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BT_Wandern

November 2018

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Büttenwarder

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Irrwege

Sommerchallenge: h/c – Verloren und (wieder)gefunden – fürs Team
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: h/c, Freundschaft/Liebe
Handlung: Thiels POV zu den Ereignissen aus „Gott ist auch nur ein Mensch“
Zeit: ~ 60 Minuten
Länge: 550 Wörter
A/N: to be continued …


***


Er kann nicht anders. Nicht nach dieser ganzen Geschichte, angefangen mit Boerne, der schon wieder eine neue Kuh durchs Dorf jagen muß – Kunst, ausgerechnet! Als würde das, was er ist, was er hat, nicht reichen. Thiel findet das mehr als albern, geradezu peinlich ist das. Und er kann sich einfach nicht zurückhalten mit entsprechenden Bemerkungen, als Boerne ihm stolz sein Kunstwerk zeigt. Das ihn selbst natürlich als Krone der Schöpfung präsentiert, schlimmer geht’s wirklich nicht. Und als er dann tatsächlich anfängt als „Meisterschüler“ bei diesem Gott – da haben sich die zwei richtigen gefunden, denkt er. Wenn er bisher geglaubt hat, daß Boernes Überheblichkeit nicht zu toppen ist, jetzt hat er den Gegenbeweis.

Und eigentlich könnte ihm das ja alles völlig egal sein. Boernes Hobbys können ihm komplett egal sein, solange sie keinen Lärm verursachen wie damals diese unsägliche Episode mit der Tuba. Und ob dieser Gott noch arroganter ist als selbst Boerne, das kann ihm erst recht egal sein. Und trotzdem … Wenn er ehrlich zu sich selbst ist, ärgert er sich nicht nur, weil er diesen Zoltan nicht ausstehen kann und Boernes plötzliche Begeisterung für die Kunst albern findet für einen Mann Anfang 50. Wenn er ehrlich zu sich wäre, müßte er dieses nagende Gefühl in seinem Innern benennen, das sehr viel mehr damit zu tun hat, daß Boernes ganze Aufmerksamkeit plötzlich dem Wunsch gilt, Künstler zu sein. Daß er Boernes Aufmerksamkeit verloren hat, und daß ihm das sehr viel mehr ausmacht, als er auch nur vor sich selbst zugeben kann. Vor anderen sowieso nicht. Nadeshda wundert sich schon seit Tagen, warum er so mies gelaunt ist. Aber wie sollte er auch nicht, wenn Boerne sich an diesen Typen ranschmeißt als gäbe es kein Morgen? Wenn es ihm offenbar komplett egal ist, wie das aussieht und was Thiel darüber denkt. Und dann ist er auch noch so verblendet, daß er den großen Künstler komplett ausschließt als Täter. Obwohl er, Thiel, ganz eindeutig ein schlechtes Gefühl hat bei dem Kerl. So einem ist doch alles zuzutrauen.

Und er hat recht. Natürlich hat er recht und Boerne nicht, auch wenn der nachher garantiert wieder etwas anderes behaupten wird. Aber fürs erste ist er einfach nur froh, Boerne lebend wiederzufinden. Und er kann einfach nicht anders. So wie immer, wenn es um Boerne geht. Er muß den anderen anfassen um sicher zu sein, daß er wirklich da ist. Daß er lebt und daß es ihm gut geht. Nadeshda denkt hoffentlich, daß er Boernes Puls fühlt. Und den fühlt er natürlich auch, aber vor allem geht es darum, Boerne zu spüren. Boerne versucht so flapsig zu klingen wie immer, als er sagt, daß er noch nie so froh war, ihn zu sehen. Aber sie kennen sich lange genug und er hört die Erleichterung hinter den Worten. Er läßt seine Hand zu Boernes Schulter rutschen, was soll’s, ob Nadeshda das jetzt sieht, sie sind alle sehr aufgewühlt in diesem Moment. Und dann fängt er Boernes Blick auf, nur für eine Sekunde, bevor er sich umdreht, um sich um diesen „Gott“ zu kümmern. Und er weiß, daß er sie wieder hat. Boernes Aufmerksamkeit. Boerne. Weil es immer so endet, weil Boerne am Ende immer wieder zu ihm zurückkommt, egal, welcher Idee er gerade hinterhergejagt ist. Egal, ob es chinesische Prinzessinnen oder osteuropäische Künstler sind, am Ende sind es doch wieder sie beide.

* Fin *

Comments

Ich habe diese Folge immer noch nicht gesehen, aber .... Awwwwwwwwwwwwwwwwww ❤❤❤

Weil es immer so endet, weil Boerne am Ende immer wieder zu ihm zurückkommt, egal, welcher Idee er gerade hinterhergejagt ist. Egal, ob es chinesische Prinzessinnen oder osteuropäische Künstler sind, am Ende sind es doch wieder sie beide.

Das ist so schön und so treffend für die beiden. ❤
Danke!

Und die Folge lohnt sich auf jeden Fall! (Wobei ich auch ein wenig in Aleksandar Jovanovic verknallt bin - wegen der Stimme, trotz des grauslichen Schnauzbarts - und daher nicht ganz objektiv.)

Dummerweise habe ich für die weiteren Teile in diesem Bogen den schub erloren. Ich versuche sie trotzdem noch zu schreiben und schaue dann mal, ob ich sie für ein Posting auf AO3 nochmal überarbeitet kriege, oder ob es einfach Sommerchallenge-Experimente bleiben.