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Szenen einer Ehe (Teil 6 und 7)

Rating: P 14
Genre: Slash, Est. Relationship, Humor
Länge: 630 Wörter
A/N: Boernes POV


Feierabend


Bis jetzt war das eigentlich ein schöner Tag gewesen. Außer daß Thiel mal wieder einen Außentermin hatte – ohne ihn mitzunehmen! – der deutlich länger gedauert hatte als geplant. Aber immerhin hatte er diesmal wenigstens daran gedacht anzurufen, so daß ihr Abendessen nicht gefährdet war. Und außerdem war Freitag und es lag ein Wochenende ohne Bereitschaftsdienst vor ihnen, und alleine schon deshalb war seine Laune ungetrübt. Tatsächlich hätte er schwören können, daß sein Herzschlag vor Freude ein wenig beschleunigte, als er endlich Thiels Schlüssel in der Wohnungstür hörte.

Bis sich die Tür öffnete und Thiel in den Flur … stapfte.

„Stopp!“ Er lief dem anderen entgegen, bevor er in diesem Zustand einmal quer durch die Wohnung laufen konnte. „Hier ist frisch geputzt!“

„Ich freu‘ mich auch, dich zu sehen“, brummte Thiel. Offensichtlich hatte er das in den falschen Hals bekommen, aber dennoch … anklagend zeigte er auf Thiels Füße. „Ist dir klar, daß du halb Münster an diesen Monstrositäten von Gummistiefeln mit in unsere Wohnung schleppst?“

„Sag bloß.“ Thiel sah ihn an. „Was glaubst du, warum ich die Dinger angezogen habe? Weil’s da draußen so schön trocken und sauber war?“

„Ich dachte eher an ästhetische Gründe. Weil Knallgelb so gut mit dem … Beige deiner Jacke harmoniert.“

Thiel verdrehte die Augen. „Ich zieh sie ja schon aus. Die Dinger sind sowieso tierisch unbequem.“ Und damit bückte er sich.



„Das ist NICHT lustig!“

„Aus meiner Warte schon.“ Boerne unterdrückte ein Grinsen. „Hast du mal dran gedacht, damit aufzutreten? Ausdruckstanz mit gelben Gummistiefeln? Das wär‘ vielleicht was für das nächste Sommerfest der Münsteraner Polizei …“

„Hilf mir lieber!“ Thiel sah ihn entnervt an. „Die Dinger sind naß und glatt und ich glaube, ich hab‘ die ‘ne Nummer zu klein gekauft.“

„Moment.“ Er ging drei Schritt zurück in die Küche und griff sich einen Stuhl. „Hinsetzen, sonst wird das nichts.



Den ersten Stiefel hatte er ja noch einigermaßen einfach los gekriegt, aber der zweite verweigerte jede Kooperation.

„Du mußt hier so rum …“

„Ich weiß schon, was ich tue!“

„Wenn du vielleicht …“

„Hör gefälligst auf mich zu treten! Langsam hab‘ ich den Verdacht, du machst das mit Absicht!“

„Ach was …“ Das anzügliche Grinsen in Thiels Stimme war wirklich nicht zu überhören und für einen Moment hätte er fast aus den Augen verloren, was der eigentliche Sinn dieser Aktion war, aber dann riß er sich zusammen und warf dem andern einen bösen Blick über die Schulter zu. „Jetzt reiß dich zusammen und gib‘ dir mal ein bißchen Mühe. Ich will heute Abend irgendwann noch zum Essen kommen und ins Bett.“

Thiel lachte. Ehrlich, was dachte der sich eigentlich! Wütend zog er noch einmal an dem widerspenstigen Gummi und wäre fast gegen die gegenüberliegende Wand gefallen, als sich der Stiefel endlich löste. Na super, und der Dreck, den er nicht in der Wohnung hatte haben wollen, war jetzt größtenteils auf seiner Kleidung gelandet. Er warf einen verärgerten Blick auf den leeren Stiefel in seiner Hand stellte fest, daß der wirklich eine Nummer zu klein war. „Du bist wahrscheinlich der einzige Mensch auf Erden, der sich seine Schuhgröße nicht merken kann.“

