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BT_Wandern

August 2018

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Büttenwarder

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T_Haare

Natürlich blond

Team: Morpheus
Sommerchallenge: Crack (Joker) – „Zufälle und Unfälle“ – fürs Team
Regenbogenchallenge:[Spoiler (click to open)]Rote Haare
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 6
Genre: est. relationship, Humor
Handlung: Boerne kommt nach einer Tagung nach Hause und muß feststellen, daß es zwischenzeitlich Veränderungen gegeben hat. (Boernes POV)
A/N: cornchrunchie und ich haben uns unabhängig voneinander für das selbe Prompt entschieden und wollten mal sehen, was dabei rauskommt – ob es ähnlich oder ganz anders wird. Viel Spaß beim Vergleichen :)
> hier geht es zu ihrer Geschichte "Erotik"
Länge: ~ 900 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten



***


„Tut mir leid, daß es so spät geworden ist, aber du kannst dir nicht vorstellen, wie die Podiumsdiskussion zum Abschluß der Tagung eskaliert ist … Feldkamp war kurz davor, die Polizei zu rufen.“ Er stellte seinen Koffer in der Flurecke ab – auspacken konnte er schließlich auch noch später – „Und dann wollte Alberich diesmal ja unbedingt den Zug nehmen, obwohl ich ihr gesagt habe, daß das garantiert wieder schief geht, und so war es dann auch. Selbstmord. Kurz vor Münster. Ich hab‘ dich versucht anzurufen, aber du bist nicht ans Telefon gegangen. Ehrlich gesagt habe ich schon angefangen mir –“

„Boerne.“

Er drehte sich wieder zu Thiel. „Ja?“

„Willst du mir das nicht vielleicht alles beim Essen erzählen?“

„Du hast gekocht?“ Wie zur Bestätigung knurrte sein Magen laut. Der Speisewagen war heute natürlich auch „wegen technischer Probleme“ außer Betrieb gewesen. Von wegen „Dann trinken wir im Zug noch in aller Ruhe einen Kaffee, und Sie kommen gut gelaunt und gut erholt wieder zuhause an. Und ich muß nicht um mein Leben fürchten.“ Er wußte gar nicht, was Alberich plötzlich gegen seinen Fahrstil hatte. Bloß weil sie letztens beinahe bei einem Überholmanöver einen entgegenkommenden Wagen gestreift hatten. Dabei war das nun wirklich nicht seine Schuld gewesen, und –

„Jetzt komm‘ schon rein. Ist eh schon fast wieder kalt geworden.“ Thiel versuchte grummelig zu klingen, aber er konnte das Lächeln nicht ganz aus seinem Gesicht verbannen. Schlagartig vergaß er, was er eigentlich hatte sagen wollen. Drei Tage hatten sie sich jetzt nicht gesehen. Kaum telefoniert, weil sein Programm so dicht gewesen war und Thiel ja auch tagsüber auf der Arbeit. Und jetzt war er zurück und … Thiel umarmte ihn. Genau. Da waren sie stehen geblieben.

„Ich hab‘ mein Handy im Büro liegen lassen. Sorry.“

„Ich hätte ja auch auf dem Festnetz anrufen können“, sagte Boerne, nachdem sein Gehirn wieder angelaufen war. Irgendwie hatte er das vollkommen aus dem Blick verloren. „Und du übrigens auch. Mich. Also, nur wenn du dir … Sorgen gemacht hättest.“

Thiel löste sich von ihm und sah ein wenig verlegen aus. „Ich hab‘ die Nummer nur im Handy gespeichert.“

Er beugte sich vor und küßte den anderen. Da waren sie auch stehen geblieben. Und das hatte er vermißt.

„Ist ja jetzt auch egal. Was gibt’s zu essen?“


***


„Willst du mir eigentlich sagen, was passiert ist?“ fragte er, nachdem die erste Portion lauwarmer Nudelauflauf von seinem Teller verschwunden war. „Oder wartest du darauf, daß ich nachfrage?“

Thiel spielte mit seiner Gabel und wich seinem Blick aus. „Was?“

„Na das“, er deutete mit dem Messer in Richtung von Thiels Kopf. „Du trägst doch sonst keine Wollmütze in der Wohnung. Nicht mal die St. Pauli Mütze.“

Thiel sah auf. Seufzte. Und zog die Mütze vom Kopf.



