cricri_72 (cricri_72) wrote,
cricri_72
cricri_72

  • Mood:

Erster Kontakt

Prompt: SciFi – Erster Kontakt
Team: Enterprise
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: AU, SciFi, Pre-Slash, Humor,
Handlung: Thiel will mit Boerne reden, aber immer kommt ihm irgendwas dazwischen. Fortsetzung zu „Neue Welten“ (irgendwann krieg ich das auch noch fertig!).
Länge: ~ 800 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten


***


Das mit dem Mit-Boerne-Reden gestaltet sich dann aber doch schwieriger, als er gedacht hätte. Dabei will er wirklich, aber erst sind sie nicht in der gleichen Schicht, und als sie wieder synchron sind, ergibt sich einfach keine Gelegenheit. Auf diesem gottverdammten Schiff ist man so gut wie nie allein, und das ist ein Gespräch, das er wirklich nicht vor Publikum führen will. Für den Fall, daß es schlecht ausgeht. Und erst recht für den Fall, daß es gut ausgeht.

„Was ist denn los mit dir heute, Junge?“ Herbert sieht ihn prüfend an. „Du bist ja ganz rot … wirst du etwa krank?“

„Quatsch.“ Thiel räuspert sich. „Mir geht’s gut.“

„Wir hätten da nämlich was ganz Neues, hilft gegen alle Arten von Erkältungskrankheiten, und die Nebenwirkungen sind wirklich kaum der Rede -“

Das Schrillen des Alarms unterbricht ihn. In der Kantine wird es schlagartig still. Seit sie seit einigen Jahren in einen Asteroidenschwarm geraten waren, hatte es keinen Anlaß mehr gegeben, den Alarm auszulösen.

Und dann kommt die Stimme des Kapitäns über die Bordlautsprecher. „Achtung, Achtung. Alles Personal auf die Stationen. Uns nähert sich ein fremdes Schiff.“


***


„Unglaublich, wirklich unglaublich.“ Boerne wippt geradezu auf den Zehenballen. „Wissen Sie überhaupt, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist? Wir sind immer davon ausgegangen, daß das reine Science Fiction ist. Außerirdisches Leben!“

„Noch wissen wir das nicht sicher.“ Thiel drückt nochmal auf den Schalter des Fahrstuhls, der sie zur Brücke bringen soll. Das ist das Protokoll für so einen Fall. Alle Führungsoffiziere auf die Brücke, bis hin zum technischen und medizinischen Dienst.

„Ein Schiff, Thiel. Ein fremdes Schiff. Was soll das sonst sein?“

Endlich. Die Fahrstuhltüren öffnen sich mit einem leisen Wusch (Bulle, der Scherzkeks, war damals für das Akustik-Design zuständig und fand es witzig, den Soundeffekt aus Star Trek zu benutzen) und geben einen überraschend leeren Innenraum frei. Thiel macht einen Schritt nach vorne und … „Boerne!“

Sie sind beide gleichzeitig losgegangen und haben sich in der Tür verkeilt. Hinter ihnen kichern ein paar Kadetten, während sie sich wieder frei kämpfen und anschließend nacheinander den Fahrstuhl betreten.

„Was meinen Sie, ob die Fremden uns ähnlich sind? Oder ob es eine komplett andere Lebensform ist, vielleicht nicht einmal kohlenstoffbasiert? Die Möglichkeiten, denken Sie nur, Thiel, die -“

„Boerne!“ Die Tür schließt sich hinter ihnen, und sie sind allein. Seit Wochen sind sie zum ersten Mal gleichzeitig wach und allein. „Ich muß dringend mit Ihnen reden, ich …“

Boerne sieht ihn an. „Ja?“

Dreiundzwanzig Sekunden. Dreiundzwanzig Sekunden dauert die Fahrt vom untersten Wohndeck bis zur Brücke. Dreiundzwanzig Sekunden, um das zu sagen, was er schon seit Wochen sagen will.

