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BT_Wandern

November 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Jugendsünden

Rating: P 14
Genre: noch Pre-Slash oder schon First Time, h/c & Humor
Episodenbezug: Mörderspiele
Handlung: Nach dem Abschluß des Falls gibt es noch einiges zu verarbeiten.
Warnungen: Es wird schon wieder getrunken – im echten Leben würde ich weniger Alkohol empfehlen.
Länge: 2.500 Wörter
Beta: Farfie (den 1. Entwurf)

Der Text ist auch noch im Urlaub entstanden. Die Idee kam mir beim nochmaligen Ansehen von "Mörderspiele" - bin mal gespannt, wie die Mischung aus h/c und Humor ankommt ;) Wie immer nehme ich gerne noch Kritik und Korrekturen an, bevor der Text veröffentlicht wird - wobei Farfie am ersten Entwurf schon einiges ausgebügelt hat :)
 
 
Jugendsünden
 
Wieso hatte er sich jetzt überhaupt wieder dazu breitschlagen lassen, dieses Paket für Boerne drei Stockwerke hoch zu schleppen ... bloß weil der andere rumgejammert hatte, er würde das nach dem heutigen Tag nicht mehr schaffen. Und jetzt konnte er sich zum Dank auch noch spöttische Bemerkungen anhören.

  "Etwas mehr Sport würde Ihnen gut tun, dann kämen Sie schneller und mit weniger Keuchen die Treppen hoch ..."

Mehr Sport ... wenn er nicht so außer Atem gewesen wäre, hätte er Boerne erzählt, wohin er sich seinen Sport stecken konnte! Stattdessen ließ er das Paket einfach in Boernes Flur fallen und streckte sich ächzend.

  "Was schleppe ich hier überhaupt?"

  "Die gesammelte und neu kommentierte Werkausgabe von - ach, das sagt Ihnen doch sowieso nichts."

  "Seit wann müssen Sie denn Ihr Wissen noch erweitern - ich dachte, Sie wissen schon alles?"

  "Man lernt nie aus, mein lieber Thiel. Heute bin ich ja auch viel tiefer in die Materie der Kartoffelernte eingedrungen, als ich mir das vorher hätte vorstellen können ..."

  "Finden Sie das vielleicht auch noch lustig!?" Thiels Stimmung war schlagartig gekippt. Er wollte gar nicht darüber nachdenken, was heute alles hätte schiefgehen können. Frau Klemm war nur haarscharf dem Tod entgangen, und Boerne .... Boerne hatte sich diesmal wirklich selbst übertroffen. Ließ sich nachts mit der Flinte übers Feld jagen. Ganz zu schweigen von der Aktion mit dieser gräßlichen Kartoffelerntemaschine. Ihm lief es jetzt noch kalt den Rücken runter, wenn er nur daran dachte. Er gab dem andern einen Schubs.

  "Das nächste Mal spare ich mir die Mühe Ihnen zu helfen, das sag' ich Ihnen!"

  "Eine große Hilfe waren Sie ja nun genaugenommen nicht - und ohne meinen Einsatz würden Sie jetzt vermutlich immer noch glauben, daß der Gatte von Monika Hanke-Helmhövel im Kartoffelroder das Zeitliche gesegnet hat."

  "Ihren Einsatz! Damit meinen Sie wohl, daß Sie so blöd waren, sich selbst in diese Maschine ziehen zu lassen, wo Sie ... wenn Frau Hanke-Helmhövel nicht ... "

Er sah diesen Moment genau vor sich. Boerne, der mit solcher Kraft in die Maschine gezogen wurde, daß er ihn nicht festhalten konnte. Das Rattern und Dröhnen der Walzen. Seine panische Suche nach einer Möglichkeit, die Maschine abzustellen ...

  "Sie verdammter Idiot! Wie konnten Sie nur so unvorsichtig sein! Ein paar Sekunden später, und Sie wären ..."

Er merkte noch, daß er gerade die Kontrolle verlor, aber er konnte sich nicht mehr zurückhalten. Die Bilder und Geräusche ... zerquetscht und zermalmt ... Boerne hatte ihm ja anschaulich erklärt, was mit Hanke passiert war, als er in dieses Teufelsding geraten war.

  "Was haben Sie sich nur dabei gedacht!?"

Erst als Boerne seine Hände festhielt, wurde ihm bewußt, daß er den anderen bei jedem Satz vor die Brust gestoßen hatte.

  "Sie hätten sterben können! Ist Ihnen überhaupt klar, wie knapp das war!?"

Er versuchte sich wieder loszureißen, aber Boerne zog ihn in eine Umarmung und hinderte ihn daran, weiter auf ihn einzuschlagen. "Beruhigen Sie sich ... es ist doch nichts passiert ..." Verdammt - der andere war nicht nur einen halben Kopf größer, sondern auch kräftiger, als er gedacht hätte.

  "Thiel ..." Boernes Stimme klang ganz sanft. "... beruhigen Sie sich wieder. Niemand ist gestorben."

