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December 2018

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Büttenwarder

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Wege

Wege, die sich kreuzen - Kapitel 11

Titel: Wege, die sich kreuzen - Kapitel 11
Beta: joslj - Danke!
Genre: Slash, Krimi, First Time, Drama, h/c und ein wenig Humor
Wortanzahl: 1.758
Zusammenfassung:
Im Laufe des Lebens begegnet man vielen Menschen. Manchen einmal. Manchen mehrmals. Und mit manchen geht man ein Stück des Weges gemeinsam.
Zwei Fälle (wie in einem guten Münsteraner Tatort üblich, hat mindestens einer der Fälle einen direkten Bezug zu einem der Hauptprotagonisten).
Eine Liebesgeschichte. Thiel ist neu in Münster und Boerne hat mehr Leichen im Keller, als man gemeinhin vermuten würde.
Warnungen: Eigentlich nicht. Eher weniger Gewalt als in einem durchschnittlichen Tatort.
Rating: ab 12

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~ Kapitel 11 ~

Boerne öffnete die Tür und wirkte fast so, als hätte er seinen Besuch erwartet.

  "Mir geht es gut."

Er musterte den anderen von Kopf bis Fuß. Auf der Platzwunde an der Stirn klebte ein großes Pflaster, und Boerne hatte sich offensichtlich gewaschen. Er sah müde aus, und erschöpft, aber zum Glück nicht so ... außer sich wie vor zwei Tagen, als er ihn aus der Rechtsmedizin ab und von Jonas Finger weggeholt hatte.

  "Kann ich reinkommen?"

Boerne nickte und machte den Weg frei.

  "Was ist das?" fragte er, als Boerne sich wieder aufs Sofa gesetzt hatte. Auf dem Tisch stand eine alte Zigarrenschachtel mit ... Müll?

  "Jonas Kiste", murmelte Boerne. "Die Fotoalben und so, die hat ja damals Miriam mitgenommen, und ..."

Er sah genauer hin. Überraschungseifigürchen. Ein Armband aus Glasperlen. Eine zerrupfte Feder und ein abgegriffenes Foto ... sowas hatte man früher im Kindergarten gemacht, erinnerte er sich plötzlich. Von Lukas gab es auch so ein Bild. Er streckte die Hand aus, und als Boerne ihn nicht aufhielt, schob er das Foto beiseite. Eine Postkarte mit krakeliger Kinderschrift. Noch ein Foto, von Boerne, der darauf noch so jung war, daß man ihn kaum wiedererkannte, und gerade dabei, Jonas mit Schwung in ein Schwimmbecken zu werfen. Ein schöner Schnappschuß, man konnte den Kleinen förmlich quietschen hören, wenn man das Bild ansah. Und ihn beschlich plötzlich ein Verdacht.

  "Gibt es für mich auch eine Kiste?" fragte er.

Boerne antwortete nicht, deshalb sah er auf in ein schuldbewußtes Gesicht, das Antwort genug war.

  "Was ist da drin?"
 
  "Das U-Bahn Ticket von dem Tag in Hamburg ...", murmelte Boerne. "Und die Kopie des Protokolls. Und ... meine Krawatte von dem Abend."

  "Wieso heben Sie sowas denn auf?" fragte Thiel entgeistert und verscheuchte die ungute Erinnerung an Manuel Kleinert, die ihm plötzlich in den Sinn gekommen war.

Boerne hob ratlos die Schultern. "Nur so."

  "Aber ..." Er wußte wirklich nicht, was er davon halten sollte.

  "Jetzt sehen Sie mich nicht so an, als wäre ich verrückt." In Boernes Gesicht war wieder etwas mehr Leben gekommen. "Ich sehe mir das ja nicht jeden Tag an. Es ist nur noch da, irgendwo bei den alten Sachen im Keller. Ich weiß nicht mal genau, wo."

Aber weggeworfen hast du es in all den Jahren auch nicht, dachte Thiel.

  "Es tut mir leid wegen vorhin."

  "Ich weiß."

Boerne schob das Foto von Jonas wieder an seinen Platz, und als er die Hand wieder zurückzog, wußte Thiel plötzlich, daß das bei weitem nicht alles war, was er richtigstellen mußte.

