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BT_Wandern

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Büttenwarder

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BT_Wandern

Drei Nächte - Kapitel 1

Rating: P 12
Genre: Slash, First Time, h/c
Episodenbezug: Hinkebein
Handlung: drei missing scenes zu Hinkebein
Warnungen: Spoiler Alert. Und ich fürchte, der Text ist nicht ganz verständlich, wenn man Hinkebein nicht kennt.
Länge: insgesamt 4.100 Wörter
Beta: veradee - ohne sie wäre Kap. 2 ganz schön langatmig geworden ;)




~*~ Die erste Nacht ~*~


***


  "Hatten Sie sie eigentlich gerne?"

Vielleicht war Boerne ja betrunken genug, um diese Frage zu beantworten, die ihn hartnäckig verfolgte, seit er dem anderen bei der Obduktion zugesehen hatte.

  "Wen?" Boerne unterbrach den Versuch, sein Jackett auszuziehen, und sah ihn fragend an. Das war schon so gut wie ein Nein, oder?

  "Katja Braun natürlich. Ich meine, immerhin müssen Sie sie doch zumindest früher einmal gern gehabt haben, oder?"

  "Ach ..." Boernes Hand beschrieb einen schwungvollen Bogen, der alles mögliche bedeuten konnte. "Was heißt das schon."

Vermutlich war Boerne zu betrunken, um etwas sinnvolles aus ihm herauszukriegen. Er hätte früher am Abend fragen sollen, dachte Thiel resigniert, während er dem anderen dabei zusah, wie er sich heillos in seinem Jackett verhedderte.

  "Langsam ... Boerne! Halten Sie mal still." Er drehte den anderen vor und zurück und half ihm aus der Jacke.

  "Sie haben ihr doch das Geld gegeben ..."

  "Wem ...?"

  "Katja Braun." Thiel seufzte. "Sie werden sich doch wohl erinnern. Sie arbeitete bei der Mordkommission, sie haben sich öfter beruflich gesehen, und eins führte zum anderen ... oder so ähnlich haben Sie das doch heute Nachmittag erzählt."

  "Sie mag ich viel lieber."

  "Was?"

  "Sie würden nie versuchen, mir ein Kind unterzuschieben, und denken, ich bin so blöd, daß ich das nicht merke ..."

Für den Bruchteil einer Sekunde hatte er gedacht ... aber der andere hatte sich nur betrunken in seinen Gedanken verheddert.

  "Das dürfte auch schwierig werden."

  "Genau ... sag ich doch."

Boerne drehte sich zu schnell, stolperte und landete zum Glück auf der Couch.

  "Am besten schlafen Sie erst mal Ihren Rausch aus."

  "Ich bin lediglich ein wenig ... angeheitert."

  "Jaja." Er nahm die Wolldecke vom Sessel und breitete sie über Boerne aus. Den anderen auch noch ins Bett zu bringen ging wirklich zu weit. Außerdem würde Boerne, besoffen wie er war, den Unterschied zwischen Bett und Sofa sowieso nicht merken. "Einfach schlafen, morgen sieht die Welt ganz anders aus."

Und wie ... nämlich verkatert. Vielleicht sollte er noch einen Eimer-

Boernes Hand, die nach seiner griff, brachte ihn aus dem Konzept. Was zur Hölle ...

  "Ihre Mutter hatte recht, Sie haben wirklich-"

  "Boerne!"

  "Was ist denn?"

Wenn Boerne ihn mit diesem unschuldigen Blick ansah, wußte er nie, ob dem anderen wirklich unklar war, was er gerade falsch gemacht hatte. Vielleicht war falsch nicht das richtige Wort, unpassend traf es wohl eher, oder ... Boernes Daumen strich über seinen Handrücken, und er zog den Arm schnell wieder zurück.

  "Sie sollten schlafen."

Er ging zur Tür und streckte die Hand nach dem Lichtschalter aus. Besser, das nicht noch weiter zu vertiefen. Boerne würde das morgen bestimmt sehr peinlich sein. Wenn er sich dann überhaupt noch erinnerte. Aber selbst wenn - garantiert würde er so tun, als wisse er von nichts. ... diesen Moment würde es nie gegeben haben. Egal was er jetzt ...

  "Würden Sie mich auch obduzieren?"

  "Was?"

  "Wenn mich jemand umbringen würde, würden Sie auch-"

  "Wer will Sie umbringen?" Boerne klang mit einem Mal panisch.

  "Niemand ... Ich meinte doch nur ..."

  "Sie müssen unbedingt ... Wenn Sie jemand bedroht, dann müssen Sie-" Boernes Blick huschte hektisch von einer Zimmerecke in die andere.

  "Boerne ... alles in Ordnung ... das war eine blöde Frage." Er hätte Boerne in diesem Zustand nicht auf so eine Idee bringen sollen. Jetzt konnte er erst wieder zusehen, daß der andere sich beruhigte, bevor er selbst ins Bett kam.

  "Das war eine hypothetische Frage. Hypothetisch, Boerne. Sie wissen doch noch, was das heißt, oder?"

Der Ablenkungsversuch funktionierte, und Boerne konzentrierte sich wieder auf ihn, statt potentielle Bedrohungen zu suchen.

  "Hypothetisch?"

  "Genau."

