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BT_Wandern

April 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Eine Frage der Übung

Rating: P 16

Genre: Slash, First Time, Humor

Handlung: Manchmal lohnt es sich, etwas Neues auszuprobieren. Das war's auch schon :)

Warnungen: Nur vor übermäßigem Alkoholgenuß. Das führt nur in der Fiktion zu einem guten Ende und ist ansonsten nicht geeignet, Probleme zu lösen.

Länge: ca. 2400 Wörter


Noch ohne Beta, und wenig durchdacht. Die Idee spukte mir seit Irus Geschichte zu Herrenabend im Kopf herum. Über Rückmeldungen und Korrekturen würde ich mich freuen, bevor ich den Text veröffentliche. Einzelnen Teile sind mit großem zeitlichen Abstand geschrieben worden, und ich bin nicht sicher, ob die Stimmung durchgängig ist.


21.8.: Wird freigegeben, nachdem es bisher keine große Kritik gegeben hat :)



Eine Frage der Übung (aka "Der Alkohol, das Mißverständnis und ein sehr gutes Ende")


Eigentlich war sein Plan für die heutige Abendgestaltung und den Start ins Wochenende eine Tatort-Wiederholung und dazu ein Bier gewesen. Aber dann war er kurz vor Feierabend einem überaus gut gelaunten Boerne über den Weg gelaufen, der selbst für seine Verhältnisse außergewöhnlich aufgedreht war. Boerne hatte was von einem Artikel gefaselt, den er in einer rechtsmedizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht hatte und der, wenn man seinen Worten Glauben schenkte, alle Probleme der Menschheit lösen würde. Oder so was in der Art. Worum es inhaltlich ging, konnte Thiel nicht wirklich nachvollziehen, aber nach einiger Zeit verstand er immerhin, daß Boernes gute Laune nicht unwesentlich damit zusammenhing, daß er die These eines geschätzten Kollegen widerlegen konnte. Wobei man "geschätzter Kollege" in Boernes Welt mit "Rivale" und "widerlegen" mit "in der Luft zerfetzen" ersetzen konnte.


Wie auch immer, Boernes selbsterklärter Erfolg führte jedenfalls dazu, daß er Frau Haller und Thiel zur Feier des Tages zum Essen einlud. Thiel fand den Wind, den Boerne um die Frage, ob man den Todeszeitpunkt nun mit dieser oder jener Methode genauer feststellen konnte, zwar etwas übertrieben, aber andererseits war ein Essen bei Münsters angesagtestem Italiener nicht zu verachten. Das schlug Käsebrot, Bier und einen alten Tatort doch um Längen. Und Boerne war zwar sonst oft genug anstrengend, in dieser Stimmung aber gerade sehr unterhaltsam. Und Frau Haller war eigentlich immer angenehme Gesellschaft. Thiel mochte den trockenen Humor der Rechtsmedizinerin. Außerdem kannte er kaum jemanden, der so ausgeglichen war. Das war aber auch überlebensnotwenig, sonst war es mit Boerne als Chef sicher nicht auszuhalten. Jedenfalls ... er ging mit.


Der Abend wurde wirklich nett. Erstklassiges Essen, und von Frau Hallers Taktik im Umgang mit Boerne konnte man noch einiges lernen. Vielleicht sollte er sie bei Gelegenheit mal nach Tips fragen, wie sie es schaffte, den Redefluß ihres Chefs zu stoppen. Sie verließen das "Da Bruno" reichlich spät. Genaugenommen waren sie die letzten Gäste und der Wirt hatte schon dezent angedeutet, daß die Belegschaft jetzt gerne auch langsam Feierabend machen wollte, so daß sie widerwillig aufbrachen.


  "Und jetzt?" fragte Frau Haller vor der Tür. "So jung kommen wir nicht mehr zusammen ..."


  "Wir könnten bei mir noch was trinken", bot Thiel an. "Die Kollegen haben mir Wein zum letzten Geburtstag geschenkt, und alleine mache ich den ja doch nicht auf."


Boerne sah ihn skeptisch an. "Wer aus Ihrer Mannschaft hat den denn ausgesucht? Hoffentlich nicht Meier III?"


  "Jetzt beschweren Sie sich nicht schon, bevor Sie überhaupt wissen, was es gibt!"


  "Ich wollte nur sichergehen ..."


