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Die Hochzeit - Teil 3

Prompt: Romantik/Intimität – Kleine Aufmerksamkeiten – für mich
Team: Weiß (Titanic)
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Humor, Fluff, Pre-Slash
Handlung: Liebe geht durch den Magen …
Länge: ca. 700 Wörter
Zeit: ca. 60 Minuten

Prolog | Teil 1 | Teil 2



***


Eine gute Stunde später ging es ihm schon deutlich besser. Die obligatorischen Hochzeitsspiele waren kurz ausgefallen – wobei er Andeutungen vernommen hatte, daß es nach dem Hauptgang weitergehen sollte, aber das verdrängte er gepflegt –, und das Essen war wirklich ausgezeichnet. Das Brautpaar hatte es an nichts fehlen lassen. Und das ein oder andere Bier, das er getrunken hatte, trug möglicherweise auch zu seiner verbesserten Laune bei.

„Hier, probieren Sie mal diese gefüllten Artischockenherzen.“ Boerne, der immer noch bei den Vorspeisen war, während er schon die erste Portion des Hauptgangs aufgetan hatte, schob ihm eines der fraglichen Objekte auf seinen Teller. „Die sind köstlich.“

Thiel verdrehte die Augen, probierte aber gehorsam. Jetzt war das schonmal auf seinem Teller, und Essen wegwerfen ging ja wohl mal gar nicht.

„Und?“

„Gar nicht so übel.“ Ziemlich lecker, wenn er ehrlich war. Bislang waren ihm Artischocken nur aus der Dose und auf der Pizza begegnet, und das mußte er wirklich nicht haben. Aber das hier schmeckte ganz anders, irgendwie … artischockiger.

Neben ihm verwickelte Boerne gerade einen weiteren Gast an ihrem Tisch in ein angeregtes Gespräch über Artischocken, die verschiedenen Arten, den Anbau und die für die Artischockenzucht geeignetsten Klimaverhältnisse, und natürlich die beste Art der Zubereitung. Sehr rücksichtsvoll, daß er sich dafür jemand anderen als ihn vornahm. Thiel grinste in sein Essen hinein und widmete sich nun doch endlich dem Hauptgang. Auch ausgezeichnet, es fehlte für seinen Geschmack nur noch ein wenig Salz. Suchend sah er sich auf dem Tisch um.

„Hier.“ Boerne hielt ihm einen Salzsteuer hin. „Stand hinter den Blumen.“

„Danke.“ Er kostete nochmal und seufzte zufrieden. Perfekt.

„Wirklich?“ Boerne sah ihn amüsiert von der Seite an. „So einfach sind Sie glücklich zu machen?“

Dummerweise fiel ihm darauf keine geeignete Antwort ein, deshalb zuckte er nur mit den Schultern. War es etwa ein Verbrechen, gutes Essen zu genießen? Boerne hatte eben bei den kleinen eingelegten Pilzen im Übrigen so verzückt die Augen verdreht, daß man da auch auf andere Gedanken hätte kommen können. Nicht, daß er sich so etwas vorstellte, selbstverständlich. Also wie Boerne aussah, wenn er … also wirklich nicht.

„Alles in Ordnung? Ihre Gesichtsfarbe … Haben Sie sich verschluckt?“

Oh Mann, er war rot geworden. Na super. Zum Glück konnte Boerne nicht Gedanken lesen. Aber er konnte, jedenfalls in diesem Moment, als er Boernes besorgten Ton registrierte und sich an das letzte Mal erinnerte, als er sich verschluckt hatte. „Alles in Ordnung“, antwortete er deshalb hastig, bevor der andere in Panik ausbrach. „Es ist nur ziemlich warm hier drin.“

Boerne betrachtete ihn skeptisch, aber wenigstens schien er sich wieder beruhigt zu haben und ließ seinen Arm wieder los. „Ich hole Ihnen mal ein Glas Wasser.“

„Boerne, das ist wirklich –“

Aber Boerne war schon unterwegs, um eine neue Wasserflasche für ihren Tisch zu besorgen. Thiel sah vorsichtig zur Seite, aber die übrigen Gäste waren so ins Essen oder ins Gespräch oder in einem nicht besonders appetitlichen Fall auch in beides vertieft, daß niemand sie beachtete.

Wasser war natürlich wirklich keine schlechte Idee, er konnte hier schließlich nicht in dem Tempo weitertrinken, sonst war er noch vor dem Nachtisch hackedicht. Weshalb er Boerne ergeben sein Glas rüberschob, als der mit einer frischen Flasche Wasser zurückkam. Ohne Kohlensäure. Er konnte sich schon gar nicht mehr dran erinnern, wann er Boerne erzählt hatte, daß er das wesentlich lieber mochte.

„Danke.“

Boerne schmunzelte. „Sind Sie sicher, daß Ihnen nichts fehlt? Das war jetzt schon das zweite Danke innerhalb einer halben Stunde.“

Thiel schnaubte nur. Am liebsten hätte er gesagt, daß Boerne ihm auch nicht oft Grund gab, sich zu bedanken, aber das hätte sie beide wieder unweigerlich an diese Sache denken lassen, für die er Boerne im Leben nicht mehr genug danken konnte. Und irgendwie hatte er das Gefühl, daß sie da beide nicht dran denken wollten. Nicht hier, an so einem Tag.

Stattdessen brachte er Boerne beim nächsten Gang zum Buffet ein paar von diesen Oliven mit, die er so liebte.

* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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