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Büttenwarder

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Erkläre Chimäre (Transkription von HollyHop) - Teil 2

Hier war Teil 1

Und weiter geht's :)

INNEN Im Polizeipräsidium

THIEL: (springt mitten im Verhör der SCHOSSERS von seinem Stuhl auf) Jetzt ist hier aber mal Schluss mit Märchenstunde! Sie hören jetzt sofort mit diesen Lügen auf! Oder ich lasse sie hier und jetzt in Gewahrsam nehmen.

NADESHDA: Es war nicht besonders schwierig herauszufinden, dass Sie am Tag von Bensaos Besuch keineswegs in der Wohnung ihrer Mutter in der Kapuzinerstraße waren. Es gab überhaupt keinen Wasserrohrbruch. Ihre Mutter ist seit drei Wochen im Altersheim.

THIEL: Wieso haben Sie versucht uns diesen Bären aufzubinden? Hm?

HERR SCHOSSER: Hab ich dir doch gleich gesagt.

THIEL: Überlegen Sie jetzt gut, was Sie sagen. Denn meine Kollegin hat auch ihre Glasermeisterin angerufen.

NADESHDA: Ja, die wußte überhaupt nichts von einer kaputten Vitrine, aber Sie hat mir von einer eingeschlagenen Terrassentür erzählt.

THIEL: Wieso haben Sie uns diesen Einbruch verschwiegen?

NADESHDA: Wann genau fand der Einbruch statt?

THIEL: Soll ich es ihnen sagen? Kurz bevor Luiz Bensao zu ihnen gekommen ist. Stimmt’s? (als keiner der beiden antwortet haut THIEL mit der flachen Hand auf den Tisch) Stimmt’s?

FRAU SCHOSSER: Mh-hm.

THIEL: Na also. Und warum haben Sie uns auch das verschwiegen?

HERR SCHOSSER: Weil wir wissen wer’s war.

THIEL: Ach so.

FRAU SCHOSSER: Unser jüngster. Tom. Er hat ja keinen Schlüssel mehr.

HERR SCHOSSER: Es wäre ja nicht das erste Mal, dass dieser Verbrecher bei uns im Haus nach Geld gesucht hat.

FRAU SCHOSSER: Ewald, bitte.

THIEL: Drogen.

FRAU SCHOSSER: (nickt) Mh-hm. Er ist gerade nochmal um eine Haftstrafe herumgekommen.

HERR SCHOSSER: Unser feiner Herr Sohn, der nimmt nicht nur das Zeug, der ist auch noch ein verdammter Dealer.

FRAU SCHOSSER: Bedingung war, dass er sich umgehend in eine Entzugstherapie begibt. Im Drop-in.

HERR SCHOSSER: Von mir aus hätten sie ihn gleich wegsperren sollen.

NADESHDA: Ich kenn‘ das Drop-in. Ziemlich hartes Programm.

HERR SCHOSSER: Was unser Sohn braucht ist jetzt endlich mal ein ordentlicher Schuss vor den Bug. Einzelzelle im Knast. Brot und Wasser. Das wär genau das Richtige gewesen.

FRAU SCHOSSER: Ewald! Es ist immer noch dein Kind.

HERR SCHOSSER: Kurz vor dem Termin mit Bensao kam ein Anruf, dass unser Sohn schon wieder einmal sich unerlaubt aus seiner therapeutischen Wohngemeinschaft entfernt hat.

THIEL: Und da sind sie dann hingefahren?

FRAU SCHOSSER: Sie wissen ja nicht, was wir mit Tom alles durchgemacht haben.

NADESHDA: Es ist also durchaus möglich, dass ihr Sohn Tom zum Zeitpunkt des Besuchs von Bensao in ihrem Haus war und etwas von der Geldübergabe mitbekommen hat?

FRAU SCHOSSER: Wir hoffen inständig, dass es nicht so ist.


SCHNITT


AUßEN Das Drop-in

ANGESTELLTER: Im ersten Anlauf schafft‘s hier ja kaum einer. Hab ich jedenfalls nur selten erlebt. Ich weiß ja genau was bei denen vor sich geht. War ja selber mal so drauf. Irgendwann – du denkst, du bist schon drüber – dann macht’s in deinem Gehirn „pling“ und dann denkst du nur noch daran, wie du wieder an Stoff kommst. Können deine Vorsätze noch so gut sein.

NADESHDA: Und Tom?

ANGESTELLTER: Tom? Der hat ja nicht mal gute Vorsätze. Das ist ja das Ding mit Chrystal, dass du gar nicht checkst, dass du überhaupt ein Problem hast.

THIEL: Mh-hm, und aggressiv macht es auch.

ANGESTELLTER: Aber bei Drop-in geht’s uns vor allem um Disziplin, das ist das A und O. (er schlägt sich an die Stirn) Hier drin. Und überhaupt. Das fängt beim pünktlich aufstehen und Bettenmachen an. (er schaut rüber zu dem jungen Mann, der den Boden wischt) Hey, nicht einschlafen, was glotzt du denn da?

JUNGER MANN: (schaut die Treppe rauf) Er ist doch wieder da.

ANGESTELLTER: Wer?

JUNGER MANN: Na Tom.

THIEL und NADESHDA laufen die Treppe rauf. Oben stehen ein paar Bewohner des Hauses.

NADESHDA: Hallo. Wir suchen Tom.

THIEL: Tom Schosser. Kennt ihr den? (in dem Moment kommt Tom zur Tür rein)

MÄDCHEN: Tom, die Bullen. (TOM dreht sich um und flieht)

THIEL: Hey, bleib stehen! (er muss husten) Bleib stehen! Hey, bleib stehen!

TOM flieht durch ein Fenster hinaus auf ein Baugerüst. NADESHDA folgt ihm. THIEL kann nicht mehr hinterher und läuft unten zur Tür.

NADESHDA springt TOM hinterher in einen Müllcontainer und stellt ihn dann, als der auf seinen Motorroller springen will.

NADESHDA: Kriminalpolizei! Tom Schosser, Sie sind festgenomm ...

TOM schlägt ihr ins Gesicht und flieht auf seinem Motorroller.

THIEL kommt aus der Tür, kann TOM aber nicht mehr aufhalten. Er sieht NADESHDA betäubt auf dem Boden liegen und läuft zu ihr.

THIEL: Nadeshda? Nadeshda! Nadeshda? (er legt seine Hand an ihre Wange, sie blutet im Gesicht, ist aber ansonsten nur ein wenig benommen) Nadeshda? Hey, alles in Ordnung?
NADESHDA: Wir müssen ne Fahndung rausgeben.

THIEL: Ja ja, das mach‘ ich schon. Ganz ruhig liegen bleiben.


SCHNITT


INNEN Im Polizeipräsidium

THIEL: (am Telefon. Er schaut sich nochmal die Aufnahmen der Überwachungskameras an) Ja, es ist ganz klar und deutlich zu erkennen, dass der Junge den Brasilianer bei den Schließfächern beobachtet. (Pause) Na, er wird dem Taxi gefolgt sein mit seinem Roller. (Pause) Was? (Pause) Nadeshda? Nadeshda, ich kann sie ganz schwer verstehen. (Pause) Hn? Na, dann ist es ja kein Wunder, dass Sie nuscheln. (Pause) Was? (Pause) Nadeshda, ich glaub‘ das hat keinen Sinn. Sagen Sie mir mal ganz kurz, welche Zimmernummer Sie ... (Pause) 310?