  "Chef! Die richtige Antwort ist 'Vielen Dank für die Einladung, die ich gerne annehme' - und jetzt kommen Sie schon endlich, ich habe keine Lust, mir noch ewig hier in der Kälte was abzufrieren!" Thiel mußte grinsen, als er Boernes verdutzten und leicht beleidigten Gesichtsausdruck sah. Er sollte definitiv mehr mit den beiden gemeinsam unternehmen.




***




  "Wollen Sie noch ein Glas?"


  "Nein, danke. Ich hatte schon mehr als genug ... ich glaube, ich rufe lieber langsam mal ein Taxi."


Während Frau Haller sich ein Taxi bestellte, holte Thiel eine weitere Flasche aus der Küche. Aus dem Etikett wurde er zwar nicht ganz schlau, aber Boerne würde sich schon beschweren, wenn der Wein nicht zum vorherigen paßte. "Wollen Sie ..." In der Tür hob er den Blick wieder von der Flasche und stutzte. "Boerne?"


Frau Haller kicherte. "Der hatte auf jeden Fall genug ..." Sie stupste Boerne an. "Chef! Wachwerden! Wir machen Schluß für heute."


  "Sie können auch hier schlafen, wenn Sie wollen", sagte Thiel, ohne weiter nachzudenken. Schließlich war er ein fürsorglicher Gastgeber.


  "Nein, nein ...", murmelte der andere. "Ich werde doch nicht auf Ihrer alten Couch übernachten, wenn mein Bett nur ... Luftlinie ... 20 Meter oder so entfernt ist." Thiel beobachtete amüsiert, wie Boerne versuchte, in gerader Linie zur Zimmertür zu kommen.


  "Soll ich Sie vielleicht nach Hause bringen?"


  "Sehr ... zuvorkommend. Aber das schaffe ich noch. Gnädigste ... vielen Dank für den schönen Abend."
Frau Haller bekam einen formvollendeten Handkuß und grinste. "Gleichfalls. Passen Sie auf sich auf auf dem Heimweg."


Als Boerne auf ihn zukam, dachte Thiel im ersten Moment, der andere sei so betrunken, daß er ernsthafte Orientierungsprobleme hatte. Aber ehe er sich versah, hatte ihn Boerne schon um die Taille gefaßt und ihm einen Kuß auf die Wange gedrückt, als sei das das Selbstverständlichste auf der Welt. "Gute Nacht, Thiel." Und damit war er aus der Tür. Thiel war selbst nicht mehr ganz nüchtern, sonst hätte er bestimmt irgendwie reagiert. So starrte er Boerne einfach nur verwirrt nach, während er hinter sich Frau Haller wieder lachen hörte.


  "Ich werde wohl alle Hoffnung fahren lassen müssen - er mag Sie eindeutig lieber als mich. Ich habe nur einen Handkuß bekommen ..."


Als er sich umdrehte, sah er, daß sie einen unechten betrübten Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte. Ihm war aber gar nicht nach Scherzen zumute. Eher fühlte er sich schlagartig wieder nüchtern.


  "Was war das denn?"


  "Ach, kommen Sie, Thiel. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, daß Boerne ein bißchen zur Überschwenglichkeit neigt, wenn er was getrunken hat?"


  "Überschwenglich? Das ist doch sein Normalzustand ..."


  "Nein, unter Alkoholeinfluß geht's noch schlimmer, glauben Sie mir." Frau Haller schien jetzt erst zu merken, daß er ernsthaft verwirrt war. "Machen Sie sich keine Gedanken, das hat nichts zu bedeuten. Und morgen hat er's garantiert vergessen." Bevor er nachfragen konnte, was sie genau mit "das hat nichts zu bedeuten" meinte, wurden sie durch die Türklingel unterbrochen.


  "Das wird mein Taxi sein. Machen Sie's gut, Thiel, und danke für die Einladung."


  "Tschüß ..."




