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Selbst schuld III

Prompt: Humor/Crack - verhört
Team: Melpomene
Fandom: Tatort Münster, SK Kölsch
Rating: P 6
Genre: Humor
Handlung: Thiel und Boerne ermitteln undercover. Ausgerechnet in Köln.
Länge: ~ 950 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten
A/N: Das Prompt ist sehr am Rand … aber dafür ist es wirklich albern. Mit mir sind die Pferde durchgegangen ;)


<< Selbst schuld II

***


„Vorsicht, Haupt auf Kriegspfad“, zischte Gino, stilecht als Winnetou kostümiert, ihm im Vorbeigehen zu. Die Warnung war gut gemeint, kam aber leider zu spät, denn ihr Chef war ihm direkt auf den Fersen und stürmte ins Büro, bevor er auch nur nach Klaus greifen konnte, von Flucht ganz zu schweigen.

„Ich hab‘ mich da ja wohl verhört, oder!“ Haupt baute sich vor ihnen auf. „Ihr habt doch wohl nicht wirklich zwei Kollegen festgesetzt!“

„Also erstens ist nur einer davon ein Kollege“, setzte Jupp an, aber Haupt unterbrach ihn schon gleich mit einem „Schatz! Das darf doch nicht wahr sein!“

„Ehrlicherweise muß man aber sagen, daß die beiden sich nicht ausweisen konnten“, sprang Klaus ihm bei. „Und verdächtig benommen haben sie sich auch.“

„Und dann diese Geschichte von wegen der andere wäre sein Rechtsmediziner, aber warum der jetzt bei einer Ermittlung dabei war, konnte er nicht erklären.“

„Und der andere hatte ganz eindeutig Täterwissen. War kaum zu stoppen in seinem Redefluß, ein ganz typisches Verhalten eines Täters, der für seine Tat anerkannt werden will.“

Haupt stöhnte. „Natürlich. Wenn die zwei beim Briefing dabei waren, wissen sie natürlich alles, was wir auch wissen.“

„Ja klar.“ Jupp verdrehte die Augen. „Jetzt klingt das alles ganz logisch. Aber bevor Frau Krusenstern uns dieses Foto gemailt hat“, er hielt Haupt den Ausdruck vor die Nase, „da war das eben alles noch sehr verdächtig.“

„Immerhin besser so als umgekehrt – stellen Sie sich die Schlagzeilen vor, wenn wir die beiden nicht festgenommen hätten und es hätte sich herausgestellt, daß es die Täter sind.“

Gutes Argument. Klaus Talent zur Deeskalation war doch nicht zu verachten, vor allem nicht gegenüber Haupt. „Chef?“

„Das sind die zwei?“ Haupt sah von dem Bild auf und wirkte etwas ungläubig.

„Es ist ein privates Foto. Mit einer Frau Staatsanwalt Klemm auf dem Weihnachtsmarkt.“

„Das sehe ich. Die Rentiergeweihe sind ja nicht zu übersehen und der Glühwein, der da geflossen sein muß, kann man sich denken.“ Haupt gab das Foto zurück und schüttelte den Kopf. „Also gut, immerhin ist kein größerer Schaden entstanden. Und jetzt zurück an die Arbeit!“

„Äh …“ Jupp kratzte sich am Kopf. „Wir müßten noch …“

„Sie haben die zwei noch nicht rausgelassen!?“


***


„Mein lieber Scholli, ich wußte gar nicht, daß Haupt solche Wörter kennt.“

„Er steht unter Streß. Kann man ja auch verstehen.“ Klaus sah sich suchend um. „Wo sind sie?“

„Zelle vier.“

„Die haben sie zusammen eingesperrt?“

„Was willste machen, es ist Karneval, hier ist alles überfüllt mit Besoffenen.“ Jupp schob den Schlüssel ins Schlüsselloch und sperrte auf. Darauf hätte er jetzt gut und gerne verzichtet, aber da sie die beiden eingelocht hatten, war es wohl nur fair, wenn sie sie auch wieder rausholten. Klaus hatte sogar was von sich entschuldigen gefaselt, was ihm persönlich dann doch etwas zu weit ging. Wenigstens wurden sie nicht gleich mit Vorwürfen empfangen, gerade dieser Boerne war ziemlich laut gewesen, als sie die zwei festgesetzt hatten. Im Gegenteil, es war verdächtig ruhig …

