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BT_Wandern

April 2018

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Büttenwarder

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BT_Kiesgrube

Hilfe der einen und anderen Art

>> zum Crossover Masterpost

Sommer-Challenge: Fluff – Unerwartete Hilfe - für mich
Team: Thalia
Fandom: Tatort Münster, Tatort Hamburg, Tatort Stuttgart (Crossover)
Personen: Frank Thiel (POV), Uwe Kohnau, Thorsten Lannert, Dr. Stefanie Foerster (OC)
Rating: ab 12
Genre: Krimi, Freundschaft
Handlung: Manchmal braucht man einen Anstoß von außen.
Länge: ~ 1.350 Wörter
Zeit: ~ 100 Minuten
A/N: Und das ist jetzt nicht so fluffig, wie es werden sollte. Irgendwie hat sich das anders entwickelt als es sollte, aber irgendwie geht es auch noch um Hilfe. Und irgendwann finde ich hoffentlich nochmal zum Plot zurück …


***


Die Fahndung nach Johannes Glienicke, dem Vermißten aus Altona, lief auf Hochtouren. Die Hälfte des Teams war damit beschäftigt, alle Kontakte der drei Toten vom Frühjahr ein zweites Mal durchzugehen und auf Ähnlichkeiten mit den aktuellen Phantombildern zu prüfen. Irgendwann am späten Nachmittag sagte Thorsten, nachdem er einige Minuten telefoniert hatte: „Sebastian hat eine bundesweite Abfrage auf Fälle mit vergleichbarem Muster gestartet.“

Uwe sah genauso perplex aus wie Thiel sich fühlte. Natürlich, wieso waren sie da nicht gleich drauf gekommen? Der Fall in Stuttgart zeigte ja, daß die Täterinnen sich nicht auf den Hamburger Raum beschränkten.

„Drei weitere Fälle, die vom Muster her in Frage kommen. In Frankfurt, Wuppertal und Schwerin.“

Uwe knallte den Aktenordner, den er gerade in der Hand hielt, auf den Schreibtisch und fluchte. „Wir haben im Frühjahr einen Datenabgleich gemacht! Wieso ist das da nicht aufgefallen!?“

„Frankfurt und Wuppertal waren im Juni. Und im Schweriner Fall wurde die Leiche erst im August gefunden, fast ein Jahr nach dem Mord. In allen Fällen hatten die Kollegen keinen Anlaß, eine Serie anzunehmen.“

„Hast du die Daten schon angefordert?“ Es hatte keinen Sinn, sich jetzt darüber aufzuregen, daß niemand die Verbindungen früher erkannt hatte.

Thorsten nickte.

Uwe fuhr sich mit der Hand durch die Haare und seufzte. „Ich muß mal kurz telefonieren. Das wird heut ja wohl später.“

Thiel und der Stuttgarter Kollege wechselten einen Blick, als Uwe mit dem Handy auf den Flur ging. Beinahe hätte er gefragt, ob Thorsten wußte, seit wann es jemanden in Uwes Leben gab, der sich dafür interessierte, wann er nach Hause kam. Aber dann hob Thorsten amüsiert eine Augenbraue und sagte: „Was für ein Geheimniskrämer“, und Thiel erinnerte sich daran, daß sie wichtigeres zu tun hatten als über ihr Privatleben zu tratschen. Sein Blick blieb an dem Foto des aktuellen Vermißten hängen. „Laß uns die Übersicht ergänzen.“

Thorsten wurde schlagartig wieder ernst. „Wir brauchen drei weitere Tafeln. Langsam wird’s eng.“


***


Es war schon fast neun und Thiel hatte gerade überlegt, daß er jetzt wirklich irgendwann etwas essen mußte, als es an der Tür klopfte und eine große, stämmige Frau das Büro betrat.

„Stefanie!“ sagte Thorsten, im gleichen Moment, als Uwe „Frau Dr. Foerster?“ fragte, woraus Thiel haarscharf schloß, daß es sich um die neue Hamburger Rechtsmedizinerin handeln mußte.

