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BT_Wandern

November 2018

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Büttenwarder

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Das war ein Fehler - Teil 2

Sommerchallenge: h/c – in Tränen ausbrechen – fürs Team
Team: Rapunzel
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 6
Genre: Freundschaft, h/c, Humor
Handlung: Thiel nachts alleine im Wald die zweite.
Länge: ~ 650 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten

***


Irgendwann mußte er vor lauter Erschöpfung eingeschlafen sein. Trotz Kälte und Nässe und all den unheimlichen Geräuschen. Er schreckte erst wieder hoch, als er ein besonders lautes Geräusch hörte. Bevor er zuordnen konnte, was das war, wurde er plötzlich durch ein grelles Licht geblendet und hob reflexartig die Arme vors Gesicht.

„Thiel?!“ Jemand griff nach seinen Armen. „Alles in Ordnung? Sind Sie verletzt?“

Er blinzelte und erkannte Boernes Umrisse im grellen Scheinwerferlicht.

„Thiel?“ Die Hände tasteten an seinen Armen entlang bis zum Hals. „Hören Sie mich?“

Er war so verdutzt, daß er erst jetzt kapierte, daß der andere nach seinem Puls suchte. „Alles O.K., ich bin nur –“

„Oh, Gott sei Dank.“ Er hatte noch nie so viel ehrliche Erleichterung in Boernes Stimme gehört. „Was machen Sie denn hier alleine mitten in der Nacht?!“

„Ich ...“ Er wollte eigentlich erklären, was passiert war, aber im selben Moment wurde ihm bewußt, daß Boerne ihn gefunden hatte. Daß er hier weg kam, daß er nicht die ganze Nacht einsam und verlassen im Wald zubringen mußte. Wahrscheinlich lag es daran, daß er komplett durchgefroren und nur halb wach und immer schon nah am Wasser gebaut gewesen war, jedenfalls sagte Boerne „Na, na“ und klopfte ihm ungelenk auf die Schulter, und dann – er konnte gar nicht sagen, ob er nach Boerne oder Boerne nach ihm gegriffen hatte, aber das war ihm jetzt ehrlich gesagt auch egal. Boerne war warm und hielt ihn und sagte zum Glück nur „Kommen Sie mit ins Auto, Sie sind ja ganz naß.“ Und erwähnte die Tränen mit keinem Wort, wofür ihm Thiel fast noch dankbarer war als dafür, daß er ihn gefunden hatte.

So dankbar, daß er es später klaglos erduldete, daß Boerne all die Kratzer verarztete, die er sich auf seiner Flucht vor der Wildsau geholt hatte. Aber noch saßen sie hier in Boernes Auto, dank Standheizung im Warmen, und er fragte, wie ihn Boerne überhaupt gefunden hatte.

Boerne sah ihn an, als hätte er sie nicht mehr alle. „Sie haben doch gesagt, Sie sind im Stadtwald.“

„Aber der ist groß.“

„So groß nun auch wieder nicht. Und unseren aktuellen Tatort kann man nur an drei Stellen einigermaßen fußnah mit dem Auto erreichen. Und was sollten Sie sonst um die Zeit im Wald tun als nochmal den Tatort in Augenschein nehmen?“ Boerne warf ihm einen bösen Blick zu. „Was Sie nie, nie alleine tun sollten und schon gar nicht ohne zu hinterlassen, was Sie vorhaben. Das haben Sie doch wohl schon in der Grundausbildung gelernt!“

Thiel schnaubte. Oder vielmehr er versuchte zu schnauben, während er mit den Zähnen klapperte. „Und Sie? Wen haben Sie über Ihre Rettungsmission informiert?“

Boerne hatte wenigstens den Anstand, ein wenig betreten auszusehen. „Ich bin möglicherweise etwas überhastet aufgebrochen … Ich wußte ja nicht, wie schlimm es ist.“

Um so wichtiger wäre es gewesen, die Kollegen zu alarmieren, dachte Thiel. Aber weil Boerne so aussah, als hätte er sich ernsthafte Sorgen gemacht, hielt er lieber den Mund.

„Was ist denn jetzt eigentlich passiert?“ fragte Boerne, während er den Wagen anließ und losfuhr. Worauf Thiel die ganze Geschichte erzählte samt Wildsau und verlorenem Schlüssel.

„Ich hoffe bloß, Sie haben Ihre Adresse nicht auch noch auf dem Schlüsselbund stehen“ sagte Boerne streng, aber seine Mundwinkel zuckten.

„Den findet doch kein Schwein.“

„Haben Sie eine Ahnung, wie stark der Stadtwald frequentiert ist: Jogger, Spaziergänger, Pilzesammler, Ornithologen –“

„Was?“

„Vogelkundler.“

„Na die schauen ja wohl nach oben.“

Sie mußten beide lachen. Und dann lehnte Thiel seinen Kopf gegen die Fensterscheibe und schloß die Augen wieder. War ja jetzt auch alles egal. Hauptsache, Boerne hatte ihn gefunden. Boerne drehte die Heizung hoch.

Bis sie zuhause waren, war schon fast alles wieder weggetrocknet.

So gut wie in dieser Nacht hatte er schon ewig nicht mehr geschlafen. Bis ihn morgens um fünf ein Anruf seines Vaters weckte.

„Sag mal, wo steckst du überhaupt! Ich bin hier bei deinem Auto und hier ist weit und breit niemand! Hier liegt nur dein Schlüssel!“

Oh.

* Fin *

Comments

Jaaaa, wusste ich doch, dass du eine Fortsetzung schreibst, in der Boerne kommt und Thiel nach Hause bringt. ♥♥♥ Wo Thiel sich befindet, konnte er ja zum Glück noch mitteilen, bevor das doofe Handy ausging.

„Ich bin möglicherweise etwas überhastet aufgebrochen … Ich wußte ja nicht, wie schlimm es ist.“
Boerne. ♥♥
War doch klar - ich kann den armen Thiel doch nicht nachts alleine im Wald lassen <3