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BT_Wandern

November 2018

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Erkenntnis (Thiel / Boerne)

Rating: P 12
Genre: Freundschaft
Länge: 1.700 Wörter
Beta: califor_nia (Danke fürs Lesen und Helfen!)
A/N: Don't ask why. Den Text hatte ich schon vor Monaten (Ende Oktober) angefangen, so daß ich nicht mehr weiß, woher die Idee kam. Auf jeden Fall sollte es zuerst ein Drabble werden ...



***

  "Was sind das denn für ungewohnte Klänge, die da aus Ihrem Wohnzimmer kommen?"

  "Hm?" Boerne sammelte seine auf dem Schreibtisch verstreuten Papiere zusammen und schien nur mit halbem Ohr zuzuhören.

  "Die Musik - klingt gar nicht so übel, und gar nicht nach Wagner."
 
"Ach das. Das hat mir einer meiner Studenten geschenkt." Boerne kramte eine CD-Hülle hervor. "Bloc Party - A Weekend in the City. Ich wußte gar nicht, daß Sie sich für zeitgenössische Musik interessieren."

  "Geschenkt?"

  "Wir könnten dann los."

  "Ach, war das der blonde Knabe, den ich letztens aus Ihrer Wohnung habe kommen sehen?"

Boerne sah ihn überrascht an. "Observieren Sie mich etwa?"

  "Ich habe nur zufällig ... jetzt lenken Sie doch nicht ab!"

  "Ich weiß zwar nicht, warum das so wichtig ist, aber ja, das war tatsächlich derselbe. Er hat ein Problem seiner Seminararbeit mit mir besprochen."

Thiel mußte grinsen. "Besuche zu Hause, Geschenke an den Professor ... also entweder versucht der, eine bessere Note zu bekommen, oder er ist ein bißchen verknallt."

  "Jetzt werden Sie nicht albern, Thiel. Der Junge hat es nicht nötig, zu solchen Mitteln zu greifen, der schafft auch so ein gutes Ergebnis. Und verknallt, also wirklich ..." Boerne stoppte plötzlich.

  "Was ist denn?"

  "Mir fällt gerade ein ... und außerdem ..." Boerne senkte den Blick und studierte interessiert die CD-Hülle.

  "Was ist denn nun? Boerne?"

  "Ich hätte wohl etwas mehr auf die Texte achten sollen ...", murmelte Boerne. "Armer Kerl."

Boerne klang so überraschend ernst, daß er fast den Faden verloren hätte. Aber Thiel schüttelte das merkwürdige Gefühl, das ihn überfallen hatte, schnell wieder ab und konzentrierte sich darauf, den anderen weiter zu piesacken. "Wenn er Ihnen so leid tut, dann erhören Sie doch sein Werben ..."

  "Thiel - was denken Sie denn von mir." Boerne sah ihn entgeistert an. "Der Junge ist doch fast zwanzig Jahre jünger als ich.
Außerdem müssen wir jetzt wirklich los."

  "Sie wollen ja nur nicht weiter über Ihren heimlichen Verehrer reden."

  "Sie sind ja nur neidisch, weil Sie keine Geschenke von jungen Männern bekommen."

  "Das hätten Sie wohl gerne ..."


***


Erst zwei Tage später fiel Thiel auf, was Boerne nicht gesagt hatte.


***


Ungefähr eine Woche nach dem Gespräch mit Boerne begegnete Thiel dem fraglichen Studenten zum zweiten Mal im Hausflur.
Der junge Mann murmelte ein "Guten Tag" und drückte sich an ihm vorbei die Treppe hinunter. Thiel sah ihm hinterher. Offensichtlich hatte Boerne sein Problem geklärt, so aufgelöst wie der Junge ausgesehen hatte. Oder es war etwas anderes vorgefallen. Neugierig war er nun doch, wie die Geschichte ausgegangen war. Und ob Boerne … ihr letztes Gespräch zu dem Thema war recht merkwürdig gewesen, auch wenn ihm das erst im Nachhinein aufgefallen war.

Ein kleines bißchen aufdringlich war das ja schon, aber sein Kollege mischte sich schließlich auch ständig ohne schlechtes Gewissen in seine Privatangelegenheiten. Kurz entschlossen klingelte er bei Boerne.


***


  "Was ... guten Morgen, Thiel. Was wollen Sie denn hier?"

  "Ich habe gerade Ihren Verehrer getroffen ..."

