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Kapitel 1: Irgendwas mit Leichen, munkelt man

>> Crossover-Masterpost

Sommer-Challenge: Suspense – Leichenhalle – für mich
Team: Thalia
Fandom: Tatort Münster (auf dem Weg zum Münster/Hamburg/Stuttgart-Crossover)
Rating: ab 12
Genre: Gen, Krimi, Suspense, Humor (ein bißchen)
Personen: Thiel (POV), Nadeshda, Boerne
Handlung: Eigentlich hätten Thiel und Nadeshda endlich Feierabend, als sie ein Anruf von Boerne aufscheucht.
Länge: ~ 700 Wörter
Zeit: ~ 90 Minuten
A/N: Meine Herren, Suspense liegt mir GAR NICHT! Das kommt davon, wenn man immer nur Rosamunde Pilcher Kram schreibt … Trotzdem bin ich wild entschlossen, die Suspense-Tabelle als großes Münster/Hamburg/Stuttgart-Crossover zu schreiben. Da müßt ihr jetzt durch ;) Den ersten Teil habe ich gleich gepostet, um mich zu motivieren dabei zu bleiben. Die anderen werde ich aber erst posten können, wenn ich mehrere geschrieben habe, sonst klappt das mit der (ohnehin dürftigen) Krimihandlung nie und nimmer. (Ja, ich weiß schon ungefähr, wo ich hin will. Ungefähr …)
Edit: Oh, das habe ich ganz vergessen - die Anregung für ein Münster/Hamburg/Stuttgart-Crossover stammt von ayawinner und nessaniel!


***


„Verdammter Mist“, fluchte Thiel, nachdem er zum dritten Mal ohne Erfolg auf den Lichtschalter gedrückt hatte. „Was ist denn hier schon wieder los!?“

„Wieso sehen Sie mich an? Sie haben doch mit Boerne telefoniert.“ Nadeshda zog neben ihm fröstelnd ihren Mantel enger. „Ganz schön kühl hier.“

„Wir müssen auf jeden Fall da lang“, brummte Thiel. „Zum Obduktionssaal.“

„Na super …“ Nadeshda stolperte im Dunkeln gegen ihn. „Chef?“

„Tschuldigung.“ Thiel machte kehrt. „Andere Richtung.“

Nadeshda verkniff sich zum Glück einen Kommentar. Es war anstrengend genug, im Dunkeln den Weg zu finden. Sie gingen durch menschenleere Flure, nur erhellt durch den Schein der ein oder anderen Straßenlaterne, der durch ein Fenster fiel. Irgendwie kam ihm der Weg länger vor als sonst.

„Nachts ist es hier schon ein bißchen unheimlich, finden Sie nicht?“ Nadeshda klang ein wenig nervös, was Thiel, wenn er ehrlich war, durchaus verstehen konnte. Er drehte sich hastig um, als sich ein Schatten in einer Ecke bewegte, aber da war nichts.

„Verdammt!“ Den Mülleimer hatte er nicht kommen sehen. Er hüpfte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Fuß weiter, während Nadeshda ein mitfühlendes Geräusch von sich gab.

„Und Sie wissen wirklich nicht, um was es geht?“

„Keine Ahnung“, brummte Thiel, als der Schmerz etwas nachgelassen hatte. „Er hat nur gesagt, daß wir unbedingt sofort kommen müssen. Irgendwas mit dem aktuellen Fall.“

„Professor Geheimnisvoll läßt grüßen“, kommentierte Nadeshda trocken, und Thiel schnaubte.


***


„So, da wären wir.“

„Ist das …“

Thiel nickte, obwohl Nadeshda kaum etwas sehen konnte. Im Nachhinein wäre es vielleicht doch besser gewesen, den längeren Weg zu nehmen. Aber vor Nadeshda würde er jetzt wohl kaum zugeben können, daß ihn die Idee, im Dunkeln durch den Kühlraum mit Boernes Kunden zu schleichen, alles andere als begeisterte. Deshalb öffnete er lediglich die Tür – ein letztes Tasten nach dem Lichtschalter, der hier aber genausowenig funktionierte wie im Rest des Gebäudes, – und trat in den fensterlosen und dementsprechend völlig finsteren Raum. Eigentlich sollte das ganz einfach sein. Immer geradeaus. Aber diesen Teil der Rechtsmedizin mochte er fast noch weniger als den Obduktionssaal selbst, und heute kam es ihm hier noch kälter und stickiger vor als sonst. Und größer. Sehr viel größer. Der Ausgang schien endlos weit entfernt zu sein. Ein Knarren ließ ihn erschrocken zusammenzucken. War das Nadeshda wenige Schritte hinter ihm? Thiel lauschte angespannt, aber er hörte nur seinen eigenen Herzschlag und die Geräusche, die seine Kollegin verursachte. Jetzt mußte doch bald die gegenüberliegende Wand … Er atmete erleichtert aus, als seine Hand den Türgriff ertastete und öffnete die Tür zum Obduktionssaal, der durch das von außen hereinfallende Licht nur unwesentlich heller war als der Kühlraum. Da bewegte sich etwas! War das –

„Aua!“ Thiel kniff gequält die Augen zusammen. „Was zum Teufel soll -“

„Die Notstromversorgung ist angesprungen“, erklärte Boerne. „Da sind Sie ja endlich!“

„Notstrom?“ Nadeshda klang verwirrt. „In der Rechtsmedizin?“

„Dieser Teil des Gebäudes wurde zur Bauzeit als -“

„Boerne!“ fuhr Thiel hastig dazwischen, bevor das in einen baugeschichtlichen Vortrag zum Klinikviertel ausartete. „Was gibt es so wichtiges, daß wir mitten in der Nacht kommen müssen?“

„Es ist kurz nach zehn“, brummte Boerne leicht beleidigt, „und-“

„Was, Boerne, was?“ Nicht gerade höflich, aber sein Tag war lang gewesen und der Weg durch die dunkle und menschenleere Rechtsmedizin hatte mehr an seinen Nerven gezerrt, als er zugeben mochte. „Und wieso ist der Strom ausgefallen?“

Boerne warf ihm einen undefinierbaren Blick zu, setzte sich aber auch endlich in Bewegung. Mit schlechtem Gewissen bemerkte Thiel, daß sein Kollege ein wenig hinkte.

„Was -“

„Sie beide erinnern sich doch sicher an die männliche Leiche, die heute Morgen im Wienburgpark gefunden wurde? Fundort nicht gleich Tatort, aber auf den ersten Blick ein gewaltsamer Tod? Die, deren Obduktion ich wegen des heutigen Gruppenselbstmordes erst morgen früh in Angriff nehmen kann?“

„Natürlich“, antwortete Nadeshda, sichtlich ungeduldig. „Was ist denn, sind Sie doch schon zu –“

„Das sehen Sie gleich selbst.“ Boerne blieb vor einem der Tische stehen, faßte nach dem Tuch, das darüber ausgebreitet war, und zog es mit einer schwungvollen Bewegung beiseite.



„… ja?“

„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, erklärte Boerne ungeduldig.

„Das sehe ich.“

Boerne funkelte ihn böse an. „Man hat die Leiche gestohlen! Aus meinem Institut!“


* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: crossover, g: fanfic, p: thiel / boerne
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