July 26th, 2013

BT_Anziehen

Rec: Mehr als zwei Wege, einen Pullover auszuziehen (von CaraMelodi)

Im Urlaub bin ich endlich dazu gekommen - geschrieben für den Monat des deutschsprachigen Fandoms auf deutsch_fandom und für recdich

Titel der Geschichte: Mehr als zwei Wege, einen Pullover auszuziehen
Autorin: cara_melodi
Link: Mehr als zwei Wege ... auf lj
Fandom: Tatort Münster
Hauptpersonen: Thiel/Boerne
Länge: mittel (~ 8.300 Wörter)
Warnungen: Spoieler zu "Zwischen den Ohren"
Genre / Einstufungen: Slash
Zusammenfassung/Teaser:
Caras Geschichte spielt nach "Zwischen den Ohren" und knüpft an die Frage an, was das Ausziehen eines Pullovers über das Geschlecht der Person aussagt, die den Pullover auszieht. Die Geschichte ist tatsächlich eine Szenensammlung ohne vordergründig durchgehende Handlung. Aber natürlich gibt es doch eine Handlung, es gibt, wenn man genauer hinsieht, sogar mehrere Handlungsstränge, die immer wieder ineinandergreifen und die allesamt um das Thema (soziales) Geschlecht kreisen. Und das klingt jetzt furchtbar theoretisch und gar nicht unterhaltsam, aber das stimmt nicht. Die Geschichte ist extrem elegant aufgebaut und sehr unterhaltsam. Weil sie einem das Thema nämlich gerade nicht um die Ohren haut, sondern es im Hintergrund unaufdringlich mitschwingen läßt. Einer der Hauptunterschiede - in meiner Sicht - zwischen Literatur, die bedeutsam sein will, und Literatur, die bedeutsam ist.
Caras Beschreibungen sind unglaublich genau und anschaulich und vermitteln sehr viel Stimmung. Alleine schon der Einstieg mit Thiel vor dem Fernseher - diese leichte Trostlosigkeit, die sich auf die Leserin überträgt, während man ihm dabei zusieht, wie er einsam vor dem Fernseher Tortellini aus dem Kochtopf ißt. Dazwischen eine leicht absurde und humoristische Note mit der Tierdoku, die das Thema des Textes schon vorwegnimmt. Nichts ist in diesem Text überflüssig, alles hat seinen Platz. Und ein Happy End gibt es zum Glück auch noch.

Warum man die Geschichte lesen sollte?
Weil sie wirklich etwas besonderes ist. Es gibt viele Fanfiction-Autorinnen, die gut schreiben, so daß nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form ein Genuß ist. Bei CaraMelodi würde ich noch weiter gehen, ihre Geschichten gefallen mir besser als so manches, was von Verlagen verlegt und als Literatur anerkannt ist. Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich das auch so einschätzen würde, wenn es keine Thiel/Boerne-Geschichte wäre ;)
Es fällt mir schwer, das besondere dieser Geschichte zu greifen. Vielleicht ist es die Tatsache, daß sich so viele Ideen darin verstecken und sich so viele Anknüpfungspunkte ergeben. Nicht alles erschließt sich sofort in seiner Gänze beim ersten Lesen, und das finde ich besonders reizvoll. Ich habe die Geschichte in den letzten Jahren einige Male gelesen, und sie langweilt mich nie.

Leseprobe:

Collapse )