cricri_72 (cricri_72) wrote,
cricri_72
cricri_72

Phasenverschoben

Prompt: Humor/Crack – Joker (Insp.) – „Zuhause ist es doch am schönsten“  von thots_tochter
Team: Enterprise
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 6
Genre: Humor, Slash
Handlung: Daß Boerne immer meint alles besser zu können, nervt Thiel ganz schön. Andererseits gibt es Momente, da ist er ganz froh, wenn Boerne wirklich was besser kann als er …
Länge: ~ 550 Wörter
Zeit: ~ 30 Minuten
A/N: Ich brauchte noch eine Pointe am Ende, auch wenn es für Boerne sicher OOC ist ;)


***


Homeoffice. Thiel hatte geschimpft wie ein Rohrspatz. Den ganzen Tag nur auf den Bildschirm starren, noch schlimmer als reiner Innendienst!

Er fand ja, daß der andere maßlos übertrieb. Außerdem verlangte diese Pandemie von ihnen allen Opfer. Er zum Beispiel war seit Wochen nicht mehr essen gewesen. Hörte Opern nur noch aus der Konserve. Thiel kratzte das alles nicht, ob der seine Pizza im Restaurant aß oder geliefert bekam, war ihm schnuppe. Und für kulturelle Genüsse jenseits von Sportveranstaltungen (eigentlich weigerte er sich ja, so etwas als Kultur zu bezeichnen) war er sowieso nicht zu begeistern. Und selbst die Sportveranstaltungen hatten mit den Jahren arg abgenommen, inzwischen sah er sich seine Fußballspiele ohnehin lieber von der Couch aus an.

Aber weil er seinen Liebsten inzwischen lange genug kannte, hielt er den Mund. Bis zu dem fatalen Moment, als er die Ausstattung für den heimischen Arbeitsplatz auspackte.

„Soll ich dir vielleicht helfen, das ganze -“

Wenn Blicke töten könnten, hätte jetzt vermutlich Alberich das zweifelhafte Vergnügen herauszufinden, was ihn so unverhofft und vorzeitig aus dem Leben gerissen hatte.

„Ich verstehe schon. Du schaffst das selbstverständlich alleine.“


***


Er fand es ja ganz schön, daß sie jetzt beide zuhause arbeiteten. Das hatte sowas … häusliches, eben. Keine Anfahrt und sie konnten die Pausen zusammen verbringen. Etwas legerer als üblich konnte es noch dazu zugehen. Nachteilig war allerdings, daß Thiel seinen Arbeitsplatz in ihrem Schlafzimmer eingerichtet hatte, das wiederum genau neben seinem Arbeitszimmer lag. Weshalb er jetzt in den Genuß kam, den andern bei seiner ersten Videokonferenz zu hören.

„Wo muß man denn … ah, hier.“

„Hallo zusammen.“

Vielleicht sollte er die Tür doch besser schließen.

„Ich denke ja, wir sollten -“

„Das wollte ich auch gerade -“

„Also hören Sie mal, das ist doch keine Art, mir ständig ins Wort -“

Andererseits … das versprach ganz unterhaltsam zu werden. Boerne lehnte sich in seinem Bürostuhl zurück und lächelte.

„Hallo? Hallo? Kann mich denn niemand hören?“

„So ein verdammter … Hallo?“

„Sie hören mich anscheinend nicht, oder? Sieht denn hier niemand, daß ich rede?“

Vielleicht sollte er sich doch so langsam erbarmen und Thiel zu Hilfe kommen. Bevor der noch anfing, an seiner Existenz zu zweifeln.


***


„Was machst du denn hier“, zischte Thiel und hielt die Hand vor die Webcam seines Laptops. Immerhin wußte er, von wo aus er gefilmt wurde. Boerne war beeindruckt. Nur daß die Kamera höchstwahrscheinlich nicht aktiv war, sonst hätte längst jemand bemerkt, daß er sich nicht verständlich machen konnte. Und daß sie zusammenwohnten, pfiffen im Präsidium schon längst die Spatzen vom Dach.

„Ich dachte, du kannst vielleicht Hilfe brauchen.“ Er wartete einen Moment. „Oder?“

Thiel verdrehte die Augen. Aber dann nickte er. „Irgendwas stimmt mit dem Ton nicht.“

Boerne kam näher. „Du hast Kamera und Mikro deaktiviert.“ Mit wenigen Klicks schaltete er die Kamera ein – uh, unvorteilhafter Blickwinkel, er stellte sie mal gleich etwas nach unten, damit man nicht nur Thiels Nasenhaare sah – und als nächstes das Mikro. „Jetzt sollte es gehen, Schatz.“

Befriedigt sah er, wie Thiel rot anlief. Geschah ihm nur recht. Hätte er seine Expertise mal gleich in Anspruch genommen.

„Boerne!“

Auch die Kollegen in der Videokonferenz grinsten.

„Guten Morgen, Herr Professor.“ Frau Klemm lächelte süffisant. „Sie genießen die Vorzüge des Homeoffice, wie ich sehe.“

In dem Moment wurde ihm siedendheiß bewußt, was er getan hatte.

Thiels Gesicht war jetzt perfekt im Bild.

Und weil er daneben stand, auch seine Boxershorts.


* Fin *
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
Subscribe

  • Das Abendessen

    Prompt: Romantik/Intimität – enttäuschte Erwartungen Team: Enterprise Fandom: Ein Fall für Zwei Rating: P 6 Genre:…

  • Kulturelle Unterschiede

    Prompt: Humor/Crack – „Da muß man dabei gewesen sein“ Team: Enterprise Fandom: Agatha Christie’s Poirot Rating: P 6…

  • All time high II

    Prompt: h/c – Joker (Insp.) - Heroic idiot von thots_tochter Team: Enterprise Fandom: Ein Colt für alle Fälle…

  • Post a new comment

    Error

    default userpic

    Your reply will be screened

    Your IP address will be recorded 

    When you submit the form an invisible reCAPTCHA check will be performed.
    You must follow the Privacy Policy and Google Terms of use.
  • 0 comments