***




Als Thiel am nächsten Morgen wach wurde, fühlte er sich nicht so gut. Die Zeiten, in denen er größere Mengen Alkohol vertragen hatte, lagen auch schon eine Weile zurück. Und besonders gut geschlafen hatte er ebenfalls nicht. Obwohl es gestern ziemlich spät geworden war, hatte er sich noch lange, nachdem die beiden andern aufgebrochen waren, wach im Bett gewälzt. Seine Gedanken hatten sich unentwegt im Kreis gedreht und endeten immer wieder an dem Punkt, an dem Boerne auf ihn zu gekommen war. Warum ihn das so beunruhigte, wußte er auch nicht. Es war ja nichts wirklich ... Bedenkliches passiert. Persönliche Grenzen ignorierte Boerne ja in der Tat schon nüchtern gerne. Vermutlich war das nur irgendwie nett gemeint gewesen. Und daß Boerne übers Ziel hinaus schoß, war an sich auch nicht ungewöhnlich. Vermutlich hatte das überhaupt nichts zu bedeuten, außer daß Boerne ziemlich betrunken gewesen war. Und selbst wenn ... nein, das war wirklich Unsinn. Er war sich ziemlich sicher, daß Boerne überhaupt nicht nachgedacht hatte.


Die Frage, ob sich Boerne bei der Aktion etwas gedacht hatte und wenn ja was, ließ sich einfach nicht abstellen. Nicht beim Duschen, und auch nicht beim Kaffee. Wenigstens fühlte er sich inzwischen wieder fitter. Vielleicht sollte er heute mal eins der Projekte im Haushalt in Angriff nehmen, die er seit Wochen und Monaten vor sich her schob. Fenster putzen zum Beispiel. Es wurde schon kaum noch hell in der Wohnung. Oder er sah bei Boerne vorbei und fragte ihn, wie er dazu kam ... so etwas zu tun. Er gab sich einen Ruck und stand auf. Zumindest sollte er überprüfen, ob Boerne die letzte Nacht gut überstanden hatte. Und dabei konnte er ja beiläufig und unauffällig herausfinden, woran sich der andere überhaupt noch erinnerte.




***




Er mußte recht lange klingeln, bevor sich in der Wohnung etwas rührte. Ein kleiner Teil von ihm dachte mit Genugtuung, daß es längstens an der Zeit war, sich für die vielen Male zu revanchieren, die Boerne ihn schon zu unmöglichen Zeiten aus dem Bett geholt hatte. Als der andere dann endlich die Tür öffnete und ihm ein mißmutiges "Was wollen Sie denn hier um diese Zeit?" an den Kopf warf, hatte er aber schon fast wieder Mitleid mit ihm. Boerne sah reichlich mitgenommen aus. Wie man eben aussah, wenn man verkatert aus dem Bett geklingelt wurde.


  "Ich wollte nur sehen, ob Sie die letzte Nacht gut überstanden haben."


Boerne seufzte und rieb sich den Nacken. "Stoppen Sie mich das nächste Mal bloß, wenn ich denke es gäbe was zu feiern."


Thiel mußte grinsen. "Wollen Sie einen Kaffee zum Wachwerden?"


  "Mhm ... wie spät ist es eigentlich?"


  "Halb zehn."


  "Bei Ihnen?"


  "Was?"


  "Kaffee."


  "Natürlich, oder sehen Sie eine Kaffeekanne in meiner Hand?" Boerne fixierte ihn, als müsse er sich erst einmal davon überzeugen, daß er wirklich keinen Kaffee dabei hatte, und ging dann ohne ein weiteres Wort an Thiel vorbei in dessen Wohnung. Noch nicht ganz da, der Herr Professor, dachte Thiel amüsiert, als er Boernes Tür wieder schloß und ihm zurück in seine eigene Wohnung folgte.




***




Als Boerne die Tasse Kaffee, die er vor ihm abstellte, nur mit einem Grummeln begrüßte, konnte er sich einen Kommentar nicht verkneifen.


  "Ihnen geht's wohl nicht so gut?"


  "Miserabel. Was haben Sie uns da gestern Abend eigentlich vorgesetzt?"


  "Gestern haben Sie sich nicht beschwert ... sondern die zweite Flasche fast alleine geleert."


  "Der Alkohol muß mein Urteilsvermögen getrübt haben."


  "Scheint so ... erinnern Sie sich eigentlich noch an das Ende des Abends?"


  "Nicht wirklich. Wieso?"


  "Ach ... gar nichts."


  "Thiel ... diesen Gesichtsausdruck kenne ich ... Sie verschweigen mir doch was!" Boerne hatte inzwischen einen Schluck Kaffee genommen und wirkte schlagartig viel wacher. Und beunruhigt.


