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June 2018

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Büttenwarder

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BT_Kochen

Familie - Kapitel 2: Gegenbesuch (WIP)

Rating: P 12
Genre: est. rel., Humor, Fluff
Beta: ohne
Länge: 1.014 Wörter (Tag 1), 1.652 Wörter (Tag 2), 2.100 Wörter (Tag 3)
Bingo-Prompt:[Spoiler (click to open)]Geburt
A/N 1: Diese Geschichte hat mich schlaflose Nächte und graue Haare gekostet … Es ist alles dabei, was ich nicht kann – est. rel., Outsider POV einer Person, die ich nicht gut kenne, Familienkram … Ich glaube ehrlich, ohne die Bingokarte hätte ich das zweite Kapitel nie beendet. Um mich unter Druck zu setzen, habe ich jetzt angefangen, Kapitel 2 als WIP zu veröffentlichen, wenn es fertig ist, wird es freigegeben. Ich werde den Text mit Tag 2 und 3 morgen oder übermorgen (hoffentlich) updaten. Erwartet nicht zu viel von mir …
Ach ja, und wer es zur Einstimmung nochmal lesen will: Hier ist Kapitel 1: Überraschungsbesuch
A/N 2: Nichts, nichts, nichts hat sich jemals so zäh geschrieben wie das hier *Haare rauf* Nicht einmal meine Promotion ... Es ist genau so schrecklich, wie Familientreffen nun einmal sind, und ich schwöre feierlich, so etwas niemals wieder zu tun. Aber ... das Prompt ist hiermit erfüllt :) Und vielleicht schaffe ich es, aus den restlichen Schnipseln noch etwas zu machen, ich hatte nämlich gehofft, mit dem noch zu schreibenden Ende den Kitsch wieder etwas rauszuholen.


~ Tag 1 ~

Lukas hatte schon den ganzen Tag wie auf glühenden Kohlen gesessen. Seit seiner Europareise im letzten Jahr hatte er seinen Vater nicht mehr gesehen, und er freute sich unheimlich, daß der sich nun wirklich zu einem Gegenbesuch aufgerafft hatte. Ohne Boerne wäre das wahrscheinlich nichts geworden, denn er wußte inzwischen, wie ungern sein Vater verreiste und vor allem flog. Abgesehen von der Freude über das Wiedersehen im Allgemeinen war er natürlich auch ein bißchen angespannt wegen der Neuigkeiten. Davon wollte er seinem Vater aber erst erzählen, wenn der richtig angekommen war.

Als es endlich klingelte, eine halbe Stunde später als erwartet, sprintete er zur Tür. Na endlich! Er wollte seinem Vater fröhlich begrüßen, hielt sich dann aber im letzten Moment zurück, als er den finsteren Gesichtsausdruck sah.

  „Hallo Lukas. Kannst du mir sagen, wo ich das Gepäck abstellen kann?“

  „Äh … hallo … oben rechts …“

Während er seinem Vater, der wortlos an ihm vorbei die Treppe hochging, verdutzt nachsah, begrüßte ihn Boerne.

  „Hallo Lukas!“

  „Was ist denn mit Papa los?“

  „Ach, ich hab ihn unter Drogen gesetzt, sonst ist es nicht auszuhalten mit ihm im Flugzeug“ erklärte der Freund seines Vaters fröhlich. „Und jetzt ist er sauer.“

  „Auf mich?“ Lukas war immer noch ein wenig verwirrt. Das Wiedersehen hatte er sich irgendwie … anders vorgestellt.

  „Nein, natürlich nicht. Auf mich.“ Boerne lächelte ihn aufmunternd an. „Keine Sorge, der beruhigt sich wieder. Laß‘ ihn erst mal ankommen.“

Er wurde kurz gedrückt, was er immer noch etwas gewöhnungsbedürftig fand, und schon war auch Boerne auf halbem Weg die Treppe nach oben. Er hörte noch ein „Frank …“, und das war’s.

