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A day at the races (V)

Prompt: Krimi/Thriller – niemandem trauen können
Team: Enterprise
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Slash, Krimi, Humor
Handlung: Fortsetzung zu Teil 4
Länge: ~ 800 Wörter
Zeit: ~ 60  Minuten


***


Hoppes Konto hatte tatsächlich ungewöhnliche Schwankungen ausgewiesen. Seit einem guten Jahr hatte er immer wieder Bareinzahlungen über nicht unbeträchtliche Summen vorgenommen. Und zwar Summen, die selbst Boerne als stattlich bezeichnet hätte. Von Hoppes Eltern hatte Mirko erfahren, daß er plante, sich mit einem eigenen Rennstall selbständig zu machen. Das war wohl schon länger sein Traum gewesen und außerdem eine Perspektive für die Zeit nach der aktiven Phase als Jockey. Aber so ein eigener Stall und eigene Pferde, das war ein kostspieliges Unterfangen. Von seinem Lohn und seinem Anteil an den Preisgeldern, die im Rennsport gezahlt wurden, konnte er das kaum finanzieren. Wenn man nicht schon Geld hat, also von Haus aus, hatte Mirko erklärt, wird das verdammt schwer.

Es sah also alles danach aus, als wäre Hoppe bereit gewesen, für seinen Traum eine nicht ganz legale Abkürzung zu nehmen.


***


Ab da wurde es merkwürdig. Spuren, die sie verfolgten, verliefen im Sand. Menschen, die sie vernehmen wollten, waren plötzlich kurzfristig und unerwartet verreist. Langsam, aber sicher bekam er das Gefühl, daß es irgendwo ein Leck gab. Irgendjemand mußte Informationen nach außen geben, aber wer? Anders ließen sich diese „Zufälle“ langsam nicht mehr erklären.

„Du leidest unter Verfolgungswahn, mein Lieber“, erklärte Boerne, während sie gemeinsam kochten. „Kommt wohl häufiger vor bei deiner Profession, ist quasi eine Berufskrankheit. Was siehst du mich so an?“

„Vielleicht bist du ja der Maulwurf …“

Für einen Moment erstarrte Boerne, dann fing er an zu lachen und Thiel fiel mit ein.

„Also nein“, er hatte sich langsam wieder beruhigt, „wenn du plötzlich große Summen mit illegalen Pferdewetten machen würdest, hätte ich das gemerkt.“

„Ach ja, bist du da so sicher?“

„Absolut.“ Thiel grinste. „Dann würde wir hier keinen Parmesan aus der Plastikverpackung mehr reiben. Du würdest es doch im Leben nicht schaffen, das Geld nicht auszugeben.“

„Vielleicht.“ Boerne schmunzelte. „Jedenfalls, das mit dem Maulwurf kann ich mir nicht vorstellen, Wer sollte das sein? Mirko etwa? Die andern, die an dem Fall dran sind, kennst du schon seit Jahren. Außerdem sind wir hier in Münster und haben es nicht mit der Mafia oder so zu -“ Er stoppte plötzlich und starrte in die Luft.

„Was?“ Thiel sah vom Abgießen der Nudeln auf. „Was ist?“

„Du hast illegale Pferdewetten gesagt. Habt Ihr schonmal in die Richtung überlegt? Illegale Wetten kennen kein Wettlimit, oder?“

Thiel setzte den Topf zurück auf den Herd. Natürlich hab es so was, das gab es in jeder Stadt. Illegales Glückspiel, meistens Poker, aber auch Wetten. Auf Boxkämpfe oder Fußballspiele, aber auf Pferde? War das nicht ein wenig … abgehoben?


***


Nach Boernes Gedankenblitz beim Kochen hatte ihn diese Idee nicht mehr losgelassen. Bis jetzt hatten sie beim Durchleuchten von Hoppes sozialem Umfeld noch keine Verbindungen zur sogenannten Unterwelt gefunden, aber das war nicht all zu erstaunlich. Wenn er sich dafür hatte bezahlen lassen, dass sein Pferd Rennen verlor, hieß das ja noch lange nicht, daß er mit seinem Geldgeber per Du und Du war.

Um mehr zu erfahren, traf er sich mit der Kollegin vom organisierten Verbrechen. Und weil er die Idee mit dem Maulwurf immer noch nicht ganz hatte abschütteln können, traf er sich mit ihr außerhalb der Arbeit. Quasi privat, zum Joggen um den Aasee. Denn erstens konnte sie selbst nicht der Maulwurf sein, weil sie mit dem Fall nämlich bisher noch gar nicht befaßt gewesen war. Und zweitens hatte sie ihn schon öfter zum Joggen eingeladen mit dem Hinweis, daß ihm die Bewegung guttun würde.

Letzteres konnte er nicht unterstreichen. Keuchend zog er neben seiner Kollegin her, während die munter mit ihm plauderte, so als wäre das gar nichts.

„Wie war das jetzt mit dem illegalen Glückspiel in Münster“, brachte er hervor, um sie vom Thema der mangelnden vegetarischen Auswahl in der Kantine wegzubringen. „Wird da auch auf Pferde gewettet?“

„Es gibt nichts, worauf nicht gewettet wird.“ Martina sah zur Seite. „Soll ich langsamer? Nein? O.K.“ Sie richtete den Blick wieder nach vorn. „In der Pinte gibt es im Hinterzimmer illegale Pokerspiele, da wird ordentlich Geld umgesetzt. Und der Wirt nimmt Wetten an, auf Spiele der Regionalliga, die Rennen auf der Münsteraner Rennbahn, sogar auf den Ausgang des jährlichen Entenrennens … also praktisch alles, worauf sich wetten läßt.“

„Und ist er …“, Thiel schnappte nach Luft.

„Er ist nur der Mann für den Außenkontakt. Der Kopf dahinter, die Bank, die im Zweifelsfall immer gewinnt, die operiert von der Comet-Reinigung nebenan. Da wird nicht nur Kleidung gewaschen.“

„Italiener? Albaner? Oder –“

„Biodeutsch, Ostwestfale seit dem Dreißigjährigen Krieg, würde ich tippen. Klaus Boger. Wenn dich näheres interessiert, kann ich dir die Akte –“

„Nein … ah, verdammt!“

„Stimmt was nicht?“ Martina blieb besorgt neben ihm stehen.

„Wadenkrampf“, quetschte er zwischen zusammengebissenen Lippen hervor. „Und nein, ich will die Akte nicht. Erzähl mir lieber das wichtigste.“

Martina sah ihn besorgt an, und er hatte das unbestimmte Gefühl, daß das jetzt weniger dem Wadenkrampf galt. „Das wichtigste? Das kann ich ganz kurz machen. Der Mann ist gefährlich, Frank.“


* tbc *
Tags: !120 minuten, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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