Er nahm einen Schluck Wein. Und gratulierte sich zu seiner Selbstbeherrschung.

„Wie ist das denn passiert?“

Thiels Ohren nahmen langsam aber sicher den Ton seiner Haare an. Interessant. So eine Reaktion hatte er bei Thiel noch nie beobachtet. Außer als sie zuletzt … er scheuchte die Erinnerung schnell beiseite. Im Augenblick mußte er sich auf was anderes konzentrieren, und fertiggegessen hatten sie auch noch nicht.

„Also ich hab‘ eigentlich nur Waschmittel gekauft …“, sagte Thiel. „Und da stand da diese … äh, Farbe, für die Haare. Und ich dachte, das könnte man ja mal ausprobieren.“

„Dir die Haare rot zu färben?“

„Das … war eher ein Unfall.“ Thiel räusperte sich. „Ich hab‘ irgendwie die falsche Farbe erwischt.“ Thiel sah ihn wieder an mit einem Blick, bei dem es sehr schwer war, nicht zu lachen anzufangen. Oder ihn in den Arm zu nehmen. „Ist es sehr schlimm?“

„Naja … Nicht, wenn du als Pumuckl undercover gehen willst.“ Er duckte sich blitzschnell, um der zusammengeknüllten Serviette auszuweichen. Und dann mußte er doch lachen, weil, ehrlich, der Anblick war einfach zu viel.

„Das ist echt nicht witzig.“ Thiel klang ganz schön beleidigt. „Was soll ich denn machen, ich kann doch so morgen nicht zur Arbeit!“

Er schob die Brille hoch und wischte die Lachtränen beiseite. „So schlimm sieht es jetzt auch nicht aus.“ Tatsächlich sah es eigentlich ganz … interessant aus. Thiels Augen leuchteten noch blauer als sonst, und das grelle Orange gab einen hübschen Kontrast zu seiner hellen Haut. Allerdings sah er irgendwie auch ein bißchen unheimlich aus. Fremd. Er streckte eine Hand aus und berührte die Haare, die sich anfühlten wie immer. Viel weicher, als sie aussahen. Er strich durch rote Strähnen und beugte sich vor, um Thiel zu küssen. Einmal. Und zweimal. Und so oft, bis Thiel nicht mehr so betrübt aussah, sondern wieder lächelte.

„Was sollte das denn nun eigentlich werden?“

„Blond.“

„Aber du bist doch schon blond.“

„Naja …“ Thiel wich seinem Blick schon wieder aus, das wurde langsam zur Gewohnheit. „Auch nicht mehr so wie früher.“

Endlich ging ihm ein Licht auf. Er berührte Thiels Schläfe mit seinen Lippen. Eigentlich fand er das ja ganz hübsch, die ersten grauen Haare, die sich da im Blond zeigten. Aber irgendwie war er sich nicht sicher, ob er das jetzt sagen sollte. Thiel wurde immer so komisch, wenn man ihm Komplimente machte. Vielleicht lieber was praktisches.

„Du sagst einfach Bescheid, daß du morgen später kommst, ich besorg die richtige Farbe und wir färben die neu.“

„Geht das?“ Thiels Gesicht leuchtete auf. Verständlich, im Hochsommer mit Mütze zur Arbeit, das wäre schwer zu erklären gewesen.

„Selbstverständlich geht das. Chemisch gesehen beginnt jeder Färbeprozeß damit, daß -“, er stockte kurz, aber Thiel fiel ihm ausnahmsweise einmal nicht ins Wort.

Perfekt.

Endlich konnte er mal ausreden.


* Fin *

Comments

Tatsächlich, den Pumuckl haben wir beide benutzt! :D Obwohl das ja nun auch wirklich naheliegend war ...
Ich finde es toll, was du aus dem Prompt gemacht hast, denn ich gebe ehrlich zu, dass ich das als est. Rel. schwieriger finde als eine Freundschaftssache.