  "Aber Sie hätten ... Sie wären beinahe ..." Thiel hörte, wie seine Stimme umschlug und brach mitten im Satz ab. Zum Glück sagte der andere nichts, obwohl er merken mußte, daß er kurz davor war loszuheulen. Boerne hielt ihn einfach noch eine Weile fest, bis seine Atemzüge wieder ruhiger wurden.

  "Geht's wieder?"

Thiel nickte und wurde losgelassen. Er wußte im ersten Moment nicht, wo er hinsehen sollte. Solche emotionalen Szenen waren ihm ein Graus. Er konnte sich gar nicht erklären, was über ihn gekommen war, Boerne mußte ja sonstwas von ihm denken. Aber der andere tat einfach so, als sei nichts Außergewöhnliches vorgefallen. Während Thiel sich die Nase putzte und versuchte, seine Gedanken wieder in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen, ging Boerne Richtung Küche.

  "Wollen Sie was essen?"

  "Was?"

  "Ich könnte was kochen ... hm ... naja, allzu ergiebig ist das zwar nicht ... aber Nudeln mit Soße krieg' ich wohl noch hin."

  "Was fehlt Ihnen denn?"

  "Haben Sie noch Gemüse?"

  "Gemüse ..." Er war Boerne gefolgt und warf über die Schulter des anderen einen Blick in einen ziemlich leeren Kühlschrank. Bei ihm sah es auch nicht viel besser aus, aber ... "Eine halbe Paprika hab' ich noch, glaube ich."

 "Das hört sich doch gut an." Boerne inspizierte ein Stück Parmesan. "Den kann man auch noch essen. Holen Sie mal die Paprika, und ich fang hier an."

Als er schon fast an der Tür war, hielt ihn der andere nochmal zurück.

  "Thiel!"

  "Ja?"

Er drehte sich um und sah in letzter Sekunde etwas auf sich zufliegen. Zum Glück war mit seinen Reflexen alles in Ordnung, so daß er den Schlüssel auffing, bevor er getroffen wurde.

  "Was zum Henker ..."

  "Bringen Sie eine Flasche Wein aus dem Keller mit. Am Besten den Chianti unten rechts im Regal, der muß nicht lange atmen."

  "O.K."
 
 
***
 
 
Eine gute Stunde später saßen sie satt und zufrieden auf Boernes Sofa und leerten die zweite Flasche Rotwein. Thiel hatte die Erinnerung an die Kartoffelerntemaschine in den hintersten Winkel seines Bewußtseins verbannt. Langsam fühlte er sich wieder wohler. Der Fall war gelöst, und egal wie knapp - niemandem war etwas passiert. Vermutlich lag es hauptsächlich am Rotwein, daß er wieder ruhiger war. Vielleicht auch daran, daß Boerne gesund und munter neben ihm saß. Mittlerweile konnte er jedenfalls auch die eher skurrilen Seiten dieses Falls würdigen.

  "Hätten Sie gedacht, daß Frau Klemm in jungen Jahren mit einer Mitschülerin rumgeknutscht hat?" Thiel mußte grinsen bei der Vorstellung, auch wenn dieser Kuß ihnen letztendlich dieses ganze Schlamassel eingebrockt hatte.

  "Das wundert mich ehrlich gesagt weniger, als daß sie mit Monika Helmhövel in der Schule war - ist Ihnen mal aufgefallen, wie oft sie ehemalige Klassenkameraden trifft? Das muß eine unheimlich große Klasse gewesen sein ..."

  "Vielleicht ist ihr Jahrgang ja besonders kriminell veranlagt ... Erinnern Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Kuß?"

  "Aber sicher."

  "Und?"

  "Da war ich dreizehn, mit Holger Behrens."

  "Was?" Er sah den anderen überrascht an.

  "Also eigentlich war das kein richtiger Kuß - wir haben nur geübt."

  "Geübt ... aha ..."

  "Das war Holgers Idee. Die anderen Jungs in der Klasse erzählten schon alles Mögliche, was sie mit Mädchen bereits gemacht hatten. Holger und ich waren die Jüngsten und kamen und ziemlich blöd vor, noch gar keine Ahnung zu haben." Boerne seufzte. "Ehrlich gesagt war ich wirklich reichlich naiv - ich bin einfach nicht auf die Idee gekommen, auch solche Geschichten zu erfinden. Heute ist mir natürlich klar, daß die anderen mit Sicherheit nur geprahlt haben und nichts davon gestimmt hat."

Die Vorstellung brachte ihn dann doch zum Lachen. "Und so bleibt Ihnen jetzt auf ewig als erste Liebe Holger ... wie war der Name nochmal?"

Boerne gab ihm einen Rippenstoß. "Von Liebe hab' ich nichts gesagt ... ich hab' dabei an Luise aus der Parallelklasse gedacht, in die war ich damals schwer verknallt."

 "Klingt ja nach einem wirklich spektakulären ersten Kuß ..."