Er griff nach Boernes Hand und verschränkte ihre Finger. "Ich mag Sie."

  "Ich weiß."

Thiel schnaubte. "Das sagen Sie immer. Gibt es auch irgendetwas, was Sie nicht wissen?"

  "Wenig." Boerne lächelte. "Und das ist ja wohl offensichtlich."

  "Schön für Sie." Eitler, selbstgefälliger Mistkerl.

Boerne lächelte noch mehr, und plötzlich war es ihm ziemlich egal, daß Boerne immer und bei allem recht haben mußte.

 "Wenn Sie schon alles wissen, wissen Sie auch, ob ... ob ..."

Boerne zog seine Hand näher. "Wenn Sie das wissen wollen, das läßt sich ganz einfach klären."

  "Wie ..."

Boernes Lippen berührten sein Handgelenk, und er schloß die Augen und hörte seinem Herzschlag zu, der rapide beschleunigte.

Erst als Boerne seine Hand wieder sinken ließ, öffnete er die Augen. Der andere sah ihn nur an. Vermutlich sagte sein Gesichtsausdruck genug, denn Boerne lächelte.

Thiel räusperte sich. "Und wenn ich jetzt nicht ... wenn das nicht ..."

Boerne sah auf ihre Hände hinunter. "Wir wären trotzdem ... Freunde, oder?"

  "Gut." Seine Ausdrucksfähigkeit war auch schon einmal größer gewesen. Boernes Finger bewegten sich und strichen über seine Hand, und ihm fiel das Denken immer schwerer. "Und jetzt?"

  "Jetzt mache ich uns erstmal einen Kaffee."

  "Ich ..." Thiel fühlte leichte Panik in sich aufsteigen. Er hatte überhaupt noch nicht so weit gedacht, hatte nicht überlegt, ob -

  "Das Getränk, Thiel", unterbrach ihn Boerne in einem leicht amüsierten Tonfall. "Ich rede wirklich von Kaffee und von nichts anderem."

  "Nein." Er hielt Boernes Hand fest und wußte mit einem Mal sehr genau, was jetzt richtig war. "Kaffee ist ja wohl das letzte, was du jetzt brauchst. Du solltest schlafen, du siehst fix und fertig aus."

  "Es ist kurz nach neun, Thiel, das ist ja wohl kaum -"

  "Du hast die letzten Nächte garantiert kein Auge zugetan, und du bist verletzt, und du kannst heute Nacht sowieso nichts mehr machen." Er konnte wieder die Verzweiflung durchschimmern sehen und griff die Hand in seiner fester. "Ich möchte gerne hierbleiben."

  "Thiel ..." Boernes Stimme war sehr leise, und er sah ihn nicht an. "Ich bin im Moment wirklich mit den Gedanken woanders und nicht in der Verfassung -"

  "Ich rede auch nicht vom ... Kaffeetrinken. Sondern vom Schlafen."

Boerne ließ seine Hand los und fuhr sich mit beiden Händen durchs Gesicht. Als er ihn ansah, war der Hauch eines Lächelns zurück. "Wir sollten vielleicht doch lieber anfangen, von Sex zu reden, bevor sich das am Ende noch einschleift. Das wäre doch ein bißchen albern, in unserem Alter ..."
 

***


Er ließ Boerne nicht mehr aus den Augen. In seine Wohnung mußte er gar nicht mehr, er schlief meistens sowieso nur in Unterwäsche. Und bei Boernes vorbildlicher Vorratshaltung fanden sich natürlich auch noch drei unbenutzte Zahnbürsten.

  "Drei?"

  "Die werden doch nicht schlecht", meinte Boerne. "Und es gab fünf zum Preis von vier."


***


Er fühlte sich, als wäre er nach Jahren endlich angekommen. In dem Zimmer war es dunkel und still, und Boerne lag in seinem Arm, als hätte er nie etwas anderes getan. Er vergrub sein Gesicht tiefer in Boernes Haaren und dachte, daß es genau das war, was er all die Zeit vermißt hatte.