Das Losplappern von Boerne am Anfang ist übrigens grandios - noch keine zwei Minuten zu Hause, aber der Erzählfluss schon wieder nahtlos aufgenommen. :D

„Ich hab‘ die Nummer nur im Handy gespeichert.“
Das kann ich mir absolut für Thiel vorstellen. Nicht, dass ich mich nicht auch ein wenig selbst darin erkennen würde ... *hust*
Und trotzdem finde ich den Satz davor fast noch schöner, obwohl ich dir nicht mal sagen kann, weshalb: „Und du übrigens auch. Mich. Also, nur wenn du dir … Sorgen gemacht hättest.“
Irgendwie ist das sehr Boerne. Also der richtige Boerne. Hinter der Maske.

„Willst du mir eigentlich sagen, was passiert ist?“
Schön, dass Boerne das von ganz alleine bemerkt. Ob Thiel wirklich geglaubt hat, ihm würde das entgehen? ;)
Vermutlich wollte er den Zeitpunkt nur möglichst lange hinauszögern ...

Er nahm einen Schluck Wein. Und gratulierte sich zu seiner Selbstbeherrschung.
Ich. Habe. So. Gelacht. :D

Thiels Ohren nahmen langsam oder sicher den Ton seiner Haare an.
*grins*

„Naja … Nicht, wenn du als Pumuckl undercover gehen willst.“ Er duckte sich blitzschnell, um der zusammengeknüllten Serviette auszuweichen. Und dann mußte er doch lachen, weil, ehrlich, der Anblick war einfach zu viel.
Das ist so witzig und gleichzeitig so herzerwärmend! Ich kann ihn richtig vor mir sehen, diesen Moment. <3

Er strich durch rote Strähnen und beugte sich vor, um Thiel zu küssen. Einmal. Und zweimal. Und so oft, bis Thiel nicht mehr so betrübt aussah, sondern wieder lächelte.
Hm, schöööön. ❤︎

Er berührte Thiels Schläfe mit seinen Lippen. Eigentlich fand er das ja ganz hübsch, die ersten grauen Haare, die sich da im Blond zeigten.
Das finde ich auch total schön. ❤︎

Vielleicht lieber was praktisches.
Hach ja und da merkt man dann, wie gut sie sich kennen. :)

Endlich konnte er mal ausreden.
Hihi ^^

Hat Spaß gemacht, vielen Dank!
Ja, ich fand es auch etwas schwierig, das Prompt in dem Bogen mit est. relationship Geschichten zu vereinen. Aber das könnte ja ein Grund für Thiel sein, plötzlich über sein Äußeres nachzudenken ;) Eigentlich erscheint es mir nämlich ziemlich unwahrscheinlich, daß er je auf die Idee kommen könnte, nach einem Haarfärbemittel zu greifen ... Grau hin oder her. Andererseits ist es manchmal erstaunlich, was einen dann plötzlich beim Älterwerden nervt.

Das Losplappern von Boerne am Anfang ist übrigens grandios - noch keine zwei Minuten zu Hause, aber der Erzählfluss schon wieder nahtlos aufgenommen.
Danke! Es ist schön, daß das so wirkt wie es soll :) Was noch viel schwieriger war, war, daß Boerne in meiner Vorstellung die Mütze natürlich schon in der ersten Sekunde sieht. Als Film hätte das besser funktioniert - auch die Zuschauerinnen sehen die Mütze, die aber von keinem der beiden Charaktere erwähnt wird, und durch das ganze andere Gerede vergißt man schon fast, daß sie da ist. Bis Boerne dann doch fragt.

Nicht, dass ich mich nicht auch ein wenig selbst darin erkennen würde ... *hust*
*grins* ... ja, Thiel hat diesen Wesenszug nicht von irgendwoher ;)
Boernes Satz mag ich auch sehr gerne. Aus den gleichen Gründen.

Ich freu mich, daß Du Spaß dran hattest! Und es macht immer wieder Spaß, Deine Lieblingsstellen zu lesen <3
Toll! Sehr schön! ♥


Nicht, wenn du als Pumuckl undercover gehen willst.
->genial

Das freut mich sehr :D

Hat auch Spaß gemacht zu schreiben - und den Pumuckl konnte ich einfach nicht auslassen.