen gemacht)
Es ist wie immer schön, wie Thiel sich kümmert, wie wichtig ihm Boernes Wohlergehen ist. Dies gehört auch ganz klar in die Kategorie:
Aber als er spürte, daß Boerne auch zitterte, nicht nur der Junge, konnte er nicht anders als ihn kurz an sich zu ziehen.

Rödermark ließ sich dazu hinreißen, ihm auf die Schulter zu klopfen - wenn das Grinsen von einem Ohr zum anderen etwas zu sagen hatte, war sein Kollege wohl auch mehr als erleichtert über den guten Ausgang.
Also hier ist er sogar mir ansatzweise sympathisch

Ach, Gürkchen...
Wenn es in dieser Geschichte eine Sache gibt, die ABSOLUT NICHT GEHT, dann ist es das hier.
Was um alles in der Welt hast du dir dabei gedacht??? *kreisch* *geier* *auf-dem-Boden-wälz*

Naja, und der Abschluß ist einfach nur schön. Endlich kehrt wohlverdiente Ruhe ein.
Eine Sekunde lang blieb er in der Tür stehen und sah zu Boerne, den die Ereignisse nun wohl endgültig eingeholt hatten. Er sah erschöpft aus, wie ausgeknipst. So alt, wie er wirklich war, nicht jünger, wie er sonst oft wirkte.
Interessanterweise finde ich auch, das Boerne gerade in den früheren Folgen tatsächlich wesentlich jünger wirkt, als er ist.
In einigen späteren auch noch, aber nicht mehr ganz so; sie haben ihn doch ziemlich verändert im Laufe der Jahre. Diese unglaubliche Energie, die ihn in meinen Augen so jugendlich wirken läßt, die findet sich am ehesten in den ersten Folgen
Boerne blickte auf. Und lächelte.
hach =D

Während Boerne wieder in Gedanken versank, suchte Thiel nach seiner Jacke, die hier irgendwo sein mußte. Boerne hatte sie benutzt, um Jonas warmzuhalten. Als er endlich fündig geworden war, mußte er Boerne ein paar Mal ansprechen, bis der reagierte.
"Laß uns nach Hause."
Boernes Gesicht leuchtete auf. Anscheinend hatte er das richtige gesagt.

Ein schlichtes, aber gerade dadurch wirklich sehr sehr schönes Ende.
Ich würde sagen, da braucht jemand unbedingt eine Pause. Aber zum Glück hat er ja Thiel. Der wird sich schon darum kümmern.

Ich würde sehr sehr gerne irgendwann einen Epilog lesen.

So, jetzt habe ich meinen Mann und meine Kinder über Stunden ignoriert, um dich totzulabern.
Jetzt muss ich Radfahren, sonst krieg' ich ne Thrombose vom vielen Sitzen. Für einen Bürojob wäre ich nicht geeignet, soviel steht fest.
Bis dann!





Ah, das war super! Ich wage mich so selten an deutsche Fanfic, aber nach gestern habe ich einfach Fanfic gebraucht und diese ist perfekt.

Ich mag, dass es tatsächlich um ihre Arbeit geht und trotz den vom Canon unterschiedlichen Ansätzen, sind die beiden so IC, das ist wunderbar.

Leider fällt mir gerade nicht mehr sinnvolleres als SQUEE ein (Beim nächsten lesen vielleicht).
Danke!
Leider fällt mir gerade nicht mehr sinnvolleres als SQUEE ein
Das reicht völlig :)

Ich hab' ja viel Unsinn geschrieben, aber hier hab' ich mir echt Mühe* gegeben und mein Herzblut hängt daran. Freut mich sehr, daß Dir die Geschichte gefallen hat.

aber nach gestern habe ich einfach Fanfic gebraucht
Kann ich gut nachfühlen!

Deutsche Fanfic habe ich auch lange links liegen lassen, aber seit ich hier unterwegs bin, habe ich einiges sehr schönes gefunden, im Tatort-Fandom, aber auch über deutsch_fandom, deutsch_bigbang etc.

* Vor allem, was die Arbeit und die Fälle angeht. Meistens fallen sie bei mir ja auch einfach nur ins Bett *hust*
Also es ist nicht so, als ob ich nicht auch die schnelle ins Bettfall-Nummer lesen würde... (leider sind die gut gesichert hier), schließlich gibt einem der Tatort schon ab und an so eine gewisse Portion UST mit.

Ja, ich gehöre in das "sie streiten sich, sie lieben sich" Team (Harry/Draco, Steve/Tony), aber es ist eben auch sehr schön zu lesen, wie sie das überwinden und die Gegensätze dennoch erhalten bleiben.

Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat von engl. auf dt. Fanfic umzuschalten, ist es eigentlich sehr toll, aber ich bin irgendwie von ff.de gebrandmarkt und erst mal vorsichtig, aber beim bigbang hab ich jedenfalls mal ein paar gute Avengers fanfics gesehen, an Tatort hab ich mich bisher nicht so getraut.
Also es ist nicht so, als ob ich nicht auch die schnelle ins Bettfall-Nummer lesen würde...
Na dann bin ich beruhigt ;) Mittlerweile kannst Du die dann ja auch lesen. Fürs ganz frei in die Welt werfen isses mir dann doch irgendwie zu peinlich ... eigentlich albern, denn Münster Slash liest so oder so nur eine sehr überschaubare Menge von Leuten (aka Frauen).

Mir haben es auch die Gegensatzpaare angetan - so weit ich zurückdenken kann. Selbst wenn ich mal ein gemischtgeschlechtliches Pairing shippe, was wirklich selten vorkommt, fallen die in die Kategorie. Und in der Hinsicht sind Thiel und Boerne natürlich perfekt :) Von UST ganz zu schweigen ...

Du hast sicher die Sachen von Ayascythe gelesen, oder? Grandios. Ich hab' mich da letztes Jahr so festgelesen, daß ich mich hinterher durch Marvel-Film-Universum geschaut habe.

Bei den Tatort-ffs ist die Qualität durchgehend recht hoch, finde ich. Liegt vielleicht daran, daß die meisten ein bißchen älter sind, während auf ff.de doch auch recht viele Kinder schreiben. Wobei ich auch schon von Kindern T/B betagelesen habe, sehr merkwürdiges Gefühl ;) Aber irgendwie niedlich. Ich schweife ab, sorry ... Wenn Du Ihre Sachen noch nicht kennst, lege ich Dir die Geschichten von cara_melodi ans Herz. Immer noch meine liebsten T/B-Geschichten. Aber auch ansonsten gibt es viel schönes, ich habe bei mir eine Übersicht angelegt (die ich mal aktualisieren könnte ...)

In diesem Sinne - viel Spaß!
Und wieso habe ich Dich eigentlich nie zurückgefreundet? Ich sehe Dich gerade auf meiner Freundesliste ...