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BT_Wandern

June 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Zwischendrin

Genre: Freundschaft, h/c
Handlung: post-ep
Episodenbezug: Zwischen den Ohren
Warnungen: Spoiler Alert. Kein Slash
Beta: cara_melodi
Länge: ca. 2.500 Wörter
A/N: Die zwei taten mir doch ziemlich leid in Zwischen den Ohren, und ich hatte das starke Bedürfnis nach einem Happy-End. Ich hoffe, ich habe nicht zu sehr übertrieben :)  Bei weitem nicht so schön wie Caras Geschichte zum gleichen Tatort, aber trotzdem nett geworden -  um mich mal selbst zu loben. Nur der Titel war wie so oft ein echter Kampf ...


"Boerne?"

  "Hm?" Der andere blinzelte nur.

  "Wie geht es Ihnen?"

  "Gut ... mir geht's gut ... wieso?"

Thiel atmete erleichtert auf. Boerne klang wieder halbwegs klar, kein Vergleich zu gestern.

  "Sie sind letzte Nacht hier reingestürmt und haben wirres Zeug geredet." Er zögerte. "Und damit meine ich wirklich wirr, nicht den üblichen Unsinn, den Sie sonst so verzapfen."

Boerne hatte endlich die Augen geöffnet und sah ihn an. Gut, ansehen war vielleicht zu viel gesagt; es schien dem anderen immer noch Schwierigkeiten zu bereiten, sich zu konzentrieren und etwas zu fokussieren. Er wollte gerade fragen, woran Boerne sich noch erinnerte, als der etwas Unverständliches murmelte.

  "Was?" Im ersten Moment befürchtete er, der andere sei doch immer noch nicht richtig bei sich.

  "Das Schlafmittel, das mir Alberich aufgedrängt hat." Boerne sah sich irritiert um und schien jetzt erst wahrzunehmen, daß er in Thiels Wohnung war. "Als Nebenwirkung können Angstzustände auftreten."

  "Mir haben Sie jedenfalls eine Scheißangst eingejagt - ich war kurz davor, den Notarzt zu rufen." Boerne sah ihn immer noch ungläubig und leicht abwesend an, aber er hatte nicht übertrieben. Natürlich war es nicht das erste Mal, daß er so etwas erlebt hatte - in den Anfangsjahren als Polizist hatte er häufiger mit Menschen zu tun gehabt, die unter einem psychotischen Schub litten. Aber Boerne so zu erleben, war mehr gewesen, als er nach diesem deprimierenden Fall noch verkraften konnte. Er hatte die Nummer des Notarztes schon gewählt, als Boerne, der eben noch wild gestikulierend durch seine Wohnung gelaufen war, sich plötzlich auf seine Couch hatte fallen lassen und eingeschlafen war.

Er sah wieder zu Boerne, der sich inzwischen aufgerichtet hatte und sich mit einer zitternden Hand durchs Haar fuhr.
  "Wie geht es Ihnen?"

  "Alles wieder vorbei - das war nur die Nebenwirkung. Sowas kann ja schon mal passieren, ich glaube, ich sollte ..."

  "Ich hätte gerne zur Abwechslung mal eine ehrliche Antwort."

Boerne hatte wenigstens den Anstand, verlegen zu wirken. "Ich ... weiß es nicht so genau. Ein bißchen ... desorientiert, irgendwie. Komisch."

  "Vielleicht sollten Sie doch zum Arzt gehen?" Er wußte nicht, warum er das immer wieder probierte - Boernes Reaktion auf diesen Satz war so vorhersehbar, daß er sich das auch sparen konnte.

  "O.K." Er setzte sich neben den anderen. "Ihnen geht's gut, ich hab' schon verstanden."

  "Mir geht's gut." Boernes Stimme war kaum mehr als ein Murmeln, und Thiel konnte sehen, daß der andere zitterte. Gut gehen war in Boernes Welt offensichtlich ein dehnbarer Begriff. Aber wenigstens schien es jetzt nicht mehr den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung zu erfüllen, wenn er dem anderen seinen Willen ließ. Für ihn sah das jetzt nur noch wie die Nachwirkungen dessen aus, was immer das in der Nacht gewesen war. Er griff nach der Decke und wickelte sie wieder um den anderen, und weil er gerade dabei war, hielt er ihn gleich fest. Was Boerne davon hielt, war ihm jetzt auch egal.

  "Das ist wirklich nicht nötig."

  "Doch."

  "Ich versichere Ihnen, mir geht es gut. Sie müssen nicht ..."

  "Jetzt halten Sie endlich den Mund! Es dreht sich nicht immer alles nur um Sie!" Thiel hatte wieder dieses Gefühl, das nur Boerne in ihm auslöste, eine Mischung aus Ärger und Verwirrung und Zuneigung. Boerne versuchte von ihm weg zu rücken, aber er ließ ihn nicht los.

  "Was ...?"

  "Ich habe mir große Sorgen gemacht, ist Ihnen das überhaupt klar?"

