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A day at the races (XI)

Prompt: Krimi/Thriller –[Spoiler (click to open)]Explosionen
Team: Enterprise
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Krimi, Angst
Handlung: Fortsetzung zu Teil 10
Länge: ~ 550 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten
A/N: O.K., das wird ziemlich wild hier, aber das kommt davon, wenn man statt eines Plots zickzack über Prompts hüpft ;)


***


Die Zeit verging, ohne daß Thiel sagen konnte, wieviel davon. Er hatte mehrfach geschlafen und war wieder aufgewacht, aber er hatte kein Gefühl dafür, wie lang er jeweils geschlafen hatte. Sicher war er nicht schon mehrere Tage hier, sonst hätte er den Eimer öfter benutzen müssen. Irgendetwas mußte das Oberlicht verdecken, zumindest konnte er anhand des Lichtschimmers, der in den Raum fiel, nicht feststellen, ob es Tag oder Nacht war. Die Wasserflasche war noch fast halbvoll, aber er trank auch nur daraus, wenn sein Mund so trocken war, daß er es nicht mehr aushalten konnte. Bislang hatte noch niemand nach ihm gesehen – möglicherweise mußte er mit diesem Wasservorrat noch sehr lange auskommen.

Das war ein sehr beunruhigender Gedanke, den er zu vermeiden versuchte. Wurde nicht besser, wenn er in Panik verfiel. Aber wenn er nicht über den Wasserstand in der Flasche nachdachte und darüber, wie lange er damit noch auskommen würde, gingen ihm andere Gedanken durch den Kopf, die noch schlimmer waren.

Sie hatten sich nicht verabschiedet. Boerne hatte ihm nur noch ein „Du hast fünf Minuten“ hinterhergerufen. Sie waren beide müde gewesen und hungrig und natürlich hatte niemand mit so etwas rechnen können. Und dann war er nicht wiedergekommen. Es machte ihn wahnsinnig sich vorzustellen, wie sehr Boerne litt. Nicht zu wissen, ob er überhaupt noch lebte. Nichts tun zu können.

Er zog die Knie näher an den Körper und versuchte, ganz ruhig zu atmen. Tränen bedeuteten einen Flüssigkeitsverlust, den er sich jetzt wirklich nicht erlauben konnte, wenn er Boerne wiedersehen wollte. Und das würde er. Er wußte genau, daß seine Kollegen nichts unversucht lassen würden, um ihn zu finden. Er würde hier wieder rauskommen, er mußte nur zusehen, daß er die Ruhe behielt und keine Energie verschwendete. Daß er durchhielt, so lange es eben dauerte.

In dem Moment hörte er das Geräusch das erste Mal.


***


Ein Ticken.

Das war nicht gut.

Der metallische Kasten tickte. Thiel betastete ihn vorsichtig, aber ohne Erfolg. Vielleicht war das ja nur eine Attrappe? Ein Trick, um ihn um den Verstand zu bringen? Wenn ja, funktionierte das ganz hervorragend … Sein Puls raste, als er den Kasten wieder absetzte und sich in die entgegengesetzte Ecke drückte. Nicht, daß das viel bringen würde, wenn das Ding wirklich eine Bombe war.


***


Irgendwann hatte er angefangen das Ticken zu zählen. Einfach nur zählen, besser als denken. Jedes Ticken mehr bedeutete, daß er noch lebte, und wenn er nicht aufhörte zu zählen, würde er auch weiterleben.


***


Er war bei 1537 angekommen, als er plötzlich ein anderes Geräusch hörte. Schritte? Ein Scharren und Quietschen und dann plötzlich gleisende Helligkeit.

„Frank!?“

„Herr Thiel?“

„Hier tickt was!“ Er kniff die Augen zusammen und versuchte, etwas zu erkennen. „Alles evakuieren, sofort!“

Nur schemenhaft konnte er die Rettungsleiter sehen, die Mirko herunterließ. Verdammter Mist, mit den Dingern war er schon immer schlecht gewesen. Und seine Beine waren schwer wie Blei, während das Ticken immer lauter zu werden schien. Er griff nach der Strickleiter und alles schien noch langsamer zu werden. Wie in Zeitlupe kämpfte er sich Querstrebe um Querstrebe nach oben, während das Mistding sich hin und her wand. Und dann griffen Arme nach ihm und zogen und zerrten und er war im Freien und … „Da unten tickt was!“

Boerne und Mirko packten ihn und zerrten ihn weg von der Falltür, raus aus dem Gebäude.

„Da unten -“

Der Lärm war ohrenbetäubend.


* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
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