 "Für Holger auf jeden Fall ... ich hab' ihn Jahre später wiedergetroffen, und da hat er mir erzählt, daß das mit dem Üben und den Mädchen eine reine Ausrede war. Also er hat dabei nicht an jemand anderen gedacht ..."

Thiel verschluckte sich an seinem Rotwein und brauchte eine Weile, bis er wieder Luft bekam.

  "Jaja, Sie haben gut Lachen ... aber ich wurde aufs Übelste manipuliert ..." Boerne versuchte zwar gekränkt zu klingen, aber als Thiel zur Seite sah, konnte er sehen, daß der andere lächelte. "Erzählen Sie doch erst mal, was Sie als ersten Kuß zu bieten haben, bevor Sie sich über mich lustig machen."

  "Uh ... mit zwölf, beim Flaschendrehen. Aber bei mir war's wenigstens ein Mädchen. Margit, den Nachnamen habe ich vergessen."

  "Das klingt ja auch sehr romantisch ..."

  "Naja. Ehrlich gesagt fand ich es damals noch ziemlich eklig, Mädchen zu küssen. Margit hingegen war der Sache nicht so abgeneigt, wenn ich mich richtig erinnere."

Boerne schenkte ihm Wein nach. "Und der erste richtige Kuß?"

Da mußte er nicht lange überlegen. "Da war ich sechzehn. Susanne, hinter der Bushaltestelle nach der Schule. Und bei Ihnen?"

  "Fünfzehn. Sophie Sonderheim. Auf einer Geburtstagsfeier." Boerne schüttelte sich. "Sie hatte eine Zahnspange ... also so richtig toll war das nicht."

  "Ich kann nicht klagen ..." Thiel konnte sich noch ziemlich gut an diesen Nachmittag erinnern. An die Aufregung. Susanne hatte ganz schwach nach Waldmeisterbrause geschmeckt. Und danach war er sich sicher gewesen, daß sie für immer zusammenbleiben würden. "Und der erste Sex?"

  "Kommt darauf an ... definieren Sie Sex."

  "Egal was ... sofern eine zweite Person beteiligt war, würde ich sagen."

  "Hm ... das dürfte Horst gewesen sein. Auch mit fünfzehn."

Thiel hob' eine Augenbraue. "Horst?"

  "Ach, das war nix Großartiges. ... Sie wissen doch, wie das ist in dem Alter."

  "Nee ..."

Boerne sah ihn fragend an. "Haben Sie denn nie?"

  "Nein ... wirklich nicht."

  "Und was haben Sie zu bieten?"

  "Susanne, und ich war immer noch sechzehn. Vier Monate nach dem Kuß, in ihrem Kinderzimmer."

  "Sie Glücklicher. Bei mir wurde das nicht so schnell was."

  "Lag vielleicht an Horst ..."

  "Ach, halten Sie doch den Mund ... erstes Semester, ich war achtzehn. Mit Gabi. Die wußte zum Glück schon, was da zu tun war. Ort: Ihr Wohnheimzimmer."

  "Achtzehn?"

  "Ich habe eine Klasse übersprungen."

  "Aha." Er nahm noch einen Schluck Wein. "Und war das was Längeres?"

  "Gabi? Nein, kann man nicht sagen. Sie ging kurz darauf ins Auslandssemester und das war's dann. Und Ihre Susanne?"

Thiel stutzte. "Natürlich. Susanne - meine Frau."

  "Sie haben Ihre erste Freundin geheiratet?" Boerne sah ihn verblüfft an, und Thiel merkte, wie ihm eine leichte Röte ins Gesicht stieg.

  "Warum denn nicht? Ich fand das immer sehr romantisch."

  "Ähm ... schon. Aber doch ziemlich selten."

Thiel zuckte mit den Schultern. "Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich war verliebt, und ich dachte, wir bleiben für immer zusammen." Erst nachdem er das ausgesprochen hatte, merkte er, wie traurig er klang. Verdammt - der Wein machte ihn sentimental.

  "Na kein Wunder, daß Sie in den letzten Jahren nichts zum Laufen gebracht haben - Ihnen fehlt ja jegliche Übung!"

Und schon war es mit der sentimentalen Stimmung wieder vorbei … "Also bitte - ich kann mich nicht erinnern, daß es in der Hinsicht bei Ihnen besser ausgesehen hätte!"

  "Ich gehe wenigstens hin und wieder aus!"

  "Ja - aber wozu hat das bisher geführt?"

  "Nicht wirklich zu viel ..." Boerne klang plötzlich nachdenklich. "Komisch - früher dachte ich immer, ich würde mal den einen Menschen finden, mit dem ich mein Leben verbringe. Aber in den letzten Jahren ist mir irgendwie die Energie abhanden gekommen zu suchen. Muß am Alter liegen."

  "Vielleicht ... ich habe seit der Scheidung nicht mal eine andere Frau geküßt. Und das ist jetzt schon fast vier Jahre her."

  "Hm." Boerne sah ihn an, und er konnte ein leichtes Zucken um die Mundwinkel des anderen sehen.