Und er wünschte sich, er könnte das irgendwie ausdrücken. Irgendetwas sagen, weil ihn das Gefühl zu ersticken drohte. Aber er war noch nie gut darin gewesen, die Dinge in Worte zu fassen.

  "Du hast mir gefehlt."

Das ergab überhaupt keinen richtigen Sinn, aber Boerne schien ihn zu verstehen.


***


Thiel wurde wach, bevor der Wecker geklingelt hatte. Die ruhigen Atemzüge neben ihm verrieten ihm, daß Boerne noch schlief. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen und stützte sich vorsichtig auf einen Ellbogen, um einen Blick auf die Uhr zu werfen. Zehn vor sechs. Und dann auf Boernes Gesicht, das selbst im Schlaf noch erschöpft aussah. Das Pflaster erinnerte ihn an den Tag zuvor, als der andere aus seinem Blickfeld verschwunden war und er einen Moment lang gedacht hatte, das sei das Ende. Er verscheuchte den Gedanken so schnell, wie er gekommen war. Boerne ging es gut. Naja. So gut es eben im Augenblick gehen konnte. Er erinnerte sich dunkel an eine Szene in der Nacht, die ihm so unwirklich vorkam, daß er sich fragte, ob er vielleicht nur geträumt hatte. Aber dann sah er noch einmal in Boernes Gesicht. Die Erinnerung war zu real, um ein Traum gewesen zu sein. Er streckte eine Hand aus und berührte ihn sanft an der Schulter.

  "Zeit aufzustehen ..."

Boerne öffnete die Augen und lächelte ihn an. Einen Moment lang flatterte etwas aufgeregt in seinem Magen, aber im nächsten krampfte er sich schon wieder schmerzhaft zusammen, als er sah, wie Boerne sich an alles andere erinnerte und das Lächeln verschwand wie ausgeknipst.

  "Wie geht's dir?" Er konnte sich die Antwort zwar denken, aber er hatte trotzdem das Bedürfnis zu fragen. Überhaupt löste Boerne bei ihm regelmäßig den Impuls aus, überflüssige Dinge zu sagen, daran hatte sich anscheinend nichts geändert.

  "Besser", flüsterte Boerne heiser, was er zwar nicht glaubte, aber auch nicht kommentierte.

  "Jedenfalls besser als gestern." Das mochte schon eher stimmen.

Boerne setzte sich auf und rieb sich die Augen. "Wie spät ist es denn?"

  "Gleich sechs."

Er wollte sich auch aufrichten, aber eine Hand drückte ihn zurück ins Kissen.

  "Warte ..."

Es mußte daran liegen, daß er noch nicht ganz wach war. Jedenfalls hatte er das nicht kommen sehen. Und er brauchte einige Sekunden, um zu verstehen, was gerade passierte. Obwohl er auch dann noch nicht verstand, wieso sein Herz klopfte wie verrückt. Es war zwar eine Weile her seit dem letzten Mal, aber er war im Leben nun wirklich schon oft genug geküßt worden, um deswegen nicht gleich völlig die Fassung zu verlieren. Eigentlich. Uneigentlich hatte er nach Boerne gegriffen wie ein Ertrinkender nach einem Rettungsring. Was ihn zum Glück nicht zu stören schien. Boerne hatte sich mit einem Arm aufgestützt, und die freie Hand wanderte über seinen Körper; über sein Bein und unter sein T-Shirt und verursachte mit jeder Berührung eine Gänsehaut. Er selbst hatte nur blind nach dem anderen gegriffen und packte ihn noch fester, als Boerne sanft an seiner Unterlippe saugte und ... das Geräusch klang jetzt eher nach Schmerz, dachte Thiel alarmiert. Er unterbrach den Kuß und sah Boerne forschend an.

  "Was?"  Boerne klang ziemlich atemlos, was ihn beinahe wieder abgelenkt hätte, aber das Pflaster erinnerte ihn auch daran, daß der andere gestern mehrere Meter tief einen Abhang hinuntergefallen und mit mehreren Bäumen kollidiert war. Thiel richtete sich energisch auf und streckte die Hand nach Boernes Pyjamaoberteil aus.

