?

Log in

No account? Create an account
BT_Wandern

April 2018

S M T W T F S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     

Büttenwarder

Powered by LiveJournal.com
BT_Anziehen

Happy End (Undercoververse XI)

zurück zum Undercover-Masterpost

Rating: P 6 / 12
Genre: pure fluff
Länge: 670 Wörter
Handlung: Irgendwann nach Undercover und direkt nach Heiligenschein.
Warnungen: Ich glaube, Boerne ist ein wenig OOC.
A/N: Die Geschichte wollte das Präsens. Weiß der Himmel wieso, der erste Teil dazu steht ja auch nicht im Präsens. Am Anfang habe ich es korrigiert, aber als es dann in jedem zweiten Satz wieder aufgetaucht ist, habe ich irgendwann kapituliert. Trotzdem stehe ich mit den Zeiten am Anfang auf Kriegsfuß :( Hab das Tempus im ersten Abschnitt nach readonly56s Tip korrigiert und glaube, jetzt stimmt es endlich :)




***


Der Tag ist doch wieder länger geworden, als er das vorgehabt hat. Es ist immer das gleiche, irgendwas kommt immer dazwischen. Er hat ein oder zweimal den Impuls unterdrücken müssen, Boerne anzurufen und zu fragen, wie es ihm geht. Frau Haller hatte sicherlich recht damit, daß Ruhe für Boerne das beste ist, und helfen konnte er sowieso nicht. Trotzdem hat er sich den ganzen Tag über unruhig gefühlt. Boerne ist nie krank. Eigentlich. Zumindest hat er ihn noch nie krank erlebt, und daß das jetzt anders ist, ist irgendwie ... falsch.

Als er endlich zuhause ankommt, ist es schon wieder halb acht. Er schließt Boernes Wohnungstür auf und denkt dabei, daß sie sich da auch langsam etwas überlegen müßten. In seiner Wohnung ist er fast nur noch, um die Kleidung zu wechseln. Weil sein Schrank noch da steht. Aber nach ein paar Wochen schon zusammenzuziehen, kommt ihm auch wieder unvernünftig vor. Obwohl es eigentlich nicht mehr wäre als die Tatsachen anzuerkennen.

Er öffnet leise die Tür zum Schlafzimmer und registriert als erstes, daß Boerne die Rollläden wieder hochgezogen und den Eimer zurück ins Bad gestellt hat.

  "Hallo ..."

  "Hallo." Boerne lächelt ihn an und sieht, von den Schatten unter den Augen einmal abgesehen, schon wieder ziemlich normal aus.

  "Wie geht's dir denn?"

  "Gut. Nur ein bißchen schlapp."

  "Tut mir leid, daß ich so spät bin."

  "Kein Problem, ich habe sowieso die meiste Zeit geschlafen ..." Boerne sieht ihm überrascht zu, während er Jeans und Hemd auszieht. "Aber so spät ist es nun eigentlich auch noch nicht, daß du -"

  "Nur einen Moment", murmelt er, während er unter die Decke klettert und Boerne in den Arm nimmt. Es ist schön, ihn wieder anfassen zu können, ohne daß es ihm davon noch schlechter geht. "Ich mache gleich Abendessen. Willst du auch was?"

  "Laß mal." Boerne rutscht näher. "Danach ist mir noch nicht."

Eine Zeitlang sagt niemand etwas und Thiel genießt einfach nur die Nähe. Inzwischen hätte das fast schon Gewohnheit sein müssen, ist es aber nicht. Es fühlt sich immer noch wie etwas ganz besonderes an.

  "Tut mir leid wegen heute Morgen", murmelt Boerne.

  "Hm?" Er braucht einen Moment, bis er versteht, wovon der andere redet. "Das holen wir nach." Er streicht vorsichtig durch Boernes Haare. "Keine Kopfschmerzen mehr?"

  "Alles wieder im Lot. Ich bin nach so einem Anfall nur immer sehr müde. Aber morgen ist wieder alles normal."

  "Passiert das oft?"

  "Oft ist relativ", seufzt Boerne. "Ein paar Mal im Jahr, das ist mir aber auch wirklich oft genug. Aber wenigstens bin ich in illustrer Gesellschaft, viele große Geister haben unter Migräne gelitten, zum Beispiel -"

  "Schon gut." Er unterbricht Boerne schnell, denn nach längeren Vorträgen ist ihm jetzt wirklich nicht. "Die vielen illustren Geister kann ich mir jetzt eh nicht merken. Mir reicht es schon zu wissen, daß du was ganz besonderes bist."

Boerne schnaubt amüsiert und ist tatsächlich still. So verträglich ist er sonst selten, aber anscheinend hat ihn der überstandene Migräneanfall in guter Laune zurückgelassen. Thiel zieht ihn wieder näher an sich und entspannt sich. Der Streß des Arbeitstages verschwindet irgendwo im Hintergrund und er könnte fast einschlafen, hier und jetzt. Aber es ist kaum acht, und ihm knurrt der Magen. Außerdem fällt ihm ein, daß er Boerne vielleicht etwas erzählen sollte.

  "Ich glaube, Frau Haller ... also, ich glaube, sie ahnt etwas."

  "Wovon?" murmelt Boerne schläfrig.

  "Na, von uns."

  "Mhm."

  "Wußtest du das schon?" Eine so entspannte Reaktion hat er nun doch nicht erwartet.

  "Ich lege großen Wert auf kompetente Mitarbeiterinnen."