SCHNITT


AUßEN Am St. Josef Krankenhaus
THIEL kommt mit seinem Fahrrad an und geht hinein. BOERNEs Wagen steht auch schon auf dem Parkplatz. Er klopft an FRAU KLEMMs Krankenzimmer, in dem jetzt auch NADESHDA liegt.

FRAU KLEMM: Immer rein in die gute Stube. Ist ja jede Menge Platz.

THIEL: Moinsen. (sieht NADESHDA) Mein Gott. Wie sehen Sie denn aus?

DR. JEHLE: Ich hab mir sogar erlaubt bei der Gelegenheit die reizende Nase ihrer Kollegin ein ganz klein wenig zu korrigieren.

BOERNE: So wie bei Michael Jackson?

DR. JEHLE: Nein, eher wie bei Kleopatra. Sie haben doch nichts dagegen, dass ich sie beide zusammengelegt habe, Frau Klemm? Ich dachte nur an den kurzen Dienstweg.

THIEL: (zu JEHLE) Wiedersehen. (zu BOERNE) Und was machen Sie hier?

BOERNE: Na ja, Herr Thiel, ich weiß schon, dass Sie mir wenig menschliche Regung zutrauen, nicht? Aber ich bin tatsächlich hier, um mich nach dem Befinden von Frau Krusenstern zu erkundigen.

THIEL: Mh-hm. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

NADESHDA: Der Junge ist noch flüchtig, nehme ich an?

THIEL: Ja, aber die Flucht beweist ja auch, dass er definitiv etwas mit der Sache zu tun hat.

BOERNE: Und durch den DNA Abgleich mit den Speichelspuren am Kaugummi werden wir bald mehr Sicherheit haben. Freundlicherweise hat der junge Mann uns ja ein paar Haare am Helm zurückgelassen, nicht? (zeigt auf den Blumenstrauss) Ich nehm‘ das mal, nicht?

FRAU KLEMM: Geben Sie ruhig ein bisschen Gas. Ich habe keine Lust sowas wie „Der Schlitzer von Münster: Wer ist sein nächstes Opfer“ wieder zum Frühstück lesen zu müssen.

BOERNE: Ich besorg‘ mal eine Blumenvase. (geht zur Zimmertür und öffnet sie) Blumenvase!

THIEL: Sagen Sie, wie sieht’s aus? Sind Sie kräftig genug, dass wir ein bisschen vor die Tür ...? Ich würd gern mal unter vier Augen mit Ihnen ...

NADESHDA: (zu FRAU KLEMM) Ja. Sie können ja in der Zwischenzeit frische Luft schnappen.

FRAU KLEMM freut sich und steckt sich ne Zigarette an.


SCHNITT


INNEN In der Kapelle des Krankenhauses
THIEL, BOERNE und NADESHDA

THIEL: Selbst wenn Tom Schosser dem ... dem Luiz die ... den Schlüssel abgenommen hat ... wie ist er an die Tasche mit dem Geld gekommen? Nach 18 Uhr ... also nach der Tat ist er auf keinem der Bahnhofsvideos zu sehen.

NADESHDA: Vielleicht hat er jemand anderen geschickt, weil er Angst hatte, dass die Schließfächer videoüberwacht werden?

THIEL: Das glaub‘ ich nicht.

NADESHDA schaut auf den auffälligen Ehering an THIELs Finger und der steckt die Hand schnell in seine Jackentasche.

THIEL: So clever ist der nicht.

BOERNE: Vielleicht hat er den Bahnhof durch einen Nebeneingang betreten, der von den Kameras nicht erfasst wird?

THIEL: Was mischen Sie sich denn da ein? Was machen Sie überhaupt noch hier? Hatten Sie nicht noch ne DNA zu vergleichen?

BOERNE: Nein, ich habe eine sehr gute Assistentin.

THIEL: (lacht) Und das aus Ihrem Munde.

NADESHDA: Ja, schade, dass Frau Haller das nicht hören konnte.


SCHNITT


AUßEN Vor dem Krankenhaus

BOERNE: Kann ich Sie ein Stück mitnehmen?

THIEL: Bin mit’m Rad da. (sieht BOERNES leeren Parkplatz) Aber womit überhaupt?

BOERNE: (schaut sich um und sieht, dass sein Auto gerade abgeschleppt wird) Hey! Hey, anhalten! Das ist mein Auto! (er läuft dem Abschleppwagen hinterher) Anhalten! Das ist mein Auto! Hey! (es ist vergeblich, der Abschleppwagen fährt davon) Das ist doch das Hinterletzte. Welcher minderbemittelte Kleingeist hat das denn veranlasst?


SCHNITT


AUßEN An der Spiekerhofbrücke

VADDERNS Taxi braucht Starthilfe von TINE HAEMER

TINE HAEMER: Los!

VADDERN: Super! Danke! Das dritte Mal Starthilfe die Woche. Nee, nee, so kann das nicht weitergehen.

TINE HAEMER: Ist nur noch ne Frage der Zeit bis deine Kiste den Geist vollends aufgibt. Komm doch zu mir! Dann bist du mit einem Schlag alle deine Sorgen los.

VADDERN: (sein Handy klingelt) Tschuldigung.

TINE HAEMER: So‘ n funkelnagelneuer Sechszylinder, wär das nix?

VADDERN: (ins Telefon) Ja? Äh, ja. Ja, kenn ich ... Haupteingang. Ja, ich bin gleich da. Entschuldige, ich muss los. Wieder mal ne Tour wo ich jetzt schon weiß, dass es kein Trinkgeld gibt.

TINE HAEMER: Überleg’s Dir, Herbie.

VADDERN: Natürlich. Tschüss. Danke nochmals.


SCHNITT


AUßEN Vor dem Krankenhaus


DR. JEHLE: Um Gottes Willen. Wenn ich gewusst hätte, dass das ihr Wagen ist ...

THIEL: Es ist ja wie ein Reflex bei ihm. Wenn irgendwo Chef drauf steht, denkt er immer er ist gemeint.

DR. JEHLE: Tut mir leid, aber er wird jedesmal unerträglich wenn jemand auf seinem Parkplatz steht.

BOERNE: Unerträglich? Jaha, dann fragen Sie mich mal nach meiner Laune.

DR. JEHLE: Ja, aber mit Ihnen muss ich jetzt nicht noch vier Stunden am OP-Tisch stehen.

THIELs Handy klingelt.

THIEL: Thiel. Ah, Frau Schosser. Was? (das Taxi mit VADDERN und BOERNE will gerade losfahren, da hält THIEL sie auf) Moment mal Vaddern. Jetzt mal ganz ruhig Frau Schosser. Wo ist er denn? Gut. Dann versuchen Sie ihn aufzuhalten. Ich bin gleich bei Ihnen. (er steigt ins Taxi mit ein) So, Vaddern einmal Nienberge.

BOERNE: Nichts da Nienberge. Wir fahren zur KFZ Verwahrstelle. Ich brauche mein Auto.

THIEL: Am Marienhof, Nienberge.

VADDERN: Ja, was denn nun?

THIEL: Dies hier ist ein polizeilicher Einsatz. Das Fahrzeug ist beschlagnahmt. Na, nu fahr‘ schon Vaddern.


