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BT_Wandern

December 2018

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Büttenwarder

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X_Zaunkönig

Auswegslos

Sommerchallenge: Angst – Stromausfall – fürs Team
Fandom: Agatha Christie’s Poirot
Rating: P 12
Genre: Angst
Handlung: Hastings bleibt stecken.
Länge: ~ 500 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten
A/N: Angst ist und bleibt nicht mein Genre. Ich hoffe, das ist angsty genug.


***


Es war nicht so, daß er grundsätzlich etwas gegen Fahrstühle gehabt hätte. Vor einiger Zeit hatte er einmal zugesehen, als ein Wartungstechniker den Fahrstuhl in Whitehaven Mansions auseinandergenommen hatte. Faszinierende technische Errungenschaft. Poirot benutzte den Fahrstuhl nur ungern, so wie er auch Schiffe und Flugzeuge mied, aber er ging mit der Zeit. Und so machte er sich auch diesmal keine Gedanken, nicht einmal, als der Fahrstuhl ächzte und ruckelte. Ein kleines technisches Problem, nichts weiter. Aber dann ruckelte es noch einmal, und noch einmal und … das Licht ging aus. In der plötzlichen Dunkelheit klammerte er sich an der Stange fest, die auf Hüfthöhe einmal rund durch die Kabine lief. Erst danach wurde ihm bewußt, daß nicht nur das Licht ausgefallen war. Es war komplett ruhig. Nichts bewegte sich mehr. Er war steckengeblieben, irgendwo zwischen dem dritten und vierten Stock. Und es war so dunkel, daß er die Hand nicht vor Augen sehen konnte.

***


Einige Zeit später – es hatte sich angefühlt wie Stunden, aber waren es wirklich Stunden gewesen? – ließ er sich vorsichtig an der Rückwand des Fahrstuhls nach unten rutschen und setzte sich auf den Boden, um darüber nachzudenken, welche Chancen er hatte. Er hatte um Hilfe gerufen, bis er den Klang seiner eigenen Stimme in der Finsternis nicht mehr ertragen konnte. Es war sowieso vergebens, niemand würde ihn hören. Das Gebäude war komplett leer, deshalb war er ja um diese Uhrzeit hier. Es war Freitagabend, er war im Fahrstuhl eines leeren Bürogebäudes, und offenbar war der Strom ausgefallen. Er schlang die Arme um seine Beine um sich zu vergewissern, daß sie noch da waren.

Niemand wußte, wo er war.

Er hatte nicht einmal Poirot erzählt, wo er hinwollte, weil er seine eigene Spur verfolgt hatte. Hatte beweisen wollen, daß er dieses Mal schlauer war als der große Poirot. Wie dumm von ihm.

Hastings schloß die Augen. Sein Herz raste. Er wußte, daß der Fahrstuhl nicht abstürzen konnte, der Techniker hatte ihm den Mechanismus, der das verhinderte, ganz genau erklärt. Spätestens Montag Morgen würde ihn jemand finden. Vielleicht gab es hier auch einen Nachtwächter, der übers Wochenende nach dem Rechten sah? Aber auch bis Montag würde er überleben. Drei oder vier Tage dauerte es, bis man verdurstete. Menschen starben nicht so schnell, das hatte er schon früh im Leben gelernt. Menschen waren viel, viel zäher als man dachte.

Wenn nur die Dunkelheit nicht gewesen wäre. Er hatte nicht einmal Streichhölzer dabei. Damals hatten sie wenigstens immer Streichhölzer gehabt. Und er war nicht alleine gewesen.

Sein Herz pochte, als wolle es zerspringen. Er kannte das Gefühl ganz genau, auch wenn es jetzt bald 20 Jahre her war. Er versuchte die Dunkelheit zu ignorieren und das Gefühl, keine Luft mehr zu kriegen. Das war nur Einbildung, er würde nicht ersticken. Der Fahrstuhl konnte nicht über ihm zusammenbrechen. Montag morgen würde ihn jemand hier rausholen.

56 Stunden, vielleicht schon früher.

Hastings begann zu zählen.


* Fin *

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