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BT_Wandern

June 2018

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Büttenwarder

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BT_Anfang

Atemzüge

Vielleicht schaffe ich doch noch ein Bingo ...

Rating: P 12
Genre: h/c, Freundschaft oder Pre-Slash
Prompt: Nicht aufhören! (Bingokarte)
Handlung: Irgendwann sollte er fragen, was genau passiert ist
Länge: ~ 650 Wörter
A/N: Ich fand es ganz lustig, das Prompt hier zweimal - einmal implizit und einmal explizit - unterzubringen. Aber davon mal abgesehen, ist das hier natürlich weder was neues noch was besonderes ;)

~~~


Thiel atmet.

Er weiß nicht mehr genau, wie lange er inzwischen schon hier sitzt und Thiels Atemzüge zählt. Natürlich weiß er, daß das nicht nötig ist, und er weiß auch, daß die Prognose gut ist und Thiel vermutlich innerhalb der nächsten Stunden wieder zu sich kommen wird. Aber er wartet dennoch angespannt auf jeden nächsten Atemzug; es gelingt ihm einfach nicht, die Angst in den Griff zu bekommen.

Thiel atmet.

Vermutlich steht er noch unter Schock, was ja auch nicht verwunderlich ist. Es kostet ihn einige Mühe, die Bilder zurückzudrängen, die sich immer wieder in den Vordergrund seines Bewußtseins drängen. Blut, zu viel Blut, Thiel verliert viel zu viel Blut. Er hat ganz automatisch reagiert, zum Glück, ohne Zeit zu verlieren. Wenn Thiel alleine gewesen, wenn niemand bei ihm gewesen wäre -

Thiel atmet.

Es hat nur einige Minuten gedauert, bis der Rettungswagen da war, aber sie waren ihm unendlich lange vorgekommen, und Thiels Atem immer langsamer und schwächer, so schwach, daß er geglaubt hatte -

Thiel atmet.

Irgendwann merkt er, daß er die Hände zu Fäusten geballt hat und jeden Atemzug mitatmet, als würde das helfen, und er versucht sich zu entspannen und ruhiger zu werden, aber es gelingt ihm nicht. Eine Tasse Kaffee wäre nicht verkehrt, aber wenn er jetzt weggeht ... nein, er bleibt lieber hier. Zur Sicherheit.

~~~


Boernes Stimme.

Irgendetwas drückt ihn nach unten und hält ihn am Boden fest. Aber der Boden ist weich ... ein Bett?

Als er die Augen öffnet, ist alles verschwommen. Aber es ist hell, und da ist Boerne. Boerne redet, aber er kann die Augen nicht offenhalten. Da war ... irgendetwas ist passiert, etwas Schlimmes, aber er kann sich im Moment gerade nicht mehr so genau erinnern.