„Sieht ja nicht aus, als hätten die beiden all zu sehr gelitten“, kommentierte Klaus amüsiert. Ein leises Schnarchen antwortete ihm. Die beiden Münsteraner Kollegen hatten es sich auf der Pritsche bequem gemacht – soweit das ging, diese Zellen waren echt ein Zustand – und schliefen. Das Schnarchen kam offenbar von Hauptkommissar Thiel, dessen Kopf gegen die Schulter seines Kollegen gelehnt war.

Jupp räusperte sich.


***


„Das ist jetzt nicht Ihr ernst – mit dem Bild haben Sie uns identifiziert?“

„Das war das einzige, was ihre Kollegin gerade zur Hand hatte.“

Thiel fuhr sich durch die Haare uns sah reichlich finster aus. Mit halben Ohr hörte er, wie der aufgebrachte Rechtsmediziner Klaus was von wegen Verklagen und Freiheitsentzug erzählte.

„Mit den Rentiergeweihen hätten Sie weniger verdächtig ausgesehen.“

Thiel schnaubte und ließ das Bild in der Tasche verschwinden.

Jupp grinste. Ging doch, mit dem Kollegen konnte man reden.

„Jetzt mach mal halblang, Boerne.“

„Für Sie immer noch –“

„Sie wollten doch unbedingt mitkommen, dann beschweren Sie sich jetzt nicht, wenn’s ein bißchen ungemütlich wird. Und so ein Mißverständnis kann ja mal passieren.“

Jupp nickte. Klaus, der sich mal wieder viel zu viel Streß gemacht hatte, schien sich sichtlich zu entspannen. Oder was man bei Klaus „entspannen“ nennen konnte. Der Herr Professor plusterte sich noch einmal auf … und schwieg.

„Wir sollten dann mal zurück an die Arbeit.“

Thiel klang nicht sonderlich begeistert, dabei war das doch wohl einer der schönsten Einsätze überhaupt. Undercover im Karneval. Klar, gefeiert hätte er jetzt noch lieber, aber das war quasi die zweitbeste Option, wenn man zu Karneval schon arbeiten mußte. Während sie zurück ins Büro gingen, brachte er den Kollegen auf den neuesten Stand, während Klaus dem Professor eine Reinigung für seinen Anzug empfahl. Mit so was kannte der sich ja aus. Apropos, als erstes würde er mal dafür sorgen, daß die zwei ein ordentliches Kostüm bekamen. Irgendwo müßten sie noch Dick und Doof im Fundus haben, das sollte passen. Und dann …

„Kommando zurück, Jungs!“ Achims Stimme unterbrach seinen Gedankengang.

„Was?“

„Die Aktion ist abgeblasen. Sie haben sie.“ Achim sah wieder auf seinen Rechner. „Die Kollegen Ballauf und Schenk haben eben das Hauptquartier der Gruppe ausgehoben.“

Daß die Kollegen mal wieder die Lorbeeren ernteten, wurmte ihn natürlich schon, andererseits, die bösen Jungs waren hinter Gittern, und … er schnallte seine Dienstwaffe ab. „Na denn – Feierabend!“

Dann würde er sein Mißgeschick mal wieder gutmachen und den beiden Münsteranern zeigen, wie man ordentlich Karneval feierte. Klaus hatte er schließlich auch bekehrt.


***


Zwei Tage später, auf der Autobahn Richtung Münster.

„Thiel?“

„Hm?“

„Sollten wir … also … müßten wir … ich meine …“

„Was in Köln passiert ist, bleibt in Köln“, entgegnete Thiel mit fester Stimme. Sie wechselten einen kurzen Blick, bevor er sich wieder auf den Verkehr konzentrieren mußte.

„Einverstanden.“


* Fin *
Tags: !120 minuten, f: sk kölsch, f: tatort münster, g: crossover, g: fanfic, p: klaus / jupp, p: thiel / boerne
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