SCHNITT


AUßEN Auf dem Hof der SCHOSSERS in Nienberge

VADDERN: Ich lass den Wagen besser laufen, sonst brauch ich wieder Starthilfe.

THIEL: Ich hab dir schon immer gesagt, such‘ dir nen Job beim Taxibetrieb, kannste die Schrottkarre verkaufen und dann machste dir mal nen richtig schönen Nachmittag.

VADDERN: Ich könnt‘ beim Hammer nen Wagen übernehmen. Die schafft sich jetzt ein zweites Taxi an. Mit ner fetten Erbschaft wie die hab ich ja nicht zu rechnen.

THIEL: Ich ja wohl gleich gar nicht.

BOERNE: Dank Ihrer freundlichen Unterstützung darf ich in dieser Hinsicht ja deutlich zuversichtlicher sein. (er dreht an seinem Ehering)

FRAU SCHOSSER: (stürmt aus dem Haus) Er ist da drin! Schnell, ich habe Angst, dass mein Mannn sich vergisst.

BOERNE: (sein Handy klingelt und er geht ran) Ah, Alberich ... Ja?

HERR SCHOSSER: (zu TOM) Du sollst stehenbleiben! Ich bring‘ dich um. Dann bring ich dich um.

THIEL: Hey! Hey, hey, hey. Jetzt bleiben Sie mal ganz ruhig. Ganz ruhig Herr Schosser. Ganz ruhig.

HERR SCHOSSER: Ja. Ja, wissen Sie was der sich grad geleistet hat? Dieser Wahnsinnige? Hier. (zeigt Thiel die leere Champagnerflasche) Champagner für 40.000 Euro. Hat er sich vollaufen lassen, ja?

THIEL: Ja. Ja, ist ja gut. (THIEL stellt die Flasche zurück auf das Fass und währenddessen schlägt HERR SCHOSSER TOM nieder) HEY! Hey, hey, jetzt langt’s aber. (zu TOM) So, Freundchen und du kommst mal mit. Steh mal auf.

FRAU SCHOSSER: Mein Sohn ist kein Mörder.

THIEL: Das wird sich ja herausstellen.

BOERNE: Ach so, das hat sich schon herausgestellt. Die DNA am Kaugummi und seine Haare ... ist identisch. (BOERNE schaut liebevoll die Champagnerflasche an) Ich muss ja sagen so ein Stück weit hab ich Verständnis für den Mann.


SCHNITT


THIEL, BOERNE und TOM fahren in VADDERNS Taxi durch Münster.

THIEL: (im Taxi zu VADDERN) Das Angebot von deiner Kollegin würde ich unbedingt annehmen an deiner Stelle. Haste endlich mal ein geregeltes Einkommen. Sozialversicherung.

VADDERN: Meine Freiheit ist mir wichtiger ... als diese spießbürgerliche Sicherheit.

BOERNE: Richtig so.

TOM: Yo, Dicker, Freiheit. LOS! (er öffnet die Autotür und springt raus)

THIEL: Halt an! (TOM läuft weg, THIEL quält sich aus dem Auto) Bleib stehen! Bleib stehen! (TOM verschwindet durch ein Tor und verschließt es hinter sich) Mach auf, du!! Dieser miese kleine Drecksack.


SCHNITT


INNEN Im Krankenhauszimmer 310

NADESHDA: Wenn ich einmal nicht dabei bin ...

FRAU KLEMM: Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Jetzt geht Ihnen der Verdächtige zum zweiten Mal durch die Lappen? Jetzt schauen Sie nicht aus der Wäsche wie ein Schuljunge, den man beim Onanieren erwischt hat.

NADESHDA: Weit kann er ja nicht kommen mit dem kaputten Bein.

THIEL: Zumindest ist durch den DNA Abgleich zweifelsfrei bewiesen, dass er am Tatort war.

FRAU KLEMM: Ja, wo er dem Opfer eiskalt die Kehle aufgeschlitzt hat. (zu NADESHDA) Welche Drogen nimmt der eigentlich?

NADESHDA: Chrystal. Das macht hemmungslos.

FRAU KLEMM: (zu THIEL) Sehen Sie bloß zu, dass Sie den schnappen, bevor der noch mehr aufschlitzt.

THIEL: (ist schon fast aus der Tür) Klar.

FRAU KLEMM: Und lassen Sie sein Elternhaus observieren. Das scheint ja seine präferierte Anlaufstelle zu sein.

THIEL: (sarkastisch) Gute Besserung. (macht die Tür hinter sich zu)


SCHNITT


AUßEN Vor dem Krankenhaus

DR. JEHLE: Na? Einsatz beendet?

THIEL: (versucht sein Fahrrad aufzuschließen) Moin.

DR. JEHLE: Ihrer Miene nach zu urteilen war der aber nicht sonderlich erfolgreich.

THIEL: Och, bis auf den ein oder anderen kleinen Rückschlag ... geht es eigentlich stetig bergauf.

DR. JEHLE: Das hört man doch gern.

THIEL: Sagen Sie, wann kann ich denn mit Frau Krusenstern wieder rechnen?

DR. JEHLE: Ich denke eine Nacht noch.

THIEL: Na, Gott sei Dank. Hoffentlich kommt Frau Staatsanwältin auch bald wieder raus. Dieser Krankenhausaufenthalt scheint ihrer Laune nicht unbedingt zuträglich zu sein.

DR. JEHLE: Verstehe. Ich würde sagen ... in zwei bis drei Tagen. So eine Bauch- und Gesäßstraffung ist schon ein etwas größerer Eingriff.

THIEL: (muss lachen) Bauch- und Gesäß ...? Tschuldigung, aber mir hatte sie gesagt, das wäre so ein ganz kleiner Fraueneingriff.

DR. JEHLE: Ich könnte mich ohrfeigen. Wenn die erfährt, dass ich mich verplappert habe, dann bin ich meines Lebens nicht mehr sicher. Ehrenwort, das muss unter uns bleiben?

THIEL: Keine Sorge. Was Sie mir erzählen ist wie ins offene Grab gesprochen. Schönen Tag noch!


SCHNITT


INNEN Im Polizeipräsidium

NADESHDA: (im Vorbeigehen zu einem Polizisten) Hallo.

GUSTAV: (sitzt in THIELs Büro) Danke, dass du dir Zeit für mich nimmst.

THIEL: Ja, das ist ... ist doch ganz klar.

GUSTAV: Ich bin so froh, dich an seiner Seite zu wissen. Karl-Friedrich läuft immer Gefahr ein wenig ... abzuheben.

THIEL: Tja, das kann man wohl sagen.

GUSTAV: Er braucht ein Korrektiv wie dich. Jemanden, der mit beiden Beinen auf der Erde steht. (NADESHDA kommt zu THIEL und GUSTAV ins Büro und THIEL versteckt die Hand mit dem Ehering unter seiner Achselhöhle) Mein Luiz war so jemand für mich. (er ist den Tränen nahe) Im Moment weiß ich nicht, ob ich je darüber hinwegkomme, Frank.

THIEL: Das wird schon wieder. Kopf hoch.

GUSTAV: (merkt, dass THIEL nicht bei der Sache ist) Ich will euch nicht länger stören.

THIEL: Äh, du störst doch nicht ... (GUSTAV geht aus THIELS Büro) Wirklich.