So langsam schien jetzt auch bei Boerne anzukommen, was er sagen wollte. Der andere wehrte sich nicht mehr gegen die Umarmung, und Thiel atmete erleichtert auf.

  "Erinnern Sie sich noch an irgendetwas von letzter Nacht?"

  "Nicht richtig. Ich habe an Susi gedacht, und ..." Boernes Stimme klang gedämpft, weil sein Kopf an Thiels Schulter lag, war aber davon abgesehen schon wieder beruhigend klar "Ich hatte dieses Mittel von Alberich genommen und war eingeschlafen, und dann bin ich wieder wach geworden, und ... ich wollte mit Ihnen reden, aber ich weiß nicht mehr, worüber."

  "Sie haben um drei hier Sturm geklingelt, und geredet haben Sie wirklich ziemlich viel."
Boerne schwieg, und Thiel fragte sich, ob der andere sich überhaupt noch an etwas von dem, was er letzte Nacht gesagt hatte, erinnerte. Er wollte gerade dazu ansetzen, Boerne eine kurze Zusammenfassung zu geben, als der ihm zuvor kam.

  "Thiel ... also, Sie denken doch nicht ... ich meine, Sie wissen doch, daß das nur Unsinn war?"

  "Sie meinen die Schlußfolgerung, die Sie für sich letzte Nacht aus dem Umstand gezogen haben, daß Ihre erste große Liebe in Wirklichkeit ein Mann war?"

  "Ja ... das ist - also bei Licht betrachtet ist das ein völlig unsinniger Schluß. Ich bin … Es wäre mir ja wohl schon früher aufgefallen, wenn ich …“, Boerne atmete tief ein. „Und außerdem habe ich seit Jahren nicht mehr an Susi gedacht, und ..."

  "Boerne ..."

  "... ganz bestimmt suche ich nicht nach jemandem wie ihr, das war nur ..."

  "Boerne, nun beruhigen Sie sich schon wieder. Mir ist durchaus aufgefallen, daß Sie nicht mehr wirklich klar im Kopf waren." Er kannte den anderen lange genug um zu wissen, daß der sich selbst im Normalzustand in eine Idee verrennen konnte. Und das vorhin konnte man wohl kaum als Normalzustand bezeichnen.

  "Es ist nur weil ... ich meine, weil Sie mich gerade ..."

  "Boerne ..." Wie sollte er dem anderen nur etwas erklären, was er selbst nur halb verstand? "Vielleicht sind Sie wegen der Sache ja ein bißchen durcheinander, aber ich nicht. Man kann auch mal jemanden in den Arm nehmen, den man einfach nur mag."

Boerne antwortete nicht, aber Thiel spürte, wie der andere sich wieder entspannte. "Ich hätte ja nicht gedacht, daß Sie so etwas derartig nervös macht ..." Die flapsige Bemerkung war draußen, bevor er richtig darüber nachgedacht hatte, was er da sagte. Andererseits war es vielleicht ganz gut, wenn sie wieder zu ihrem üblichen Geplänkel zurückfanden. Er fand das jedenfalls wesentlich einfacher. Aber Boerne biß nicht an, sondern schwieg weiter, so daß er sich genötigt fühlte, eine Erklärung hinterherzuschieben. "Ich meine, ich hätte nicht gedacht, daß Sie der Typ sind, der da Vorurteile hat."

  "Mir ist doch völlig egal, ob Sie Frauen, Männer, beides oder sonstwas mögen, aber ..." Bis zu dem Punkt, an dem er den Satz abgebrochen hatte, hatte Boerne schon fast wieder normal geklungen. Und jetzt war er neugierig.

  "Aber?"

  "Das würde alles ... wenn Sie ... und ich nicht ... ich meine, dann wären wir wohl kaum noch ... befreundet, oder?"

Thiel konnte sein Herz klopfen hören, das schneller zu schlagen schien, und ihm war plötzlich schwindelig vor ... Glück? Er brauchte ein paar Sekunden, um das Gefühl zu benennen. Das letzte Mal hatte er sich so gefühlt, als Susanne ihm damals erzählt hatte, daß sie ein Kind erwarteten. Das Schlimme war nur, daß er keine Ahnung hatte, was er darauf antworten sollte. Das war ja noch schwieriger als bei einer Liebeserklärung, da gab es wenigstens ein paar Sätze zur Auswahl, mit denen man nichts falsch machen konnte. Während er noch verzweifelt nach den richtigen Worten suchte, fiel ihm auf, daß Boernes Atemzüge sehr viel ruhiger gingen als noch vor wenigen Augenblicken.

  "Boerne?"

  "Hm ...?"

  "Sind Sie etwa eingeschlafen?"

Boerne murmelte etwas, was er nicht verstand. "Was?"

  "Sie ist nach der Neunten von der Schule abgegangen, und ich bin für ein Jahr als Austauschschüler nach England - und da haben wir den Kontakt verloren."

