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BT_Wandern

September 2018

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Büttenwarder

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BT_Winter

Beschattung

Rating: P 12
Genre: Slash, est. relationship
Regenbogenchallenge: tiefblaue Schatten
Bingo-Prompt:[Spoiler (click to open)]Jemandem einen Mantel gegen die Kälte leihen
Länge: ~ 550 Wörter
A/N: Ich weiß, das hatten wir schonmal. Mehr als einmal, um ehrlich zu sein *hust* Aber was soll ich sagen, das Prompt schrie danach ;)

Das 7. Türchen des Tatort/Polizeiruf 110-Adventskalenders 2015


***


„Du weißt schon, daß du überhaupt nicht hier sein dürftest?“ Frau Klemm hatte ihm das letzte Mal mehr als deutlich erklärt, daß Boerne bei der Polizeiarbeit nichts zu suchen hatte. Egal, ob es inzwischen „spezielle Beziehungen“ gibt zwischen Rechtsmedizin und Ermittlungsbehörde, hatte sie süffisant hinzugesetzt. Als ob er Boerne je freiwillig mitgenommen hätte, weder früher noch jetzt!

„Jetzt stell‘ dich nicht so an!“ Boerne zitterte leicht neben ihm. „Wieso hat dein Dienstwagen eigentlich keine Standheizung?“

„Sparmaßnahmen“, knurrte Thiel. „Und ich mein’s ernst. Wenn dir jetzt was passiert!“

Boerne sah ihn von der Seite an und lächelte leicht. „Das ist ja wirklich sehr rührend. Aber weißt du, auch wenn wir jetzt zusammen sind – ich kann noch genauso gut auf mich selbst aufpassen wie früher.“

„Das beruhigt mich jetzt nicht gerade.“

„Was meinst du mit –“

„Psssst!“ An der Wand hatte sich eben etwas bewegt. Für wenige Sekunden wurde das dunkle Blau des Schattens, den das Haus warf, durch ein warmes leuchtendes Gelb unterbrochen. Die Haustür öffnete sich und eine dunkle Gestalt schlüpfte in den Flur. Und dann lag wieder alles so ruhig da, wie es das die letzte halbe Stunde getan hatte.

„Und jetzt?“ flüsterte Boerne.

„Jetzt warten wir.“



„Spannend ist was anderes.“

„Hab‘ ich etwa behauptet, das wird spannend? Ich hab‘ gesagt, du hast hier nix zu suchen.“



„Gefährlich ist das hier jedenfalls nicht.“ Boerne nieste. „Die einzige Gefahr, in der ich im Augenblick schwebe, ist ein drohender Schnupfen.“

Thiel seufzte.

Boerne pustete auf seine Hände. Das erinnerte ihn an den Anfang des Jahres, als sie die Leiche im Aasee gefunden hatten. Komplett eingefroren. Da war es allerdings noch deutlich kälter gewesen als jetzt. Und Boerne und er … er sah zur Seite und lächelte.

„Was ist?“

„Nichts.“

Das konnte hier noch Stunden dauern. Er versuchte, auf dem Sitz ein wenig nach vorne zu rutschen und mit der linken Hand am rechten Ärmel zu ziehen. Verdammt. Wann war das eigentlich so schwierig geworden?

„Was soll das denn werden, wenn’s fertig ist?“

„Jetzt quatsch nicht, hilf mir lieber!“

„Wobei?“

„Na beim Ausziehen!“

„Äh …“ Boerne starrte ihn an. „Findest du es hier nicht ein bißchen frisch? Ich meine …“

„Nur den Mantel, du Idiot.“ Er zerrte weiter, und Boerne hatte endlich kapiert und half ihm, so daß sie ihn nach wenigen Sekunden frei bekamen. „Hier.“

Boerne nahm ihm den Mantel ab und sah dann auf. „Wenn wir auf den Rücksitz wechseln, könnten wir den beide benutzen. Als Decke.“


***


Die Schatten wurden immer tiefer. Blau war inzwischen nichts mehr, eher tiefschwarz. Eine einsame Lichterkette in einem der Fenster kämpfte tapfer gegen das Dunkel der Nacht an. Das Haus lag vollkommen still da, nichts rührte sich.