  "Und was soll mir das jetzt sagen?"

  "Alberich ist aufmerksam." Boerne blinzelt ihn an. "Es hätte mich gewundert, wenn sie nicht über kurz oder lang dahinter kommt."

  "Stört dich das nicht?"

Boerne sieht wieder weg, aber er fragt: "Stört es dich?"

  "Nein."

Die Erkenntnis hatte ihn heute Morgen überrascht, aber eigentlich ist es ein gutes Gefühl. Boerne sagt nichts mehr, er nickt nur, und Thiel lächelt, als er sich an etwas anderes erinnert.

  "Ein Heiligenschein also. Ich finde ja, das Thema sollten wir unbedingt vertiefen ..."


*** Fin ***


Comments

Sehr hübsch :) Ich finde Boerne nicht OOC, aber andererseits bin ich vielleicht nicht ganz unvoreingenommen ,)
Unvoreingenommen? Wer will das denn ...? ;)

Nach dem Schreiben dachte ich, daß Boerne mir da ja sehr umgänglich geraten ist. Aber
1) kann ich mir kaum vorstellen, daß er in einer Beziehung andauernd rumstressen kann (sonst geht das nicht lange gut)
2) Kennst Du das leicht euphorische, jedenfalls sehr erleichterte Gefühl, wenn man eine Krankheit hinter sich hat und sich wieder besser fühlt?

und schließlich 3) und letztens, und das zieht immer
- es ist hier schließlich mein Boerne, den ich mir so schreibe, wie er mir gefällt ;)

Und jetzt frage ich mich nur noch, warum mir Thiel eigentlich nicht OOC vorkommt *amKopfkratz* Vermutlich, weil ich mir den ohnehin als Beziehungsmenschen vorstelle, der im Tatort nur notgedrungen solo ist (weil die Drehbuchschreiber kein Einsehen haben).
>> es ist hier schließlich mein Boerne, den ich mir so schreibe, wie er mir gefällt <<

Unlogischerweise stelle ich Boerne jetzt mit roten Zöpfen vor :D Dabei dachte ich eigentlich immer, ich hätte beim Lesen keine konkreten Bilder vor Augen ;)
*snicker*

nee, so würde ich ihn mir dann doch nicht schreiben ;)
Also das ist ein schönes und passendes Ende für diese Geschichte! *freu*

Ich finde Boerne auch nicht wirklich o.o.c., ich denke ebenfalls, dass man nach einer überstandenen Krankheit etwas anders tickt; da darf ein Boerne auch ruhig mal etwas stiller sein. Abgesehen davon finde ich ihn in den ersten Folgen des Tatorts wesentlich weniger anstrengend als später, also stelle ich mir das jetzt einfach als eins der früheren Jahre vor. ;-)

Süß finde ich das hier: [...Boerne ist nie krank. Eigentlich. Zumindest hat er ihn noch nie krank erlebt, und daß das jetzt anders ist, ist irgendwie ... falsch...]
Stimmt, Boerne haut so leicht eigentlich nichts um, sogar wenn er eins auf den Deckel kriegt, steht er wieder auf wie ein Jack-in-the-Box. Kein Wunder, dass Thiel da nicht gut mit umgehen konnte...

Bis dann!
Baggi

Edited at 2012-07-26 05:27 pm (UTC)
Danke :)

Ich war etwas zögerlich, weil hier ja mal wieder extrem wenig passiert. Das ist wohl immer mein Drang, alles wieder gut zu machen ...

Da die Geschichte nach Undercover angesiedelt ist, haben wir hier ja eher den jungen Boerne. Den ich auch netter finde - wobei ich glaube, das liegt v.a. an der Qualität der späteren Drehbücher ;)

Ist Boerne eigentlich je krank? Von einem Hexenschuß mal abgesehen ... und diversen Verletzungen, weil er eins übergezogen bekommen hat. Und JJL ist in einem Tatort erkältet - das finde ich immer besonders putzig, weil dabei auffällt, daß die Szenen nicht hintereinander gedreht wurden. Da hat man dann immer in der einen Szene Boerne verschnupft, in der nächsten wieder fit, in der übernächsten verschnupft usw.
Mir reicht es schon zu wissen, daß du was ganz besonderes bist.

Na, das wollen wir doch hoffen, dass Thiel das weiß und auch zu schätzen weiß. Er wäre ja wohl nicht einfach mit irgendjemandem zusammen, oder? ;)

Ich mag die ruhige, beruhigende Stimmung, die von der Geschichte ausgeht. Da würde ich man sich fast gern dazu kuscheln – und das meine ich jetzt absolut platonisch.

??? – Da hoffe ich ja auf noch irgendetwas Schönes. Vielleicht die nicht jugendfreie Fortsetzung zu "Ankunft"? ;)
Ich mag die ruhige, beruhigende Stimmung, die von der Geschichte ausgeht.
Die wollte ich auch erzeugen *freu* Wobei ich nicht so ganz glücklich bin, sie ist nicht so greifbar und intensiv, wie ich sie im Kopf hatte. Aber wenn Du die Stimmung auch gefühlt hast, kann ich ja nicht alles falsch gemacht haben ;)

absolut platonisch
Auch das kommt richtig rüber - Thiel ist jetzt nämlich auch in einer ganz anderen Stimmung als noch am Morgen ;)

Schön, daß Dir das Ende auch gefallen hat.

Was die nichtjugendfrei Fortsetzung betrifft ... mal sehen, wenn ich in der richtigen Stimmung bin ;)