Vermutlich ist alles wieder gut, wenn er hier liegt. In einem Krankenhaus? Er blinzelt angestrengt, doch das Licht ist so grell und er kann nicht wirklich erkennen, wo er ist. Aber da piepst etwas im Hintergrund, und ihm tut nichts weh, und da ist Boernes Stimme. Er versucht zu sagen, daß Boerne nicht aufhören soll zu reden, vielleicht versteht er dann irgendwann, was passiert ist. Und für einen Moment hört er auch seine eigene Stimme, aber dann ist da wieder nichts mehr.

~~~


Als er das nächste Mal wach wird, sind die Schmerzen leider zurück. Aber lange nicht so schlimm wie vorher. Inzwischen erinnert er sich wieder ganz schwach an das Vorher - wenn es nach ihm geht, muß die Erinnerung auch gar nicht unbedingt so deutlich werden. Da ist wieder Boernes Stimme, auch wenn sie anders klingt als sonst. Und diesmal versteht er endlich, was er hört. Aber Sinn ergibt das alles nicht ... wovon um Himmels Willen redet Boerne da? Er öffnet vorsichtig die Augen, und ja, auch mit dem Sehen klappt es jetzt besser. Ein Krankenhaus, ganz eindeutig. Jetzt erkennt er auch den Geruch. Boerne bricht mitten im Satz ab und starrt ihn an.

"Thiel?"

"Hier", murmelt Thiel, und wundert sich über das Lächeln, das sich auf Boernes Gesicht ausbreitet. Er räuspert sich. "Wieso erzählen Sie mir das?"

"Sie haben gesagt, ich soll nicht aufhören", krächzt Boerne.

"Wann...?"

Der Blick des anderen wandert zu der Uhr, die an der Wand hängt.

"Vor knapp sechs Stunden."

Er schließt die Augen wieder, weil es immer noch erstaunlich anstrengend ist, sie offenzuhalten.

"Und seitdem erzählen Sie mir Ihre Vorlesungen?"

"Unter anderem."

Sie haben Sie doch nicht mehr alle, will er sagen, aber ihm fehlt die Energie. Was vielleicht besser so ist, denn die Worte klingen ziemlich unfreundlich, wenn er länger darüber nachdenkt, dabei hat er das gar nicht so gemeint, es war nur der erste Gedanke, der ihm durch den Kopf geschossen ist.

Er spürt, wie eine Hand nach seiner greift und ihn festhält. Irgendwann sollte er fragen, was genau passiert ist und was ihm eigentlich fehlt, aber er ist noch zu müde und vielleicht ist das ja im Moment auch gar nicht so wichtig. Und dann hört er nur noch Boernes gleichmäßigen Atemzügen zu, bis er wieder einschläft.

* Fin *

Comments

und vielleicht ist das ja im Moment auch gar nicht so wichtig.
Stimmt. Zuerst habe ich mich auch gefragt, was passiert ist aber es ist wirklich nicht wichtig.
Die Geschichte lässt einen zur Ruhe kommen, obwohl sie, auf jeden Fall im ersten Teil, hochdramatisch ist. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich bei jedem "Thiel atmet" selbst Luft holen musste.
Dass Boeren unermüdlich auf Thiel einredet, nachdem der ihn noch halb weggetreten darum bitte, kann ich mir gut vorstellen.

Eine schöne Geschichte!
Überhaupt mag ich Deine Geschichten zu den beiden gern. Das wirkt nicht wie auf Teufel-komm-raus-verkuppelt, sondern es passiert einfach und dann ist es gut.
Es lässt einen zufrieden zurück.

Und für's Bingo drück ich Dir natürlich ganz fest die Daumen!

Edited at 2014-01-29 05:25 pm (UTC)
Danke :) Schön, daß es Dir gefällt. Ich hatte auch Spaß, endlich mal wieder was zu den beiden zu schreiben (das länger als 3 Sätze ist)

Das wirkt nicht wie auf Teufel-komm-raus-verkuppelt, sondern es passiert einfach und dann ist es gut.
Das höre ich gerne :) Wobei hier ja im Grunde alles offen ist.

Witzig, daß der Anfang so dramatisch wirkt. Weil ich ja immer wußte, daß alles gut ist/wird, hat es diese Wirkung aus mich nicht so sehr gehabt.

Zuerst habe ich mich auch gefragt, was passiert ist aber es ist wirklich nicht wichtig. Genau.
Und außerdem habe ich auch gar nicht die Zeit und die Kenntnisse, um Verletzung & Verletzungsursache zu beschreiben *pfeif*


Thiel atmet, und das ist die Hauptsache! Weil, ich habs am Anfang nicht getan, ich war zu sehr damit beschäftigt, innerlich: OMG THIEL IST VERLETZT! EIN VERLETZTER THIEL! THIEL BLUTET! HIIIIIIIIILFEEEEEEEEE! zu schreien!

Und klar erzählt Boerne ihm alles mögliche, solange es sie beide beruhigt! <3<3

"Thiel! Thiel, Sie müssen wieder werden, Thiel! Weil Sie immer da sind, und ich mit niemanden lieber rede als mit Ihnen. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht, aber es ist so, und jetzt wachen Sie doch endlich auf, Thiel! Oder ich küsse Sie! Oder nicht. Wenn es hilft? Thiel, ich weiß langsam nicht mehr was ich rede, also kommen Sie schon!"
Die letzten 4 Sätze... *LOL*
Ich möchte dir hiermit mal kurz den Orden für die geilsten Kommentare überreichen *zelebrier* hab ich schon mal, glaube ich... ^^
Könnt mich grad beömmeln. ^^
*kicher*

<3<3<3

Danke!
Oder ich küsse Sie! Oder nicht. Wenn es hilft? Thiel, ich weiß langsam nicht mehr was ich rede, also kommen Sie schon!
ROFL!
Jetzt wünschte ich, ich hätte mehr Sorgfalt auf das verwendet, was Boerne sagt ;)

Ich freu mich, daß die Panik vom Anfang so überzeugt hat :) Ich wußte ja schon, daß es gut für ihn ausgeht, ansonsten wäre es mir wohl ähnlich gegangen wie Dir ...

Sehr schön, gefällt mir gut! Und ich drück dir die Daumen, dass es mit dem Bingo noch klappt!
Das freut mich :)

Und die Chancen fürs Bingo stehen gut, ich hab' zumindest eine vage Idee für meinen letzten Beitrag. Allerdings habe ich die Bingoerfüllung ein wenig großzügig ausgelegt *hust*
Sie haben Sie doch nicht mehr alle, will er sagen
*lol*
So Thiel...
Aber er könnte ruhig mal etwas dankbar sein, dass Boerne sich solche Mühe mit ihm gibt. *stirnrunzel*
Keine Sorge, das kommt noch, wenn es ihm wieder besser geht ;)
Wenn ich den ersten Teil lese, werde ich auch ganz unruhig und kurzatmig wie Boerne.

Habe ich schon einmal erwähnt, wie schön ich das finde, wenn einer sich um anderen anderen sorgt und kümmert? ;) Es ist rührend, dass Boerne stundenlang an Thiels Bett sitzen bleibt, aber dass er dann auch noch die ganze Zeit mit Thiel redet (bzw. doziert), ist einfach nur richtig, richtig schön.

Außerdem mag ich den Bogen, den Du mit dem allerletzten Satz schlägst. :)
Habe ich schon einmal erwähnt, wie schön ich das finde, wenn einer sich um anderen anderen sorgt und kümmert? ;)
Ich glaube schon, gelegentlich ... Ich auch, deshalb schreibe ich es ja immer wieder. ;)

Schön, daß es Dir noch nicht aus den Ohren kommt!

Ich war hier vor allem froh, daß mir zu "nicht aufhören!" was eingefallen ist. Zuerst habe ich immer in ganz andere Richtungen gedacht, aber das wollte nicht recht, und dann fiel mir plötzlich auf, daß ein dramatisches Szenario dazu ja auch passen würde.