  "Sowas passiert." Er fragte sich, ob solche Plattitüden jemals jemanden trösteten, aber ihm fiel nicht wirklich etwas anderes ein. Boerne reagierte ohnehin nicht darauf, daß er etwas gesagt hatte.

  "Es war sowieso schon ... anders geworden, irgendwie. Können Sie sich noch erinnern, wie das ist, wenn man plötzlich zu alt ist um noch zu spielen? Selbst wenn man es versucht, geht das einfach nicht mehr. Aber es gibt auch noch nichts anderes, und das Leben wird ganz grau und langweilig."

Er verstand nicht so ganz, was Boerne damit sagen wollte, aber er murmelte trotzdem ein Ja. Ihm war auch immer noch nicht klar, was Susanne Clemens nun für Boerne gewesen war. Aber jetzt schienen sie endlich den Punkt erreicht zu haben, an dem er diese Frage ansprechen konnte. "Waren Sie wirklich verliebt?"

Boerne zögerte einen Moment. "Ich glaube nicht. Es schien nur ... das richtige zu sein, verstehen Sie?"

Komischerweise verstand er das wirklich. Wenn man in dem Alter seine Zeit mit einem Mädchen verbrachte, gab es dafür eigentlich nur einen Grund. Für alles andere hatte man schließlich Freunde. Oder wenigstens Kumpels, mit denen man Fußball spielen konnte. Oder was auch immer man in dem Alter so machte. Er konnte sich kaum noch erinnern, wie er damals seine Zeit rumgebracht hatte - aber es hatte sehr viel Zeit gegeben. Sehr viel mehr als später im Leben. Boerne hatte inzwischen weitergeredet, und er merkte mit schlechtem Gewissen, daß er so abgedriftet war, daß er ihm nicht zugehört hatte.

  "Entschuldigung, was haben Sie gesagt?"

  "Einmal habe ich versucht, sie zu küssen. Da waren wir so dreizehn oder vierzehn. Aber sie hat gemeint, das wäre nicht richtig. Winnetou und Old Shatterhand würden sich ja schließlich auch nicht küssen."

Thiel mußte trotz des eher deprimierenden Themas grinsen. "Naja ... also sooo abwegig finde ich die Idee nicht .... haben Sie die Bücher gelesen?"

  "Natürlich. Sonst hätten wir das doch nicht gespielt."

  "Und ist Ihnen da nie aufgefallen, also, ich meine, die zwei sind ja schon ..."

  "Karl May würde sich im Grab umdrehen, Thiel! Das waren andere Zeiten, da konnten sich Männer noch lieb haben, ohne daß man gleich an was Sexuelles denken mußte ..."

Thiels Lächeln wurde breiter, aber er verkniff sich die Bemerkung, die ihm dazu auf der Zunge lag.

  "O.K. Lassen wir das mal beiseite. Ich wollte Sie nicht unterbrechen."

  "Viel gibt es da nicht mehr zu erzählen ... In der neunten Klasse wurde sie immer ... wütender. Sie hat sich mit ihren Eltern gestritten und ständig geprügelt. Aber sie hat mir nie erzählt ... " Boerne brach ab, und Thiel hatte wieder das Gefühl, daß er etwas Tröstliches sagen sollte. Aber was bloß?

  "Vielleicht hat sie das da noch gar nicht gewußt. So richtig, meine ich."

  "Vielleicht." Boerne zögerte. "Ich habe ihr ein paar Mal geschrieben, aus England. Aber sie war nie eine große Briefeschreiberin. Ein oder zwei Postkarten sind gekommen, und dann ... das wars dann."

  "Naja ... so ist das eben in dem Alter. Man ist eine Zeitlang befreundet, und dann entwickelt man sich auseinander und hat andere Freunde. Das ist doch ganz normal."

Boerne schwieg, und Thiel fiel zu spät ein, daß das vielleicht nicht die klügste aller Bemerkungen gewesen war. Er traute sich nicht zu fragen, aber er hatte das ungute Gefühl, daß es vielleicht keine anderen Freunde gegeben hatte.

  "Ja ... vielleicht." Boerne wand sich aus der Umarmung und rückte ein Stück von ihm ab.

  "Was ist?"

  "Ich wollte nur ..." Thiel sah Boerne zu, der seinen Hemdärmel nach oben schob und etwas zu suchen schien. "Da ... man sieht sie immer noch. Mit zwölf haben wir Blutsbrüderschaft geschlossen."

  "Du lieber Himmel ..." Thiel starrte auf die dünne weiße Narbe. "Was haben Sie denn da benutzt, daß man das heute noch sieht?"

  "Susi hat es ein bißchen zu gut gemeint ... aber das Ergebnis war wirklich grandios." Boerne lächelte ein schiefes Lächeln. "Ich habe geblutet wie verrückt und bin umgekippt. Mein Vater hat vielleicht getobt, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Ich hatte die gesamten Sommerferien Hausarrest." Boernes Blick verdüsterte sich bei der Erinnerung. "Susi hat sich nur ein paar Ohrfeigen eingefangen. Das wäre mir auch lieber gewesen, als die Ferien zuhause zu verbringen und mir ständig Vorhaltungen anhören zu müssen. Ich glaube, wenn meine Mutter ihn nicht bearbeitet hätte, hätte ich Susi gar nicht mehr sehen dürfen."

