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A day at the races (VII)

Prompt: Krimi/Thriller –[Spoiler (click to open)]belauscht/abgehört
Team: Enterprise
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Krimi, Slash, Humor
Handlung: Fortsetzung zu Teil 6
Länge: ~ 1000 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten
A/N: Ich denke mir den „Plot“ aus, während ich schreibe, fragt nicht nach dem Sinn …


***


Klaus Boger nahm er sich am nächsten Tag alleine vor. Oder vielmehr: Gemeinsam mit Boerne, denn wenn er Boerne nicht trauen konnte, wem konnte er sonst noch trauen? Außerdem konnte Boerne viel überzeugender einen Kunden einer Reinigung spielen. Daß er seine Jeans dort vorbeibringen wollte, würde ihm ja wohl kaum jemand glauben.

„Du hättest ihn einfach für eine Vernehmung einbestellen lassen sollen“, murrte Boerne. Da nahm man ihn schonmal mit, und mußte sich doch Klagen anhören. Thiel seufzte. Seit sie zusammen waren, schien Boerne der altbekannte Leichtsinn abhandengekommen zu sein. Nicht, daß er das nicht normalerweise begrüßen würde, aber in diesem Fall …

„Und dann? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das ausgehen würde. Kennen Sie einen Ferdinand Hoppe? - Nie gehört. Und daß er ein illegales Wettgeschäft betreibt, wird er mir auch kaum auf die Nase binden.“

Boerne verdrehte die Augen, parkte dann aber doch gehorsam direkt vor der Comet-Reinigung.

„Das ist hier Halteverbot …“

„Das stärkt nur unsere Tarnung“, erklärte Boerne. „Ich hoffe wirklich, du weiß, was du tust.“


***


„Ich suche jemanden, der in der Lage ist, diesen Anzug zu reinigen. Cashmere und Seide, äußerst empfindlich.“

„Das ist aber ein edles Stück.“ Die junge Frau sah sich Boernes Anzug näher an. „Ich glaube, da rufe ich lieber den Chef.“

Als sie ihnen den Rücken zugedreht hatte, warf er Boerne einen triumphierenden Blick zu. Funktionierte doch. Außerdem hatte ihr Mißgeschick von vor drei Wochen so doch noch sein gutes. Und dann öffnete sich die Tür schon wieder und Boger kam heraus.

„Wie kann ich helfen?“

Boerne wiederholte sein Anliegen, während Thiel Boger musterte. Ein Mann in den Fünfzigern, mittelgroß, untersetzt, mit einem dieser typischen ostwestfälischen Quadratschädel. Er sah wirklich mehr als durchschnittlich und komplett harmlos aus. Nach dem, was ihm Martina erzählt hatte, trog der Anschein in dem Fall jedoch ganz gewaltig.

Boger betrachtete die Rotweinflecken auf dem edlen Stoff. „Wir können ihn reinigen, aber es ist unwahrscheinlich, daß wir die Flecken komplett entfernen können.“

„Das hatte ich schon befürchtet.“

„Sie könnten allerdings überlegen, ob ie den Anzug anschließend einfärben lassen. Bei einem Maßanzug in dieser Preisklasse …“

Boerne nickte. „Dann müßte ich das gute Stück wenigstens nicht ganz aufgeben.“

Jetzt wandte sich Boger an ihn. „Und Sie? Haben Sie auch etwas abzugeben?“

„Oh …“ Thiel räusperte sich. „Ich bin nur wegen der Kosten dabei. Die Rechnung geht an mich, das mit dem Wein war nämlich mein Fehler.“

„Herr Thiel, mein Nachbar“, erklärt Boerne. „Er ist gestolpert.“

Bogers Blick huschte von einem zum andern, und ein anzügliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Ich verstehe.“

„Was ich Sie noch fragen wollte, wo wir gerade beim Thema sind, ist –“

„Wieviel macht das denn?“ fragte Thiel schnell. Boerne warf ihm einen schiefen Seitenblick zu, weil er ihm auf den Fuß getreten hatte.