  "Jetzt übertreiben Sie nicht so maßlos ..."


  "Habe ich irgendwas Peinliches getan?"


  "Nein ... nein, überhaupt nicht. Ich hab' Sie nur auf den Arm genommen."


  "Hatte Alberich ihre Kamera dabei?"


  "Wieso ... was soll denn die Frage?" Boerne ruderte hastig wieder zurück. "Vergessen Sie einfach, daß ich das gefragt habe. Und sagen Sie mir lieber, was passiert ist."


Vielleicht wäre es besser gewesen, die Sache ruhen zu lassen. Thiel wußte nicht genau, warum er überhaupt davon angefangen hatte. Aber jetzt hatte Boerne Verdacht geschöpft und würde keine Ruhe geben, ehe er nicht wußte, was passiert war.


  "Sie haben mich geküßt."


  "Garantiert nicht!" Boerne war blaß geworden. "So betrunken kann ich gar nicht sein."


Das versetzte ihm dann doch einen kleinen Stich. "Haben Sie wohl! Ich kann Frau Haller als Zeugin auffahren!" Boerne sah richtig entsetzt aus, das fand er nun schon übertrieben. Der andere hatte die Brille abgenommen und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht. "Das ... tut mir sehr leid. Wenn ich nicht ... ich muß wirklich ziemlich betrunken gewesen sein, sonst wäre ich Ihnen nie zu nahe getreten. Das müssen Sie mir glauben, Thiel."


Zu nahe getreten? Wovon redete Boerne da überhaupt? "Jetzt kriegen Sie sich mal wieder ein, so schlimm war das ja nun auch wieder nicht."


  "Nicht schlimm?" Boerne sah ihn überrascht an. "Was ... könnten Sie mir bitte sagen, was ich genau gemacht habe?" Langsam hatte er das Gefühl, daß sie gründlich aneinander vorbei geredet hatten. "Sie haben mir ... naja, einen Gutenachtkuß gegeben. Auf die Wange. Was dachten Sie denn?" Boernes Gesichtsfarbe war inzwischen von unnatürlich weiß zu einem doch recht rosigen Ton gewechselt.


  "Vielleicht könnten Sie sich beim nächsten Mal um eine etwas präzisiere Wortwahl bemühen ..." Thiel starrte den andern an, der von Sekunde zu Sekunde verlegener wirkte. Hätte er das Thema bloß nicht angesprochen! Boerne hatte sich ja wirklich an nichts erinnert, und wenn er nicht in der Geschichte herumgestochert hätte, wäre ihnen beiden dieser peinliche Moment erspart geblieben.


  "Ist ja ... nix passiert", antwortete er schließlich ziemlich schwach.


Boerne sah ihn nicht an und räusperte sich. "Dann ist ... alles in Ordnung, oder?"


  "Ja. Alles O.K." Nur daß ihm jetzt Bilder im Kopf herumgeisterten, die nichts mit den Ereignissen des letzten Abends zu tun hatten, und die er überhaupt nicht brauchen konnte. "Ich .. ähm ... ich muß dann auch langsam los. Ich hab' noch ... zu tun. Sie können ja einfach den Kaffee mitnehmen, und ..."


  "Thiel?" Er sah zu Boerne hinüber, der plötzlich viel entschlossener klang.


  "Ist noch was?"  Boerne zögerte kurz, aber er wandte den Blick nicht wieder ab. "Sind Sie eigentlich überhaupt nicht neugierig ... ich meine ..."


Er wußte, daß er einfach nur 'Nein danke' hätte sagen müssen, aber ... er war neugierig. Seit diesem Moment gestern Abend, als er Boernes Lippen auf seiner Wange gespürt und sich unwillkürlich in diese halbe Umarmung gelehnt hatte, fragte er sich, wie sich ein richtiger Kuß angefühlt hätte. Boerne deutete sein Zögern richtig und machte einen entschlossenen Schritt auf ihn zu. Und dann ging alles plötzlich ziemlich schnell - Boerne zog ihn zu sich und küßte ihn kurz und gründlich.


Als ihn der andere wieder los ließ, war er aber immer noch nicht schlauer als vorher. Er sah Boerne zweifelnd an, der auch nicht gerade glücklich wirkte. "Vielleicht sollten wir das doch lieber lassen ..."


Boerne setzte sich wieder auf die Couch. "Das war ... nicht so wirklich überzeugend."