  "Ach, hören Sie bloß auf", Boerne machte eine abwehrende Handbewegung. "Das ist wirklich kein Thema für Witze."

  "Ich finde das eigentlich ganz unterhaltsam ..."

  "Dann erfreuen Sie sich wohl gerne am Elend Ihrer Mitmenschen?" entgegnete Boerne spitz, und Thiel fiel schuldbewußt wieder der deprimierte Gesichtsausdruck des jungen Studenten ein.

  "Nein … so habe ich das doch gar nicht gemeint. Für den Jungen ist das natürlich wirklich hart, aber ..."

  "Sie wollen also sagen, Sie erfreuen sich gerne an meinem Elend, verstehe ich Sie da richtig?"

  "Ähm ..." Thiel kam sich plötzlich ziemlich schäbig vor. Bei genauer Betrachtung sah Boerne auch nicht wirklich gut aus. "Entschuldigung."

  "Hm." Boerne drehte ihm den Rücken zu und ging Richtung Küche. "Wollen Sie einen Kaffee? Ich brauche jetzt jedenfalls einen Kaffee. Oder was Stärkeres …"

  "Kommt so was öfter vor?" Er war Boerne in die Küche gefolgt und sah zu, wie der andere die Kaffeemaschine anwarf. "Sie nehmen zu viel Kaffee."

  "In meiner Küche nehme ich so viel Kaffee wie ich will! Und öfter ... was heißt schon öfter. Gelegentlich, würde ich sagen. Das ist eben ein unliebsamer Nebeneffekt der Lehrtätigkeit."

  "Nebeneffekt?"

  "Waren Sie nie in eine... achja, Sie haben ja nicht studiert. Aber mit Sicherheit haben Sie mal für eine Lehrerin geschwärmt, oder?"

  "Hm ..." Thiel verstand langsam, worauf Boerne hinauswollte, auch wenn er nicht wirklich ein Beispiel liefern konnte. "Lehrerinnen waren bei mir Mangelware. Zählt es auch, daß ich meiner Grundschullehrerin mal eine Karte gebastelt habe, als sie krank war?"

Boerne drehte sich um und lächelte unvermittelt. "Wer hätte gedacht, daß Sie so ein Schwerenöter waren, Thiel."

  "Kümmern Sie sich lieber um Ihren Kaffee ... Die Studenten sind also von Ihrer strahlenden Persönlichkeit so gefesselt, daß sie Ihnen reihenweise verfallen?"

  "So ungefähr. Wobei das eher daran liegt, daß der Rest des Lehrkörpers ein Durchschnittsalter jenseits von Gut und Böse aufweist, also viele Ausweichmöglichkeiten für die jugendliche Begeisterung gibt es da nicht." Boerne seufzte. "Normalerweise habe ich ja eine elegante Lösung, um aus solchen Situationen wieder herauszukommen."

Thiel schenkte sich eine Tasse Kaffee ein, aber die erwartete ausgiebige Schilderung von Boernes "eleganter Lösung" blieb aus. Er hob den Blick von seiner Tasse und sah, daß Boerne geistesabwesend vor sich hin starrte.

  "Und die wäre?"

  "Naja ..." Boerne zögerte einen Moment. "Den Studenten erzähle ich, daß ich mich sehr geschmeichelt fühle, aber leider auf Frauen stehe."

  "Und den Studentinnen?"

  "Das gleiche - daß ich mich sehr geschmeichelt fühle, aber leider auf Männer stehe."

Thiel verschluckte sich und konnte vor Husten kein Wort herausbringen. Aber Boerne redete sowieso weiter, ohne ihn zu beachten.

  "Das funktioniert hervorragend, der Punkt ist nämlich nicht diskutabel. Die betreffende Person ist zwar enttäuscht, aber andererseits ist das ja quasi höhere Gewalt und nicht zu ändern. Beide Parteien gehen beruhigt wieder auseinander, und in der Regel ist der Fall damit erledigt."

  "Aha ...", sagte Thiel schwach.

  "Aber ich habe nicht in Betracht gezogen, daß sich die Jungs und Mädchen austauschen könnten - wer konnte auch ahnen, daß mein aktueller Problemstudent der beste Freund meiner Problemstudentin aus dem letzten Semester ist, die ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit die ganze Geschichte erzählt hat."