Muriel lugte vorsichtig um die Ecke, während er sich gerade fragte, was da jetzt genau los war. „Und, wo ist er jetzt, dein Vater?“

  „Oben.“

  „Oben?“

  „Ich glaube, die beiden haben noch was zu klären … oder so.“

  „Aha.“ Sie sah ihn wissend an. „26 Stunden unterwegs und die meiste Zeit davon auf engstem Raum im Flugzeug, das kann schon stressig werden.“ Er mußte grinsen, als er an ihren ersten gemeinsamen Urlaub dachte.

  „Komm doch ins Wohnzimmer. Die beiden werden schon auftauchen, wenn sie sich wieder vertragen haben.“

Tatsächlich erschien Boerne eine gute Viertelstunde später unten und begrüßte Muriel, die dabei zu kichern anfing, formvollendet mit einem Handkuß.

  „Ich habe mir gedacht, ich mache schon mal eine erste Besichtigungstour. Wenn ich korrekt informiert bin, gibt es hier doch eine reichhaltige Auswahl an Museen inklusive dem neuseeländischen Nationalmuseum.“

  „Willst du dich nicht erst mal vom Flug erholen?“ fragte Lukas überrascht.

  „Wieso? Mir geht’s gut. Und außerdem, wenn ich schon mal in Neuseeland bin, will ich auch etwas davon sehen.“ Boerne rieb tatendurstig die Hände aneinander. „Dein Vater bleibt hier, dem ist mehr nach einem ruhigen Tag mit euch beiden.“

Als Boerne schon auf dem halben Weg zur Tür war, fiel Lukas noch reichlich verspätet ein, daß er als Gastgeber und Ortskundiger vielleicht irgendwelche Pflichten hatte.

  „Weißt du überhaupt, wo du hin mußt, und so …?“

  „Stadtplan …“ Boerne winkte noch mal und war weg.

  „Das war kurz“, stellte Muriel fest. „Vielleicht siehst du mal nach deinem Vater, langsam werde ich ja doch neugierig.“

Als er vorsichtig klopfte und ins Gästezimmer trat, war sein Vater dabei, den Schrank einzuräumen. Er sah ein bißchen … unordentlicher aus als noch vor wenigen Minuten, und seine Lippen waren verdächtig rot. Lukas verbannte sofort alle Gedanken daran, was sich daraus schließen ließ, in den hintersten Winkel seines Bewußtseins.

  „Ich liebe ihn ehrlich, aber wenn er nicht mit Arbeit beschäftigt ist und seine Energie ungebremst auf Freizeitaktivitäten lenkt, kann er wirklich unerträglich sein …“, grummelte sein Vater, und Lukas mußte lächeln. Na dann war ja wohl alles wieder gut.

  „Entschuldigung. Das war eben ziemlich unhöflich“, sagte sein Vater und setzte sich neben ihn aufs Bett. „Laß dich mal richtig ansehen … bist du etwa noch weiter gewachsen?“


***


Am Abend waren alle wieder friedlich vereint. Boerne war gut gelaunt von seiner ersten Besichtigungstour zurückgekehrt, und sein Vater hatte sich inzwischen von der Reise erholt. Es war doch ganz praktisch gewesen, daß Boerne sie erst einmal alleine gelassen hatte, so hatten sich Muriel und sein Vater in Ruhe kennen lernen können.

Inzwischen holte Boerne im Eiltempo nach, was er bisher versäumt hatte, und quetschte Muriel nach Strich und Faden aus. Sein Vater sah ein bißchen besorgt aus … aber er wußte, daß Muriel sich nicht so leicht unterkriegen ließ. Außerdem hatte er sie ja vorgewarnt. Bei seinem Besuch in Deutschland im letzten Jahr hatte er auch eine Weile gebraucht, um sich an Boerne zu gewöhnen. Vor allem dessen Fähigkeit, ein Gespräch fast vollkommen alleine zu bestreiten, war gewöhnungsbedürftig – aber auch faszinierend. Ihm war schnell klar geworden, daß sein Vater zwar regelmäßig vorgab, von dem andern genervt zu sein, in Wirklichkeit aber ganz froh war, daß Boerne in ihrer Beziehung das Reden übernahm. Und er selbst mochte Boerne … irgendwie.