Thiel fuhr mit dem Zeigefinger die Narbe entlang. Zu gut gemeint war gut - das sah ja aus, als hätte sie ihm den halben Arm aufgeschlitzt. Daß Boerne das als glückliche Kindheitserinnerung zu verbuchen schien, wunderte ihn etwas. Andererseits auch wieder nicht - wenn er sich überlegte, wie der Rest von Boernes Kindheit so ausgesehen haben mußte.

Als er wieder aufsah, hatte Boerne den Kopf ans Sofa gelehnt und die Augen geschlossen.

  "Boerne?"

  "Ja?"

  "Sie sollten sich nochmal ins Bett legen und noch eine Runde schlafen."

  "Ich will aber hierbleiben ..."

Thiel zögerte eine Sekunde. "Sie können mein Bett haben, O.K.?"

Boerne mußte wirklich total fertig sein, wenn ihm darauf kein dummer Spruch einfiel. Offensichtlich brauchte er alle seine verbliebene Energie, um vom Sofa zum Bett zu kommen. Thiel überlegte kurz, ob er ihm helfen sollte. Aber wenn es dem anderen erst wieder besser ging, würde ihm das sicher peinlich sein. Außerdem sah es so aus, als würde er das auch alleine schaffen, falls auf dem Weg nicht noch ein Hindernis auftauchte. Thiel setzte den Kaffee auf und warf anschließend einen Blick in sein Schlafzimmer. Boerne schlief. Ausziehen wäre zwar sicher bequemer gewesen, aber egal. Er selbst fühlte sich auch noch ziemlich K.O. - nachdem ihn Boerne um drei aus dem Schlaf gerissen hatte, hatte er nicht mehr richtig fest geschlafen. Er hatte die ganze Zeit mit einem Ohr gelauscht, ob aus dem Wohnzimmer etwas zu hören war, und war bei jedem Geräusch aufgestanden, um nach dem anderen zu sehen.

Thiel ging zur Haustür, um die Tageszeitung zu holen, und dann nach kurzem Überlegen wieder ins Schlafzimmer, um sich neben Boerne aufs Bett zu setzen. Er hatte keine Lust zu analysieren, woran das lag, aber auf jeden Fall fühlte er sich gerade besser, wenn er den anderen in Sichtweite hatte. Falls noch irgendetwas war. Aber Boerne schlief nur tief und fest, während die Geräusche vor dem Fenster ihn daran erinnerten, daß für andere Menschen gerade ein normaler Arbeitstag begann. Mit dem wohligen Gefühl, daß er heute nicht da raus mußte, schlug er die Zeitung auf.

***

  "Seit wann haben Sie denn eine Lesebrille?"

Thiel sah zur Seite. "Seit wann sind Sie denn wach?"

  "Seit ein paar Minuten." Boerne streckte sich, und Thiel stellte zu seiner Beruhigung fest, daß der andere wieder etwas Farbe im Gesicht hatte. Er legte die Zeitung zur Seite.

  "Frühstück?"

  "Mhm."

Aber als er aufstehen wollte, griff Boerne plötzlich nach seiner Hand und hielt ihn fest.

  "Was ist?"

  "Noch fünf Minuten ..."

Ihm lag schon ein Noch fünf Minuten was? auf der Zunge, aber er verkniff sich die Bemerkung, als er Boernes Gesichtsausdruck sah. Unsicherheit war nicht gerade etwas, was man oft bei dem anderen sah. Und natürlich wußte er genau, was Boerne meinte. Irgendwie. Wenn er aufstand, würde alles wieder normal werden, und dieser Moment war vorbei.

  "Ich wollte sowieso noch diesen Artikel zu Ende lesen."

Boerne ließ seine Hand los, rückte ein Stückchen näher und schloß die Augen wieder. Thiel wollte sich eigentlich auf seinen Artikel konzentrieren, aber stattdessen sah er den anderen an. Irgendwie mußte das doch zu machen sein. Ohne gleich Blut oder andere Körperflüssigkeiten auszutauschen. Warum sollte etwas, was in Ausnahmesituationen funktionierte, nicht immer funktionieren? Und wieso bedeutete "normal", daß er so tun mußte, als sei ihm Boerne egal? Wieso konnten sie nicht ... etwas anderes sein? Alle denkbaren Mißverständnisse hatten sie doch schon ausgeräumt.

Er streckte die Hand aus und fuhr durch Boernes Haar. Der andere sagte nichts, aber er rutschte noch näher und legte einen Arm um Thiel. Thiel mußte lächeln. Offensichtlich waren Boerne auch die Worte ausgegangen. Aber das machte nichts, das verstand er auch so.

Thiel blätterte die Seite um und las weiter.


