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Der Klassiker

Prompt: Krimi – Gesang in der Ferne – fürs Team
Team: Weiß (Titanic)
Fandom: Star Trek DS9
Rating: P 6
Genre: Humor, Freundschaft, Krimi(parodie)
Handlung: Eines der Abenteuer von Nog und Jake, das es nicht in die Serie geschafft hat. Wir sind in der ersten Staffel und die zwei sind etwa zwölf. Und das Prompt kommt auch irgendwie vor …
Länge: ca. 900
Zeit: ca. 60 Minuten
Warnung: nur vor dem wechselnden POV
A/N: In Erinnerung an Aron Eisenberg.


***


„Hier sind die Akten, die Sie angefordert hatten, Chef.“ Mit einem lauten Knall landete ein Berg Papier auf dem Schreibtisch vor ihnen. Staub wirbelte auf.

Nog nieste. „Du hast doch gesagt, du hast das Holoprogramm von deinem Vater mitgehen lassen.“

„Ja!“ Jake sah ihn mit leuchtenden Augen an. „Eigentlich ist das erst ab sechzehn.“

„Das hast du gesagt.“ Nog sah sich suchend um. „Aber wo sind die Mädchen?“

„Welche Mädchen?“ Jake hatte sich in den Schreibtischstuhl fallen lassen und die erste Akte aufgeblättert. „Ich bin Captain Arthur Dupont, und du bist mein treuer Assistent Jim Walson, und gemeinsam jagen wir Verbrecher auf New Earth.“

Nog starte seinen Freund entgeistert an. Meinte der das wirklich ernst? „Verbrecher?“

„Klar, was dachtest du denn?“

„Daß es um Mädchen geht!“ Nog grinste anzüglich. „Leichtbekleidete Erdenmädchen … Oder was deinem Vater sonst so gefällt.“

Jake kicherte. Das taten Menschen, wenn sie verlegen waren, das hatte er inzwischen gelernt. „Hör auf!“

„Und wieso bin ich überhaupt schon wieder dein Assistent!“

„Weil das mein Holoprogramm ist!“

„Und wieso muß es immer ‚New Earth‘ sein, warum können wir nicht mal auf … sagen wir, ‚New Ferenginar‘ spielen?“

„Gibt’s da Verbrecher?“ Jake sah ihn neugierig an. „Dann würde ich mir auch den Regen antun.“

Das war natürlich ein ziemliches Totschlagargument. „Verbrechen lohnt sich nicht.“ Nog zuckte mit den Schultern. „Deshalb gibt es auch keine Polizei auf Ferenginar. Nur die Handelsaufsichtsbehörde, aber dafür müßtest du wenigstens die Erwerbsregeln auswendig lernen, wenn du überzeugend einen Großinquisitor der Handelsbehörde spielen willst.“

„Pffff …“ Jake sah aus der Akte auf. „Hierfür mußt du nur wissen, daß man keine Kinder umbringen darf. Das ist nämlich der Fall: Ein geheimnisvoller Kindermörder.“

Sowas macht dein Vater in seiner Freizeit?“

„Das ist ein Klassiker der menschlichen Literatur als Holoroman“, erklärte Jake. „Umgesetzt von Doktor Bashir … glaube ich. Jetzt stell dich nicht so an, das macht bestimmt Spaß!“


***


Sowas macht dein Vater in der Freizeit? hatte Nog jetzt bestimmt schon zum fünften Mal gefragt, und das jedesmal ungläubiger. Und er selbst zweifelte so langsam auch daran, daß sein Vater diesen Holoroman schonmal gespielt hatte, seit er ihn letzte Weihnachten von Dr. Bashir geschenkt bekommen hatte. Außerdem hatte er so langsam aber sicher das Gefühl, daß ab sechzehn ein Hinweis war, den sie vielleicht doch besser hätten ernst nehmen sollen. Sie hatten eindeutig zu viele tote Kinder gesehen. Der Nebel waberte durch die Straßen von Capital City, was Nog zwar einerseits freute, weil es dadurch feuchter war als auf der Station, die für Ferengi-Verhältnisse viel zu trocken war. Andererseits sah man fast nichts, nur beunruhigende Schatten und Geräusche. Jake zuckte zusammen, als etwas seine Hand berührte. „Nog!“