NADESHDA: Er sagt Frank zu Ihnen?

THIEL: Ja, wieso? Das machen die doch alle ... die nennen sich doch alle beim Vornamen. Die ähm ... die Amis.

NADESHDA: (glaubt ihm kein Wort) Ja.

THIEL: Ist doch Amerikaner.

NADESHDA: Ja, das greift ja auch hier immer mehr um sich.

THIEL: (versucht vom Thema abzulenken) Gibt’s nicht irgendwelche Neuigkeiten über den ... den entflohenen jungen Mann?

NADESHDA: (schüttelt mit dem Kopf) Nee leider nicht. Obwohl wir die Kontrollen am Bahnhof und am Fernbusterminal sogar noch verstärkt haben.

THIEL: Gut, sehr gut.

NADESHDA macht keine Anstalten zu gehen

THIEL: Ja, was ist, gibt’s sonst noch irgendwas? Warum gucken Sie so fordernd?

NADESHDA: Sie wollten mich zur Feier meiner Wiederauferstehung zum Mittagessen einladen. Schon vergessen?

THIEL: (versteckt in jeder Bewegung seinen Ring) Ach so, ja ... ach Gott, ja. Klar. Tschuldigung, ich bin grade wirklich ein bisschen durch’n Wind. (zieht sich seine Jacke an) Hoffentlich ist das hier bald alles ausgestanden. Bitte nach Ihnen. (als NADESHDA durch die Tür geht, versucht er hinter seinem Rücken den Ring vom Finger zu ziehen) Ich komme.


SCHNITT


AUßEN THIEL und NADESHDA sind im Auto zum Restaurant unterwegs

NADESHDA: Das ist ein neuer Chinese. Bin gespannt, was der auf der Karte hat.

THIEL: Na, was wir der haben? Nummer 17, Nummer 23, mit Benzoesäure, mit Glutamat.
Sie steigen aus.

NADESHDA: Schauen Sie mal.

THIEL: (sieht FRAU SCHOSSERs Auto gegenüber vor der Apotheke parken) Na und? Die wird wahrscheinlich irgendwo hier ihren Wein liefern.

NADESHDA: Hier wird nichts geliefert. Die war einkaufen.

THIEL: Aber die wohnt doch am anderen Ende der Stadt?

NADESHDA: Hier in der Nähe ist die Wohnung von Schossers Mutter.

THIEL: Ist die nicht im Altenheim?

NADESHDA: Eben. Die Wohnung steht leer. (THIEL reagiert nicht) Mann, bei Ihnen fällt der Groschen heute echt langsam. Das ist das ideale Versteck. (sie folgen FRAU SCHOSSER bis in das Haus)

THIEL drückt die Klingel. Nichts passiert.

NADESHDA: Aufmachen Polizei!

THIEL hämmert gegen die Tür

NADESHDA: Machen Sie die Tür auf! (beide schauen auf den Boden an der Tür) Blut?

NADESHDA zieht ihre Waffe, THIEL tritt die Tür ein

NADESHDA: Frau Schosser! Wir wissen das Sie da sind.

FRAU SCHOSSER: (kommt langsam aus dem Wintergarten) Bitte tun Sie ihm nichts. Bitte.
Sie gehen gemeinsam in den Wintergarten. Dort liegt TOM mit einem verletzten Bein.

THIEL: (zu NADESHDA) Holen Sie mal nen Rettungswagen.


SCHNITT


AUßEN Am Spiekerhof

VADDERN: (steigt aus seinem Taxi, das er hinter dem von TINE HAEMER geparkt hat) Hammer? Also, Tine ich hab mich dazu durchgerungen. Ich werde dein Angebot annehmen. Vielleicht hat mein Sohn Recht und ... (er öffnet die Autotür von TINE HAEMERs Taxi aber sie ist nicht drin) Tine? (er schaut sich um) Hey, hast du dich zum Pinkeln ins Gebüsch verzogen oder was? (dann sieht er einen von TINEs Cowboystiefel auf der anderen Straßenseite liegen) Tine? (er schaut über das Brückengeländer und sieht TINE unten im Flussbett liegen) Ach du Scheiße.


SCHNITT


AUßEN Vor dem Haus von SCHOSSERs Mutter

FRAU SCHOSSER: Mein Sohn ist kein Mörder.

THIEL: Das sagten Sie bereits. (Sie wenden sich ab, um wieder ins Haus zu gehen)

BOERNE: (kommt angelaufen) Herr Thiel! Herr Thiel, hallo. Kommen Sie, ich nehm‘ Sie mit meinem Wagen mit.

THIEL: Danke, ich fahr‘ mit Nadeshda.

BOERNE: (hält THIEL am Kragen fest) Kleinen Zwischenbericht hab ich mir aber schon verdient.

THIEL: Was machen Sie überhaupt hier? Spionieren Sie mir nach?

BOERNE: War er’s jetzt oder war er’s nicht?

THIEL: Er hat gestanden, dass er den Brasilianer verfolgt und gestellt hat. Und als der dann den Schlüssel geschluckt hat und drohte zu ersticken, dann ist er angeblich in Panik geflohen.

BOERNE: Hm, der lügt doch wie gedruckt.

THIEL: Er ist frühestens morgen voll vernehmungsfähig.

BOERNE: Oh, dann haben Sie ja jetzt Zeit. (zieht Thiel am Arm mit sich)

THIEL: Äh, Moment mal. Zeit wofür?


SCHNITT


AUßEN
BOERNE und THIEL fahren in BOERNEs Wiesmann durch Münster

BOERNE: Wir gehen mit Gustav ins Theater. Damit er mal auf andere Gedanken kommt. Ich habe Premierenkarten. Tod eines Handlungsreisenden. Passt doch gut, finden Sie nicht? (THIELS Handy klingelt)

THIEL: Sie haben sie wohl nicht alle? Sie lassen mich jetzt sofort hier aussteigen.

BOERNE: Wollen Sie nicht mal an ihr Telefon gehen?

THIEL: Ja, Vaddern, was gibt’s? (Pause) JETZT HALTEN SIE DOCH ENDLICH MAL AN! (BOERNE macht eine Vollbremsung auf offener Straße) Ja, jetzt nochmal. (Pause) Was? Wo? (Pause) Ja, ja gut ich komm‘ da hin. (zu BOERNE) Fahr’n Sie mal los. Wir müssen zur Brücke am Spiekerhof.

BOERNE: Hallo? (zu den hupenden Autofahrern hinter ihm) Ja, ja, ja, ja, jaaa. (er fährt los)


SCHNITT


AUßEN Brücke am Spiekerhof

TINE HAEMERs bewußtloser Körper wird aus dem Wasser gezogen.

VADDERN: Das ist ein Zeichen.

THIEL: Ein Zeichen? Wofür?

VADDERN: Das ich selbständig bleiben muss. Ich lass‘ die Karre doch nochmal reparieren. (geht weg)

BOERNE: Was haben wir denn da? Blut.

THIEL: Ja. Sieht frisch aus. Tja, Täter oder Opfer?

BOERNE: Wenn wir Glück haben, dann stammt es von demjenigen, der die Dame hier über die Brüstung befördert hat. Da wird sich mein Heinzelfräulein aber freuen, dass sie was zu tun kriegt. Haben Sie mal ein Tütchen?