Comments

aaawww. Das war wirklich herzerwärmend - und gleichzeitig auch stimmungsmäßig so schön "zwischendrin" (perfekter Titel!).
Danke :)

Manchmal denke ich mir auch, ich schreibe das Äquivalent zu Feel-Good-Movies ;) Ein "Herzwärmer" - was für hübsches Wort.

Auf die Idee, was mit "zwischen" für den Titel zu nehmen, hat mich Cara gebracht. Nach zahlreichen verworfenen Varianten dachte ich mir dann gestern, einfach ist am Besten. Und heute morgen gehört er schon so fest zur wochenlang namenlosen Geschichte, daß ich ihn nicht mehr missen möchte ;)

Es freut mich sehr, daß Dir der Text & der Titel gefällt!

Edited at 2011-10-20 05:13 am (UTC)
Kann ich nur unterschreiben. Und "Zwischendrin" passt wirklich gut.

Boerne sah sich irritiert um und schien jetzt erst wahrzunehmen, daß er in Thiels Wohnung war.
Wenn er das erst jetzt merkt - und sich auch nicht über Thiels Anwesenheit gewundert hat - steht er wirklich noch neben sich.

"Ich hätte gerne zur Abwechslung mal eine ehrliche Antwort."
Thiel war ganz schön erschrocken, was ?

Aber wenigstens schien es jetzt nicht mehr den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung zu erfüllen, wenn er dem anderen seinen Willen ließ.
Klar, dass war der Grund!

dieses Gefühl, das nur Boerne in ihm auslöste, eine Mischung aus Ärger und Verwirrung und Zuneigung.
Sehr canon !

"... ganz bestimmt suche ich nicht nach jemandem wie ihr, das war nur ..."
Wow, Boerne muss sich ja wirklich ernsthafte Gedanken wegen seiner Jugend-Beziehung gemacht haben ... mit den für ihn typischen abstrusen Konsequenzen...

Das Schlimme war nur, daß er keine Ahnung hatte, was er darauf antworten sollte. Das war ja noch schwieriger als bei einer Liebeserklärung,
Wo er recht hat ... Es gefällt mir, dass Thiel die Situation möglichst schnell "normalisieren" will, aber Boerne ihn nicht lässt, und als er dann endlich darüber nachdenkt, schläft ihm Boerne natürlich darüber ein. Armer Thiel.

Naja ... also sooo abwegig finde ich die Idee nicht .... haben Sie die Bücher gelesen?
Thiel, der slash-Fan ! *grins*

Können Sie sich noch erinnern, [...] das Leben wird ganz grau und langweilig."
Schön beschrieben. Obwohl - langweilig fand ich es damals nicht !

das ungute Gefühl, daß es vielleicht keine anderen Freunde gegeben hatte.[...]
Andererseits auch wieder nicht - wenn er sich überlegte, wie der Rest von Boernes Kindheit so ausgesehen haben mußte.

Da ist er wieder, der ernste Blick in die Vergangenheit. Schön.

aber auf jeden Fall fühlte er sich gerade besser, wenn er den anderen in Sichtweite hatte.
Gut, dass Thiel seine Gefühle einfach akzeptiert, ohne sie groß analysieren zu müssen.

Er streckte die Hand aus und fuhr durch Boernes Haar.
Sehr fluffig. Und die Lesebrille ist - sehr passend ;-)


Du hast recht, cricri: Es sollte eigentlich auch bei Freundschafts-Geschichten sowas wie established relationship geben. Aber wann gilt das: Wenn die Charaktere realisieren, dass sie befreundet sind? Oder schon vorher ?
Danke für die Rückmeldung - Du findest doch fast immer noch etwas, was mir noch gar nicht aufgefallen ist / bewußt war!

In diesem Fall das hier:
dass Thiel die Situation möglichst schnell "normalisieren" will, aber Boerne ihn nicht lässt, und als er dann endlich darüber nachdenkt, schläft ihm Boerne natürlich darüber ein.
Das beschreibt die Dynamik in dieser Szene ziemlich exakt. Cara hat die Szene glaube ich als "herausgelöst und unwirklich" beschrieben, was für mich in die gleiche Richtung geht, und was durch die Ungleichzeitigkeit (gibt's das Wort überhaupt?) der beiden noch verstärkt wird. Wie meistens frage ich mich hinterher, ob ich das bewußt so konstruiert habe - ich glaube nicht ;)

Thiel, der slash-Fan ! *grins*
Das ist ein wenig offensichtlich ... nicht von Thiel, sondern von mir. Ich habe gezögert, den Schlenker drin zu lassen. Aber ich konnte es mir nicht verkneifen, nachdem sie in der Vorlage ausgerechnet Old Shatterhand & Winnetou verwendet haben - my very first Slash-Pairing, sozusagen. Gut, da war ich noch ganz klein (neun oder so) und habe wirklich noch nicht an Sex gedacht, aber an Liebe schon ...

Obwohl - langweilig fand ich es damals nicht !

