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BT_Wandern

February 2018

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Büttenwarder

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BT_Kiesgrube

Laufarbeit

>> zum Crossover.Masterpost

Sommer-Challenge: Suspense – Verhör - für mich
Team: Thalia
Fandom: Tatort Münster, Tatort Hamburg, Tatort Stuttgart (Crossover)
Personen: Sebastian Bootz (POV)
Rating: ab 12
Genre: Krimi, Freundschaft
Länge: ~ 700 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten
A/N: Wenn ich das je ernsthaft posten will, muß ich es noch gewaltig überarbeiten. Die Krimihandlung ist so löchrig wie ein gehäkeltes Einkaufnetz … Und über die Figurenzeichnung schweige ich lieber.


***


„Einen Moment bitte, ich bin sofort bei Ihnen …“

Seinen genervten Gesichtsausdruck konnte der Mann zum Glück nicht sehen, weil er ihm schon den Rücken zudrehte. Es war doch immer das gleich, dachte er, während aus dem Flur ein gedämpftes Ja, Schatz, ich hab‘ gestern einen Unfall gesehen drang. Seit heute früh war er jetzt schon unterwegs, um alle Männer zu vernehmen, die mit einer der beiden Täterinnen möglicherweise Kontakt gehabt hatten – ebenso wie die Kollegen in den anderen Städten, in denen es Opfer gegeben hatte. Und fast alle waren verheiratet und gerieten erst einmal in Panik, wenn er ihnen erzählte, daß er sie wegen ihres Accounts bei „No strings attached“ sprechen wollte.

Während Schlieffinger noch dabei war, seiner Frau halbwegs glaubhaft zu machen, daß er vollkommen vergessen hatte ihr von dem Unfall zu erzählen, den er beobachtet hatte und weswegen er jetzt von der Polizei als Zeuge befragt wurde, piepste sein Handy. Er warf einen Blick darauf und mußte lächeln. Langsam fange ich an, Deine Spätzle mit Linsen zu vermissen. T. Das hörte sich an, als ob Thorsten langsam genug von seinem Ausflug in den Norden hatte. Kein Wunder, der Fall war auch mehr als zäh, und so wie es aussah, würde das Ermittlerteam „Maneater“ noch eine Weile zu tun haben. Wer dachte sich eigentlich immer diese Namen aus?

„Entschuldigung.“ Schlieffingers nervöse Stimme riß ihn aus den Gedanken. „Worum geht es denn nun genau, Herr Bootz?“

„Kennen Sie eine dieser beiden Frauen?“ Er hielt schob dem Mann die Profilbilder vor die Nase, mit denen sich die beiden mutmaßlichen Täterinnen bei „No strings attached“ angemeldet hatten und die, wie sie inzwischen wußten, mit Profilbildern in den anderen Fällen übereinstimmten. Die Haarfarben und Frisuren wechselten, aber anhand der biometrischen Merkmale hatten sie die Frauen mittlerweile nahezu zweifelsfrei auch in den Daten der anderen Partneragenturen ausfindig gemacht.

„Ich kann mich nicht erinnern“, antwortete Schlieffinger. Eine Standardantwort, die er heute Morgen so oder so ähnlich schon ein dutzendmal gehört hatte. Aber diesmal war etwas anders – er hatte gesehen, wie Schlieffinger im ersten Moment die blanke Angst im Gesicht gestanden hatte.

„Mit ihr hier“, er deute auf das Bild der jüngeren, die sich hier als Cornelia Volz ausgegeben hatte, „hatten Sie im Frühjahr letzten Jahres eine Verabredung über die Agentur, bei der Sie versetzt wurden. Und bei der anderen hat es zumindest Besuche auf den jeweiligen Profilseiten und einen Mailwechsel über das System der Agentur gegeben.“

„Das sind meine privaten Daten!“ begehrte der Mann auf. „Das unterliegt alles dem Datenschutz, wie können Sie -“

„Wir ermitteln in mehreren Mordfällen“, unterbrach er und beobachtete die Reaktionen seines Gegenübers. „Die Daten wurden der Polizei aufgrund eines Gerichtsbeschlusses zur Verfügung gestellt, das hat alles seine Richtigkeit.“

„Mord?“ Schlieffingers Stimme zitterte.

„Mehrere Kunden dieser und andere Partnervermittlungen“, bekräftigte Sebastian. „Wenn Sie irgendwelche Informationen zu den beiden Frauen haben, sind Sie verpflichtet, die Ermittlungen zu unterstützen.“

„Ich hab‘ damit nichts zu tun!“ Schlieffingers Blick rutschte nach oben, in die Zimmerecke. „Ich hab‘ mit vielen Frauen Kontakt über die Agentur gehabt, da erinnert man sich doch nicht mehr an jede!“

Daß der Mann nicht einmal mehr die üblichen Ausreden – Neugier, Ehekrise oder, in mehr als einem Fall, Recherche für ein Buch oder einen Artikel – vorbrachte, war mehr als auffällig. Und daß er vor den Bildern geradezu Angst zu haben schien erst recht.

„Wir reden hier über sechs, vermutlich sieben Morde. Alles Männer im mittleren Alter, verheiratet … genau wie Sie.“

Schlieffinger wurde immer blasser.

Er wartete.


***


Die Geschichte, die Schlieffinger ihm erzählt hatte, war kaum zu glauben. Vor allem kaum vorstellbar, daß der Mann nicht zu Polizei gegangen war. Fliegenschnäpper hatte nach dem Unfall große Gedächtnislücken, seine Aussage war alles andere als konsistent gewesen. Er konnte sich nur noch an die beiden Frauen erinnern und daran, daß er festgehalten worden war. Schlieffinger hingegen wußte noch sehr genau, wie er in die Falle getappt war.

Er tastete nach seinem Telefon, um als erstes Thorsten anzurufen. Das schriftliche Protokoll würde er nachliefern.


* tbc *

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