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BT_Wandern

November 2018

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Büttenwarder

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BT_Tanzen

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Rating: P 6
Genre: Freundschaft / Pre-Slash, Humor
Handlung: War ja klar, daß das passieren mußte.
Länge: ca. 400 Wörter

*~*~*~*


„Aber guter Mann, Sie sehen doch selbst, daß das noch originalverpackt ist! Und hier, auf dem Geschenkpapier ist der Aufkleber Ihres Hauses, da werde ich doch wohl erwarten können-“

Überrascht drehte sich Thiel um und sah, wer da auf der anderen Seite der Kaufhauskasse an der Spitze der Schlange stand. „Ist das etwa mein Geschenk, das Sie da gerade umzutauschen versuchen?“

„Thiel?“

Er erspähte einen Blick auf die Verpackung. „Natürlich. Haben Sie überhaupt eine Ahnung, wie lange ich dafür unterwegs -“

„Es ist nicht das, was Sie denken!“ Boerne versuchte hastig, das Päckchen aus seinem Blickfeld zu schieben. „Das ist von meiner … Tante, es käme mir doch nie in den Sinn, Ihr Geschenk umzutauschen, das Sie mit so viel Sorgfalt ausgewählt … Daß Sie aber auch immer gleich das Schlimmste –“

„Tut mir leid, Herr Thiel, aber ohne Kassenbeleg können wir das leider nicht zurücknehmen“, unterbrach der Verkäufer auf seiner Seite der Kasse Boernes Entschuldigungen und legte das Päckchen, das er selbst mitgebracht hatte, zurück auf die Theke. Boernes Augen verengten sich zu Schlitzen.

„Was genau machen Sie hier eigentlich gerade?“

„Ich …“

„Ist das etwa mein Geschenk? Wissen Sie überhaupt, wieviel Kopfzerbrechen mich das gekostet hat, von -“

„Es ist ja nur …“

„Was?“

„Wenn Sie sich dann vielleicht entscheiden könnten, was Sie machen wollen“, mischte sich eine Frau aus der Schlange hinter Boerne ein.  „Ich wollte hier nicht den ganzen Tag verbringen!“

Oh. Das hatte er ganz vergessen. Hinter ihm stand auch eine Schlange, deren Ende kaum abzusehen war. Er schaute wieder zurück zu Boerne. Über die Köpfe der beiden Kassenkräfte hinweg trafen sich ihre Blicke, und die Verärgerung in Boernes Miene machte einem leichten Lächeln Platz.

„Was?“

„Ich gebe Ihnen Ihren Kassenzettel, wenn Sie mir meinen geben.“


*~*~*~*


„Das war knapp“, erklärte Boerne fröhlich, als sie gemeinsam zum Ausgang gingen. „Die Stimmung nach den Feiertagen ist ziemlich aufgeheizt. Noch ein paar Sekunden länger, und die aufgebrachte Menge der Geschenkeumtauscher hätte uns vermutlich geteert und gefedert.“

Thiel schnaubte amüsiert. „Und jetzt?“

„Na ja …“, Boerne sah zur Seite. „Ich hätte da schon eine Idee.“

„Hm?“

„Wir sind ja nun beide unverhofft zu Bargeld gekommen.“

„Könnte man so sagen.“

„Wie wär’s, ich lade Sie zu Weihnachten zum Essen ein?“

„Und umgekehrt?“

Boerne nickte. „Dann steht auch nichts rum.“

„Genau.“ Erstaunlich, daß sie da nicht schon eher drauf gekommen waren. „Man braucht ja sowieso von Jahr zu Jahr immer weniger.“

„Das hätten wir aber auch mit weniger Aufwand haben können.“

„Nächstes Jahr.“

*~* Fin *~*

Comments

*g*
Ich dachte schon, die kriegen sich jetzt in die Wolle aber sie haben ja nochmal die Kurve gekriegt.
Ob sie sich wohl auch drüber streiten, wohin sie essen gehen? Zuzutrauen wäre es beiden ja.

Schönes Adventskalendertürchen!
Ach was, in die Haare kriegen, die zwei haben sich doch lieb ;)

Mit dem Streiten über die Restaurantwahl könntest Du dennoch recht behalten ...
*lol*
Die Idee ist wirklich grenzwertig in jeder Beziehung. Also, dass sie sich tatsächlich etwas schenken, ist schon krass. Aber sie es beide noch gleichzeitig umtauschen zu lassen, ist der Gipfel der Absurdität - so verrückt, dass es schon wieder ein Genuss ist. xD

Wollen wir hoffen, dass sie sich wenigstens beim Essen einig werden, wie T'Sihek schon sagt...
Ich mochte die Absurdität der Idee auch sehr gerne *grins* So wie die beiden es immer wieder schaffen, sich im Flur über den Weg zu laufen, schaffen Sie es garantiert auch, im selben Moment ihre Weihnachtsgeschenke umtauschen zu wollen.
Der eine will Gans, der andere Karpfen... Die Streitpunkte bei den beiden sind zum Glück unendlich. *snicker*

Da ich Geschenke nicht umtausche, sondern eher weiter verwerte, weiß ich nicht, ob es nach Weihnachten wirklich zentrale Umtauschkassen gibt. Falls nicht, haben sie zumindest wohl aus demselben Sortimentbereich ein Geschenk für den anderen ausgewählt. Herrenabteilung? Socken versus Taschentücher?