Thiel fühlte sich ratlos. Irgendwie hatte er sich das anders vorgestellt. Er setzte sich neben Boerne. "Ist vielleicht auch besser so."


Boerne sah auf ihre Hände hinunter, und Thiel wurde erst jetzt bewußt, daß er nach der Hand des anderen gegriffen hatte. Er wollte ihn wieder loslassen, aber irgendetwas hinderte ihn daran. Das fühlte sich gerade ziemlich gut und richtig an. Und vertraut. Und nicht so merkwürdig, wie ... der Kuß eben.


  "Vielleicht fehlt uns nur ein wenig Übung?" Boerne klang zaghaft. Trotzdem war das natürlich ein unsinniger Einwand.


  "Ich bin 46. Ich habe wirklich genug Übung im Küssen."


  "Aber nicht mit mir ..."


  "Das stimmt auch wieder ..." Als Boerne diesmal näher kam, schloß er gleich die Augen und versuchte sich zu entspannen. Trotzdem zuckte er bei der ersten Berührung zusammen. Das war Boernes Hand, die seinen Kopf ein wenig zur Seite drehte und dabei mit dem Daumen vorsichtig über seine Lippen strich. Und dann spürte er Boernes Lippen auf seinen, sanft und fast spielerisch ... und eh er sich versah, hielt er den anderen fest und küßte ihn, als ginge es um Leben und Tod.


Als er nach Luft schnappen und Boerne loslassen mußte, drehte sich alles um ihn. Vielleicht war es doch keine gute Idee, solche Experimente verkatert anzugehen. Zum Glück zog ihn Boerne zurück, und als er den Kopf an die Schulter des andern lehnte, kam die Welt wieder zum Stillstand.


  "Besser?"


  "Ich ... ich denke, wenn wir noch eine Weile weiter üben, wird das richtig gut."


Boerne grinste. "Sag ich doch."


> hier geht's zu Teil 2

Comments

My German is too rusty to be able to offer any constructive critisism, but I liked the story. Alcohol is always good in combination with Boerne (maybe we should hold a 'drunken-Boerne ficathon')and I'm sure are boys will find many instances to practise this new activity!
Thank you :)

maybe we should hold a 'drunken-Boerne ficathon'
that's a nice idea ... he's hyper most of the time when he's sober and should be worse when he's drunk ...

to practise this new activity
that's open to your imagination ;) One of my choices as titel was "Übung macht den Meister" (practice makes perfect?) but I thought this really too silly. But anyway ... they're going to practice a lot ...




Die Story hat mir wie immer sehr gut gefallen und YAY! für drunken!Boerne :D

Was mich allerdings sehr interessiert: "Hatte Alberich ihre Kamera dabei?" Was genau hat es damit auf sich? Videokamera oder normale Fotokamera? Was weiß Boerne (bzw. Alberich), was wir nicht wissen? D:

Was die Schlussszene angeht, da brauch ich wohl nicht viel zu sagen. Wenn die Leserin selbst so ein leichtes Kribbeln im Bauch spürt, dann hat die Autorin alles richtig gemacht ; )
Hallo und danke! Freut mich, daß Du die Geschichte magst :)

Alberich & die Kamera:
Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden ... oder auch nicht ;) Die Anspielung ist schon so gemeint, wie Du sie verstanden hast - Alberich hat tatsächlich beslastende Fotos / Videoaufnahmen gegen Boerne in der Hand. Welcher Art die sind, da kannst Du Deiner Phantasie freien Lauf lassen ... zumindest weiß sie, wovon sie redet, wenn sie sich über Boerne im betrunkenen Zustand ausläßt ;)

Wenn die Leserin selbst so ein leichtes Kribbeln im Bauch spürt, dann hat die Autorin alles richtig gemacht
So soll es sein! Kribbeln = gut gegangen, Peinliche Berührtheit = glatter Fehlschlag -> zum Glück ist es das erstere geworden, zumindest bei Dir :)

Bin heute in einer kinky Stimmung und schreibe an einem Text von der Art, der hier wohl nur friends locked veröffentlicht werden wird ...
Endlich komme ich auch hier zum Kommentieren ...

Jedenfalls ... er ging mit.
Thiels Gedankengänge im ersten Teil sind einfach perfekt. Ich weiß nicht, wie du es immer wieder schaffst, ihn so typisch klingen zulassen, während er doch gar nicht redet.