Die beiden waren relativ früh zu Bett gegangen – die Zeitverschiebung würde ihnen vermutlich noch eine Weile zu schaffen machen, dachte Lukas. Schließlich war sein Vater nicht mehr der Jüngste.

  „Trocknest du ab?“ unterbrach Muriel seine Gedanken.

  „Klar.“ Während er neben ihr an der Spüle stand und die Weingläser polierte, merkte Lukas, wie die Anspannung langsam von ihm abfiel. Irgendwie war er doch ziemlich aufgeregt gewesen, daß sich jetzt alle kennen lernten. Zum Glück war alles einigermaßen gut gelaufen.

  „Dein Vater ist nett“, erklärte Muriel.

  „Klar. Er kommt eben nach mir …“ Er grinste. Ein Glück, daß die beiden sich gut verstanden.

  „Ganz offensichtlich.“ Sie lächelte zurück. „Aber Karl-Friedrich … der ist schon ein kleines bißchen merkwürdig, oder?“

  „Mhm. Eigentlich ist er ganz O.K., nur ein bißchen anstrengend manchmal. Aber man kann sich dran gewöhnen.“

  „Na dann hoffe ich, daß die Gewöhnung bald einsetzt.“ Sie ließ das Wasser aus dem Becken. „Auf jeden Fall scheint dein Vater ziemlich glücklich zu sein. Auch wenn er so tut, als ginge ihm sein Liebster die meiste Zeit auf die Nerven.“

Er mußte lachen. „Wohl wahr. Die zwei streiten sich morgens, mittags und abends, kann ich dir sagen. Vielleicht ist das in dem Alter ja ein Ausdruck von Zuneigung?“




~ Tag 2 ~

Der nächste Tag versprach wunderschön zu werden, und er hatte vor, seinem Vater einen der größten Vorzüge Wellingtons zu zeigen – den Strand. Damit konnte Münster nicht konkurrieren. Sein Vater war gleich einverstanden, was ihn nicht wunderte. Zu seinen schönsten Kindheitserinnerungen gehörten die Sommerurlaube, die sie an der Nordsee verbracht hatten. Sein Vater war ein begeisterter Schwimmer und Sandburgenbauer gewesen. Außerdem hieß Urlaub, daß er nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit verschwand, weil irgendwas Wichtiges auf der Arbeit los war. Und selbst, als es anfing zu kriseln zwischen seinen Eltern, war es im Sommerurlaub anfangs noch anders gewesen – drei Wochen, in denen die beiden entspannt waren und sich kaum stritten.

  „Gut. Dann bereiten wir ein Picknick vor, und in einer halben Stunde können wir aufbrechen“, erklärte Muriel gerade.

  „Picknick?“ fragte Boerne entsetzt. „Wie lange wollen wir denn da bleiben?“

  „Den ganzen Tag natürlich“, erklärte sein Vater. „So ein richtiger Strandtag, wie es sich gehört.“ Er lächelte, und Lukas fragte sich, ob er wohl auch an ihre Sommerurlaube dachte.

  „Aber was soll ich denn den ganzen Tag -“

  „Jetzt stell dich nicht so an. Das gehört zu den neuseeländischen Sehenswürdigkeiten. Du willst ja wohl nicht nach Hause kommen, ohne den hiesigen Strand gesehen zu haben“, warf sein Vater dazwischen und zwinkerte ihm zu. „Wir packen unsere Sachen zusammen.“

  „Aber …“

  „Na los … vielleicht lasse ich dich auch was zu lesen mitnehmen.“

  „Aber am Strand kommt Sand zwischen die Seiten, und …“ Den Rest hörte er nicht mehr, weil die zwei die Treppe nach oben verschwunden waren, aber er konnte es sich denken.

