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BT_Wandern

October 2018

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Büttenwarder

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BT_Kiesgrube

Freunde

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Sommer-Challenge: Suspense – Dunkelheit / Finsternis - für mich
Team: Thalia
Fandom: Tatort Münster, Tatort Hamburg, Tatort Stuttgart (Crossover)
Personen: Frank Thiel (POV), Uwe Kohnau, Boerne
Rating: ab 12
Genre: Krimi, Freundschaft, (Pre-Slash)
Länge: ~ 1.100 Wörter
Zeit: ~ 100 Minuten
A/N: Ähm. Ja. Das Prompt kommt vor! Aber irgendwie wurde es an den Rand gedrängt von anderen Dingen *stirnrunzel*



***


Irgendwann war klar, daß es wirklich keinen Sinn mehr hatte weiterzumachen. Die Nachtschicht hatte übernommen, alle verfügbaren Informationen über Kontakte der drei ersten Opfer wurden überprüft. Das konnte noch die halbe Nacht dauern – lose Kontakte ohne „offizielle“ Verabredung hatte es viele gegeben. Ihnen blieb jetzt nichts anderes übrig, als erst einmal ein paar Stunden zu schlafen. Thorsten war weiter außerhalb bei alten Freunden untergekommen, und Uwe hatte angeboten, ihn ins Hotel zu fahren.

„Was war das eigentlich mit deinem Kollegen?“

„Mhm?“ Er war schon halb eingedöst und schreckte auf.

„Überdosis, Mordverdacht …“ Uwe schaute kurz zur Seite und dann, gottseidank, sofort wieder nach vorne. So wie das jeder vernünftige Mensch machte außer Boerne, Es war wirklich ein Wunder, daß Boerne noch nie einen ernsthaften Unfall verursacht hatte. Das einzige Mal, als ihn ein Auto erwischt hatte, war er zu Fuß unterwegs gewesen. Eigentlich war das anschließend ja ganz lustig gewesen mit den beiden eingegipsten Armen, auch wenn es ihn zeitweise einiges an Nerven gekostet hatte. Aber statt daran zu denken, mußte er jetzt ausgerechnet an den Moment denken, als er versucht hatte herauszufinden, was mit Boerne passiert war, ob er im Krankenhaus war, oder … Irgendwie war das in letzter Zeit alles ein bißchen viel gewesen.

„Frank?“

Erst als er mitten drin war, Uwe die ganze Geschichte zu erzählen, fiel ihm auf, daß er darüber noch mit niemandem geredet hatte. Die anderen waren ja alle dabei gewesen, und es hätte nichts gebracht, sich gegenseitig auch noch zu erzählen, was für Sorgen man sich machte. Und Uwe schwieg und hörte zu, das hatte er schon immer gut gekonnt.

„Naja, aber das ist ja jetzt alles Schnee von gestern“, endete er etwas verlegen. Jetzt waren sie schon bei seinem Hotel und er hatte tatsächlich die ganze Fahrt über Boerne geredet.

Aber Uwe sagte nur „Ich kenn das. Wenn man nicht helfen kann.“

Thiel nickte. Das hatte wohl jeder schon erlebt, zumindest in ihrem Beruf.

„Danke fürs Bringen. Vielleicht hätte ich doch das Auto nehmen sollen.“

„Hast du den Führerschein … ich meine ….“

„Wieso?“ Er sah Uwe an, der plötzlich wie das wandelnde schlechte Gewissen wirkte. „Hab‘ die Nachprüfung schon vor Jahren gemacht, ganz ohne ist auf die Dauer ja doch nicht so praktisch.“ Auch wenn er meistens bei Boerne mitfahren konnte, aber das wollte er jetzt nicht auch noch näher erörtern.

„Ich wollte das Thema nicht erwähnen, tut mir leid“, murmelte Uwe. „Ich bin dir damals in den Rücken gefallen, und -“

„Uwe.“ Ihm wurde schlagartig klar, was los war. „Du hast das einzig richtige gemacht. Das weißt du doch, oder?“

„Schon, natürlich. Aber …“

„Kein Aber.“ Natürlich war er im ersten Moment stinksauer gewesen, als Uwe an ihre Vorgesetzten gemeldet hatte, daß er wiederholt betrunken zum Dienst erschienen war. Aber im Nachhinein betrachtet war das das Beste gewesen, was ihm hatte passieren können. Das war ihm schon klar gewesen, als er endlich die angebotene Beratung in Anspruch genommen hatte und ihm bewußt geworden war, daß er etwas ändern mußte.

„Ich war damals völlig fertig, wegen der Sache mit Susanne und Lukas.“

„Ich weiß. Deshalb hätte ich –“

„Und ich hab‘ zu viel getrunken und mich und andere in Gefahr gebracht.“ Er konnte sich auch noch nur zu gut an das Gefühl erinnern, als ihm das klar geworden war. „Es war einfach leichter, wo anders neu anzufangen.“

Uwe nickte.

Er hätte eigentlich wissen müssen, was für Gedanken Uwe sich machte. Immerhin kannten sie sich, seit Uwe nach der Ausbildung bei ihm angefangen hatte. Sie waren Freunde gewesen, bis zu der Sache. Bis er aus Hamburg weg war. Aber er war zu dem Zeitpunkt zu sehr mit seinen eigenen Problemen beschäftigt gewesen, um auf andere zu achten.