Nee, muss was Teureres gewesen sein, reicht ja als Gegenwert für ein Abendessen zu zweit. In aller Regel schummeln wir uns ja um Geschenkideen für die beiden herum (mir fällt da nur das Matchbox-Auto ein). Das wär aber auch schwer *grübel*

Also nächstes Jahr gleich essen gehen oder edel gemeinsam kochen. Da wäre dann der Weg in einer Slash-Geschichte zur weiteren Abendgestaltung nicht weit *lol*

Edited at 2013-12-13 12:58 pm (UTC)
In aller Regel schummeln wir uns ja um Geschenkideen für die beiden herum
Das hast Du sehr richtig erkannt ;) Tatsächlich habe ich kurz überlegt, bis mir eingefallen ist, daß das zum Glück für diese Geschichte vollkommen egal ist ...

Ob es zentrale Umtauschkassen gibt, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Es käme mir für die Nachweihnachtszeit aber nicht völlig absurd vor *grübel* Die Geschenke müssen auch nicht zwangsläufig teuer gewesen sein, sie müssen ja nun nicht wirklich die Kosten des gemeinsamen Essens abdecken. Im Grunde ist das alles ja mehr oder weniger ein Vorwand dafür, gemeinsam essen gehen zu können ... Da wäre dann der Weg in einer Slash-Geschichte zur weiteren Abendgestaltung nicht weit Och ... öhm ... *pfeif*
Oh, da wäre ich ja doch beleidigt, aber die beiden sind da wohl weniger empfindlich als ich, so dass sie trotz ihrer ersten Empörung rasch etwas Positives raus machen. :)

Den Tonfall der beiden hast Du super getroffen, aber auch die Sätze von Verkäufer und Kundin finde ich sehr treffend.

„Nächstes Jahr.“

Also begründen die beiden jetzt die Tradition, an Weihnachten immer zusammen essen zu gehen? Das ist doch mal eine sehr schöne Entwicklung. :)
Oh, da wäre ich ja doch beleidigt
Das weiß ich bei mir selbst ehrlich gesagt gar nicht so genau. Ich glaube nicht, weil ich sowieso selten von meinen Geschenken überzeugt bin. Oder, anders gesagt, weil ich nicht viel Herzblut in die Suche investiere ... *hust* Wenn ich denken würde, ich hätte das perfekte Geschenk gefunden, und der andere es dann umtauscht, wäre ich allerdings vielleicht auch ein wenig deprimiert. Aber hier geht es ja zum Glück um Thiel und Boerne :) Und ich denke, die zwei haben sowieso nur mit Hängen und Würgen ein Geschenk für den jeweils anderen gefunden, da kommt ihnen diese neue Lösung gerade recht.
Und ja, ich behaupte mal, daß die zwei da eine Tradition begründet haben, die ihnen mehr zusagt als die suche nach Socken und Krawatten :)

Den Tonfall der beiden hast Du super getroffen, aber auch die Sätze von Verkäufer und Kundin finde ich sehr treffend.
Das freut mich!
Das war einer der seltenen Fälle, in denen ich die Szene bildlich vor mir gesehen habe - wie immer bin ich mit der Umsetzung nicht zufrieden, aber es kommt wenigstens einigermaßen hin.
„Ich gebe Ihnen Ihren Kassenzettel, wenn Sie mir meinen geben.“ - *lol* Na, wenn das nicht mal ein etwas anderer "Geisel"-Austausch ist!

Schön, dass sie die unvermutete Begegnung nicht so verstimmt hat, dass sie nicht doch noch einen Kompromiss gefunden haben. *g*

Zuerst dachte ich ja, es hätte nur Boerne erwischt, aber klasse, dass Thiel dasselbe tun wollte. *g*
Geiselaustausch
Ein hübsches Bild! *grins*

Bei dem Umtauschszenario hatte ich gleich vor Augen, daß es beide sein müssen. Zum Glück hattest Du den Gedanken nicht auch sofort beim Lesen - dann hat es funktioniert, wie es soll :)