THIEL: Da müssen Sie meinen Vater fragen. Kleiner Scherz. Hier.

BOERNE: Danke.

THIEL: Dann wünsch‘ ich viel Spaß im Theater heute Abend.

BOERNE: Grinsen Sie mal nicht so erleichtert.

THIEL: Können Sie ja gar nicht sehen.

BOERNE: Aber ich kann das spüren.

THIEL: Sie können mir ja morgen erzählen, wer der Mörder war. Von dem Handlungsreisenden.

BOERNE: Banause.


SCHNITT


INNEN Im Polizeipräsidium

THIEL: Ach, so lieb ich es. Keine Zeugen. Einen Täter schon gleich gar nicht.

NADESHDA: Kaum Hinweise.

THIEL: Bis auf das Blut, das Boerne an der Brücke entdeckt hat.

NADESHDA: Na ja, wenn das überhaupt vom Täter ist.

THIEL: Tja. Na ja, dann machen wir mal Feierabend für heute. (THIELS Handy klingelt)

NADESHDA: Wer ist das?

THIEL: Na, wer wohl.


SCHNITT


INNEN In der Rechtsmedizin

ALBERICH: Ein erster Test hat ergeben, dass es sich bei den an der Brücke sichergestellten Spuren um die Blutgruppe AB Rhesus negativ handelt.

BOERNE: Die Blutgruppe des Brasilianers. Sie erinnern sich?

THIEL: Ja ja, sehr selten ... nur ein Prozent der Menschheit bla bla bla.

BOERNE: Da haben sich bei mir sofort die Öhrchen aufgestellt. Und ich bin unmittelbar nach dem Theater hierher zurückgegangen. Übrigens ... ah, diese Inszenierung? Die war wirklich tiefste Provinz. Schauspieler doll, aber der Regisseur ...

ALBERICH: Ich hatte in der Zwischenzeit schon mal mit der DNA Analyse begonnen.

BOERNE: Ja. Und Sie werden nicht raten, was das Ergebnis war. Die DNA des Blutes an der Brücke ist identisch mit der von Luiz Bensao.

THIEL: (lacht) Der liegt doch schon seit drei Tagen bei Ihnen hier im Kühlschrank.

BOERNE: Ja. Und zwar so tot. Töter geht’s nicht.

THIEL: Wie soll denn sein Blut an die Brücke kommen?

BOERNE: Eben. Gehen wir mal davon aus, dass es sich bei ihm nicht um einen ... Wiedergänger handelt, gibt’s eigentlich nur eine einzige wissenschaftliche Erklärung.

ALBERICH: (beendet den Gedanken) Dass Luiz Bensao einen eineiigen Zwillingsbruder haben muss.

BOERNE: Müssen Sie mir eigentlich jeden Knalleffekt kaputt machen? Jedenfalls wären nur in diesem Fall die genetischen Merkmale zu hundert Prozent deckungsgleich.

ALBERICH: Aber ...

BOERNE: (unterbricht Sie ungeduldig) ABER ... mein Onkel Gustav weiß zufällig genau, dass Luiz Bensao keine Geschwister hatte und schon gar keinen Zwillingsbruder. Und selbst wenn er einen hätte ...

THIEL: Wieso sollte der den hierher kommen und Frau Haemer von der Brücke schubsen? Das macht doch überhaupt keinen Sinn.

BOERNE: So, jetzt fängt der auch noch an. Jetzt fängt der auch noch an mit dem Pointenklau.

THIEL: Oder ...

BOERNE: Oder?

THIEL: Könnte es vielleicht sein ... dass Sie einen Fehler gemacht haben?

BOERNE: Ich. Mache. Niemals. Einen. Fehler. Vielleicht hier ... der kleine Zwerg Naseweis.

ALBERICH: Aber der auch nicht.


SCHNITT


INNEN Im Polizeipräsidium

NADESHDA: (am Telefon) Muito obrigado. Bom dia. (unverständlich) Bom dia.

THIEL: (pfeift anerkennend) Sie sprechen portugiesisch?

NADESHDA: So un poco. Schwester Magdalena zum Glück besser englisch.

THIEL: Und wieso haben Sie so rumgeschrien?

NADESHDA: Weil die Frau steinalt ist. Und die ist die einzige in dem Heim, die sich noch einigermaßen an Luiz Bensao erinnert.

THIEL: Ah! Und?

NADSHDA: Die ist sich ganz sicher. Es gibt keine Geschwister. Die Mutter ist bei der Geburt gestorben und der Vater hat sich schon davor aus dem Staub gemacht.

THIEL: (grinst) Da bin ich ja mal sehr gespannt was Boerne dazu sagt.

NADESHDA: Vielleicht gibt’s ja doch mehr Dinge zwischen Himmel und Erde ...

THIEL: (unterbricht sie) Und er hat doch geschlampt.


SCHNITT


INNEN Krankenhaus

TOM: Boah, dann glauben Sie’s mir eben nicht. Kann ich auch nichts machen. Ich kann nur sagen wie’s war, sonst nichts.

Es klopft.

THIEL: Ja, herein.

FRAU KLEMM tritt ein.

TOM: Was ist denn das für ein Gespenst?

THIEL: Frau Staatsanwältin Klemm.

TOM: Mh-hm ... coole Robe.

FRAU KLEMM: Ich wollte nur sichergehen, dass wenigstens dieser Fall mit einem Geständnis endet.

THIEL: Wir sind bisher eigentlich ganz gut vorangekommen. Er hat fast alle unsere Annahmen bestätigt.

KLEMM: Auch den verschluckten Schlüssel?

THIEL: (schaut zu TOM hinüber) Nun, erzählen Sie mal.

TOM: Ich fuchtel mit dem Scheiß Messer vor ihm rum, damit er diesen Schlüssel rausrückt. Der macht nur einen auf überlegen, denkt er kann mich verarschen. Der nimmt dieses Ding in den Mund ... und schluckt.

KLEMM: Und dann?

TOM: Ja, dann ist ihm das Grinsen schnell vergangen. Der hat gehustet und gewürgt. Voll creepy. Und die Augen sind ihm aus dem Kopf ... so ... (macht vor wie Luiz ausgesehen hat, als er erstickte)

THIEL: Ja, ist ja gut. Wir haben es ja verstanden.

TOM: Ich bin voll auf den Horror gekommen. Ich bin sofort abgehauen. Was hätt ich denn tun sollen?

KLEMM: Hilfe holen zum Beispiel.

TOM: Aber dass ich ihm den Hals durchgeschnitten hab ist einfach nicht wahr.

THIEL: Na, und das Messer? Was war mit dem Messer?

TOM: Das hab ich sofort fallenlassen, echt.

KLEMM: Glauben Sie ihm das? Wenn nicht er, wer dann?

TOM: Na eben einer der was mitgekriegt hat.

THIEL: Na ja, ich meine ... bisher ist ja immer noch ungeklärt mit wem Luiz da verabredet war.

TOM: Na eben einer im Levenhoek, sag ich doch. Der wollte in die Kneipe rein bevor ich ihn geschnappt hab.


SCHNITT


INNEN Im Restaurant Levenhoek

THIEL: Und? Hören Sie mich?

BOERNE: Du sollst mich Karl-Friedrich nennen! Was ist wenn Gustav uns auch hört?

THIEL: Meinetwegen. Dann geh jetzt mal ins Kühlhaus, Pussibärchen.