  „Kümmerst du dich um das Picknick, während ich hier abräume?“ fragte er Muriel, und sie nickte. Ein Strandtag. Das konnte gar nicht schief gehen.
***


Muriel und er waren ein eingespieltes Team, und das Picknick war schnell vorbereitet. Irgendwann fing Muriel an zu lachen.

  „Was ist los?“

  „Du singst die ganze Zeit vor dich hin. Auf deutsch.“

  „Entschuldigung …“ Das war ihm gar nicht bewußt gewesen, mußte wohl daran liegen, daß er die ganze Zeit deutsch gesprochen hatte.

  „Das ist doch niedlich“, grinste Muriel. „Aber ich hoffe trotzdem, unsere Kinder erben mal mein musikalisches Talent.“

  „Pff …“ Lukas sah auf die Uhr. „Schon halb elf. Mensch, was treiben die beiden denn? Wir wollten doch los.“ Er lief die Treppe hoch zum Gästezimmer. „Ich mach mal ein bißchen Tempo.“

  „Äh … Lukas …“ Muriel folgte ihm. „Vielleicht ist das keine so gute Idee …“

Er klopfte kurz an die Tür und öffnete sie, als er die Stimme seines Vaters hörte. „Was meinst du mit ‚keine gute Idee‘?“

  „Das …“ flüsterte Muriel.
***


Nach einer Schrecksekunde, die ihm wie eine halbe Ewigkeit vorkam, warf er die Tür ins Schloß und lief zurück in die Küche, Muriel im Schlepptau. Muriel kicherte immer noch, aber er war ziemlich sauer. „Ich finde das echt nicht gut! Können die zwei sich nicht ein bißchen zusammenreißen, wenn sie hier zu Besuch sind!?“

  „Ach Lukas … reg dich doch nicht so auf. Ich denke, du hast kein Problem damit, daß dein Vater mit einem Mann zusammen ist - hast du gedacht, die halten nur Händchen?“

  „Natürlich kann ich mir das denken.“ Er fand ja, daß er sich schon ziemlich tolerant gezeigt hatte. „Aber deshalb muß er mir das doch nicht gleich so unter die Nase reiben!“

  „Soll er sich etwa verstecken!?“ Boerne war ihnen gefolgt und stand jetzt mit kampfeslustigem Gesichtsausdruck in der Tür.

  „Darum geht’s doch gar nicht! Er könnte ruhig etwas Rücksicht nehmen – und das würde dir auch nicht schaden!“ Lukas war immer noch ziemlich wütend. Er wußte, daß die anderen im Grunde genommen recht hatten, aber er fand das trotzdem unpassend. In seiner Wohnung.

  „Tja, sehr bedauerlich, wenn du damit ein Problem hast … aber mit Sicherheit wird sich dein Vater nicht dir zu Liebe von mir trennen!“ Boerne hatte die Arme vor der Brust gekreuzt und sah ihn herausfordernd an. „Bloß weil du nach fast zehn Jahren meinst, du müßtest die Vater-Sohn Beziehung wieder aufleben lassen, gibt dir das noch lange nicht das Recht …“

  „Mir ist das doch völlig egal, ob Papa … also …“ Er kam kurz ins Stolpern, um sich dann auf das wesentliche Problem zu konzentrieren. „Hättest du etwa gerne deine Eltern im Bett überrascht?“

  „So etwas gab es bei meinen Eltern nicht!“ Boerne war ziemlich blaß geworden und hatte abwehrend die Hände gehoben.