  "Wieso habe ich bloß das Gefühl, daß das ganz und gar nicht das wird, wonach es aussieht?" fragte Boerne amüsiert, aber er ließ sich wieder auf den Rücken fallen und hinderte ihn nicht daran, die Knopfleiste aufzuknöpfen. Als Thiel den Stoff vorsichtig beiseite schob und den Bluterguß sah, zuckte er unwillkürlich zusammen.

  "Ist nicht so schlimm, nichts gebrochen" sagte Boerne leise und griff nach seiner Hand. "Das wird schnell wieder."

  "Du hast mehr Glück als Verstand." Seine Stimme war so heiser, daß er sie selbst kaum erkannte. Er blinzelte und versuchte, ruhig zu atmen. Und sich NICHT vorzustellen, was alles hätte passieren können.

  "Dann kann mir ja praktisch nichts passieren", sagte Boerne. Es klang wie ein Scherz, aber als er aufsah, sah er in zwei ernste Augen. Boernes Finger berührten sein Gesicht, wischten etwas beiseite und wanderten in seinen Nacken. Er ließ sich ziehen, bis sein Kopf an Boernes Brust lag und sein Atem wieder ruhiger ging.

Von Anfang an war es ihm mit Boerne so gegangen. Wie auf einer Achterbahn, er wußte nie genau, was er gerade fühlte. Meistens war es eine Mischung aus so vielen widerstrebenden Gefühlen, daß er Mühe hatte, sich für eins zu entscheiden. Kein Wunder, daß er so lange gebraucht hatte, um zu verstehen, was sich dahinter versteckte. Und die Situation jetzt machte alles noch schlimmer. Er war nicht wirklich er selbst, und Boerne war schon gar nicht Boerne.

  "Wir müssen los."

Das stimmte auf jeden Fall. Die anderen Fragen würden sich irgendwann klären. Erst einmal mußte er ein Versprechen einlösen.

tbc


>> zu Kapitel 12

Comments

Das ist sooo schön. Das ganze hat eine Stimmung und ein Tempo, das für mich total paßt. So unaufgeregt und selbstverständlich, einerseits, und auf der anderen Seite ist das, was passiert, zu schön um wahr zu sein. Für die Beteiligten, und auch für den Leser. Drücke ich mich klar aus? Hihi, oh jeh... :-)

Er griff nach Boernes Hand und verschränkte ihre Finger. "Ich mag Sie."

Da hattest Du mich. Endlich sagt er mal ganz einfach und selbstbewußt, was Sache ist. Das gefällt mir total, und es paßt für mich auch voll.

"Du hast mir gefehlt."

... und da war ich einfach nur weg und dachte: Ja, genau. Das ist es.
Das ganze hat eine Stimmung und ein Tempo, das für mich total paßt.
:)
Das freut ich sehr! Ich denke, das ist ein wenig Geschmacksache - und wenn sich Autorin und Leserin in dem Punkt einig sind, ist es natürlich klasse. Ich verstehe jedenfalls, was Du meinst, mir ist es ja beim Lesen auch schon oft so gegangen, daß jemand gerade genau mein Tempo und meinen Level an Romantik getroffen hat. Denn was dem einen Romantik, ist dem anderen Kitsch ... das weiß ich natürlich auch ;)

Die beiden Sätze, die Du zistierst, v.a. das "Du hast mir gefehlt", das sind für mich auch Lieblingssätze. Und ich gebe zu, daß ich bei der Du-hast-mir-gefehlt-Szene auf lange zurückliegende Erinnerungen aus der Anfangszeit meiner Beziehung zurückgegriffen habe :) Das Gefühl, zwei statt eins zu sein, das ist schon was Tolles.
und verscheuchte die ungute Erinnerung an Manuel Kleinert, die ihm plötzlich in den Sinn gekommen war.

Ein bisschen ungewöhnlich ist Boernes Kiste schon, weil es ja nur eine kurze Begegnung war, aber vielleicht hat er sich damit weniger an Thiel, sondern eher an seine sexuellen Erkenntnisse und Erfahrungen aus einer Zeit erinnert, in der er noch unsicher war? In jedem Fall ist er ja glücklicherweise kein Manuel Kleinert.