BOERNE: Ja, bin ich schon.

THIEL: Ehrlich? Ist ja krass. Ich hör jedes einzelne Wort. Sprich mal in normaler Lautstärke.

BOERNE: Nein.

THIEL: Wie nein?

BOERNE: (versucht den Angriff auf LUIZ BENSAO zu schauspielern) Nein, nein ... nein ... nein, nein, nein, meinen Schließfachschlüssel bekommst du nicht. Lieber schluck ich ihn herunter. (BOERNE imitiert Würg- und Erstickungsgeräusche) Und wie war ich?

THIEL: Wie immer. Weniger wäre mehr.

BOERNE: Hast du mich gehört?

THIEL: Was?

BOERNE: (genervt) Dann komm ich jetzt rüber und du bestellst mir schon mal einen Sauerbraten ... Schatz.


SCHNITT


INNEN Im Schankraum des Levenhoek

GUSTAV: (genießt sein Essen) Mh, fabelhaft. Großartig. Das ist einer der wenigen Nachteile von Florida.

THIEL: Dass es den da nicht gibt? Den Pfefferpotast?

GUSTAV: Genau. Ich danke euch.

THIEL: Bei mir musst du dich nicht bedanken. KF bezahlt ja heute.

GUSTAV: Nein, ich äh ... danke euch für die schöne Abschiedsfeier und vor allem das ihr Luiz Mörder gefasst habt.

BOERNE: Er ist nicht zufällig mal an Leukämie erkrankt?

GUSTAV: Wer?

BOERNE: Luiz. (GUSTAV schaut die beiden verdattert an) Weißt du da was?

GUSTAV: Na ja, mit zwölf hatte er tatsächlich einen Blutkrebs, aber der ist vollkommen ausgeheilt worden.

BOERNE: Durch welche Therapieform? Chemo? Oder Stammzellentransplantation?

GUSTAV: Ja, woher soll ich das wissen? Keine Ahnung.

THIEL: Wieso denn? Worauf wollen Sie denn hina ... (BOERNE unterbricht ihn und Thiel erinnert sich) Worauf willst du denn hinaus, Schatz?

BOERNE: Weil eine Stammzellentransplantation die Erklärung für die deckungsgleiche DNA sein kann, Schätzchen. Wisst ihr was eine Chimäre ist? Natürlich nicht. In der griechischen Mythologie ist eine Chimäre etwas, das aus verschiedenen Wesen zusammengesetzt wurde.

THIEL: So etwas wie die Sphinx.

GUSTAV: Das Pegasus.

BOERNE: Genau. In der modernen Medizin jedoch beschreibt der Ausdruck Chimärismus jene Situation in der (hält einen Teller hoch) der Körper eines Menschen aus den Zellen zweier (schaut sich um und nimmt am Nachbartisch zwei Brotstücke aus dem Brotkorb) Darf ich mal. Aus den Zellen zweier genetisch verschiedener Wesen besteht. Und damit meine ich nicht Mama und Papa. Nach einer Stammzellentransplantation also (BOERNE macht ein Loch in die Mitte eines der Brotstücke und füllt es mit Teilen des anderen Brotes) aus den körpereigenen Zellen ... sowie den blutbildenden Stammzellen des Spenders.

THIEL: Moment mal, hab ich das jetzt richtig verstanden? Nach einer Stammzellentransplantation hat der Empfänger der Stammzellen die gleiche DNA wie der Spender?

BOERNE: Ja, ich hab’s ja auch sehr gut erklärt. Aber ... nur die DNA des Blutes verändert sich. Die DNA der Körperzellen des Empfängers ... die bleibt gleich. So, und jetzt muss ich ins Institut. Ich mache niemals einen Fehler. Kommst du Schatz?


SCHNITT


INNEN in der Rechtsmedizin

THIEL: Boerne, bitte ... können wir uns nicht einfach darauf einigen, Sie haben nicht geschlampt und ich geh nach Hause und leg mich ein bisschen hin, okay?

ALBERICH: Ich fürchte so einfach kommen Sie nicht davon.

THIEL: Na schön, dann mit wenigen Worten und ohne vermeidbare Nebensätze.

BOERNE: Da! (BOERNE zeigt THIEL den Bericht) Haaranalyse ist gleich Beweis. Luiz Bensao zwei genetische Baupläne haben. Eigene DNA in Körperzelle, fremde DNA in Blut. Du verstehen?

THIEL: Ja, ich verstehen. Brotkrumengeschichte, Chimärismus und so weiter ...

BOERNE: Wegen der Stammzellenübertragung, die ihm als Kind das Leben gerettet hat.

THIEL: Moment mal. Das Blut auf der Brücke ... da bei der Haemer, das konnte ja nicht von Luiz Bensao stammen, weil der ja hier lag. Dann muss das Blut doch von der Person stammen, die damals das Knochenmark gespendet hat.

BOERNE: (zu ALBERICH) Ich glaube er hat’s kapiert.

THIEL: Und wenn wir jetzt zwei identische DNAs haben, dann könnte doch das Blut, das wir auf dem ...

ALLE: Schlauchhalter

THIEL: Schlauchhalter da, sichergestellt haben, das kann doch dann da sowohl vom Täter als auch vom Opfer sein. Seh ich das richtig?

BOERNE: Ja, absolut, durchaus, durchaus.

THIEL: So, und wenn wir jetzt davon ausgehen, dass das das Blut des Täters war, dann muss doch der Mörder von Luiz Bensao auch versucht haben Tine Haemer umzubringen.

BOERNE: (zu Alberich) Für diese späte Stunde ist er geistig recht rege.

THIEL: Dann müssen wir jetzt ja nur noch rauskriegen wer damals das Knochenmark gespendet hat.

BOERNE: (schaut stolz auf THIEL) Ja ... äh, ja, ja ja, ein bisschen was müssen Sie natürlich auch noch selbst ermitteln, nech?


SCHNITT


INNEN Im Polizeipräsidium

THIEL: Danke Herr Professor, wir sind auch ohne Ihre Hilfe in der Lage mit Brasilien zu telefonieren.

BOERNE: Sie haben doch keine Ahnung wie man die richtigen Fragen stellt. Und das bei Ihren Fremdprachenkenntnissen.

THIEL: Im Gegensatz zu Ihnen habe ich Vertrauen zu meinem Personal und ich kann delegieren.

NADESHDA: No no no, you were of much help. Muito obrigado. Thank you.

THIEL: Was sag‘ ich?

NADESHDA: (legt den Hörer auf) Eine gute und eine schlechte Nachricht. Schwester Magdalena kann sich nicht mehr erinnern, wer dem kleinen Luiz damals das Knochenmark gespendet hat.

THIEL: Ich hoffe, das war die schlechte.

NADESHDA: (flüsternd) Was macht er hier?

THIEL: (auch flüsternd) Nicht fragen.

BOERNE: (hat die beiden gehört) Einfach die gute sagen.

NADESHDA: Die gute ist sie ist sich ziemlich sicher, dass es einer von den Deutschen war, die 1999 das Waisenhaus besucht haben.

THIEL: Vom Blauen Kreis?

NADESHDA: Jap, ich hab sie nach Namen gefragt, aber ... (sie zuckt mit den Schultern)

BOERNE: Fragen wir doch mal Frau Staatsanwalt. Die war ja Gründungsmitglied, ne? Hop hop, ins Krankenhaus.