Alberich gefällt mir super; ich mag ihren Humor auch im TV sehr. Dass sie anbietet, Boerne nach Hause zu bringen ... :-) Ich finde ja eh, dass der Münster-Tatort nur geniale Frauen hat. Und dass Thiel bei ihr den Umgang mit Boerne abguckt, glaube ich sofort.
Er sollte definitiv mehr mit den beiden gemeinsam unternehmen.
Ja, bitte !

Boerne ist dir - durch Thiels Augen - auch sehr gut gelungen, ich kann ihn so richtig vor mir sehen:
"Überschwenglich? Das ist doch sein Normalzustand ..." Sehr gute Beschreibung *grins*

Er war sich ziemlich sicher, daß Boerne überhaupt nicht nachgedacht hatte.
Und recht hat er. Aber dafür denkt Thiel gerade ziemlich viel nach, und du hast seine um Boernes Kuss kreisenden Gedanken klasse eingefangen.

beiläufig und unauffällig herausfinden,
Genau, weil Thiel ja verbal so gewitzt ist :-) Ich finde Thiels Selbstbild in deinen Fanfics immer extrem vergnüglich. Wie er sich Boernes Intentionen schönredet, sich selbst aus der Hausarbeit herausredet und sich freut, endlich mal Boerne zu unpassender Stunde rauszuklingeln, wie Boerne ihn dann trotzdem schon fast wieder geistig abhängt... das ist alles sehr IC.

"So betrunken kann ich gar nicht sein." Das versetzte ihm dann doch einen kleinen Stich.
Hach, Thiel. So sweet.

Boernes Gesichtsfarbe war inzwischen von unnatürlich weiß zu einem doch recht rosigen Ton gewechselt.
Ach Mann, jetzt will ich auch Boernes POV zu dieser Geschichte !

Nur daß ihm jetzt Bilder im Kopf herumgeisterten,
...und mir erst!

Boernes anschließende Entschlossenheit, seine Neugier, sein Beharren auf einem zweiten Versuch - das ist alles so IC, das es sich total logisch anfühlt. Als hätte man das alles im TV schon mal gesehen.

Boerne grinste.
Klar, er hatte ja mal wieder recht. Wunderschöne Fanfic, vielen Dank !

Übrigens stimme ich den anderen zu: Der Hinweis auf Alberichs Kamera verlangt geradezu nach einem Epilog - Thiel will doch unbedingt herausbekommen, was es da für geheimnisvolle Bilder gibt. Und dazu ist ihm jedes Mittel recht *grins*

Danke für die Rückmeldung, die fast so viel Spaß zu lesen macht wie die Geschichte zu schreiben ;)

Ich weiß nicht, wie du es immer wieder schaffst, ihn so typisch klingen zulassen, während er doch gar nicht redet.
Danke für das Kompliment - aber ich glaube ja, das liegt hauptsächlich daran, daß Du in letzter Zeit mehr Geschichten aus Thiels POV von mir gelesen als neue Tatorte gesehen hast ;) In Wirklichkeit dürfte Thiel nämlich nach mir klingen ... :)

"Überschwenglich? Das ist doch sein Normalzustand ..."
Gehört auch zu meinen persönlichen Lieblingssätzen und war schon ganz früh da.
Eigentlich baute sich die ganze Geschichte um diesen Dialog Alberich/Thiel ab "Der hat auf jeden Fall genug (...)" und den Dialog Thiel/Boerne von "Ihnen geht's wohl nicht so gut?" bis "Vielleicht könnten Sie sich beim nächsten Mal um eine etwas präzisiere Wortwahl bemühen ..." auf. Die zwei Dialoge haben mich schon Anfang Juni auf dem Weg zur Arbeit angeflogen. Dann lagen die Schnipsel ziemlich lange rum, und den Rest habe ich dann erst vor ein paar Tagen ergänzt. Aber anscheinend sind die Nahtstellen bisher niemandem unangenehmem aufgefallen.