Thiel mußte sich ein Grinsen verkneifen. Wenn der Junge vorhin nicht tatsächlich so unglücklich ausgesehen hätte, wäre die Geschichte trotz allem ziemlich lustig gewesen. Boerne, ertappt und in die Enge getrieben ...

  "Ich weiß gar nicht, was es da zu lachen gibt!"

  "Ich lache doch gar nicht ... also, wie sind Sie denn dann aus der Geschichte wieder rausgekommen?"

Boerne seufzte. "Fragen Sie nicht ... Diskussionen. Tränen. Es war furchtbar. Und noch dazu hat er am Ende des Semesters eine Prüfung bei mir."

  "Klingt schlimm."

Boerne warf ihm einen bösen Blick zu. "Irgendwie habe ich das Gefühl, Sie nehmen mich nicht richtig ernst."

"Natürlich nehme ich Sie ... ernst." Er verkniff sich das Grinsen, das sich schon wieder auf sein Gesicht stahl. Irgendwie paßte es gar nicht zu Boerne, sich so aufzuregen. Er hätte viel eher damit gerechnet, daß der andere -

  "Wie auch immer, das wäre jetzt jedenfalls geklärt", sagte Boerne unvermittelt.

  "Na dann ist doch gut." Er nahm einen weiteren Schluck Kaffee und überlegte, daß er bei seiner eigentlichen Frage jetzt aber immer noch nicht weiter gekommen war. Was stimmte denn nun?

  "Wollen Sie zum Frühstück bleiben?"

Er sah Boerne überrascht an. War das jetzt … quatsch, er war wohl ein bißchen paranoid. Sie hatten in den letzten Jahren schon oft zusammen gefrühstückt, und das hatte nie etwas zu bedeuten gehabt. Oder?

  "Thiel? Überfordert die Frage Ihre Entscheidungsfähigkeit?" Boerne klang ein wenig gereizt und unruhig, ganz anders als zu Beginn ihres Gesprächs.

  "Ja, gerne." Es wäre ja ziemlich blöd gewesen, jetzt nein zu sagen, bloß weil er sich Gedanken machte … er zuckte zusammen, als Boerne an ihm vorbei zum Küchenschrank griff und ihn dabei streifte.

Einen Moment lang sagte niemand etwas.

  "Jetzt fragen Sie endlich, was Sie die ganze Zeit schon fragen wollen." Boerne wirkte immer noch seltsam angespannt, und Thiel gab sich einen Ruck.

  "Wen lügen Sie an, die Studentinnen oder die Studenten?"

  "Beide."

  "Beide?" Er versuchte vergeblich, diese Antwort zu verstehen. "Wie soll das denn gehen - ist das irgendso ein Logikrätsel, wie das mit dem Sizilianer, von dem Sie letztens geredet haben?"

Boerne seufzte. "Kreter, Thiel. Kreter.* Und natürlich geht das - das dürfte doch selbst Ihnen klar sein."

  "Was ... oh." Thiel sah Boerne an, der an seiner Manschette zupfte.

  "Stört Sie das?"

  "Wieso haben Sie mir das nie erzählt?" Er wußte gar nicht so genau, warum ausgerechnet das als erstes aus ihm heraussprudelte. So eng waren sie nun auch nicht befreundet, daß Boerne ihm Details über seine Vorlieben erzählen mußte. Das klang jetzt gleich wieder so ... anzüglich, dabei war es doch nur ... es war eben so. Und irgendwie trotz allem ein Teil von Boerne, den der andere ihm all die Jahre verschwiegen hatte.

  "Ich erzähl's Ihnen doch jetzt." Boerne sah ihn immer noch nicht an, und ihm wurde plötzlich klar, daß es für den anderen aus irgendeinem Grund, den er nicht ganz verstand, wichtig war, wie er reagierte.

  "Nein", sagte Thiel laut. Boerne sah überrascht auf. "Ich meine, nein, das stört mich nicht. Warum sollte es?"

  "Weil ..." Boerne sah wieder weg. "Die meisten Männer verstehen das falsch und denken, daß ... also, ich mag Sie, aber das heißt nicht ..."

Thiel fühlte sich auf einmal seltsam leicht. "Boerne ... Ich hab's kapiert." Er trat einen Schritt näher an den anderen heran und hielt die Hand fest, die immer noch unruhig am Manschettenknopf drehte. "Jetzt hören Sie endlich damit auf - Sie haben das Hemd gleich ruiniert."