„Was denn, Captain Dupont?“ Nog rückte noch ein Stückchen näher. „Der Weg ist so eng.“

„Ja klar.“ Eigentlich hatte er nix dagegen, wenn Nog dicht neben ihm ging. Solange er wußte, was da gegen seine Hand stieß. Wenn er damit nicht komplett aus der Rolle gefallen wäre, hätte er sogar ganz gerne nach Nogs Hand gegriffen.

„Was ist das?!“ Nog war abrupt stehen geblieben und hatte seine Hand gepackt.

„Was?“

„Hörst du das nicht?“

Jake strengte sich an, aber er hörte nichts. Nur die Geräusche der Stadt, die niemals schlief. Aber das wollte nichts heißen, er wußte, daß Nog sehr viel besser hörte als er. „Nein.“

„Da singt jemand.“ Nog klammerte sich noch fester an seine Hand.

Jake lauschte weiter, obwohl er nicht wußte, ob er das überhaupt hören wollte, was Nog da hörte. Noch nie hatte die Stimme seines Freundes so verängstigt geklungen.

„Es wird lauter …“ Nog zerrte an seiner Hand. „Laß uns hier weg!“

Aber das ging doch nicht, er war Captain Arthur Dupont und er war unterwegs, um das letzte Opfer eines irren Verbrechers zu retten, er konnte doch nicht wegrennen wie ein … und dann hörte er es. Aus weiter Ferne, kaum zu verstehen. Die Stimme eines Kindes und das Lied, das kannte er, das war ein altes Wiegenlied und er wußte nicht, wieso das jetzt dafür sorgte, daß sich alle Haare an seinem Körper aufstellten und seine Knie so weich wurden, als ob -

„Jake!“ Nog schüttelte ihn. „Jake! Hast du daran gedacht die Sicherheitsprotokolle -“

„Jake Sisko!“ donnerte es hinter ihnen. „Und Nog, natürlich!“

Der Nebel war mit einem Schlag verschwunden und Nog seufzte erleichtert auf. Noch nie war er so froh wie diesesmal gewesen, daß Jakes Vater sie erwischt hatte.


***


„Und?“ Nog grinste, als Jake nur „Schschsch!“ zischte. „Wie lange hast du Hausarrest?“

„Wie hast du die Kommunikation geknackt? Mein Vater hat sie doch gesperrt?“

„Ferengigeheimis.“ Sein Vater verstand zwar nicht, warum er unbedingt mit einem Menschen befreundet sein mußte, aber er konnte ihm nichts abschlagen. Jedenfalls nicht, wenn es sehr wichtig war. „Es ist langweilig ohne dich.“

Jake kicherte. Menschen waren komisch. „Also sag schon, wie lange?“

„Bis ich das ausgelesen habe.“ Jake hob ein Buch hoch. „Das Geheimnis der verlorenen Kinder. Vater sagt, ich soll es lesen, das ist ein Klassiker. Und daß Dr. Bashir es unnötig dramatisiert hätte für die Holoversion. Die Kinder sind eine Metapher für … irgendwas.“

Nog versuchte sich seine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Ein ganzes Buch … Er würde sich neue Freunde suchen müssen. „Dann dauert das noch, oder?“

„Morgen bin ich fertig.“ Jake grinste schon wieder, sein komisches Menschenlächeln mit den runden Zähnen, die er anfangs ganz schrecklich gefunden hatte.

„Odo hat sich einen neuen Eimer angeschafft“, informierte er seinen Freund. „Ich habe gedacht, wir könnten –“


* Fin *
Tags: !120 minuten, f: star trek ds9, g: fanfic
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