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Sonnenbrand

Prompt: h/c – Sonnenbrand – fürs Team
Team: Weiß (Titanic)
Fandom: Großstadtrevier
Rating: P 12
Genre: humor, pre-slash, (pre-)h/c
Handlung: Hätte Lothar mal auf Dietmars gute Ratschläge gehört … Andererseits: Dann wäre es nie so weit gekommen.
Länge: ca. 1.150
Zeit: ca. 70 Minuten
A/N: Ich hab‘ das Gefühl, das braucht noch eine Fortsetzung …

***


Das war echt nicht sein Tag heute. Lothar kniff die Augen zusammen, als Dirks Stimme durch die Teeküche schallte. Gut, der erste Arbeitstag nach dem Urlaub war vermutlich niemandes Tag, aber noch dazu hatte er ein bißchen zu viel Sonne abgekriegt.

„Na, Lothar“, Dirk klopfte ihm kräftig auf die Schulter. „Siehst ganz schön braun aus! Mallorca?“

„Nordsee“, entgegnete Lothar mit einiger Verzögerung. Erst mal hatte er sich heftig auf die Lippe gebissen, um nicht laut aufzuschreien. Aber Dirk hatte sich eh schon wieder der Kaffeemaschine zugewendet und kriegte nichts davon mit. „War super Wetter an der Küste.“

„Hast dir den Seewind um die Nase pusten lassen, hm.“ Dirk drehte sich wieder um und reichte ihm auch eine Tasse. „Und jetzt zurück in der Tretmühle.“

„Muß ja“, entgegnete Lothar und nahm die Tasse. Und dann war Dirk auch schon wieder auf dem Weg und er drehte sich auch um, um noch Milch aus dem Kühlschrank zu holen, nur um direkt in Dietmars Gesicht zu sehen. Der ihn sehr nachdenklich ansah.

„Schönes Wetter also.“

„Ja.“ Er öffnete die Kühlschranktür und nahm die kalte Milchpackung raus. Nur zu gerne hätte er die jetzt gegen die Stirn gedrückt.

„Viel Sonne.“

„Mhm.“

„Hast du auch an Sonnenmilch gedacht? Weil -“

„Na klar doch“, antwortete er etwas heftiger als normal. Aber Dietmar hatte ihn mit dem Thema schon vor seinem Urlaub genervt. Und er hatte entgegnet, daß er nun wirklich nicht das erste Mal ans Meer fuhr. Und daß er sowieso nicht tagelang am Strand in der Sonne braten würde wie so ein Brathering, wofür hielt Dietmar ihn eigentlich! Außerdem war es an der Nordsee sowieso selten so richtig heiß und sonnig. Und so war es ja auch dieses Mal gewesen … bis auf die letzten beiden Tage.

„Hm“, sagte Dietmar und hob im gleichen Moment eine Hand – und er zuckte schon mal vorsorglich zusammen. Das war einfach ein Reflex nach Dirks Aktion eben. Die Dietmar natürlich gesehen hatte. Dietmars Hand legte sich ganz vorsichtig auf seine Schulter und er atmete langsam wieder aus. „Ganz schön heiß, selbst durch‘s Hemd“, kommentierte Dietmar.

Lothar verdrehte die Augen und schüttelte die Hand ab. „Ich bin halt eingeschlafen. Am letzten Tag.“

Dietmar hob eine Augenbraue.

„… und Sonnenmilch war alle.“ Daß er gedacht hatte, er würde sich im Juli und nach einer Woche Urlaub keinen Sonnenbrand mehr holen, verschwieg er mal lieber.

„Du hättest dich vielleicht lieber krank melden sollen, wenn’s so schlimm ist.“ Jetzt hatte Dietmars fürsorgliche Seite wieder die Oberhand gewonnen. Und wenn er ehrlich war, hatte er da auch kurz drüber nachgedacht heute Morgen.

„Wie sieht das denn aus, am ersten Tag nach dem Urlaub.“

Dietmar zuckte mit den Schultern. „So wie du aussiehst, hättest du das nötig gehabt. Im Gesicht bis du auch ganz schön rot und so wie du die Augen die ganze Zeit zukneifst, tippe ich auf einen leichten Sonnenstich.“

„Das schaffe ich schon.“ Er hatte Kundendienst, da konnte er den ganzen Tag direkt hinter der Theke stehen, das ging schon. „Laß mal los, die Schicht hat schon angefangen.“

Dietmar nickte zustimmend. Gemeinsam gingen sie los auf den Flur, und rasselten dann fast zusammen, als er nach links und Dietmar nach rechts abbiegen wollte.

„Wieso -“

„Große Dienstbesprechung, hast du das vergessen über’n Urlaub?“

Lothar erstarrte. Oh Gott. Das hatte er tatsächlich vergessen. Da saßen sie locker zwei Stunden in Rolfs Büro.

