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Ausnahmezustand: Juni III

Prompt: Romantik/Intimität: Schwindel
Team: Melpomene
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Slash
Handlung: Thiel schindet Zeit.
Länge: ~ 450 Wörter
Zeit: ~ 30 Minuten
A/N: Das nächste Kapitel wird wieder länger … ich brauchte noch einen Übergang und Thiel weiß einfach noch nicht, wie es weitergehen soll ;)

Masterpost

***


Überraschenderweise hatte er sehr gut geschlafen. Oder wenn schon nicht gut, so zumindest fest. Als er sich gestern nach seinem hastigen Aufbruch bei Boerne ins Bett gelegt hatte, waren ihm keine Gedanken mehr durch den Kopf gegangen, ganz im Gegenteil. Er war weg gewesen wie ausgeknipst und hatte traum- und unterbrechungslos durchgeschlafen, bis ihn morgens sein Wecker aus dem Schlaf gerissen hatte. Thiel gähnte. Sieben Uhr, was hatte er sich dabei bloß … Ach ja. Die Wanderung. Sie wollten ja früh los, wegen der Hitze.

Schlaftrunken tapste er ins Bad und schüttete sich erst einmal eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht. Und dann stand er da, vor dem Spiegel, und starrte sich an.

Frank Thiel. Kriminalhauptkommissar. Geschieden. Keine sieben Jahre mehr bis zur Pensionierung.

Frisch verliebt.

Er grinste schief. Das machte die Sache aber auch nicht besser, und er ließ es schnell wieder bleiben.

Jetzt kannte er Boerne schon seit bald zwanzig Jahren – einfach unglaublich, wo war die Zeit nur hinverschwunden? – und das konnte unmöglich stimmen. Man verliebte sich doch nicht plötzlich nach so vielen Jahren. Vielleicht lag das einfach nur daran, daß Boerne seit Wochen der einzige Mensch war, mit dem er Zeit verbrachte. Vielleicht litt er an so einer Art Stockholm Syndrom? Und Boerne womöglich auch, wenn er daran dachte, wie komisch der sich benommen hatte gestern früh. Wie er die ganze Zeit krampfhaft woanders hin geschaut hatte, bloß weil er, Thiel, nicht vollständig angezogen gewesen war. Thiel betrachtete sein Spiegelbild. Naja. Das hatte vielleicht doch andere Gründe, so eine Augenweide war er nun auch nicht mehr. Und daß man plötzlich meinte, beim Gegenüber auch Interesse erkennen zu können, das war doch ein ganz typisches Symptom. Daran erinnerte er sich noch gut. Auch wenn das alles ewig her war, genau die Art von Einbildung hatte ihn in jüngeren Jahren in mehr als eine peinliche Situation gebracht. Sowas vergaß man nicht. Leider.

Er fuhr sich durch die Haare, was den Gesamteindruck auch nicht besser machte. Erstmal duschen. Damit er den Kopf klarkriegte. Und dann mußte er Boerne absagen, er konnte jetzt unmöglich stundenlang mit dem anderen durch den Wald laufen. Am Ende noch mit Picknick an einem lauschigen, einsamen Plätzchen. Nein, er mußte erst mal nachdenken.

***


Eine halbe Stunde später rief er bei Boerne an. Er hatte sich die ganze Zeit den Kopf zerbrochen, was er sagen sollte, und dann doch das dümmste genommen, was ihm als erstes eingefallen war. Kopfschmerzen. Ihm sei einfach nicht so gut, und eine Wanderung heute wohl nicht das richtige. Vielleicht das Wetter. Oder gestern doch zu viel Alkohol.

Wenn Boerne merkte, daß er schwindelte, ließ er sich jedenfalls nichts anmerken. Mies fühlte er sich trotzdem.

* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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