„Als mein Vater … Da haben Sie, also, Sie haben … und dann sind da immer viel zu viele Menschen, und …“ Oh nein. Er stammelt. Und die Zeit rennt ihm vorbei. „Jedenfalls, was ich sagen will, ist -“

Wusch

„Wir reden später.“ Er spürt Boernes Hand am Rücken und läßt sich aus dem Fahrstuhl schieben.


***


Als sie auf der Brücke ankommen, gibt es bereits eine Audioverbindung zu dem anderen Schiff. Die Stimme des fremden Kapitäns klingt so mechanisch, daß sein erster Gedanke Roboter! ist, aber er kann sich einen entsprechenden Kommentar gerade noch verkneifen. Boerne wirft ihm einen Blick zu und schmunzelt. Vermutlich weiß der andere ganz genau, was er gerade denkt. Er kann eben nicht aus seiner Haut, und er ist Mechaniker mit Leib und Seele. Wo Boerne von nicht-kohlenstoffbasierten intelligenten Lebensformen träumt, träumt er von mechanischem Leben. Aber natürlich ist irgendeine Form von Übersetzungstechnik sehr viel wahrscheinlicher.

Die Botschaft ist grammatisch etwas einfach strukturiert, aber verständlich. Die Wesen nennen sich Altarier, und sie freuen sich auf einen kulturellen Austausch sowie auf die Gelegenheit, Handel zu treiben.

„Na hoffentlich bieten sie uns keine pockenverseuchten Decken an“, zischt er Boerne zu.

Boerne beißt sich auf die Lippen, um nicht laut loszulachen. „Dafür bin ich ja dabei beim ersten Kontakt.“

Thiel wird schlagartig ernst. So genau hat er das Protokoll für diesen Fall nicht im Kopf. Erstkontakt. Wer hatte jemals damit gerechnet, daß das tatsächlich passieren würde? Aber klar, medizinische Begleitung ist da bestimmt sinnvoll. Aber muß es ausgerechnet Boerne sein? Woher wollen sie denn wissen, daß diese Wesen wirklich nur Handel treiben wollen? Vielleicht haben die ganz anderes im Sinn? Was wissen sie denn schon von den Gefahren, die hier auf sie lauern? Während er noch versucht, die beginnende Panik in den Zaum zu kriegen, stellt Frau Klemm schon ihr Erstkontakt-Team zusammen. Ein Team der Altarier will mit einer Raumfähre an der nächstgelegenen Andocköffnung anlegen. Boerne sieht aus wie die sprichwörtliche Katze, die den Sahnetopf gefunden hat und ihm geht das alles viel zu schnell. Sie haben doch noch nicht einmal … Er greift nach der Hand des anderen, als der sich in Bewegung setzen will, um sich dem Team anzuschließen.

Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Boerne sieht nach unten, auf ihre Hände, und dann wieder in seine Augen. Er lächelt. „Es wird alles gutgehen.“

Und dann läßt er seine Hand los und geht.


* tbc *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: alternate universe, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
Subscribe

  • Das Abendessen

    Prompt: Romantik/Intimität – enttäuschte Erwartungen Team: Enterprise Fandom: Ein Fall für Zwei Rating: P 6 Genre:…

  • Kulturelle Unterschiede

    Prompt: Humor/Crack – „Da muß man dabei gewesen sein“ Team: Enterprise Fandom: Agatha Christie’s Poirot Rating: P 6…

  • Phasenverschoben

    Prompt: Humor/Crack – Joker (Insp.) – „ Zuhause ist es doch am schönsten“ von thots_tochter Team:…

  • Post a new comment

    Error

    default userpic

    Your reply will be screened

    Your IP address will be recorded 

    When you submit the form an invisible reCAPTCHA check will be performed.
    You must follow the Privacy Policy and Google Terms of use.
  • 0 comments