Thiel lachte immer noch. Wirklich, so witzig war das nun alles auch nicht. Er wußte überhaupt nicht, was an seiner Rückseite so erheiternd war. Oder an Sauwetter, Überstunden und zu engen Gummistiefeln. Und dann drehte er sich um und sah Thiel an und … eigentlich war er einfach nur froh, daß er endlich da war. Nass und dreckig, aber in einem Stück. Und offensichtlich völlig K.O. wenn er diesen hysterischen Lachanfall richtig deutete. Er sah auf seine schlammverschmierten Hände und dann wieder zu Thiel, der noch schlimmer aussah, und beschloß, daß das Essen auch noch zwanzig Minuten warten konnte.

„Auf mit dir, wir gehen erst mal ins Bad.“

Vielleicht auch ein bißchen länger.


(Das Prompt war: Gummistiefel)


~ oOo ~



Rating: P 6
Genre: Slash, Est. Relationship, Humor
Länge: 319 Wörter
A/N: Thiels POV


Lebensretter


Er hörte sie zuerst. Dieses bedrohliche Brummen … immer näher an seinem rechten Ohr … und dann sah er die grellen Streifen aus dem Augenwinkel und zuckte zurück. War ja klar, daß so was passierte, wenn Boerne unbedingt im August mit offenen Fenstern frühstücken mußte. Und dann noch mit Marmelade und Honig auf dem Tisch. Er wehrte die Wespe mit den Armen ab und sprang schließlich entnervt auf, weil das alles nichts nützte und das Insekt immer näher zu kommen schien.

Aber nicht mit ihm. Er zog Boerne die Zeitung aus der Hand -

„He!“

- rollte sie zusammen und zielte.

„Was soll das denn werden?!“

„Du kannst gleich weiterlesen.“ Er ließ die Wespe, die sich inzwischen auf seinem Teller niedergelassen hatte und sein Wurstbrötchen inspizierte, nicht aus dem Auge. „Der Zeitung passiert schon nix.“

„Aber der Wespe.“

Verdutzt sah er auf, denn Boerne hatte ehrlich entsetzt geklungen. „Soll ich mich etwa stechen lassen?“

„Wespen sind viel besser als ihr Ruf. Kannst du dich überhaupt erinnern, wann dich zum letzten Mal eine Wespe gestochen hat?“

„Nein“, grummelte Thiel.

„Eben.“

„Weil ich die Viecher nicht in meine Nähe kommen lasse!“ begehrte Thiel auf.

„Weil diese Insekten überhaupt nicht so angriffslustig sind wie immer behauptet. Vorausgesetzt natürlich, daß man sie nicht reizt.“

Boerne stippte mit seinem Kaffeelöffel kurz ins Honigglas und legte ihn einige Millimeter vor den Kopf der Wespe, während er mit der anderen Hand nach dem Wurstbrötchen griff und es auf seinem Teller in Sicherheit brachte.

„Und jetzt?“

„Ich setze sie gleich raus, keine Panik.“

Boerne griff seelenruhig nach dem Löffel, auf dem die Wespe mittlerweile am Honig leckte, öffnete das Fenster, legte Löffel und Wespe auf der Fensterbank ab und schloß das Fenster wieder.

„So. Die Wohnung ist wieder sicher, und niemand mußte sterben.“

„Mein Held“, brummte Thiel sarkastisch. Also, jedenfalls versuchte er, es sarkastisch klingen zu lassen. Boerne schien ihn allerdings beim Wort zu nehmen.

„Jederzeit gerne wieder.“


(Das Prompt war: Wespe)


~ oOo ~


Alle Prompts geschafft!
Tags: !regenbogenchallenge, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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