  „Wie bitte? Und deine Schwester und du, ihr seid -“

  „Sch! Aus! Darüber will ich gar nicht weiter nachdenken …“

  „Eben.“

Sie starrten sich an. Lukas konnte Muriels Blick förmlich im Rücken spüren. Aber zum Glück hatte sie nicht versucht, zwischen ihm und Boerne zu vermitteln. Der hatte inzwischen die Brille abgenommen und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht – eine Geste, die Lukas bei dem anderen noch nie gesehen hatte.

  „Ich muß zugeben, das ist ein schwerwiegendes Argument.“

  „Ich …“ Jetzt, wo Boerne einen so zerknirschten Eindruck machte, war sein Ärger plötzlich verraucht. „Ähm … es gibt eben Dinge, die will man von seinen Eltern einfach gar nicht so genau wissen …“

  „Gut.“ Boerne klang entschlossen. „Dann breiten wir doch einfach den Mantel des Vergessens über diese Episode, und in Zukunft achte ich darauf, daß die Tür abgeschlossen ist.“

Lukas seufzte. Das war immerhin ein Fortschritt. „Wenn drei Wochen Enthaltsamkeit zu viel verlangt sind … dann muß das wohl reichen.“

Boerne wirkte erleichtert. „Willst du Frank erzählen, daß es die letzten Minuten nie gegeben hat, und daß er wieder unter der Bettdecke hervorkommen kann?“

  „Das sollte ich wohl …“

  „Ach, und Lukas …“

  „Was ist denn noch?“ Er drehte sich auf halbem Weg um.

  „Könnten wir deinem Vater vielleicht erzählen, daß Muriel nichts gesehen hat? Ich glaube, sonst traut er sich die nächsten Tage nicht mehr aus dem Schlafzimmer.“
***


Lukas zögerte. Es gab Gespräche, auf die er wirklich lieber verzichtet hätte. Aber das war jetzt wohl unvermeidlich. Hätte er nur einfach die Tür ganz leise zugemacht und wäre die Treppe wieder hinuntergeschlichen … Er klopfte vorsichtig an die Tür und öffnete sie nach kurzem Zögern, obwohl er nichts hörte. Immerhin war sein Vater jetzt alleine da drin. Und zum Glück war er auch wieder vollständig angezogen, und natürlich lag er nicht unter der Bettdecke, sondern saß auf der Bettkante. Der Gesichtsausdruck sah aber tatsächlich so aus, als würde er am liebsten unter der Decke verschwinden.

  „Du solltest wirklich nicht ohne Vorwarnung in unser Zimmer platzen. Das ist nicht sehr höflich.“

  „Ich habe geklopft.“

  „Klopfen und sofort reinstürmen zählt nicht als Vorwarnung“, sagte sein Vater und sah auf. „Ich hoffe, du hast dich nicht mit Boerne gestritten – ich konnte ihn nicht mehr stoppen, er ist einfach hinter euch her.“

  „Nein … alles O.K.“ Er setzte sich neben seinen Vater aufs Bett. „Entschuldigung.“

  „Schon O.K.“ Sein Vater sah auf seine Hände. „Wir wollten ja auch eigentlich schon längstens wieder unten sein … normalerweise passiert mir sowas eigentlich nicht … war … war das eben Muriel hinter dir in der Tür?“

Wer sonst, dachte Lukas amüsiert. Aber auch wenn sein Vater bei weitem nicht so einen zerknirschten Eindruck machte, wie er sich das nach Boernes Auftritt vorgestellt hatte, hielt er sich in diesem Punkt doch lieber an die Absprache. „Ich hab‘ ihr die Sicht versperrt.“

  „Na dann …“ Sein Vater räusperte sich. „Ist es zu spät um loszufahren?“

  „Quatsch.“ Er zögerte kurz, nahm dann aber doch noch einen Anlauf. „Du weißt doch, daß ich nicht … also, daß ich …“

Ein Klopfen an der Tür unterbrach ihn.