„Was denn?“ Dietmar sah ihn fragend an.

„Ich …“ Er merkte, wie ihm noch wärmer wurde als ohnehin schon. Seine Ohren glühten vermutlich gerade. „… kann nicht.“

„Du kannst nicht?“ Dietmar runzelte die Stirn. „Ich weiß, Rolfs Sitzungsleitung ist nicht unbedingt berauschend, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht.“

„Ich kann nicht … sitzen“, zischte er so leise wie möglich. Fehlte nur noch, daß jemand von den anderen jetzt dazu kam und das mitbekam.

„Weil …?“

„Weil das ein textilfreier Stand war!“ Jetzt war er doch lauter geworden, aber zum Glück waren sie immer noch nur zu zweit auf dem Flur. Er und Dietmar, der ihn entgeistert ansah.

„Und ich bin eingeschlafen?“ Man, das war doch nicht so schwer. Mußte er das denn wirklich im Detail erklären?

„Und hast dir Sonnenbrand an … empfindlichen Körperstellen geholt.“

Ging doch. „Und jetzt?“

„Die Besprechung kannst du nicht schwänzen.“ Dietmar sah nachdenklich aus.

„Aber ich kann jetzt auch unmöglich zwei Stunden sitzen!“ Er hatte die Nacht auf dem Bauch schlafen müssen, das war verdammt unbequem gewesen. Alles bloß, weil er in der Mittagssonne eingepennt war. Auch auf dem Bauch, wobei das Gegenteil sicher auch nicht angenehmer geworden wäre.

„Jetzt komm erst mal mit.“

Was anderes blieb ihm ja auch kaum übrig.

***


„Danke.“ Selten hatte er dieses Wort so tiefempfunden ausgesprochen wie jetzt. Dietmar war wirklich der Beste.

Dietmar lächelte zufrieden. „Eine meiner leichtesten Übungen.“

Er wär‘ da nie im Leben drauf gekommen, geschweige denn in der Lage gewesen, das so überzeugend durchzuziehen. Neue Management-Strategien. Effizientere Besprechungen durch Besprechung im Stehen. Und für den Krankenstand war es auch gut, hatte Dietmar erklärt. Weil Rücken eben vor allem vom zu vielen Sitzen kam.

„Und schneller durch waren wir auch.“

„Ja, erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, daß das wirklich funktioniert.“ Dietmar drückte ihm das Übergabeprotokoll für den Thekendienst in die Hand. „Dann geh mal auf deinen Posten, und dann sehen wir zu, daß wir früh Feierabend machen.“

„Wir?“ Irgendwo hatte er den Faden verloren.

„Irgendwer muß dich ja schließlich verarzten.“ Dietmar sah ihn an, als wäre das sein völliger Ernst. Und vielleicht auch noch was anderes. „Du kannst ja schlecht die nächsten Tage im Stehen verbringen.“

„Hallo Lothar!“ Harry schob sich zwischen sie beide, bevor er antworten konnte. „Wie war der Urlaub? Du hast ja echt ganz schön Farbe gekriegt im Gesicht!“

Garantiert hatte er das. Knallrot, so wie es sich anfühlte. Er stammelte was von tollem Wetter, und dem Meer, und daß er total erholt war. Als Harry wieder weitergezogen war, schielte er ganz vorsichtig rüber zu Dietmar, der an seinem Schreibtisch saß als wäre nichts passiert. Es hatte da ja schon den ein oder anderen Moment gegeben, vor seinem Urlaub, aber er war sich nie sicher gewesen. Ob Dietmar das wirklich so meinte. Und vor allem, ob er das auch wirklich so wollte. Lothar räusperte sich. „Soll ich dann mit zu dir?“

„Besser wär’s.“ Dietmar hielt seinen Blick weiter auf die Schreibmaschine geheftet. „Ich hab‘ alles da, was wir brauchen.“

„Gegen den Sonnenbrand.“

„Genau.“

Genau. Nach einem letzten Blick auf Dietmar, der inzwischen auch verdächtig rote Ohren bekommen hatte, drehte er sich wieder der Theke zu. Vielleicht war das ja gar nicht keine so blöde Idee. Für den Anfang. Das war ja ganz unverfänglich, wenn Dietmar seinen Sonnenbrand versorgte. Natürlich mußte er ihn dazu anfassen, aber das war dann ja geradezu unvermeidlich. Da war nix bei. Und daß ihm jetzt gerade abwechselnd heiß und kalt wurde, das lag sicher auch am Sonnenstich. Und nicht daran, daß er mit den Gedanken schon beim Feierabend war.

Noch sechs Stunden.

* Fin *
Tags: !120 minuten, f: großstadtrevier, g: fanfic, g: slash, p: dietmar / lothar
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