Boger nickte der jungen Frau zu, die einen Kassenbon ausdruckte. „Dreißig Euro.“

„Und das war dann alles?“

„Ja“, antwortete Thiel, bevor Boerne dazu kam, den Mund zu öffnen. „Hier.“ Er reichte das Geld über die Theke und nahm den Kassenbon und den Abholschein entgegen. Zum Glück hatte Boerne inzwischen kapiert, daß etwas nicht stimmte, und versuchte nicht weiterzureden. Sie verabschiedeten sich höflich und verließen den Laden wieder.


***


„Was sollte das denn?“ fragte Boerne, nachdem er ausgeparkt hatte. „Ich sollte ihn doch wegen der Pferdewetten ansprechen!“

„Der weiß, wer wir sind.“ Thiel warf einen Blick in den Rückspiegel, aber da sah man nur noch die Fassade der Reinigung verschwinden. Es war ihnen niemand gefolgt. „Hast du nicht gemerkt, wie der uns angesehen hat? Der weiß sogar, daß wir was miteinander haben.“

Boerne zog die Augenbrauen zusammen. „Wie sollte er denn darauf kommen?“

„Weil er wußte, wer wir sind!“ Er hatte die ganze Zeit schon so ein komisches Gefühl gehabt. Und dann dieser Blick und das Lächeln … das konnte kein Zufall sein.

„Jetzt komm‘ mir bloß nicht wieder mit der Maulwurf-Theorie. Im Präsidium weiß davon niemand was.“

Genaugenommen wußte sogar überhaupt niemand was davon, er hatte allenfalls den Verdacht, daß einige etwas ahnten. Vor allem Frau Haller. Eventuell auch Mirko. Und ganz sicher Frau Klemm (und damit vermutlich auch sein Vater, ein Gedanke, der ihm mehr als unlieb war). Aber keiner von denen würde etwas weitererzählen, bevor sie das nicht selbst taten, und vor allem waren das ihre engsten Kollegen (und Vorgesetzten), die ganz sicher nicht für die Münsteraner Unterwelt spionierten. Allerdings waren Boerne und er in letzter Zeit unvorsichtig geworden, was die strikte Trennung von Privatleben und Arbeit betraf. Er konnte sich noch genau erinnern, wie er vor einigen Tagen Boerne im Büro damit aufgezogen hatte, daß er dem Genuß körperlicher Freuden (wie Boerne das ausgedrückt hätte) ebenso zugetan war wie Herbert. Sie waren in dem Moment allein gewesen, aber -

„Wir werden abgehört.“

Boerne sah ihn an. Zum Glück standen sie gerade an einer roten Ampel. „Wie bitte?“

„Und ich weiß auch, wo.“


***


„Na das war ja ein ganz schöner Schlag ins Wasser“, erklärte Thiel, während er die Unterseite des Besprechungstisches absuchte.

„Ich hätte doch wenigstens noch gefragt“, sagte Boerne und warf einen Blick unter die Schreibtischlampe. „Auch wenn es wirklich unwahrscheinlich -“

„Organisiertes Verbrechen.“ Thiel schnaubte. „Illegale Wetten. Und dann der Typ.“

„Er kennt sich jedenfalls wirklich sehr gut mit Stoffen aus.“ Boerne drehte einen Stuhl um und winkte ihn zu sich. „Ich glaube, mein Anzug ist dort in guten Händen.“

„Dann war das wenigstens keine komplette Zeitverschwendung.“ Thiel nickte Boerne zu. Das war sie. Boerne stellte den Stuhl ganz vorsichtig wieder zurück.

„Und jetzt?“ Boerne sah ihn fragend an.

„Ich denke, wir sollten uns Hoppes Privatleben nochmal genauer ansehen.“

„Du meinst wegen der Fotos?“

„Genau.“ Verdammt. Wieso mußte Boerne denn jetzt noch wild improvisieren? „Irgendjemand muß ihn da ja fotografiert haben, mit … Geschirr und Reitgerte.“

„Vielleicht kommt da das Geld ja her. Da ist ja grundsätzlich nichts Ungesetzliches dabei, aber vielleicht war der Fotograf ja verheiratet.“

„Oder die Fotografin.“ Thiel nickte Richtung Tür. „Ich hab‘ jetzt gleich noch einen Termin mit der Klemm, Lagereport.“

Boerne nickte ebenfalls. „O.K.“


* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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