Boerne lehnte warm und schwer an seiner Schulter. Eigentlich war das hier ja auch viel bequemer als vorne. Und eigentlich war es doch irgendwie ganz nett, die Nacht hier nicht alleine verbringen zu müssen. Es war zwar immer noch zu warm für die Jahreszeit, aber kalt genug, daß es alleine ziemlich ungemütlich geworden wäre.

„Schläfst du?“

„Hm?“ Boerne blinzelte ihn an. „Passiert was?“

„Nein, alles ruhig.“ Er zog Boerne näher. „Schlaf weiter.“

Tatsächlich war er inzwischen gar nicht mehr so unglücklich darüber, daß Nadeshda krank geworden war. Und daß Boerne sich mal wieder in Angelegenheiten eingemischt hatte, die ihn nichts angingen. Jetzt fehlte eigentlich nur noch Schnee.

Aber die Nacht war ja noch lang.


* Fin *





 

Comments

Ohhh, was für eine wunderschöne Geschichte als Adventskalendertürchen! Allein der Titel wirkt im Bezug auf die Regenbogenchallenge noch mal viel besser ;)

Egal, ob es inzwischen „spezielle Beziehungen“ gibt zwischen Rechtsmedizin und Ermittlungsbehörde
Bwahaha, das ist so Frau Klemm!

ich kann noch genauso gut auf mich selbst aufpassen wie früher.“
„Das beruhigt mich jetzt nicht gerade.“

That's what I thought. :D

Das erinnerte ihn an den Anfang des Jahres, als sie die Leiche im Aasee gefunden hatten.
Uhhhh, sehr charmanter Bezug zum Januar. Der letzte Monat und der Kreis schließt sich. Wunderschön! Das ist imteressant, weil ich jetzt noch mal einen ganz anderen Blick auf deine Regenbogenchallenge habe. Jetzt so im Nachhinein hat man das Gefühl, die beiden tatsächlich ein Jahr begleitet zu haben. Das ist sehr schön. ❤

„Was ist?“
„Nichts.“

Ich mag es, wenn nichts ganz viel ist ❤

„Na beim Ausziehen!“
„Äh …“ Boerne starrte ihn an. „Findest du es hier nicht ein bißchen frisch? Ich meine …“

Ein Schelm wer Böses dabei denkt ... Typisch Boerne :D

„Wenn wir auf den Rücksitz wechseln, könnten wir den beide benutzen. Als Decke.“
Dabei geht es Boerne natürlich ausschließlich um die effiziente Nutzung ihrer Wärme-Energie.

„Schläfst du?“
„Hm?“ Boerne blinzelte ihn an. „Passiert was?“
„Nein, alles ruhig.“ Er zog Boerne näher. „Schlaf weiter.“

❤❤❤

Wirklich, cricri, ein rundum gelungener Abschluss dieser Challenge, die tatsächlich so farbenfroh wie ein Regenbogen geworden ist!
Danke! <3

Ich hatte ein bißchen ein schlechtes Gewissen, die zwei schon wieder wegen Kälte kuscheln zu lassen, was ich schon so ungefähr ein dutzend mal gemacht habe ;) Aber noch nie waren sie dabei schon ein Paar (glaube ich wenigstens) und dann dachte ich, was soll's ...

That's what I thought.
Ich auch :D Kaum daß Boerne das gesagt hat, dachte ich Thiel OMG!

Ein Schelm wer Böses dabei denkt ...
*grins*
Dir entgeht aber auch nix ;)

Uhhhh, sehr charmanter Bezug zum Januar.
Ich freu mich sehr, daß Dir das gefällt! Die Idee tauchte so beim Schreiben auf und ich fand es auch irgendwie schön, den Kreis zu schließen <3


Edited at 2015-12-12 02:33 pm (UTC)