Man konnte Boerne förmlich beim Denken zusehen. Wenn es nicht so spät gewesen und er morgen früh wieder rausgemußt hätte, hätte das fast unterhaltsam sein können.

  "Selbstverständlich würde ich Sie obduzieren."

  "Wußt' ich's doch."

  "Sie können sich absolut auf mich verlassen - ich würde nur den Besten an diesen Fall lassen, und das bin nun einmal-"

  "Sie, na klar." Thiel seufzte. Mit Betrunkenen konnte man nicht vernünftig reden. "Aber würde Ihnen das wirklich gar nichts-"

Ein Schnarchen unterbrach seine Frage, bevor er sie richtig auf den Punkt hatte bringen können. Eine vernünftige Antwort würde er von Boerne sowieso nie bekommen. Er unterdrückte ein Schaudern bei dem Gedanken, wirklich einmal selbst auf Boernes Obduktionstisch zu liegen. Andererseits - wenn es soweit kommen sollte, wäre das wohl seine geringste Sorge. Genaugenommen hätte er dann gar keine Sorgen mehr. Ob Boerne traurig wäre, wenn ihm etwas zustieß?

Quark. Er hatte selbst vielleicht auch das ein oder andere Bier zu viel getrunken. Thiel schüttelte den Kopf. Eimer. Er hatte noch einen Eimer holen wollen.
 
*** wird fortgesetzt ;) ***


hier geht's weiter zu Kapitel 2

Comments

oooh, nice.
So eine Szene hätte ich mir tatsächlich auch im Tatort vorstellen können (bis auf die Handsache wohl) - die Stimmen hast du echt drauf!
"Ich würde nur den Besten an diesen Fall lassen, und das bin nun einmal-"
Hihi.
Danke, ich fühle mich geschmeichelt ... ;)

Ich hatte ein wenig Angst, daß Boerne nicht betrunken (genug) klingt. Im Film kann man das ja durch die Aussprache ausdrücken, aber im Text fand ich das nicht so passend. Um so mehr freue ich mich, wenn die zwei stimmig rübergekommen sind :)

Wie Du dem Rating schon entnehmen kannst, ist es zwar Pre-Slash bis Slash, bleibt aber auch in den nächsten beiden Kapiteln eher zurückhaltend.

So eine Szene hätte ich mir tatsächlich auch im Tatort vorstellen können
Sowas hat gefehlt bei Hinkebein, finde ich ...

Edited at 2012-03-25 12:16 pm (UTC)
Fortsetzung... *grummel* Gemein! ;)
Super, dass Hinkebein Dich so inspiriert hat!
Davon profitieren wir alle. ^^
Ich freue mich auf Teil 2 und 3!!
Keine Angst, kommt morgen und übermorgen! Ich denke inzwischen, daß Kapitel 2 nicht mehr besser wird und eigentlich auch raus kann - will nur noch einmal wach draufschauen.

Ich freue mich, daß Dir der Anfang gefällt :)
Du verwöhnst uns ja momentan beinahe täglich mit einer FF :D

Am schönsten fand ich das Bild von Boerne, der sich in seinem Jacket verheddert und Thiel, der ihn mit ein paar Wendungen aus eben diesem heraus schält :3

Bin schon wahnsinnig gespannt auf Teil 2!
Ja - ich weiß auch nicht, offenbar scheint mich Streß zu mehr Geschichten zu motivieren. Und Hinkebein war, trotz seiner Schwächen, irgendwie anregend.

Das Jackett-Bild mag ich selbst auch sehr gerne - vor allem, weil das so nebenbei entstanden ist. Eigentlich bin ich beim Schreiben dem Dialog gefolgt, und das drumherum ergibt sich dann meistens ohne groß nachzudenken.

Teil 2 kommt morgen ;)

Und was macht Dein Text ...? *hint*
Ich hoffe, dass der Text zum WE raus kann.
Vielleicht poste ich auch gleich noch einen kleinen Textschnipsel, der mir heute zugeflogen kam. Mir war nach dem ganzen PWP mal wieder nach ein bisschen Drama ;D
Immer her damit, I love drama :)

Und auf den längeren Text freue ich mich auch gerne noch vor.

A propos - hättest Du Lust, was kurzes (1.200 Wörter) und harmloses beta zu lesen? Ein Oneshot zu Sag nichts. Der ist schon Monate alt, und jetzt habe ich endlich so was wie ein Ende geschafft.
Och, drüber lesen mach ich doch immer gern : ) Mir ist gerade alles Recht, was mich von der furchtbar synchronisierten Pilotfolge von Game Of Thrones ablenkt...
Schon geschickt ... der Text ist von August, also richtig alt.

Die genutzte Szene könnte eine auch noch zu ganz anderen Texten animieren ;)

Es eilt nicht, ich habe noch einen von ncb betagelesenen Oneshot zu überarbeiten, und natürlich auch die zweite und dritte Nacht.
Schön, die Geschichte jetzt hier nochmal lesen zu können.

Mir gefällt irgendwie der Moment besonders gut, wenn die beiden Thiels Obduktion diskutieren. Ich bin immer noch der Meinung, dass Thiel gar nicht richtig versteht, dass das von Boerne durchaus ein Beweis seiner Zuneigung ist.
Ich fürchte auch, daß Thiel das nicht kapiert :) Aber vielleicht bringt Boerne ihm die Sichtweise ja noch näher ...