  "Was ist?"

  "Haben Sie tatsächlich im ganzen Leben nur eine Frau geküßt - von der Kleinen beim Flaschendrehen mal abgesehen?"

  "Ja, und?"

  "Wollen Sie nicht vielleicht Ihren Horizont erweitern?"

  "Meinen Horizont ...?" Bevor er diese Frage noch richtig einordnen konnte, hatte sich Boerne schon zu ihm hinüber gebeugt und ihn geküßt. Boerne schmeckte nach Rotwein, und darunter nach ... Boerne, vermutlich.

  "Was ..." Während er noch versuchte zu verstehen, was das jetzt zu bedeuten hatte, hatte Boerne schon wieder nach seinem Rotweinglas gegriffen. Thiel räusperte sich. "... so weit wollte ich meinen Horizont nun wirklich nicht erweitern."

  "Gern geschehen."

  "Ich hatte mich nicht bedankt, Boerne."

  "Das sollten Sie aber, finde ich."

  "So weit kommt's noch." Er drehte sich zu dem andern um und wollte noch etwas hinzusetzen, als er sah, wie Boerne mit schmerzverzerrtem Gesicht das Weinglas absetzte.

  "Was ist los? Fehlt Ihnen etwas? Soll ich ..."

  "Thiel ... geraten sie jetzt doch nicht gleich wieder in Panik. Ich hab' mir heute nur den ein oder anderen Muskel gezerrt."

  "Ich gerate überhaupt nicht in Panik."

  "Dann können Sie mich ja wieder loslassen."

  "Entschuldigung." Er kam sich wirklich blöd vor, so übertrieben zu reagieren. Boerne rieb sich den Nacken.

  "Sie müssen sich nicht entschuldigen ... ich hatte auch ganz schön Angst."

  "Sicher. Deswegen haben Sie auch gleich geschmacklose Witze gemacht."

  "Das denken Sie jetzt nicht wirklich, oder? Glauben Sie, ich fand das lustig? Ich habe nur keine besonders große Lust, mir auszumalen, wie das hätte ausgehen können."

Thiel seufzte. Das konnte er zwar nachvollziehen, aber trotzdem ... "Versprechen Sie mir, daß Sie das nächste Mal vorsichtiger sind?"

  "Es wird kein nächstes Mal geben - keine zehn Pferde kriegen mich nochmal in die Nähe von so einem Ding!"

  "Ja, das sagen Sie jetzt ... aber wenn wir die nächste Leiche im Kartoffelklauber finden, dann ..."

  "Die kann Alberich haben - die flutscht im Notfall unbeschadet da durch."

Thiel mußte grinsen, obwohl ihm gar nicht danach war. "Der war jetzt wirklich schlecht, Herr Kollege."

  "Ich bin vielleicht doch nicht ganz auf der Höhe ..."

  "Mhm. Und ich glaube, ich habe zu viel Wein getrunken."

Boerne sah ihn fragend an. "Wollen Sie das jetzt auf den Alkohol schieben?"

  "Was?" Als Boerne ihn weiter ansah, als hätte er sie nicht mehr alle beieinander, fiel ihm wieder ein, wo sie vorher stehen geblieben waren. "Sie haben doch mich geküßt."

  "Sie haben sich nicht gewehrt." 

  "Ich wollte nur sagen, daß ich jetzt lieber langsam ins Bett sollte. Solange ich es noch rüber in meine Wohnung schaffe."

  "Aha."

  "Kann ich Sie alleine lassen, ohne daß Sie sich heute Nacht noch irgendetwas antun?"

  "Wie soll das denn gehen?"

  "Keine Ahnung - vielleicht schaffen Sie es ja, aus dem Bett zu fallen und sich das Genick zu brechen."

  "Thiel ... jetzt übertreiben Sie aber langsam wirklich. Bloß weil ich in den letzten Tagen etwas Pech hatte. Und wieso lenken Sie eigentlich die ganze Zeit ab?"

Eigentlich hätte er das lieber nicht gesagt. Aber wenn Boerne einfach keine Ruhe gab, mußte er wohl doch so deutlich werden. "Weil Sie heute fast gestorben wären. Und weil Sie jetzt gerade ziemlich betrunken sind. Und weil Sie lieber eine Runde schlafen und morgen nochmal mit klarem Kopf über alles nachdenken sollten. … das gilt für mich übrigens genauso."

  "Sie sind viel zu vernünftig ... kein Wunder, daß Ihr Leben so langweilig ist ..."

  "He! Jetzt ist aber mal gut! Sonst brauche ich nicht weiter über irgendetwas nachzudenken."

  "Spielverderber ...", brummte Boerne.

  "Sie werden mir noch dankbar sein. Gute Nacht."

Er wollte los Richtung Tür, aber Boerne hatte sich ebenfalls aus dem Sofa gequält und hielt ihn fest. "Gute Nacht." Er spürte die Lippen des anderen flüchtig auf seinen. "Sehen wir uns morgen zum Frühstück?"