NADESHDA: Nee, stop! Stehenbleiben. Nicht so schnell. Unser Computerheld hat tatsächlich etwas auf Tine Haemers Laptop gefunden. Den Entwurf für einen Erpresserbrief.

BOERNE: (zupft NADESHDA den Zettel aus der Hand) Mh-hm, das ist ein Erpresserbrief. (liest vor) Ich habe genau gesehen, wer am Steuer gesessen ist und den Penner umgefahren hat. Sie nähmlich. Och bitte, nämlich mit „h“ ... Kommen Sie morgen um Punkt 9.30 Uhr zum Taxistand Spiekerhof und bringen Sie hunderttausend Euro in bar mit. Sie kennen mich von der Starthilfe. Wenn Sie nicht kommen sind sie erledigt. Stilistisch durchaus schlüssig.

THIEL: Jetzt weiß ich auch, warum die sich ein neues Taxi leisten kann ...

NADSHDA: Und warum sie von der Brücke gestoßen wurde.


SCHNITT


AUßEN Vor dem Krankenhaus
THIEL und BOERNE kommen im Wagen an und parken direkt vor dem Krankenhaus.

THIEL: (hat Probleme aus dem Wiesmann auszusteigen) Boah, diese Karre.

KRANKENHAUSMITARBEITER: Da können Sie nicht parken.

BOERNE: Kriminalpolizei!

THIEL: Ich hab sogar nen Parkausweis.

KRANKENHAUSMITARBEITER: Ja, ist mir egal. So nicht. Stellen Sie sich da hinten hin. Der Wagen vom Dr. Jehle ist noch in Reparatur.

BOERNE und THIEL drehen sich gleichzeitig zu dem angesprochenen Parkplatz um und sehen sich an. Sie denken beide das Gleiche.

THIEL: Kann es sein, dass Dr. Jehle ein weißes Auto fährt?

KRANKENHAUSMITARBEITER: Ja, ja, so einen Geländewagen. Meine Farbe wär das ja nicht.


SCHNITT


INNEN Im Krankenhaus Zimmer 310

FRAU KLEMM: Ja, ich weiß schon. Das war eins der ersten Waisenhäuser, das wir damals unterstützt haben. Alles schon so lange her.

BOERNE findet in der Nachttischschublade von FRAU KLEMM Zigaretten und einen Flachmann, nimmt sie raus und gibt sie ihr in die Hand

BOERNE: Nicht die Grundnahrungsmittel vergessen.

FRAU KLEMM: Mit Sicherheit war der Dr. Steuben, der Vorsitzende, mit in Brasilien dabei. Aber der ist ja nun leider auch schon tot.

THIEL: Und dieser Dr. Jehle? Könnte es sein, dass der dabei ... (THIELs Handy klingelt und er geht ran) tschuldigung.

FRAU KLEMM: Ja, möglich.

THIEL: Ja, Thiel?

BOERNE: (zu FRAU KLEMM) Ich hör Ihnen zu.

FRAU KLEMM: Der ist ja auch schon ewig Mitglied bei uns, ne? Aber ich weiß es einfach nicht.

THIEL: (ins Telefon) Was?

FRAU KLEMM: (zu BOERNE) Das ist sechzehn Jahre her.

THIEL: (ins Handy) Gibt’s doch nicht.

FRAU KLEMM: Fragen Sie ihn doch selbst.

BOERNE: Ah, äh, das ist keine gute Idee.

THIEL: Ja, danke ... wiederhören. (legt auf) So ein Mist.

FRAU KLEMM: Was ist denn?

THIEL: Die Taxifahrerin ... von der kriegen wir wohl keine Aussage mehr. (dreht sich zu BOERNE) Tine Haemer ist vor einer halben Stunde verstorben.

BOERNE: (beugt sich zu THIEL hin und flüstert) Wir kriegen den Jehle über seine DNA.

THIEL: (flüsternd zu BOERNE) Ach, kann er doch immer noch abstreiten, dass er der Täter war.

BOERNE: Ach, das ...

FRAU KLEMM: Kann mir einer verraten, worum es hier geht?

THIEL: (zu BOERNE) Na, vielleicht war es doch nicht ganz umsonst, dass Sie mich bis hierher verfolgt haben. (nimmt das Krankenhaushemd von FRAU KLEMMs Bett) Ich darf mal, ja? Kommen Sie?

BOERNE: Ich habe Sie in keiner Weise verfolgt, ich habe Sie begleitet.


SCHNITT


INNEN auf dem Krankenhausgang

THIEL: Ah, Dr. Jehle.

JEHLE: Ach, Herr Thiel.

THIEL: Ah, kurze Frage ... die Intensiv 1, wo ist denn das?

JEHLE: Was wollen Sie denn da?

THIEL: Da liegt doch die Taxifahrerin, die von der Brücke gestoßen wurde, sie wissen schon.

JEHLE: Ich dachte die Frau ringt mit dem Tode?

THIEL: Ja, ja, sie liegt auch noch im künstlichen Koma, aber die Kollegen meinten, dass sie demnächst vernehmungsfähig sei.

JEHLE: Ach, ja ... das ist ja erfreulich.

THIEL: Nicht wahr?

JEHLE: Intensiv 1? Ja, das ist im ersten Stock.

THIEL: Prima, danke.

JEHLE: Keine Ursache.

THIEL geht ins Treppenhaus und DR. JEHLE den Gang hinunter. THIEL schleicht sich ihm hinterher in die Intensivstation. JEHLE betritt das Krankenzimmer von TINE HAEMER und entfernt den Druckluftschlauch und den Sauerstoffschlauch an der Beatmungsmaschine und schaltet dann das Gerät ab. Das Herz der „Patientin“ schlägt weiter.

JEHLE: Das gibt’s doch gar nicht.

In dem Moment schlägt BOERNE die Decke zurück und greift JEHLE an den Hals, drückt ihn aufs Bett, THIEL stürmt ins Zimmer.

THIEL: Dr. Thomas Jehle, aufgrund zweifachen Mordversuchs sind sie vorläufig festgenommen.

BOERNE nimmt sich die Atemmaske ab und setzt seine Brille wieder auf.

BOERNE: (zu THIEL) Ich finde ja immer noch, dass Sie mehr Ähnlichkeit mit der Taxifahrerin haben.


SCHNITT


AUßEN vor GUSTAVs Hotel

GUSTAV: Mich beschäftigt nur noch eine Frage. Warum das alles?

BOERNE: Schnöder Mammon.

THIEL: Na ja, Spielsucht, Alkoholproblem, seine Privatinsolvenz stand kurz bevor.

BOERNE: Und dann noch eine Verkettung unglücklicher Umstände, nech? Der Unfall, die Fahrerflucht.

THIEL: Und als er dann auch noch von dieser Taxifahrerin erpresst wurde, da stand ihm dann das Wasser bis zum Hals.

GUSTAV: Tja, ich denke nach all dem was hier passiert ist, werde ich wohl kaum nach Münster zurückkommen.

BOERNE: Oh.

THIEL: (nicht ganz ehrlich) Schade.

GUSTAV: Ihr seid natürlich herzlich willkommen in meiner Villa in Florida.

BOERNE: Da bin ich ja schon ... GANZ besonders gespannt drauf.