Thiel fühlte leichte Panik in sich aufsteigen. Er hatte überhaupt noch nicht so weit gedacht, hatte nicht überlegt, ob -

Da musste ich doch sehr grinsen. (Ich hoffe ja sehr, dass der angekündigte Epilog noch kommt, und bin gespannt ...)

Das ganze Gespräch ist gleichzeitig sehr rührend und sehr amüsant. Letztlich gebe ich Boerne allerdings trotzdem recht. :)

Das ergab überhaupt keinen richtigen Sinn,

Doch. :)

Überhaupt löste Boerne bei ihm regelmäßig den Impuls aus, überflüssige Dinge zu sagen

Vielleicht sind sie ja dann gar nicht so überflüssig. ;)
Ich gebe zu, daß ich bei der Kiste der Versuchung nicht widerstehen konnte, Fall 1 doch nochmal mit dem Rest der Handlung zu verknüpfen ;) Ich habe evtl. dramatisiert ... Und natürlich war die Szene aus "Zwischen den Ohren" Mutter des Gedankens.
Deine Interpretation finde ich übrigens sehr schlüssig, ich glaube, ich habe die Idee so oder so ähnlich in einem der Boerne-POV-Schnipsel aufgegriffen. Und die Kiste liegt wirklich im Keller und ich glaube nicht, daß Boerne 20 Jahre an Thiel gedacht hat. Aber an bestimmten Punkten seines Lebens immer mal wieder. Und zum Wegwerfen konnte er sich nicht aufraffen, das kommt mir auch passend vor. Auch an Susannen wird er kaum ständig gedacht haben, aber die Erinnerung hat er deshalb noch lange nicht aufgegeben.

Da musste ich doch sehr grinsen.
Ich glaube, Jo auch beim Betalesen ;) Ob der Epilog jedoch diese Richtung weiterführt ... muß ich mal sehen. Vielleicht sollte ich noch einen friends only Epilog zum Epilog schreiben ;)

Womit gibst Du Boerne recht? Daß es nicht zu übersehen ist, daß Thiel ihn mag? Das denke ich allerdings auch ... Wobei sich Boerne mit Sicherheit nicht sicher war, wie weit das gehen würde, sonst hätte er nicht lange gefackelt.

Doch. :)
Da sind wir uns wohl alle einig :)
Ich mochte diese Szene, weil sie die Anfangsszene mit dem Traum wieder aufgreift. Und überhaupt ...
Und was die überflüssigen Dinge angeht - ich glaube, Boerne würde Dir da auch zustimmen. Da gehen Thiels und Boernes Definition von überflüssig mit Sicherheit auseinander :)
Boernes Erinerungsstücke aus "Zwischen den Ohren" hatte ich völlig vergessen.

Womit gibst Du Boerne recht? Daß es nicht zu übersehen ist, daß Thiel ihn mag? Das denke ich allerdings auch ... Wobei sich Boerne mit Sicherheit nicht sicher war, wie weit das gehen würde, sonst hätte er nicht lange gefackelt.

Ach so, nein, ich meinte, dass sie die Sache wohl doch irgendwann mal beim Namen nennen müssen. Sex.

Ah *lichtaufgeh*

Ja, in der Tat, *damit* hat Boerne erst recht recht ;)
War das vorherige mein liebstes Action-Kapitel, sind es in diesem die ruhigen Töne, die ich liebe.


Er sah müde aus, und erschöpft, aber zum Glück nicht so ... außer sich wie vor zwei Tagen, als er ihn aus der Rechtsmedizin ab und von Jonas Finger weggeholt hatte.
Ich kann mir den Gesichtsausdruck wirklich genau vorstellen.

"Jetzt mache ich uns erstmal einen Kaffee." - und Thiel gerät in Panik. *lol*
Es ist herrlich, echt! Die grandioseste Idee dieser Story. Auch die Sätze etwas tiefer, Boerne, der zu müde ist und Thiel, der doch nun wirklich nicht auf Sex abgezielt hatte.