  "Ich ... müßten Sie mir jetzt nicht gegen den Arm boxen oder so was, und dann trinken wir zusammen ein Bier?"

  "Das habe ich ehrlich gesagt nie so ganz verstanden. Das mit dem Boxen meine ich, nicht das mit dem Bier." Thiel zögerte kurz. "Aber wenn Sie meinen …"

  "Au!" Boerne sah ihn empört an. "Doch nicht so fest!"

  "Ich kenn' mich mit so was nicht aus …", brummte Thiel und versuchte vergeblich, ein Lächeln zu unterdrücken. "Aber nachdem das jetzt geklärt wäre, können wir das Bier auf heute Abend verschieben und stattdessen lieber frühstücken?"

Er konnte förmlich sehen, wie die Anspannung aus Boernes Körper wich. Irgendwann würde er herausfinden, warum der andere sich so große Sorgen gemacht hatte, aber nicht mehr heute.

  "Boerne … hallo! Frühstück?"

  "Ich hab' Sie schon gehört …" Boerne schüttelte den Kopf. "Ihnen verdirbt auch nichts den Appetit, oder?"

  "Warum sollte es. Außerdem haben Sie mich eingeladen."

  "Nur, weil Sie einfach hier reingeplatzt sind um diese Uhrzeit. Da blieb mir ja nichts anderes übrig, wenn ich nicht so unhöflich sein will wie Sie üblicherweise …"

  "Pfff … ich bin die Höflichkeit in Person!"

  "Also wenn ich Sie da an diesen Vorfall letzte Woche erinnern darf, als Sie …"


*** endet hier ;) ***


* Was Boerne Thiel versucht hatte zu erklären, ist das klassische Kreter-Paradoxon in der Fassung von Bertrand Russell: Ein Kreter sagt: "Alle Kreter lügen." Vgl. auch Wikipedia, Paradoxon des Epimenides.



Comments

Toll! :-D
Der arme Student tut mir ja schon ein bisschen Leid.
Und nee, Boerne, Studenten reden nicht über ihre Dozenten. Nieeeee! :-D
Danke!

Erst im Nachhinein, nach dem Lesen Deines Kommentars, ist mir aufgefallen, daß ich dem Ärmsten auch keinene Namen und noch weniger Persönlichkeit gegeben habe als Du Thiels Freundin ... Armes Redshirt.

Wenn es Dich tröstet, Boerne hat sein bestes gegeben, um ihm diplomatisch beizubringen, daß das nichts wird. Wobei wir Boernes Tatlent für Diplomatie und Takt kennen ... hm. Naja, er hat es wenigstens versucht ...
Wenn es Dich tröstet, Boerne hat sein bestes gegeben, um ihm diplomatisch beizubringen I would like to have been the fly on the wall during that conversation
Na, der Kleine hat schließlich geweint.
And I second jacteest about being a fly on the wall. ;-)

Aber Du darfst mein Mitleid nicht überbewerten. Mich interessieren die Kollateralschäden auf Thiels und Boernes Weg ins Glück ;-) herzlich wenig. Hauptsache die zwei kommen dort an. ;-) :-)
Kollateralschaden ... es wird ja immer schlimmer ;) Aber ich weiß schon, was Du meinst.

Die Unterhaltung ist ausgefallen, da Thiels POV. Und weil ich solche "Leerstellen" generell sehr gerne mag, die kann man dann selbst füllen. Der Anfangspunkt aller Fanfiction ... Praktischer Nebeneffekt: Man muß sich nicht selbst Mühe geben und Boerne glaubhaft schreiben ;)

Jetzt tut mir der namenlose Jüngling schon so leid, daß ich dabei bin, für ihn eine fixit-Geschichte weiterzuspinnen ... natürlich nicht mit Boerne ;) Immerhin hat er den gleichen Musikgeschmack wie ich selbst und ungefähr soviel Erfolg wie ich beim Flirten seinerzeit als ich das noch tun mußte ;)
"Aber wenn Sie meinen …"
"Au!" Boerne sah ihn empört an. "Doch nicht so fest!"
"Ich kenn' mich mit so was nicht aus …"

Danke, danke für diese neugestaltete Stelle - ich musste so herrlich lachen, das war wie Balsam an diesem Vormittag :) ist dir sehr gut gelungen!

"Nur, weil Sie einfach hier reingeplatzt sind um diese Uhrzeit.[...]"
"Pfff … ich bin die Höflichkeit in Person!"