Ich erinnere mich ganz gut an die Zeit, und habe das Ende der Fähigkeit, wirklich zu spielen (also ganz in einem (Rollen)spiel aufzugehen) als Verlust erlebt. Und durchaus als langweilig, da war plötzlich ziemlich viel Leere. Ich bin aber auch auf dem Land großgeworden, und da gab es nicht viel an Teenie-Aktivitäten im Angebot. Und mir fehlten die älteren Freunde, die schon ein Auto hatten, mit dem man das heimatliche Dorf verlassen konnte. So richtig spannend wurde das Leben erst wieder, als ich mit 19 von zu Hause weggezogen bin :)

Aber wann gilt das: Wenn die Charaktere realisieren, dass sie befreundet sind? Oder schon vorher?
Gute Frage. In meiner Analogie erst nach dem Erkenntnis-Moment. Aber ändert sich dann viel?
was durch die Ungleichzeitigkeit (gibt's das Wort überhaupt?) der beiden noch verstärkt wird.
Ungleichzeitigkeit ist eine passendes Wort (findet der Duden auch) für ihre Art und Weise, zu kommunizieren - nicht nur hier.Das kommt ja bei den beiden öfter vor.

Aber ändert sich dann viel?
Nö, eigentlich nicht. Jedenfalls nicht langfristig.

War mit doch so.

Die Ungleichzeitigkeit im Gleichzeitigen, war da nicht mal was ... oder war das doch nur das richtige Leben im falschen *grübel*

Jedenfalls ist Ungleichzeitigkeit ein sehr schönes Wort. Meistens fallen mir ja eher englische Wörter ein, für die es keinen passenden deutschen Begriff gibt, aber hier geht es mir umgekehrt.

Und ja, das paßt auch ganz gut zum Original. Es gibt viele Szenen, in denen beide nicht gleichzeitig in der selben Stimmung sind. Sonst wär das schon längst was geworden ...
Also ich finde, der Titel passt doch sehr gut.

Thiel hatte wieder dieses Gefühl, das nur Boerne in ihm auslöste, eine Mischung aus Ärger und Verwirrung und Zuneigung.

Der Satz dürfte ihre Beziehung wohl perfekt beschreiben.

da konnten sich Männer noch lieb haben,

Lieb haben? Da hat Boerne aber eine ausgesprochen niedliche Formulierung gewählt. :)

Eine sehr schöne h/c-Geschichte, sehr gefühlvoll. Und ich wünsche den beiden auf jeden Fall, dass es mit der Freundschaft klappt.
Danke :)

Ich wünsch's den beiden auch, deshalb die Geschichte. Wobei ich mich gerade frage, ob es bei Freundschafts-Geschichten auch eine est. relationship-Variante gibt ... grübel. Das wäre dann in etwa so wie der Canon, nur mit mehr Gefühl :) Zwischen den Streitereien. "Zwischen den Streitereien" ... wäre eigentlich auch ein Titel gewesen ;)

Der Satz dürfte ihre Beziehung wohl perfekt beschreiben.
Danke für das Lob! *rotwerd* Ich glaube auch, daß ich damit der "echten" (canon) Beziehung der beiden näher gekommen bin als in meinen bisherigen Geschichten.

Lieb haben? Da hat Boerne aber eine ausgesprochen niedliche Formulierung gewählt. :)
Wohl eher ich ... aber bei h/c-fics kann man ja vieles mit dem aktuellen Zustand des Charakters erklären, was nicht so ganz IC ist *hüstel* Wobei Boerne es ja schon immer wieder schafft, ungerührt Dinge auszusprechen, die andere in Verlegenheit bringen würden :)
Ich weiß gar nicht was du hast - der Titel passt doch wie die Faust aufs Auge :)

Ist eine schöne Abwechslung, mal wieder eine Geschichte ohne Slash zu lesen! Ich hab nur nicht ganz verstanden, wieso Boerne sich dazu genötigt sah, eine offenbar starke Schlaftablette zu nehmen - wurde das irgendwie in der Folge impliziert?

Insgesamt ist die Geschichte richtig rührend, so wie sich Thiel um Boerne kümmert... noctuabunda hat schon das perfekte Wort gefunden: herzerwärmend.

Meine Lieblingsstellen:
Er wußte nicht, warum er das immer wieder probierte - Boernes Reaktion auf diesen Satz war so vorhersehbar, daß er sich das auch sparen konnte.
Wohl wahr, lieber Thiel. Das sollte er langsam wirklich gelernt haben, dass Boerne lieber sterben würde, als freiwillig zu einem Arzt zu gehen :)

da konnten sich Männer noch lieb haben, ohne daß man gleich an was Sexuelles denken mußte
Hehe, genau so hab ich früher auch immer gedacht - ich habe nämlich früher auch alle Bücher von Winnetou und Old Shatterhand verschlungen und war immer empört, wenn ihnen was anderes als Freundschaft unterstellt wurde *gg*

wenn er sich überlegte, wie der Rest von Boernes Kindheit so ausgesehen haben mußte.
Das ist wieder sehr IC, wo Boerne doch gerade in der letzten Folge betrunken erzählt hat, wie er in der Schule der Außenseiter war und regelmäßig in die Mülltonne gestopft wurde...

