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Hamster sorgen vor

Prompt: Corona – Hamsterkäufe
Team: Enterprise
Fandom: Ein Fall für zwei
Rating: P 12
Genre: Humor, Slash
Handlung: Benni hatte eher weniger von einem Wolf. Tatsächlich erinnerte er Leo eher an ein putziges Nagetier, an einen Hamster, um genau zu sein. Kann als Fortsetzung von „Wölfe sind Rudeltiere“ gelesen werden.
Länge: ~ 750 Wörter
Zeit: ~ 50 Minuten
A/N: Sorry, aber die Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf ;)


***


Benni war ein echt guter Koch. Das war natürlich nichts neues, das wußte er schon länger. Aber es war durchaus nicht zu verachten, täglich in diesen Genuß zu kommen. Alles in allem lief das Zusammenwohnen erstaunlich gut, obwohl sie seit Ewigkeiten nicht mehr mehr als die ein oder andere Nacht beim jeweils anderen verbracht hatten. Und wenn sie als Kinder die halben Sommerferien zusammen gewesen waren, mußten sie sich ja noch nicht um den Haushalt kümmern. Glücklichere Zeiten. Naja, zumindest in der Hinsicht.

Leo stellte die letzten Teller zurück in den Schrank und klappte die Spülmaschine zu. Erledigt. Hausarbeit war eindeutig weniger nervend, wenn man sie aufteilen konnte. Da könnte er sich glatt dran gewöhnen. Vor allem fand er es praktisch, daß Benni freiwillig das Einkaufen übernahm. Sich gerade zu diesen Zeiten mit Maske durch einen vollen Supermarkt zu schieben, darauf konnte er gerne verzichten. Das fand er normalerweise schon sehr lästig. Aber Benni kaufte tatsächlich gerne ein. Er machte lange Listen, zog fröhlich los und kam noch fröhlicher zurück, bepackt mit vielen gut gefüllten Taschen. Leo mußte grinsen. Benni hatte eher weniger von einem Wolf. Tatsächlich erinnert er Leo eher an ein putziges Nagetier, an einen Hamster, um genau zu sein. Nur daß er seine Vorräte nicht in den Backentaschen nach Hause schleppte, sondern in diversen Stoffbeuteln unterschiedlicher Größe und Farbe.


***


Zwei Packungen Klopapier? Findest du nicht, du übertreibst ein bißchen?“ Leo griff nach der nächsten Tasche, die offenbar Lebensmittel enthielt. Benni war da recht systematisch. Stirnrunzelnd nahm er mehrere kleine in Staniol verpackte Würfel heraus. „Und drei Packungen frische Hefe? Denkst du, es gibt demnächst kein Brot mehr zu kaufen?“

„Sicher ist sicher“, kam Bennis Stimme gedämpft aus dem Bad, wo er sich gerade die Hände wusch. „Und letztes Mal war Hefe ausverkauft.“

„Ja klar. Und weil alle so vernünftig sind wie du, ist sie jetzt vermutlich wieder ausverkauft.“ Er zog noch mehrere Packungen Mehl, Nudeln und Reis aus der gleichen Tasche und griff dann zur nächsten, in der sich offenbar Obst und Gemüse befanden. Obenauf lagen schonmal ein paar Bananen.

„Laß mich das doch machen“, sagte Benni, der inzwischen wieder zurück in der Küche war und mit den Händen wedelte, damit das Desinfektionsmittel schneller trocknete. „Du weißt doch gar nicht, wo alles hinkommt.“

„Du kannst ja schonmal das Mehl für die Speisung der Zehntausend wegräumen.“ Er reihte erstmal alles an frischem Obst und Gemüse auf der Anrichte auf, um dann zu sehen, wie er das am besten im Kühlschrank unterbrachte. Noch ein letzter Griff, und –

„Ich sorge eben gerne vor“, erklärte Benni. „Du wirst sehen, irgendwann bist du mir noch dankbar deswegen.“

„Kondome?“ Leo starrte auf die Packung in seinen Händen. Zehn plus zwei zum Preis von zehn.

„Äh …“

Benni hatte wirklich Ähnlichkeit mit einem Nagetier. Jetzt allerdings eher mit einem Kaninchen, das vor einer Schlange saß.

„Das glaub‘ ich ja wohl nicht.“ Ein bißchen verletzt war er ja schon. Das mußte Benni ja nicht unbedingt gerade dann bringen, während er bei ihm wohnte. Die Idee, daß er eine Frau mit nach Hause brachte … da stellten sich ihm doch tatsächlich die Nackenhaare auf.

„Ich … dachte doch nur, sicher ist sicher. Also, für den Fall der Fälle.“

„Herr Gesetzestreu Hornberg plant also tatsächlich, die Kontaktbeschränkungen zu verletzen. Oder wie soll ich das verstehen?“

Benni hob abwehrend die Hände. „Nein! So war das doch nicht gemeint. Ich finde die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sehr vernünftig und es käme mir nie in den Sinn … also …“

Leo sah noch einmal auf die Packung in seinen Händen und dann wieder auf, in Bennis Gesicht. Bis eben war er zu perplex gewesen, um darüber nachzudenken, aber natürlich hatte Benni wissen müssen, daß er die Kondome sehen würde. Er hatte schließlich auch den letzten Einkauf ausgepackt. „Also …?“

„Ich dachte … falls sich was ergibt. Also, wenn … ich meine, falls …“

Leo machte einen Schritt nach vorn. Seine Nackenhaare sträubten sich immer noch, aber jetzt aus deutlich anderen Gründen als vorher. „Falls sich was ergibt.“

„Genau.“

Benni hatte noch nie weniger wie ein Nagetier ausgesehen als jetzt.


***


„Und?“ Benni drehte sich zu ihm. Für einen kurzen Moment fürchtete er eine der klassischen War ich gut Varianten, aber Benni sagte nur: „Wie geht’s dir?“

„Fantastisch.“ Jedenfalls viel zu gut, um zu lügen.

Benni drehte sich wieder auf den Rücken. Er konnte sehen, wie sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete und merkte, wie er selbst ebenfalls anfing zu lächeln.

„Ich hab‘ dir ja gesagt, du wirst mir nochmal dankbar sein …“


* Fin *
Tags: !120 minuten, f: ein fall für zwei, g: fanfic, g: slash, p: benni/leo
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