  „Was ist denn nun, kommt ihr irgendwann noch? Wir wollten doch eigentlich aufbrechen!“

  „Du mußt gerade etwas sagen. Du bist doch an allem Schuld!“ Sein Vater rollte mit den Augen.

  „Ich?“ Boerne hatte die Tür geöffnet und steckte den Kopf herein. „Du wolltest mich doch davon überzeugen, daß ein Strandtag eine nette Sache …“

Sein Vater griff hinter sich und feuerte ein Kopfkissen Richtung Tür, die sich blitzschnell schloß.

  „He! Keine Tätlichkeiten mit meinem Bettzeug!“

  „Ich erwische ihn sowieso nie“, brummte sein Vater. „Er ist einfach zu schnell.“

Eigentlich war das gar nicht so witzig, aber sie mußten beide lachen. Bis Lukas nach Luft schnappen mußte und sich aufs Bett fallen ließ. Sein Vater beugte sich über ihn. „Alles in Ordnung?“

  „Ja.“

Er war sich ziemlich sicher, daß sein Vater nicht nur von dem Lachanfall redete. Und auch, daß er wußte, daß er wußte, daß … das wurde ihm langsam zu kompliziert. „Laß uns los.“
***


Nach diesen Anfangsschwierigkeiten lief der Tag so, wie er es erwartet hatte. Sein Vater war begeistert, auch wenn er erklärte, daß das natürlich nicht die Nordsee war, aber auch ganz ordentlich. Boerne fand es zu voll, und zu heiß, und fragte nach einer halben Stunde, was er jetzt noch tun sollte, nachdem er eine Runde geschwommen war. Worauf sein Vater mit großer Geste seine Tasche öffnete und einen Stapel Papier herausnahm.

  „Hier. Du darfst was lesen.“

  „Also bitte!“ Er hätte schwören können, daß Boerne sich aufplusterte, wenn er nicht gewußt hätte, daß Menschen das dazu nötig Gefieder fehlte. „Ich bin doch kein Kind, das man mit … ist das etwa der neue Aufsatz von Professor Brettschneider über –“

  „Bitte sehr“, sagte sein Vater und drückte ihm das Papier in die Hand. „Wollen wir uns ein Eis holen?“

Sie waren außer Hörweite, als sein Vater zu lachen anfing.

  „Was?“

  „Ich hätte nicht gedacht, daß das wirklich funktioniert“, erklärte sein Vater gut gelaunt und warf einen Blick zurück über die Schulter zu Boerne, der bereits völlig ins Lesen vertieft war. „Das war ein Tip von Alberich. Sie nimmt immer interessante Fachlektüre mit, wenn sie mit ihm verreist. Dann kann sie ihn zwischendurch ein paar Stunden beschäftigen, wenn sie mal Ruhe braucht.“

Lukas grinste. „Wieviel hast du denn dabei? Ich meine, damit hast du ihn doch nur heute ruhiggestellt?“

  „Die Hälfe meines Gepäcks besteht aus Papier“, seufzte sein Vater. „Aber Alberich hat Stein und Bein geschworen, daß sich das Schleppen lohnt, und sie kennt ihn länger als ich.“
~ Tag 3 ~

Es war ein netter Tag am Strand gewesen, aber auch anstrengend. Schwimmen, in der Sonne liegen und durch den Sand stapfen, von den sonstigen Aufregungen ganz zu schweigen. Muriel war in der letzten Zeit oft müde, sein Vater und Boerne hatten sich immer noch nicht ganz an die Zeitumstellung gewöhnt, und so waren sie nach dem Abendessen früh zu Bett gegangen. Kein Wunder also, daß er jetzt schon in aller Herrgottsfrühe wieder wach war, weit früher, als er normalerweise aus dem Bett kam. Lukas sah zur Seite, zu Muriel, die noch friedlich schlief und leise schnarchte, und mußte lächeln bei dem Gedanken daran, wie entrüstet sie behauptet hatte, nie zu schnarchen. Es war so früh, daß die Vögel noch mit ihrem morgendlichen Gesang beschäftigt waren. Bisher hatte er das eher gehört, wenn er aus gewesen und erst in der Morgendämmerung nachhause gekommen war. Aber das hatte sich geändert, seit er und Muriel ein Paar waren. Und er mußte sagen, daß er das nicht bedauerte.