Schön, wieder mal was Neues von dir zu lesen - ich wünschte, ich hätte so viele Ideen für FFs, aber da ist momentan nichts los *seufz*
der Titel passt doch wie die Faust aufs Auge
Freut mich :) Mir gefällt er auch - aber es war schwer ihn zu finden.

Das mit dem Schlafmittel* ist nicht direkt in der Folge angelegt. Man kann aus der Folge nur ableiten, daß die Geschichte Boerne mitnimmt. Und man sieht in dieser einen Szene, daß Albrich mitkriegt, wie er mit der Toten redet. Der Rest ist schon von mir, also quasi die unausgeschriebene Vorgeschichte hierzu.

ich wünschte, ich hätte so viele Ideen für FFs, aber da ist momentan nichts los
Schade - aber wer weiß, da kommt vielleicht noch bzw. wieder? Ich würde jedenfalls gerne noch mehr von Dir lesen!

Ich hab' in der Kindheit auch viel Karl May gelesen ... wie man sich wohl denken kann ;)

* Nachtrag:
Jetzt war ich schon so müde, daß ich meinen eigenen Text bzw. die Überlegungen dazu gar nicht mehr im Kopf hatte ;) Es ist zunächst einmal nur Boerne, der sein Verhalten auf die Nachwirkung eines Medikaments schiebt. Das kann, muß aber nicht stimmen. Ich brauchte was, womit er sich erklären kann, warum er da so panisch und irrational reagiert hat - eine Ausrede, wenn Du willst. Vermutlich auch für mich selbst beim Schreiben; da hat mich nämlich unvermittelt der Realismus eingeholt. Ich hatte mir diverse Krankheitsbilder angesehen, bei denen so etwas, was ich mir da vorgestellt habe, vorkommen kann. Das ist dann aber ehrlich gesagt nichts, was sich mal eben durch ein klärendes Gespräch wieder gibt. Also habe ich selbst mir die Nebenwirkung erfunden, um das ganze plausibler zu machen. Hilft das jetzt weiter? ;)

An dem Punkt habe ich tatsächlich lange gegrübelt, ganz ungewohnt, weil ich den größten Teil der Texte normalerweise ohe großes (bewußtes) Nachdenken schreibe.

Edited at 2011-10-16 06:21 am (UTC)
Jep, das hat weitergeholfen :) ich weiß auch gar nicht mehr so recht, wieso ich beim Lesen das Gefühl hatte, das müsse auf die Folge bezogen sein... naja egal.

Schade - aber wer weiß, da kommt vielleicht noch bzw. wieder?
Hoffentlich! Es braucht eigentlich nur wieder eine zündende Idee, aber momentan sind meine Gedanken wohl zu sehr mit der Hektik des Semesterstarts beschäftigt *seufz*

oder an der, bei der ich mich selbst gefragt habe, ob man das wohl versteht
Jetzt bin ich aber neugierig geworden - welche Stelle sollte das denn sein? :)
Es braucht eigentlich nur wieder eine zündende Idee
Kleines Update: eine zündende Idee für ein Drabble hatte ich immerhin inzwischen - siehe mein Journal :)
welche Stelle sollte das denn sein?

Na dieser Absatz hier:
"Thiel konnte sein Herz klopfen hören, das schneller zu schlagen schien, (...) Das war ja noch schwieriger als bei einer Liebeserklärung, da gab es wenigstens ein paar Sätze zur Auswahl, mit denen man nichts falsch machen konnte."

Ich dachte, daß man den Vergleich vielleicht nicht versteht, oder die Bedeutung von Boernes Satz davor.
2.500 Wörter h/c und das auch noch mit Thiel und Boerne. Schöner kann ein Sonntagmorgen kaum sein!
Nein, mal ehrlich: Ich finde, dass dir das liegt, wenn jemand leidet und der andere tröstet. Schön, war auch, dass ich neben Thiel saß und immer gedacht habe, armer Boerne, was machen wir bloß mit ihm?

Etwas verunsichert war ich vom Inhalt, also diese Beruhigungsmittelsache und so, dass ich dachte, ich hab irgendwas aus dem letzten Tatort vergessen und stehe auf dem Schlauch, hoffentlich verstehe ich das beim nochmaligen Ansehen des Tatorts besser.