GUSTAV: Beeilt euch ... bevor die Kinder einziehen.

BOERNE: Kinder? Was für Kinder?

GUSTAV: Ich wollte die Villa ja eigentlich Luiz vermachen, aber ...

BOERNE: Und? Jetzt ...?

GUSTAV: Überschreibe ich sie dem Blauen Kreis.

THIEL prustet los, reißt sich dann aber wieder zusammen.

GUSTAV: Das ist doch in eurem Sinne, oder?

THIEL: Ja, äh, das ist eine ganz hervorragende Idee.

BOERNE: Äh, ja ja ... och, das ist fantastisch, ja.

GUSTAV: Karl-Friedrich ...

GUSTAV nimmt BOERNEs Gesicht in die Hände und küsst ihn auf die Wange.

BOERNE: Onkel Gustav ...

GUSTAV: Frank (küsst Thiel auf die Stirn) Bis dann!

THIEL: Bis dann.

GUSTAV: (geht zu seinem Auto) Das Leben ist so kurz. Seid weiterhin glücklich miteinander.
Sie winken GUSTAV zu. Man kann die Eheringe sehr deutlich sehen.

FRAU KLEMM: (kommt zu ihnen heran) Glücklich? Miteinander?

GUSTAV: Es ist Zeit mit offenen Karten zu spielen. Mein Neffe und der Herr Kommissar sind seit zwei Monaten verheiratet. Entschuldigung. Jetzt ist es endlich raus.

THIEL: Super Plan.

BOERNE: Der Plan war gut ... Sie haben’s versaut.

THIEL: Der Plan war scheiße.

FRAU KLEMM: Ich hab’s doch immer gewusst. Da war sowas zwischen euch, nech? (fängt an zu lachen)

THIEL und BOERNE sehen sich genervt an.

FRAU KLEMM: (kriegt sich wieder ein) Hach, wenn ich das den Kollegen erzähle.

THIEL: Ja, gute Idee, dann können wir gleich den Kollegen erzählen, warum Sie wirklich im Krankenhaus waren.

FRAU KLEMM: Hä?

THIEL: (fasst sich erst an den Bauch und dann an den Hintern) Was diese Punkte anbelangt, war Dr. Jehle bereits geständig.

FRAU KLEMM: Dieser Mistkerl. Ach, wissen Sie Thiel, Ihnen täte so eine Bauch-Po-Straffung auch mal ganz gut. Das tut auch gar nicht so weh.

BOERNE schaut zunächst auf Thiels Bauch und dann auf seinen Hintern

BOERNE: Wenn Sie die von mir machen lassen, kriegen Sie’s zum halben Preis.

THIEL schaut BOERNE fassungslos an.


SCHNITT


INNEN in der Rechtsmedizin

FRAU KLEMM: Also, ich dachte eigentlich mehr daran, dass Sie zu ihrem Einstand im Verein mit den Kindern in den Zoo gehen oder so etwas.

BOERNE: Ach, Lokomotivführer, Friseuse, KFZ Mechaniker ... wir vom Blauen Kreis, wir haben doch die Verantwortung auch dem Nachwuchs mal zu zeigen, dass es noch andere fröhliche Berufe gibt. (verteilt Girlanden auf dem Obduktionstisch)

NADESHDA: So wie Prinzessin.

THIEL: Ja, oder Steuerfachgehilfe.

FRAU KLEMM: Klempner, Zuhälter, Garderobenfrau ...

BOERNE: Ja ja ja, machen Sie nur ihre Witze ... ich bin mir sicher die lieben Kleinen täten sich hier amüsieren.

FRAU KLEMM: Ja, im Gegensatz zu mir.

BOERNE: Warum denn?

FRAU KLEMM: Allein der Tatblauf im Kühlhaus ist sowas von vertrackt.

BOERNE: Also, den finde ich ja ausnahmsweise mal überhaupt nicht kompliziert. Jehle bekommt irgendwann einen Anruf, weil Luiz Bensao sich bei ihm endlich bedanken will dafür, dass er ihm damals durch seine Stammzellenspende das Leben gerettet hat ...

NADESHDA: Ja, er verabredet sich mit Bensao im Levenhoek ...

BOERNE: Und dann geht er irgendwann auf die Toilette, nech ... und hört durch das halboffene Fenster die Auseinandersetzung von Tom Schosser mit Luiz Bensao ...

THIEL: (versucht verzeifelt den Ehering wieder von seinem Finger zu brechen) Und da hat übrigens auch von den 250.000 Euro erfahren, die im Schließfach lagen. Und hat gedacht: Na ja, ist ja meine finanzielle Rettung.

NADESHDA: Ja, er geht nach drüben, schleicht sich an die beiden ran ...

BOERNE: Ja, und dabei verletzt er sich, nech, an diesem ... äh, äh, Schlauch ... äh, Schlauch ...

FRAU KLEMM: Halter.

BOERNE: Schlauchhalter.

NADESHDA: Natürlich behauptet er, dass Bensao schon tot gewesen ist, als er ihm die Kehle aufgeschnitten hat, um an den Schlüssel zu kommen.

FRAU KLEMM: Das wird ein Indizienmarathon.

BOERNE: (hocherfreut) Und eine Sachverständigenorgie. Also, auf diesen Prozess freu ich mich schon wie ein kleiner Schneekönig. (dreht sich zu ALBERICH, die gerade zur Tür herein kommt) Apropos, wo bleiben denn nun die Gören?

ALBERICH: Die kommen nicht. Haben abgesagt.

BOERNE: Wie?

ALBERICH: Ja, grad kam der Anruf. Die Schule hat im letzten Moment einen Rückzieher gemacht, als sie erfahren haben, was für ein Institut das hier genau ist.

BOERNE: So viel zur deutschen Bildungsmisere.

FRAU KLEMM: Und jetzt haben Sie sich völlig umsonst als Schneewittchen verkleidet?

BOERNE: Ja, sehr hübsch. Wo haben Sie denn die sieben Zwerge? Also, ich mein die anderen sechs.

ALBERICH: (pikiert) Die hatten keine Zeit.

THIEL: (stürmt aus dem Obduktionssaal) Jetzt hab‘ ich aber die Faxen dicke hier. Ich lass‘ mir jetzt den Scheißring hier von der Feuerwehr ...

BOERNE: (geht ihm zügig hinterher) Nichts dergleichen werden Sie tun. Das ist ein Familienerbstück.

THIEL: (aus dem OFF) Ist mir doch egal.

BOERNE: (eilt THIEL hinterher) Dann tragen Sie ihn halt weiter, ich hab ja meinen auch noch dran.

THIEL: (aus dem OFF) Lieber lass‘ ich mir den Finger amputieren.

BOERNE: (aus dem OFF) Ja, das ist eine viel bessere Idee, aber das können wir genauso gut hier machen, da brauchen Sie gar nicht irgendwo hin zu gehen.

KLEMM: Die beiden sollten mal zur Eheberatung.

NADESHDA: Ja, bevor es noch zur Scheidung kommt.

BOERNE: (aus dem OFF) Eine Woche fasten und das Ding fällt von alleine ab.

KLEMM: Was zusammen gehört, muss auch zusammen bleiben.


ENDE


Credits:
Die Arbeit der Transkription hat sich HollyHop gemacht, und das Original gehört den Drehbuchautoren. Ist ja klar.

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