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Selbst schuld I

Prompt: Humor/Crack -[Spoiler (click to open)]Schunkelmusik(Päckchen 8)
Team: Melpomene
Fandom: Tatort Münster, SK Kölsch
Rating: P 6
Genre: Humor
Handlung: Thiel und Boerne ermitteln undercover. Ausgerechnet in Köln.
Länge: ~ 600 Wörter
Zeit: ~ 45 Minuten
A/N: Für thots_tochter, von der die Idee stammt, und ich habe eigentlich nicht mehr getan, als das runterzuschreiben … vielleicht kriegt es noch Nachwuchs, mal sehen.


***


Oh Nein. Entsetzt wich Thiel einen Schritt zurück. Warum hatte er diesen Auftrag nur angenommen? Am liebsten hätte er die Tür wieder zugeschlagen und die Beine in die Hand genommen. Ein wahres Inferno lauerte da auf ihn. Der Lärm. Die Schreie. Der Geruch. Wie hatte er es nur für eine gute Idee halten können, zu dieser Zeit des Jahres in Köln undercover zu ermitteln? Jemand rempelte ihn an und er stolperte nach vorne, direkt in die überfüllte Kneipe. Hastig wich er einer voluminösen Biene Maja aus, die ihn mit dem landestypischen Bützchen begrüßen wollte. Boerne war weniger glücklich, der nicht weniger ausladende Willi erwischte ihn. Das war wenigstens ein kleiner Lichtblick am Rande.

„Selbst schuld. Sie wollten ja unbedingt mitkommen.“ Thiel grinste, während Boerne irritiert seine Krawatte wieder richtete.

Er hatte ja nicht wirklich die Möglichkeit gehabt, aus der Nummer rauzukommen – Dienstanweisung war Dienstanweisung. Da hätte er sich höchstens noch krank melden können. Aber Boerne hatte sich das auch noch freiwillig angetan. Und bereute seine voreilige Entscheidung zutiefst, so wie es aussah. Thiel zuckte zusammen, als irgendjemand die Musik lauter drehte und die gefühlt 500 Leute in dieser Eckkneipe wie ein Mann den offenbar vertrauten Text mitgrölten. Boerne sah nicht weniger gequält aus als er. Und wie um Himmels Willen sollten sie in diesem Gewühl verdächtige Personen ausmachen? Karnevalshasser und Serienmörder, die in dieser Saison des närrischen Treibens schon drei kostümierte Karnevalisten ermordet und in Drohbriefen an mehrere Lokalzeitungen angekündigt hatten, diese Zahl noch vor Aschermittwoch auf elf zu steigern! Ein leicht bekleideter Vampir prustete ihm direkt ins Ohr und für einen Moment konnte er diese Kölsche Befreiungsfront fast verstehen. Er packte Boerne am Handgelenk und zerrte ihn mit sich Richtung Tresen.

„Zwei Kölsch!“ Wenn er schon hier sein mußte, wollte er wenigstens ein Bier. Außerdem sollten sie sich schließlich unauffällig verhalten. Und wenn er Boerne neben sich hatte, war er wenigstens auf einer Seite vor Übergriffen sicher …


***


Jupp schlang den Arm um Willi und Maja, verteilte Bützchen links und rechts und zeigte Kalle hinterm Tresen zwei Kölsch an. Das war die Art von Einsatz, die er liebte: Köln im Karneval, und er auf der Jagd nach einem oder mehreren militanten Karnevalshassern. Garantiert aus Düsseldorf, ein echter kölsche Jung würde so etwas nie tun. Als er das zweite Bier an Klaus weiterreichte, nickte der leicht nach rechts und zog vielsagend die Augenbrauen hoch.

Er wußte sofort, wen Klaus meinte. Die ganze Kneipe schunkelte fröhlich zu den Höhnern, und die zwei schunkelten auch mit, aber man mußte blind sein um nicht zu sehen, daß die hier nicht hergehörten. Der untersetzte Blonde hatte sich als St. Pauli Fan verkleidet – in Köln! – und trug dazu eine lieblose rote Fliege um den Hals, während der Dunkelhaarige als Banker oder so was in der Art zu gehen schien. Auf jeden Fall waren sie nicht im Takt und man sah drei Meilen gegen den Wind, wie fehl am Platz sie sich fühlten.

Er nickte zurück und rutschte vom Hocker runter. Klaus hatte ihnen im Täterprofil ja lang und breit auseinandergelegt, daß es den Tätern bei diesem pathologischen Hass auf den Karneval nur sehr schwer fallen dürfte, in der Menge zu verschwinden. Sie brauchten gar keine Worte zu wechseln, in solchen Situationen verstanden sie sich blind (und das war auch gut so, denn gehört hätte man bei dem Lärm ohnehin nichts). Nahezu zeitgleich quetschten sie sich an den Tresen, Klaus neben den Anzugträger mit dem Bullenbart und er neben den pummeligen Fußballfan.

Da würden sie doch erstmal die Personalien aufnehmen, und mit etwas Glück war der Fall jetzt schon geknackt und er kam doch noch richtig zum Feiern …


* tbc *



>> Selbst schuld II
Tags: !120 minuten, f: sk kölsch, f: tatort münster, g: crossover, g: fanfic, p: klaus / jupp, p: thiel / boerne
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