„Na, wie geht’s voran?“ fragte die Frau in einem Tonfall, der ihn ein wenig an Frau Klemm erinnerte. „Ich hab‘ Pizza mitgebracht. Nach allem, was ich gehört habe, fällt unsere Verabredung heute Abend ja wohl aus.“

Sein Magen knurrte wie auf Kommando, was die Aufmerksamkeit der Ärztin auf ihn lenkte. „Da scheine ich ja im richtigen Moment gekommen zu sein. Foerster“, sie reichte ihm die Hand, „und Sie sind vermutlich der Vorgänger des geschätzten Kollegen Kohnau?“

„Frank Thiel.“ Er schüttelte die Hand und versuchte, sich keinen Schmerz anmerken zu lassen. „Und ich könnte wirklich eine Pause vertragen.“


***


Eine fast wortlose Viertelstunde später war der größte Teil der Pizza verschwunden und Thiel hatte das Gefühl, langsam wieder klar denken zu können. Wenn er sich Uwe und Thorsten ansah, schien es den beiden ähnlich zu gehen. Kein Wunder, sie hatten seit Stunden hochkonzentriert gearbeitet.

„Wie geht es Professor Boerne?“ Die Rechtsmedizinerin, die bisher ins Gespräch mit Thorsten vertieft gewesen war, wendete sich an ihn. „Wir haben uns vor ein paar Jahren auf einem Kongreß kennengelernt.“

„Er hat so was gesagt, ja“, antwortete Thiel. „Gut.“

„Das war ja eine ziemlich üble Sache. Mordverdacht, Überdosis – wie lange ist das jetzt her?“

„Drei Monate“, murmelte Thiel, während er versuchte die überraschten Blicke seiner Kollegen zu ignorieren. Anscheinend sprach sich so etwas in Rechtsmedizinerkreisen schnell herum. Und dann, weil Frau Dr. Foerster ernsthaft besorgt aussah, sagte er: „Hat sich ja zum Glück alles aufgeklärt, und gesundheitlich geht’s ihm auch wieder gut. Wenn er nicht gerade im Dunkeln Leichendiebe jagt und stolpert.“

Frau Dr. Foerster lachte. „Ich glaube, der Kollege hat eine nicht ganz geheime Leidenschaft dafür, selbst den Detektiv zu spielen.“

„Als wären Sie da so viel anders“, warf Uwe dazwischen. „Sie sind doch jetzt auch nicht nur hier, um Thorsten zu sehen.“

„Also ich muß doch sehr bitten“, Frau Dr. Foerster hob abwehrend die Hände. „Mir ging es nur darum, daß hier niemand verhungert. Und daß Thorsten nicht wieder nach Stuttgart verschwindet, bevor er seine Wettschulden eingelöst hat.“

„Wenn der Fall gelöst ist, häng‘ ich noch einen Tag Urlaub dran, versprochen.“

„Ich dachte, du bist in der Kinderbetreuung eingespannt?“

„Welche Kinder? Du hast doch keine… ich meine …“

Uwe hatte aber auch ein Talent dafür, ins Fettnäpfchen zu treten. Zum Glück wirkte Thorsten ganz entspannt und antwortete nur: „Das war ein Witz. Sebastian läßt sich gerade scheiden, und mit der Kinderbetreuung klappt es noch nicht immer so perfekt. Deshalb kann ich trotzdem Urlaub machen.“

„Einen Tag oder so“, ergänzte Frau Dr. Foerster amüsiert. „Ich versteh‘ schon.“

„Sonst bricht bei Familie Bootz alles zusammen“; entgegnete Thorsten todernst.

„Jedenfalls“, die Rechtsmedizinerin stand auf, „ich muß mich jetzt mal langsam auf den Heimweg machen, wenn ich noch was von meinen Kindern sehen will. Schönen Gruß von Martin, und meld‘ dich, wenn du doch mal Zeit hast für einen Abend mit einer alten Freundin. Herr Thiel – es hat mich gefreut.“

Thiel schnappte sich das letzte Stück Pizza, als die Tür hinter Frau Dr. Foerster zugefallen war. „Und jetzt?“

Uwe ging an seinen Arbeitsplatz, um den aktuellsten Stand der Fahndung zu überprüfen. „Nichts. Wie vom Erdboden verschluckt.“

Thiel seufzte. Auch der erneute Abgleich mit den Kontakten aus den drei ersten Fällen hatte nichts ergeben. Für die Personendaten der aktuellen Fälle hatte er zwar einen Eilbeschluß auf Herausgabe erwirkt, aber geliefert würden die Informationen erst am nächsten Morgen. Das gleiche galt für die drei Fälle, die die Stuttgarter noch ausfindig gemacht hatten. Von Nadeshda gab es auch nichts Neues, was die Suche nach der gestohlenen Leiche anging. Und währenddessen vergingen die Stunden und es wurde immer unwahrscheinlicher Glienicke noch lebend zu finden.