Hoffentlich ließ diese Anhänglichkeit nach, wenn Boerne nüchtern war und sich wieder beruhigt hatte ... Obwohl, so unangenehm war das eigentlich auch wieder nicht. "Meinetwegen. Bei Ihnen?"

  "Mhm. Bringen Sie Brötchen mit."

Thiel mußte lächeln … Boerne kommandierte ihn schon wieder herum. Manche Dinge änderten sich wohl nie. "In Ordnung."

  

Comments

Kicher....

Hast du den neuen Tatort etwa schon gesehen ? Da trinken sie auch Brüderschaft, wenn auch nur für eine Nacht. Eigentlich geht es aber um Fragen der "sexuellen Identität: Was bestimmt, ob ein Mann ein Mann, eine Frau eine Frau ist? Die Klasse des Münsteraner Tatorts erkennt man daran, wie zwanglos Thiel und Boerne sich durch das Gestrüpp an Konflikten und Motiven arbeiten." Bericht unter: http://www.soester-anzeiger.de/nachrichten/kultur-nrw/zeigt-tatort-muenster-zwischen-ohren-1407964.html

Muss jetzt weg, ich werde morgen nochmal lesen und kommentieren.
nur für eine Nacht
Da bin ich aber beruhigt - ich glaube, ich könnte mich nicht daran gewöhnen, daß sich die beiden duzen ;) Das geht höchstens im Bett, und so weit wird es ja wohl nicht kommen ... *seufz*

Die Besprechung klingt ja vielversprechend. Da muß ich diesen Text am Ende morgen schon veröffentlichen, sonst ist es nicht mehr originell ;)
Gefällt mir!
Besonders die Stelle am Anfang, wo Thiel so ein wenig austickt und Boerne schüttelt, weil dieser scheinbar so lapidar mit seinem Beinahe-Tod umgeht, kann ich mir sehr gut vorstellen. Das ist so eine typische "Boerne treibt Thiel zur Weißglut, einfach indem er Boerne ist"-Szene :D


 "Das wundert mich ehrlich gesagt weniger, als daß sie auch mit Monika Helmhövel in der Schule war - ist Ihnen mal aufgefallen, wie oft sie ehemalige Klassenkameraden trifft? Das muß eine unheimlich große Klasse gewesen sein ..."

Genau das habe ich auch schon öfters gedacht *am Kopf kratz* Und Prof. Boerne scheint ja auch mit halb Münster studiert zu haben. Und vor allem, dass auch so viele davon dageblieben sind... ^.^ schon etwas verwunderlich.

Und das Gespräch über die Jugendsünden... großartig! :D Thiels Geschichte von seiner Jugendliebe Susanne finde ich sehr stimmig, das passt gut zu ihm.

Alles in allem sehr toll geschrieben. Du kriegst die beiden authentisch eingefangen; sie sprechen, denken, handeln hier wirklich "in character".
Danke! Schön zu lesen, daß Dir die Geschichte gefällt :)

Das ist so eine typische "Boerne treibt Thiel zur Weißglut, einfach indem er Boerne ist"-Szene
hihi, nett beschrieben :) Das trifft das Verhältnis der beiden gut, finde ich.

Boernes Kommentar zu Frau Klemm, die immer ehemalige SchulkameradInnen trifft, kam quasi direkt von mir. Müßte man mal zusammenzählen, wieviele das schon waren ... und klar, Boerne kennt auch überall jemanden. Das ist aber gar nicht kritisch von mir gemeint - dieses unrealistische macht für mich u.a. den Reiz des Münsteraner Tatorts aus: Daß immer das halbe Personal irgendwie persönlich in die Fälle verwickelt ist, macht Spaß.

Thiels Geschichte von seiner Jugendliebe Susanne finde ich sehr stimmig, das passt gut zu ihm.
Finde ich auch - das würde erklären, warum er sich Frauen gegenüber so ungeschickt anstellt (das letzte Mal geflirtet mit 16). Allerdings ist das ein wenig AU, ist mir nach dem Schreiben aufgefallen. In Wolfstunde wird ja eine andere Freundin erwähnt - Susanne war also nicht die einzige ... aber he, that's fanfiction :)

Edited at 2011-09-17 04:55 pm (UTC)
Schööön! =D Mir gefällt, wie du es angestellt hast, die beiden in die Diskussion über ihre Vergangenheit hineinzuführen. So ein persönlicher Austausch kommt in den Filmen ja (leider) nicht allzu häufig vor, aber trotzdem wirkt es bei dir authentisch und nicht gekünstelt oder gezwungen. Ich glaube, ich setze morgen Abend in Gedanken einfach diese Unterhaltung in die "Brüderschafts-Szene" ein – deine Version ist wesentlich interessanter und hat zwar kein "Du", aber dafür wenigstens einen richtigen Kuss, wie's sich gehört. ;)

Mir hat auch der h/c-Part sehr gut gefallen. Ich hab mir erst neulich wieder "Mörderspiele" angesehen und obwohl ich die Folge eigentlich mag, stößt mir diese Sache mit Boernes Todesverachtung (und wie das im Film abgehandelt wird) doch ein wenig sauer auf. Da les ich lieber FFs dazu, die diese Szenen noch mal von einer ernsteren Seite beleuchten.