Als hätte man das alles im TV schon mal gesehen.
Hach ja, schön wär's *seufz*

Boernes POV und Alberichs Kamera
Lauter netter Anregungen ... mal sehen, ob ich am Wochenende noch eine Idee habe. Ansonsten hätte ich (bzw. werde ich) den Text in die Momentaufnahmen gesteckt (stecken).
In Wirklichkeit dürfte Thiel nämlich nach mir klingen ... :)

Kann schon sein. Dann gefällt mir dein Thiel aber besser als der in manchen Folgen! Außerdem habe ich in letzter Zeit zwar viel von dir gelesen, aber diese Woche auch 3 alte Tatorte geguckt: Satisfaktion, 3x schwarzer Kater und Der dunkle Fleck. Ok, das sind auch alles tolle T/B-Folgen, aber "dein" Thiel passt trotzdem super da rein.

Man merkt beim aufmerksamen Lesen wohl, dass sich deine Texte an den Dialogen "ausrichten" bzw. diese das Zentrum und Highlight der Texte sind. Hier bündelt sich der Plot in der Regel, hier geschehen die wichtigen Dinge. Das ist ja auch bei den TV-Folgen so und macht den Reiz von T/B aus. (Oder will mir jmd. erzählen, die denken sich erst den Fall aus und erst danach die Dialoge ?). Das Tolle ist, dass ihre Gedankengänge sich bei dir genauso anhören wie ihre Gespräche. Du kriegst den POV einfach klasse hin.
Freu mich auf mehr :-)
Dann gefällt mir dein Thiel aber besser als der in manchen Folgen!
Ja, ich geb's zu, mir auch ;) Ich hoffe wirklich, daß der September-Tatort wieder besser wird *seufz*
Wenn "mein" Thiel in Richtung Satisfaktion, 3x schwarzer Kater und Der dunkle Fleck kommt, habe ich ihn jedenfalls gut getroffen :)

Oder will mir jmd. erzählen, die denken sich erst den Fall aus und erst danach die Dialoge?
Die Frage würde ich ja zu gerne mal beantwortet bekommen ... Meine Vermutung: In den guten Folgen haben die Autoren das ganze um die Thiel/Boerne-Beziehung herum aufgebaut, in den schlechten haben sie erstmal versucht, sich einen spannenden Fall auszudenken, und dann noch ein bißchen Thiel/Boerne-Geplänkel dazwischen gequetscht :)
Endlich kenne ich den Grund für die unterschiedliche Qualität der Folgen - sehr logisch :-) Ich hoffe auch, dass wir mal wieder einen guten Münsteraner zu sehen kriegen...

Irgendwie spukt mir (nach den Fotos des Preview in Münster und deiner ersten Absätze hier) ein Thiel-Alberich-Boerne Plot im Kopf herum: Thiel geht mit Alberich aus, weil er sie eigentlich klasse findet, aber
sie merkt/en dann doch, dass sich sein Interesse eigentlich auf Boerne konzentriert. Falls dir also mal die Ideen ausgehen (was ich nicht hoffe!)...

Übung macht den Meister. Ist ja auch hier dein Motto. Ich habe einen ersten Abschnitt geschafft und da noch viele folgen, habe ich deine Geschichte doch erstmal lesen wollen.

Wieder einmal, großes Lob!!!!!
Ich freu mich jedes Mal, wenn ich was von dir lese, dnen dein Stil ist so gut, dass es oft nur Kleinigkeiten zu verbessern gäbe. Sehr klasse!

Und in diesem Fall muss ich sagen, dass dein Thiel sehr witzig und charmant rüberkam und nicht so depri, der Text an sich ist auch sehr locker und das macht ihn auch zu einem sehr guten Text!
Bin wie immer begeistert und schließe mich farfie an, die irgendwas von einem Kribbeln schrieb ;-) !!!

Liebe Grüße,
nipf


P.s. Kamera, Alberich, Boerne, Betriebsausflug?
Danke :)

Über die Geschichte mit der Kamera denke ich nochmal nach ... hm ... Betriebsausflug ... das rechtsmedizinisch Institut unterwegs ... mal sehen ;)
Das ist sehr schön zu lesen, alle "in character", und die Sache mit dem Kuss ist sehr glaubhaft. Ich kann die Szene förmlich in einem Film vor mir sehen, und die Folgeszenen auch.
Stimmt, die Ereignisse des Abends könnte man glatt so verfilmen :) - aber daß wir den Morgen danach mal in einem Tatort sehen werden, bezweifle ich doch ;)

Ich freue mich jedenfalls, daß Dir der Text gefallen hat!