„Feierabend“, sagte Thorsten. „Das hat keinen Sinn mehr heute Abend. Die Nachschicht übernimmt, und wir machen morgen früh weiter.“

„Ich fürchte – Tschuldigung …“ Seine Handy klingelte lautstark, und auf dem Display leuchtete BOERNE auf.

„Was ist?“

„Ihnen auch einen schönen Abend, Herr Thiel.“

„Boerne, wir sind hier … Was haben Sie eigentlich den ganzen Tag gemacht?“

„Mich gelangweilt, was denken Sie denn. Alberich stellt das Institut auf den Kopf, und ich sitze zu Hause. Mit Betonung auf sitzen. Frau Krusenstern hat mir erzählt, daß sie ein weiteres Opfer haben, und drei alte Fälle nach dem gleichen Muster?“

Thiel unterdrückte ein Augenrollen, bis ihm einfiel, daß Boerne ihn ja gar nicht sehen konnte. „Sie haben also Nadeshda genervt. Und ich hab‘ mir schon …“

„… was?“

„Egal.“ Sorgen gemacht, so was Bescheuertes. Aber seit dieser Sache mit der chinesischen Künstlerin passierte das immer wieder. „Ja haben wir. Und ansonsten sind wir kein Stück weiter gekommen.“ Er erzählte Boerne, was sie inzwischen alles unternommen hatten, und konnte zu seiner Überraschung mehrere Minuten ohne Unterbrechung reden. Boerne mußte sich wirklich langweilen.

„Verstehe ich Sie richtig, daß Sie nur die Frauen überprüft haben, mit denen die Opfer sich getroffen haben?“

„Natürlich.“



„Was?“

„Haben Sie die Informationen zu allen Frauen, mit denen über die Vermittlung ein, sozusagen, ‚Erstkontakt‘ aufgenommen wurde?“

„Ja, haben wir.“ Er verstand nicht, worauf Boerne hinaus wollte. „Aber was sollen die uns denn –“

„Sie sollten unbedingt alle überprüfen, das ist doch klar!“ Boerne hatte wieder diesen belehrenden Tonfall, bei dem er eigentlich am liebsten aufgelegt hätte, aber inzwischen war er bereit, nach jedem Strohhalm zu greifen.

„Wieso?“

„Nun, es ist ja immerhin denkbar, daß die Opfer mit jemandem die private E-Mail-Adresse ausgetauscht und sich ohne Wissen der Agentur getroffen haben.“

„Wieso sollte jemand denn sowas … verdammt.“

„Genau.“ Boerne seufzte theatralisch. „Der schnöde Mammon. Diese Agenturen arbeiten nicht für Gotteslohn, wie Sie vielleicht wissen. Für jede Verabredung, die zustande kommt, fallen erkleckliche Gebühren an. Und zwar immer für den Mann, soviel zum Thema Gleichberechtigung. Eigentlich müßte das doch ein Fall für das Gleichstellungsgesetz -“

„Boerne, ich muß Schluß machen!“

Er legte auf und sah in die überraschten Gesichter seiner Kollegen.


* tbc *

Comments

Coole Idee, die Boerne da hat... wobei man denken sollte, dass da von drei cleveren Polizisten auch jemand hätte drauf kommen müssen. *lol*
Egal, ich liebe natürlich die Tatsache, dass Boerne die (rettende?) Idee hatte. :D
*grins*
Ja, das habe ich mir in dem Moment ehrlich gesagt auch gedacht ... Also, daß Thiel oder einer der beiden anderen da ja auch drauf hätten kommen können. Aber egal, so konnte ich Boerne mal wieder beteiligen ;)

(rettende?)
Wenn ich das nur schon wüßte ... nie wieder Krimi als WIP!
Fin? Das will ich doch nicht hoffen. Gerade jetzt, wo Boerne einen möglichen wichtigen Ansatzpunkt liefert. :)
Ob Boernes Idee weiterhilft, weiß ich ja leider noch nicht ... *Haare rauf* Schaun wir mal :)

Auf jeden fall ist das nicht das Ende, da war ich gestern wohl zu enthusiastisch ("Schluß damit! Raus mit dem Kapitel!") Wird korrigiert ;)