Ein andere Sache, die mir beim Lesen positiv aufgefallen ist: du hast die ganzen FF-Klischees, die man so wunderbar in diese Geschichte hätte einbauen können, gut umschifft. Ich habe zu viele schlechte FFs gelesen in letzter Zeit, die den Umstand, dass hier zwei Leute über ihre sexuellen Erfahrungen diskutieren, schamlos ausgenutzt hätten. Gerade "Küssen üben" ist ja ein beliebtes Thema, mit dem zwei Charaktere gerne mal über Abkürzungen miteinander ins Bett verfrachtet werden.
Aber bei dir bleibt der Slash bzw. die Annäherung zwischen den beiden ganz vorsichtig und noch ein bisschen in der Schwebe. Mir persönlich gefiel das sehr gut; gerade Oneshots brauchen für mich oft dieses offene Ende.

Die Dialoge sind dir gut gelungen, überhaupt war die Geschichte flott und angenehm zu lesen. Und mach dir keine Sorgen, ob dein Text nach morgen Abend nicht mehr originell wirkt – ich habe schon länger den Verdacht, dass die Drehbuchautoren bei den FF-Schreibern klauen, wenn sie selbst nicht mehr weiterwissen. ;) Manchmal habe ich den Eindruck, die klauen sogar direkt aus meinem Kopf ...

Obligatorische Liste der Lieblingsstellen:
Die Tatsache, dass die beiden den Inhalt ihrer beiden Kühlschränke zusammenklauben müssen, um ein halbwegs vernünftiges Abendessen zuzubereiten. :D Und Boerne, der Thiel den Schlüssel zuwirft. ♥

"Vielleicht ist ihr Jahrgang ja besonders kriminell veranlagt … "
:DD

"Die kann Alberich haben - die flutscht im Notfall unbeschadet da durch."
Hahaha! Mann, Boerne, das war jetzt aber echt nicht nett! XDD

Nochmal Danke fürs Zurückfreunden, so dass ich diese wunderbare Geschichte auch lesen durfte. :)
Hallo und Danke für so viel liebe Rückmeldung :)

Bei "Mörderspiele" fand ich es auch ein wenig unglaubwürdig, daß Boerne das so einfach weggesteckt und Witze gemacht hat. Gut, diese Drakula-Szene war zwar witzig ... aber trotzdem. V.a., weil Maschinen mit bewegenden Teilen, in die man hineingeraten kann, zu meinen persönlichen Horrorvorstellungen gehören. Mich konnte schon früher im Werkkundeunterricht (oder wie das damals hieß) niemand dazu bringen, mich einer Kreissäge zu nähern, geschweige denn mit dem Ding was zu machen. *brrr* Und an Thiels Stelle hätte ich Boerne nach der Aktion an mir festgekettet und nicht mehr aus den Augen gelassen :)
Da sind sie wieder, die Handschellen ...

Das verlangte also dringend nach einem Nachtrag zur Episode. Und die Geschichte mit Frau Klemm ebenso - fand ich. Beides in einem erschien mir ein wenig gewagt, aber anscheinend hat der Übergang von h/c zu Humor wohl niemanden gestört.

Aber bei dir bleibt der Slash bzw. die Annäherung zwischen den beiden ganz vorsichtig und noch ein bisschen in der Schwebe.
Das ist sehr schön beschrieben. Mir war mal wieder danach, nicht so eindeutig zu werden. Und es wäre mir im Verlauf dieser Geschichte auch irgendwie zu schnell vorgekommen.

ich habe schon länger den Verdacht, dass die Drehbuchautoren bei den FF-Schreibern klauen
Schön wär's ja ... ich hätte nichts dagegen, wenn jemand sich wenigstens trauen würde, mal die ein oder andere Pre-Slash-Szene zu übernehmen :)

Lieblingsstellen
Der geworfene Schlüssel - ja, das fühlte sich so an, als hätte ich das in einem Tatort gesehen. Aber ich glaube nicht, es paßt einfach nur sehr gut.


Edited at 2011-09-22 08:46 pm (UTC)
Diesem Kommentar kann ich mich hin jedem Punkt anschließen. Besonders dass die beiden nicht sofort in wilder Leidenschaft entbrennen, tat echt mal wieder gut.

Aber eine zusätzliche Lieblingsstelle hätte ich noch:
Thiel räusperte sich. "... so weit wollte ich meinen Horizont nun wirklich nicht erweitern."

"Gern geschehen."

"Ich hatte mich nicht bedankt, Boerne."

"Das sollten Sie aber, finde ich."

"So weit kommt's noch."


Wenn es je passieren würde, dann so. :)
Danke :) Freut mich sehr, daß es Dir gefallen hat!

