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Das Mal - Teil 4

Prompt: Romantik/Intimität – Gefühl vs. Vernunft – fürs Team
Team: Weiß (Titanic)
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 6
Genre: AU, Seelenverwandte, Pre-Slash
Handlung: Natürlich lösen sich Probleme nicht, indem man vor ihnen davon rennt …
Länge: ca. 600 Wörter
Zeit: ca. 40 Minuten

Kapitel 1 | Kapitel 2 | Kapitel 3


***


Der Umzug war anstrengend gewesen. Er haßte sowas ja eigentlich. Veränderungen. Und dann der Umzug selbst, der ganze Kram, den man da plötzlich wiedersah, lauter Dinge, von denen man sich schon längst hätte trennen sollen und es doch nie getan hatte. Alte Fotoalben, O.K., aber warum um Himmels Willen hatte er immer noch die Ordner mit Unterlagen aus seiner Anwärterzeit? Oder drei mittlerweile defekte Telefone? Dutzende von T-Shirts, die nicht einmal er auch nur noch am Wochenende zuhause anziehen würde?

Eigentlich wäre so ein Umzug ja der passende Moment gewesen um auszusortieren, aber so plötzlich, wie das alles gekommen war, blieb dafür wieder einmal keine Zeit. Mit schlechtem Gewissen hatte er alles in Umzugskartons geworfen und zusammen mit fast allen Möbeln einlagern lassen. Das WG-Zimmer war möbliert, klar, war ja schließlich Zwischenmiete.

Und jetzt saß er da auf einem abgeschabten Sitzsack, aus dem er alleine vermutlich nie wieder hochkommen würde. Neben ihm auf dem Boden war noch ein Stück Pizza im Karton, aber dummerweise hatte er vor ein paar Minuten das Gewicht verlagert, der Sack war leicht zur Seite gekippt, und jetzt kam er mit dem Arm nicht mehr an den Karton. Und nebenan wummerte was mit viel Baß, was aber vermutlich noch ein Glücksfall war, denn einer seiner Mitbewohner war mit einer Freundin in besagtes Zimmer verschwunden und es hatte nicht so gewirkt, als wollten sich die beiden zusammen seine Briefmarkensammlung ansehen.

Thiel seufzte. Er war eindeutig zu alt fürs WG-Leben, und seine Mitbewohner teilten diese Ansicht, obwohl beide sich bisher höflich zurückgehalten hatten. Dafür hatte er gepflegt übersehen, was im Bad auf der Fensterbank so alles wuchs. Was in der Duschwanne wuchs, konnte er hingegen beim besten Willen nicht übersehen. Er war ja echt nicht pingelig, aber da hatte er erst mal ordentlich geputzt. Das hatte ihm dann die Rückenschmerzen beschwert, weshalb er nun hilflos in diesem Sitzsack hing.

Und er vermißte Boerne.

Was half es, sich da was anderes vorzumachen – seit er nach Münster gekommen war, war Boerne die eine Konstante in seinem Leben gewesen. Im Schlechten wie im Guten. Jetzt wohnte er hier seit drei Wochen und sie hatten seither kaum ein privates Wort gewechselt. Sie arbeiteten natürlich weiter miteinander und das war auch soweit O.K.

Nur daß es ihm jedesmal einen Stich versetzte, wenn er den anderen sah. Jedesmal hätte er am liebsten alles hingeschmissen und gesagt, Ich komme zurück. Zurück in seine Wohnung, zurück in ihr Leben, zurück zu Boerne. Wie konnte etwas, was ihm all die Jahre gar nicht richtig aufgefallen war, jetzt so wehtun? Und wie sollte er wissen, ob das echt war? Ob er das wirklich fühlte, dieses Ziehen, diesen Schmerz, oder ob das eine Nebenwirkung dieses … Mals war? Der Teil, den sie nicht hatten wegoperieren können?

Sein Handy klingelte, aber er ging nicht ran, als er Herberts Namen auf dem Display sah. Das konnte er nicht auch noch brauchen. Der hatte ihm schon dreimal gesagt, daß er absolut überreagierte, und vielleicht stimmte das ja sogar, aber hatte er nicht wirklich ausreichend Grund dafür, überzureagieren? Irgendeine fremde Macht versucht über sein Leben zu bestimmen, und er sollte sich nicht aufregen?

Jetzt kam der Piepser, daß jemand was auf seine Mailbox gesprochen hatte, und er nahm das Handy doch zur Hand. Spürte die Enttäuschung, als es wie erwartet Herbert war, der ihm eine Nachricht hinterlassen hatte. Drückte trotzdem auf Anhören.

Deine Mutter hat genau so reagiert. Aber das ist nicht so was wie eine arrangierte Heirat, Frankie. Das ist nur ein Hinweis. Ein … Fingerzeig.

Sollte ihn das jetzt trösten?


* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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