Ich finde den Satz, was Boerne in Thiel alles an Gefühlen auslöst, sehr gelungen und auch die Aussage, dass früher Männer noch einfach so lieb haben konnten. Ja, ich vermute, dass das wirklich schwierig für die beiden ist, denn wie kommt man von einer sehr flapsigen Freundschaft, wenn man davon reden mag, zu einer tiefgründigen Freundschaft? Es gab ja öfter Momente zwischen beiden, aber eben nur Momente, dabei wird immer wieder auch deutlich,w ie einsam beide sind. Ist das nur traurig! *seufz*

Mir gefällt deine Geschichte sehr und ich bin ja dafür, dass du wieder mal einen Mehrteiler zu dem Thema h/c, allerdings (für mich) mit Slash-Komponente schreiben solltest. ^^ Büdde! :)
Deine Geschichte ist anders als die von Cara, aber deine ist ebenso schön, also stell dein Licht nicht so unter den Scheffel!

Mir hat übrigens dein Detail mit der lesebrille sehr gut gefallen und auch, dass Boerne wohl die Worte ausgegangen sind. Süß.

Vielen Dank fürs Posten!
nipfel
Huch, jetzt bin ich nicht gleich zum Reagieren gekommen und habe glatt vergessen, daß da ja noch ein Kommentar von Dir steht ;)

Ich dachte mir, daß Dir die h/c Komponente gefällt :)

ich bin ja dafür, dass du wieder mal einen Mehrteiler zu dem Thema h/c, allerdings (für mich) mit Slash-Komponente schreiben solltest
Kann ich mir vorstellen ;) Leider fehlt mir da im Moment die Inspiration. Aber wer weiß, kann ja wiederkommen ...

Zum Schlafmittel habe ich oben schon was geschrieben bei California, die sich die gleiche Frage gestellt hat. In der Folge angelegt ist das nicht, eher in meinen eigenen Geschichten, in denen regelmäßig jemand unter Schlaflosigkeit zu leiden scheint ... ähem. Aber daß Alberich Boerne ein Schlafmittel aufdrängt, wenn er rumnervt, weil er nicht schlafen kann, erschien mir völlig logisch ;)

Lustigerweise ist (bisher) niemand an der Stelle hängen geblieben, über die Cara beim Betalesen gestolpert ist (da haben wir aber auch was verbessert) oder an der, bei der ich mich selbst gefragt habe, ob man das wohl versteht.

Die Lesebrille mag ich selbst auch sehr gerne, vermutlich, weil das eines der Details war, das einfach da war, ohne daß ich es mir einfallen lassen mußte. Ebenso wie der Dialog an der Stelle. Und sehr schön fand ich dann kurz darauf Thiel (oder Prahl?) bei dem Drehbericht zum neuen Tatort mit Lesebrille *grin* (der Link ist in Veradees Journal zu finden)

Danke fürs Kommentieren!

Edited at 2011-10-17 11:12 am (UTC)
Ach so, dann ist das aber doch etwas verwirrend für mich gewesen, denn ich habe echt gefragt, ob ich was verpasst habe in der Folge.

Ich mag die Lesebrille, weil das etwas wie Vertrautheit ausstrahlt, denn viele Menschen setzen nur ihre Lesebrille im Privaten auf, weil sie sich sonst schämen oder dergleichen. Und außerdem zeigt es, dass Thiel nicht mehr der Jüngste ist.

Ich habe gestern, weil ich von meiner Arbeit genervt war, erstmal sämtliche deiner One-Shots durchgelesen... sie gefallen mir, auch "Shell we dance" gefällt mir... hacja, ich hoffe, dass deine Inspiration bald wiederkommt, du kannst das mit dem h/c so schön.
Ich mag die Lesebrille, weil das etwas wie Vertrautheit ausstrahlt
Mhm. Ich denke, diesem Gefühl ist die Lesebrille entsprungen.

Ich habe gestern, weil ich von meiner Arbeit genervt war, erstmal sämtliche deiner One-Shots durchgelesen
Ist zwar nicht gut für die Arbeit, freut mich aber :)
Trau mich jetzt, nachdem ich die anderen Kommentare gelesen habe, kaum selbst etwas zu schreiben. Ich lese sehr selten non-slash *hüstel*. Hatte es damals wegen der Autorin, die mir von anderen Geschichten bekannt war ;-) doch getan und gedacht: Kein slash?!?! Das ist voll slash!! Aber das mag eher an mir liegen, als an dem Text, der mir sehr gut gefällt. :-)
Ich lese selbst auch mehr Slash als was anderes, muß ich zugeben ;) Und ich kann gut nachvollziehen, daß Du hier in diese Richtung weiterdenkst.

Im Grunde genommen ist das ja auch eine Art Liebesgeschichte, nur ohne sexuelle Komponente. Ich denke, das kann es schon geben in Freundschaften, wenn es auch wohl eher selten ist. Wenn ich so überlege, hatte ich im Leben höchstens zwei Freundinnen, die ich in die Kategorie zählen würde. Wobei die erste noch in die Teeniezeit fiel, und da ist man ja emotional eh noch etwas überschwänglicher. In beiden Fällen fühlte es sich ähnlich schmerzhaft an wie eine Trennung, als sich das Verhältnis geändert hat.

Was auch immer Thiel und Boerne in dieser Geschichte nun genau haben - ich freue mich jedenfalls, daß Dir der Text gefallen hat :)