Ich mag ja durchaus auch die wilde Leidenschaft - aber das verhaltene und eher angedeutete hat schon seinen Reiz. Und man kann sich diese Version leicht(er) im Canon vorstellen.

Wenn es je passieren würde, dann so. ... danke für das Kompliment :)
Auch ich finde die Geschichte sehr schön! Da ich ja generell eine Schwäche für h/c habe, war ich sozusagen von vornherein verloren :) und dieser Aspekt der FF kommt gut rüber, so wie dem armen Thiel die Sache noch an die Nieren geht und er Trost braucht... da leide ich immer gleich mit.

Jedenfalls ist es eine sehr interessante Idee, wie die beiden ihre Jugendzeit Revue passieren lassen. Da kommt ja doch einiges Überraschendes zum Vorschein, vor allem auf Boernes Seite^^ wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass Thiel schon immer ein ganz Braver war.

Tolle Formulierungen: "was haben Sie denn zu bieten", "vielleicht schaffen Sie es ja aus dem Bett zu fallen und sich das Genick zu brechen" und "Definieren Sie Sex" *breitgrins*

Eine Rechtschreibfrage hätte ich: wird der Infinitiv "küßen" bei der alten Rechtschreibung tatsächlich so geschrieben, mit ß? Sieht für mich sehr seltsam aus...

*flüster* Und noch eine andere Frage: wie mache ich denn etwas kursiv in einem Kommentar hier bei LJ? :)
*grin* ... wenn Du h/c magst, kommst Du ja bei mir auf Deine Kosten ...

Da kommt ja doch einiges Überraschendes zum Vorschein, vor allem auf Boernes Seite
Hm, ja, da ging es mit mir durch. Ich habe noch überlegt, ob ich Horst wieder rauskicke, damit das nicht zu unglaubwürdig wird. Aber andererseits war das ja das Thema, das mir durch Frau Klemms Geschichte in den Sinn gekommen ist. Und Thiel - den kann ich mir irgendwie auch genau so vorstellen.

Vielen Dank für die Rückmeldung & schön, daß Dir Thema und Sprache gefallen!

Und danke, daß Du mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hast - natürlich schreibt sich das auch nach alter RS "küssen" (wie konnte ich nur ausgerechnet dieses Wort falsch schreiben ...)

wie mache ich denn etwas kursiv
Du kannst eine Reihe der üblichen html-tags benutzen. Wenn Du bei einem Kommentar auf "Vorschau" klickst, siehst Du unter dem Texteingabefeld welche, und in der Vorschau darüber siehst Du auch, ob die Formatierung korrekt ist.
Sollte Dir das noch gar nichts sagen, kannst Du z.B. hier nachsehen: http://www.html-seminar.de/befehlsuebersicht.htm
Html-Tags stehen wie XML-Tags immer in spitzen Klammern, das öffnende steht vor dem Text, auf den es sich bezieht und das schließende (mit / ) steht dahinter. Kursiv stellst Du so dar: < i >das wäre jetzt kursiv, wenn ich die Leerzeichen vor und nach dem i weggelassen hätte ...< /i >
Vielen Dank für deine Hilfe, mit html-Tags kann ich natürlich schon was anfangen :) ich wusste nur nicht, dass man die hier einsetzen kann.
O.K., klarer Fall von zu viel erklärt - aber zumindest ist die Frage aus der Welt ;)
Ich habe "Mörderspiele" erst vor einigen Tagen zum zweiten Mal gesehen. Die Szene mit der Kartoffelerntemaschine hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung und war echt entsetzt darüber, was Boerne da macht. Daher finde ich es sehr schlüssig, dass Thiel in Deiner Geschichte die Fassung verliert.

Und die anschließende Annäherung der beiden finde ich auch sehr gelungen. Dieses Fünkchen an Hoffnung am Ende, dass da doch was aus den beiden werden könnte ...
Thiel tickt ja auch in der Folge richtig aus, allerdings führt das nur dazu, daß er Boerne anschreit und sich aus dem Staub macht - da haben die Drehbuchautor(inn?)en eindeutig zu wenig draus gemacht ;) Und am Ende tut er dann auch noch so, als würde er Boerne nicht glauben, daß der vom Knecht (hab' den Namen vergessen) verfolgt wurde. Tse tse. Klarer Fall von Verdrängung ...

Danke für die Rückmeldung :) Ich hab' in Deinem Profil - oder in Deinem Journal - gelesen, daß Du früher kaum Slash gelesen hast. Von daher freut es mich umso mehr, daß Dir die Geschichte gefällt. Wobei das vielleicht auch daran liegt, daß die Idee bei den beiden recht naheliegend ist und sich durchaus mit dem Canon verträgt.

Canon ist der springende Punkt. Ich mag AU-Geschichten nicht besonders, und sehr viele Slash-Paare, die mir bisher begegnet sind, waren für mich absolut AU. Mit fehlen da wohl zum einen die "slash goggles", und das Prinzip "zwei sexy Männer sind sexier als einer" hat für mich zum anderen auch nie funktioniert.