„Tut mir leid, daß ich mich nie gemeldet habe.“

„Ich hätte ja auch mal anrufen können.“

„Schlecht gelaufen, hm.“

Sie mußten beide lachen, und dann sagte Uwe: „Na, ich hab‘ ja jetzt deine Nummer. Soll ich dich morgen eigentlich auch wieder mitnehmen?“


***


Als er zu sich kam, war es finster. Bleierne Dunkelheit. Keine Orientierung. Kein Laut, nirgends. Mit den Händen tastete er an Wänden entlang und versuchte herauszufinden, wo er war. Der Raum ergab überhaupt keinen Sinn. Er tastete weiter und weiter … die Decke war viel zu nah. Er versuchte zu rufen, aber er brachte nur ein Krächzen zustande. Kam die Decke näher? Wieviel Luft war hier drin überhaupt? Er versuchte tief durchzuatmen. Hastige, tiefe Atemzüge, trotzdem sah er bunte Punkte in der Dunkelheit und spürte, daß nicht genug Sauerstoff in seine Lungen kam. Er würde hier drin ersticken, wenn ihn nicht rechtzeitig jemand fand. Er würde –

Ein lautes Geräusch riß ihn aus dem Schlaf. Thiel brauchte einige Sekunden um zu verstehen, daß er geträumt hatte, und daß das sein Telefon war. Sein Blick fiel auf die Uhr. Kurz nach elf, er war gerade erst eingeschlafen.

„Boerne?“ Sein Puls raste immer noch und er merkte, daß seine Stimme zitterte.

„Wissen Sie eigentlich, daß es ziemlich unhöflich ist, einfach aufzulegen?“ Boerne klang weit entfernt, aber er war plötzlich sehr froh, seine Stimme zu hören.



„Thiel? Ist alles in Ordnung?“

„Rufen Sie nur deswegen an?“ Er räusperte sich, und endlich klang seine Stimme wieder einigermaßen normal in seinen Ohren. „Wir waren ein bißchen in Eile, es geht hier um Leben und Tod, falls Sie sich erinnern.“

„Sie haben ihn also noch nicht gefunden.“

„Nein.“ Wieder wanderten seine Gedanken zu dem Mann, der vielleicht noch lebte. Irgendwo. „Wir überprüfen jetzt alle Kontakte, aber das dauert, bei der Menge.“

„Selbstverständlich überprüfen Sie alle.“ Boerne klang mal wieder sehr von sich überzeugt. „Sind Sie noch im Büro?“

„Nein, ich …“ Thiel sah an sich herab, … „ich bin schon im Hotel. Wollte jetzt eigentlich ein paar Stunden schlafen.“



„Die beiden sind gefährlich, das wissen Sie doch, oder?“

„Das müssen Sie mir nicht erzählen“, antwortete er ein bißchen ungeduldig. „Aber weswegen haben Sie jetzt angerufen?“

„Aus erzieherischen Gründen“, antwortete Boerne leichthin. „Damit Sie beim nächsten Mal dran denken sich zu verabschieden.“

Thiel schnaubte.

„Und um zu fragen, ob ich eigentlich Ihren Ficus benjamina gießen soll, während Sie weg sind. Empfindliches Gewächs, wirft schnell die Blätter ab, wenn es sich schlecht behandelt fühlt.“

„Ich weiß, daß Sie Latein können“, brummte Thiel. „Nennen Sie das Ding doch einfach Topfpflanze wie wir anderen auch.“

„Das beantwortet meine Frage nicht. Soll ich nun gießen oder nicht?“

„Ich bitte darum. Vielleicht reden Sie ihm auch noch gut zu, damit er mich nicht so sehr vermißt."

Das Geräusch, das durchs Telefon drang, klang verdächtig nach einem unterdrückten Lachen.

„Boerne, ich muß jetzt wirklich schlafen.“

„Mhm … gute Nacht.“

„Nacht.“

Er schlief so schnell ein, daß der Traum gar keine Chance hatte zurückzukommen.


* tbc *

Comments

Ich finde, hier hast du zumindest in Ansätzen etwas von dem Fluff drin, den du weiter vorne vermisst hast. Kam halt einfach e bissi später *abwink*

Ich bin mit meinem festgesteckten Thiel auch etwas unzufrieden, das war so ein absoluter Schnellschuss ohne zu zielen. Und ging dann entsprechend auch so halb ins Seitenaus und halb auf die Linie *snicker*

Egal, wir haben jedenfalls die Punkte geholt...

Edited at 2014-09-28 02:39 pm (UTC)
Ja, hier wurde es dann in der Tat etwas gefühliger ;) Nix von wegen Suspense *hust*

Ganz ehrlich, der Krimi und die vielen Personen, das überfordert mich total. Aber ich schreib jetzt trotzdem zuende (Punkte!!!)

Und mal sehen, vielleicht tröstet mich der heutige Tatort ja darüber hinweg, was die Qualität meiner Krimihandlung angeht ... Da kommt auch 'ne Partnervermittlung vor. Also ehrlich, wie ausgelutscht ist das denn? ;)