"Nein." Er hielt Boernes Hand fest und wußte mit einem Mal sehr genau, was jetzt richtig war. "Kaffee ist ja wohl das letzte, was du jetzt brauchst. Du solltest schlafen, du siehst fix und fertig aus."
*huggles Thiel für diese Fürsorge*

Der Absatz, in dem sie zusammen im Bett liegen, ist einfach zauberhaft. Ich bin kein Slasher, das heißt aber nicht, dass ich solch eine wunderschöne Szene nicht zu würdigen weiß.
Absoluter Höhepunkt hier ganz klar: du hast mir gefehlt.
Ich glaube, das ist das größte Kompliment, das man einem Menschen machen kann. Ich wäre vielleicht sogar so weit gegangen, das DU groß zu schreiben.
Es gibt nichts schöneres als das Gefühl oder das Wissen, seine zweite Hälfte gefunden zu haben; denjenigen, der einen komplettiert.

Das ergab überhaupt keinen richtigen Sinn, aber Boerne schien ihn zu verstehen.
Das ergibt sowas von einen perfekten Sinn.

Schön die Erinnerung an die Nacht zuvor; ein voyeuristischer Teil von mir fragt sich wirklich, was sie da noch angestellt haben, eigentlich sollte man meinen, dass da mit dem verletzten, übermüdeten Boerne eigentlich nicht so viel gelaufen sein kann. *kicher* *verscheuch-die-Gedanken*

Boerne öffnete die Augen und lächelte ihn an. Einen Moment lang flatterte etwas aufgeregt in seinem Magen, aber im nächsten krampfte er sich schon wieder schmerzhaft zusammen, als er sah, wie Boerne sich an alles andere erinnerte und das Lächeln verschwand wie ausgeknipst.
Jolli hat das auch einmal so schön beschrieben; der Moment in dem man wach wird, der friedlichste Augenblick des Tages.
Leider kam die Erinnerung ja schnell zurück.

Es war zwar eine Weile her seit dem letzten Mal, aber er war im Leben nun wirklich schon oft genug geküßt worden, um deswegen nicht gleich völlig die Fassung zu verlieren. Eigentlich. Uneigentlich hatte er nach Boerne gegriffen wie ein Ertrinkender nach einem Rettungsring
Ach Thiel. Hast ja lange genug gebraucht. Aber naja, ab jetzt kanns ja nur noch besser werden... :D

Und dann gehst du hin und zerstörst die Romantik, bevor sie richtig anfängt... tststs
Thiel richtete sich energisch auf und streckte die Hand nach Boernes Pyjamaoberteil aus.
an dieser Stelle erlaube ich mir, einzuwerfen, dass Boerne über die gesamten ersten Tatortjahre in T-Shirt und Pyjamahose schläft. Ein Pyjamaoberteil hat er erst in Tempelräuber das erste Mal an. ;o)
Als Thiel den Stoff vorsichtig beiseite schob und den Bluterguß sah, zuckte er unwillkürlich zusammen.
*autsch*
"Ist nicht so schlimm, nichts gebrochen" sagte Boerne leise und griff nach seiner Hand. "Das wird schnell wieder."
"Du hast mehr Glück als Verstand." Seine Stimme war so heiser, daß er sie selbst kaum erkannte. Er blinzelte und versuchte, ruhig zu atmen. Und sich NICHT vorzustellen, was alles hätte passieren können.

Ja, Thiel macht sich definitiv mehr Gedanken um solche Dinge, als Boerne.
Mir fällt da spontan der Kartoffelroder ein, von dem Boerne (wie ich finde, absolut unpassendeweise) völlig unbeeindruckt war, während Thiel sich fast in die Hose gemacht hat.
Ich mag diese Sorge von Thiel, hier und auch in "Mörderspiele". (Und ich mag die Geschichte, die du dazu geschrieben hast; ich glaube, dazu muss ich auch mal was kommentieren, ich weiß grad nur nicht, wie sie heißt)


Von Anfang an war es ihm mit Boerne so gegangen. Wie auf einer Achterbahn, er wußte nie genau, was er gerade fühlte.
Dieser Satz paßt perfekt zum Canon.
Auch wenn du dich hier natürlich noch mehr auf die 'Beziehung' im wahrsten Sinne beziehst.