Aber Thiel und Boerne machen es einem ja echt leicht. Das ist ja beinahe Canon bei den beiden. ;)
Ich überlege noch, bzw. habe überlegt, ob ich meinen Kommentar auf ff.de dann schreibe oder hier, abe rich finde hier schöner. Da sieht man immer die schönen User-Bildchen dazu. *grins*

Mir hat die Geschichte gut gefallen, zumal "Mörderspiele" eine meiner Lieblingstatortfolgen ist und ich es schön finde, dass du dich dieser Kartoffelklaubmaschine angenommen hast.

Ich finde den Anfang toll und auch das Ende, aber es gibt auch diesen Teil nach dem Kuss, den ich irgendwie nicht so gut finde, also wo es noch einmal um diese Kartoffelmaschine geht. Ich weiß nicht, mir kam es etwas zu lang vor, aber so etwas ist ja auch Geschmackssache. Dein Ende fand ich am schönsten, weil es so subtil war. Der flüchtige Gut-Nacht-Kuss von Boerne... *seufz*

Liebe Grüße,
nipf
Danke für die Rückmeldung, und besonders für diesen schönen Satz:
Dein Ende fand ich am schönsten, weil es so subtil war.
Mir persönlich gefällt das offene Ende hier nämlich auch sehr gut :)

Ich habe nochmal länger gegrübelt, ob ich an dem Übergang zum Ende hin noch etwas ändere, aber ich wußte nicht so richtig was und wie. Ich sehe schon, daß der Text da etwas vor sich hin määndert, aber irgendwie brauche ich das für die Stimmung. Die zwei sind müde und angetrunken, und da laufen Gespräche nicht mehr so zielstrebig ;) Außerdem brauchte Thiel ja noch Gelegenheit zum Ablenken ... Also, ich hoffe mal, das ist nicht zu tragisch.
ach, als ob so etwas tragisch ist. keine Sorge!!


Lg
nipf
Habe gerade die Kommentare hier gelesen, dem ist ja kaum was hinzuzufügen. Tu ich aber trotzdem :-P

Sowohl Thiels (Über-)Reaktion als auch das Selbstverständnis, mit dem Boerne das akzeptiert, sind sehr IC.Auch Boernes (unbewusste) Taktik, erstmal was zu kochen, um Thiels seelische Balance wieder herzustellen, passt gut und stellt einen wunderbaren Übergang vom Drama zur leichten Unterhaltung dar. Man kann im anschließenden Gespräch richtig Thiels Erleichterung spüren, dass die ungewohnte Sentimentalität vorbei ist. Sonst würde er sich von Boerne vielleicht auch nicht so ausfragen und sogar küssen lassen. Beide Teile allein wären längst nicht so schlüssig, wie sie es zusammen sind.

Was mir an ihrem Gespräch sehr gefällt: Boerne ist sehr vorurteils- und entsprechend klischeefrei, wie in den guten Folgen auch. Wie er z.B. Thiel am Sonntag erklärt hat, dass sich das Geschlecht "zwischen den Ohren" definiert und dass Nadine für ihn trotz gegenteiligen DNA-Befundes eine Frau ist und bleibt, ist sehr typisch für ihn. Diese Momente fand ich schon immer toll, z.B. wie er in "Ruhe sanft" auf Thiels Kommentar hin, dass der Selbstmord der Salzburgerin ja "nochmal gutgegangen "ist, fragt, ob sie das wohl auch so sieht. Und ob er nun eine Frau oder einen Mann küsst, ist eben eine Frage des Horizontes, nicht des gesellschaftlichen Urteils. Boerne par excellence :-))

Danke :) Das ist wieder eine sehr schöne Zusammenfassung. Und mir war wieder einmal noch gar nicht so richtig bewußt, daß Boerne kocht, um Thiel zu beruhigen. Stimmt aber haargenau.

Ich freue mich sehr, daß bei Dir und auch den anderen, die kommentiert haben, dieser Übergang vom Dramatischen zum eher Komischen gut angekommen ist. Da hatte ich ja ein wenig Angst, daß sich das nicht verträgt. Aber wenn man es so sieht, daß die angespannte Situation am Anfang in eine gerade deshalb um so lockerere Stimmung umschlägt, erscheint das passend.

Das mit der Vorurteilsfreiheit (bei allem sonstigen schnöseligen Gehabe) ist für mich auch eine der positivsten Seiten der Boerne-Figur. Mir fällt das v.a. Alberich und Katharina (aus 3 x schwarzer Kater) gegenüber auf. Wenn ich länger drüber nachdenken würde, würden mir sicher noch mehr Beispiele einfallen. In den guten Folgen hat Boerne diese Momente, in denen er ohne Nachzudenken das Richtige tut, und dann mag ich ihn wirklich :) Sonst nervt er ja auch manchmal ;)

Edited at 2011-09-22 05:00 pm (UTC)