Äähhh... ja genau^^
Wie gut, dass Boerne nie bei Thiel hineinplatzt, und wie gut, dass Thiel so ein extrem höflicher Mensch ist ;-)
Dir vor allem vielen Dank für die Hilfe beim Betalesen! Die Stelle hat nämlich wirklich noch gar nicht gepaßt, und jetzt bin ich damit viel glücklicher. Als ich Boernes Antwort gelesen habe, wußte ich, das ist richtig :)

Und was soll ich sagen, bei beiden klaffen Realität und Selbstbild ein wenig auseinander ;)
Die Geschichte hat mir gefallen. Ich finde die Freundschaft zwischen den beiden ein schönes Thema (ich weiss auch nicht warum ich eigentlich selbst nur Slash über die beiden schreibe, wenn sie doch als Freunde auch sehr gut abschneiden).

Ich kann mir denken, dass Boerne ein wenig nervös ist als er sein 'Geheimnis' erzählt: es könnte das Ende einer Freundschaft sein, weil Thiel sich nicht länger wöhl fühlt mit Boerne als Freund, aber da kennt Boerne unseren Thiel schlecht....

"Thiel? Überfordert die Frage Ihre Entscheidungsfähigkeit?" wie immer hast du in den Dialogen die beiden gut dargestellt: dieser Satz hat mich zum Lachen gebracht.

Danke :)

Mit und ohne Slash beim gleichen Pairing zu schreiben ist gar nicht so einfach, weil man immer leicht vom einem ins andere rutscht. Aber trotzdem habe ich manchmal Spaß dran ;) Vielleicht packt es Dich ja auch irgendwann einmal - andereseits beschwert sich sicher niemand, wenn Du weiter Slash schreibst ...

es könnte das Ende einer Freundschaft sein
Ich denke auch, daß das Boernes nicht ganz unrealistische Sorgen sind.

Freut mich, daß Du auch was zu lachen hattest!
Hehe, Studenten und ihre Dozenten / Professoren, das unerschöpfliche Gesprächsthema! :) Wobei meine Freunde und ich uns jetzt eher drüber amüsieren, dass X während der Besprechung offenbar auch langweilig war und er ständig mit seinem Kuli rumgespielt hat, oder erzählen, welchen Brüller Y, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wieder während seiner Vorlesung gebracht hat... ;)

> "Zählt es auch, daß ich meiner Grundschullehrerin mal eine Karte gebastelt habe, als sie krank war?"
Boerne drehte sich um und lächelte unvermittelt. "Wer hätte gedacht, daß Sie so ein Schwerenöter waren, Thiel."

:D Über Thiel, weil er mal so was Nettes gemacht hat, und über Boernes Reaktion.

> "Und noch dazu hat er am Ende des Semesters eine Prüfung bei mir."
Wäre das allein nicht schon ein „nicht diskutabler“ Grund? Tsss... Herr Professor, Herr Professor... ;)

Ich finde es schön, wie gelassen und selbstverständlich Thiel Boernes „Geständnis“ aufnimmt. So soll das sein. :) Boernes Besorgnis ist aber prinzipiell wohl wirklich nicht unbegründet.
Bei LehrerInnen kam das bei uns noch seltener vor, die waren aber auch größtenteils steinalt. Wobei, ich hatte zumindest einmal in der Oberstufe eie Schwäche für einen nicht ganz so alten Lehrer ... und an der Uni für ein Mitglied des Mittelbaus *hüstel* Und bei anderen habe ich das auch oft genug erlebt ;)

Daß Boerne da ab und an Verehrerinnen und Verehrer hätte, kommt mir jedenfalls auch sehr wahrscheinlich vor.

Wäre das allein nicht schon ein „nicht diskutabler“ Grund?
Ähm, ja, jetzt wo Du es erwähnst ... Wobei ich nicht weiß, wie das an deutschen Unis geregelt ist. Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden gibt es ja doch immer mal wieder. Und solange niemand mehr minderjährig ist, ist das glaube ich auch kein Problem.

So soll das sein. :)
Ich fürchte ja, daß ist wieder einmal eine dieser Ich-schreibe-mir-die-Welt-schöner-als-sie-ist-Stellen. Aber vielleicht hilft es ja ;)
Eine Beziehung zwischen Lehrer / Dozent und Schüler ist nicht mehr strafbar, wenn der Schüler / Student 18 Jahre alt ist, aber ich denke schon, dass es schul- bzw. uniintern Ärger geben könnte. So etwas wie Bevorteilung, Machtausübung, Unterdrucksetzen wegen der Noten etc. wird es bestimmt geben.
Natürlich, wenn jemand erkenntlich bevorteilt wird, wird das Probleme bereiten. Und es hat auch schon Fälle gegeben, in denen Doktorandinnen ihre Betreuer verklagt haben, wenn ich mich irre, weil die Beziehung dann doch nicht (oder nicht mehr) so ganz freiwillig war. Da man hierzulande bei der Beurteilung fast ausschließlich vom "Doktorvater" abhängig ist, ist das schon eine ganz schöne Machtposition.

Aber solche no-sex-policies, wie man sie aus amerikanischen Fernsehserien kennt, bei denen DozentInnen die Entlassung droht, wenn sie eine Beziehung mit Studierenden eingehen, gibt es nicht.
Nein, in Deutschland würde man höchstens "versetzt". ;)
Och, also attraktive Lehrende (und ein paar Lehrer, damals in der Schule) haben wir schon. Für mindestens einen attraktiven, leicht exzentrischen Professor wird auch geschwärmt, was man so aufschnappt. Es ist nur kein Gesprächsthema zwischen meinen Freunden und mir - wahrscheinlich, weil wir selbst Witziges mögen, die meisten unserer Dozenten sehr viel Humor haben und wir dann halt über das naheliegendere (unerschöpfliche) Thema reden. ;)

Soweit ich weiß, sind Beziehungen zwischen Schülern/Studenten und Dozenten in der Tat legal, solange alle Beteiligten volljährig sind, aber es hat schon ein "G'schmäckle", solange der Student oder die Studentin noch Prüfungsleistungen bei der betreffenden Person ablegen müssen... In jedem Fall machen beide Seiten sich dadurch angreifbar, deshalb halte ich das für heikel.

Ich fürchte ja, daß ist wieder einmal eine dieser Ich-schreibe-mir-die-Welt-schöner-als-sie-ist-Stellen.
Wenn jeder etwas mehr Verständnis und Akzeptanz gegenüber seinen Mitmenschen aufbringen könnte... das wäre schön. Vielleicht sollte man (also ich) sich einfach nur über die freuen, die so sind, statt sich über die zu ärgern, die sich intolerant verhalten.
Was war denn der Vorfall letzte Woche? ;)

Und wieder eine sehr schöne Geschichte!

Dass Studenten machmal miteinander reden, hätte ich Boerne auch sagen können. Aber dann hätten wir ja auf Deine Geschichte verzichten müssen. ;)

Mir hat auch gut gefallen, dass Thiel nach kurzem Zögern ganz gelassen mit der Neuigkeit umgeht. Viele schwule oder bisexuelle Männer scheinen da zwar andere Erfahrungen zu machen, aber kapiert habe ich das noch nie, warum die anderen Männer plötzlich Bedenken haben sollten.

Außerdem fand ich den Moment mit dem Boxen richtig gut.
Was war denn der Vorfall letzte Woche? ;)
Das wissen in Wirklichkeit weder Thiel, noch Boerne, noch ich ... das ist eben der große Vorteil der geschickt eingesetzten Blende ;)

Aber vielleicht fällt Dir ja was ein ...

Schön, daß Dir die Geschichte gefällt. Mir fehlt natürlich selbst jede Outing-Erfahrung, weshalb ich um den ganze Themenkomplex sonst eher einen Bogen mache - bevor ich Unsinn schreibe. Aber ob rational oder irrational, solche Sorgen kann man sich dann doch ganz gut vorstellen, ohne selbst in der Situation gesteckt zu haben.

Den Box-Moment hast Du übrigens California zu verdanken :) Ich mag ihn auch gerne :)
Ich weiß gar nicht, was ich hierzu schreiben soll oder kann. Irgendwie bin ich gerade so voller Mitleid für Boerne und in stiller Hoffnung, dass er auf Thiel steht und du, liebe cricri, bald eine Geschichte schreibst, in der du diese Sache noch einmal aufgreifst udn zu einem Ende bringst, was mich naja, weniger leidend zurück lässt.
Sehr schön. Richtig klasse, wie Boerne so nervös und gereizt ist und Thiel gleichzeitig so, konfus.