Im Zimmer über ihnen hörte er Schritte – vermutlich war sein Vater inzwischen auch schon wieder wach. Oder Boerne, der ohnehin kaum Schlaf zu brauchen schien. Als er damals in Deutschland zu Besuch gewesen war, hatte er zumindest den Eindruck gewonnen, daß der Freund seines Vaters zu jeder Tages- und Nachtzeit wach war. Es war merkwürdig, die beiden jetzt hier zu Besuch zu haben. Es fühlte sich irgendwie sehr erwachsen an, Besuch im eigenen Haus zu haben. Sowieso fühlte er sich anders als letztes Jahr, was mit Sicherheit vor allem mit Muriel zusammenhing. Zum Glück hatten sie hier Platz genug für Besuch. Trotzdem war er ganz froh, daß die beiden nicht drei Wochen bei ihm bleiben, sondern auch noch ein paar Tage alleine durch Neuseeland reisen würden. Drei Wochen rund um die Uhr zusammen, das wäre wohl doch zu anstrengend. Es käme ihm ja auch nicht mehr in den Sinn, nochmal bei seiner Mutter zu wohnen. Schade, daß es nach Deutschland so verdammt weit war – es wäre schöner, sich regelmäßiger sehen zu können. Vor allem, wenn dann erst -

Ein Geräusch unterbrach seinen Gedankengang. Lukas traute seinen Ohren nicht. Das klang wie … kicherte sein Vater da im anderen Zimmer? Die Pausen, in denen er gar nichts hörte, waren noch beunruhigender. … vielleicht sollte er ihn auch noch einmal unauffällig darauf hinweisen, wie hellhörig die Wohnung war. Und fürs erste - eigentlich wäre ein Spaziergang an diesem schönen Morgen nicht verkehrt …


***


Beim Frühstück beschloß Lukas, daß dieser Zeitpunkt so gut wie jeder andere war, um seinem Vater die Neuigkeiten beizubringen. Der machte einen erholten und gut gelaunten Eindruck, und irgendwann mußte es ja eh heraus.

  „Ihr wollt heiraten?“ Sein Vater sah ihn verblüfft an. „Wann denn, und wieso so schnell? Und bist du nicht noch ein bißchen … also …“ Er ließ den Satz unbeendet in der Luft hängen, und Lukas hatte schon ein ungutes Gefühl, was den zweiten Teil der Neuigkeiten anging. Andererseits hatte er ja damit gerechnet, daß das nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen führen würde. Auch wenn er sich gewünscht hätte, daß sich alle anderen ebenso freuten wie er selbst. Natürlich sah er die praktischen Probleme … und er war noch recht jung … andererseits war Muriel schon älter, das glich sich ganz gut aus … und überhaupt …

  „Lukas?“ Sein Vater warf ihm einen fragenden Blick zu, und ihm wurde klar, daß er offenbar einen Moment abgedriftet war. Er sah seinen Vater an, der völlig ahnungslos wirkte, und Boerne, dem offensichtlich bereits ein Licht aufgegangen war, denn er hatte zu lächeln angefangen.

  „Ja weißt du … Wir wollten einfach verheiratet sein, wenn das Kind auf die Welt kommt, das macht alles viel einfacher.“

  „Kind?“ Der Gesichtsausdruck seines Vaters wechselte von verständnislos zu eher … entsetzt, wie Lukas mit einem Stich in der Magengrube registrierte. Warum fanden das nur alle so abwegig? Er konnte sich schon vorstellen, was als nächstes kommen würde …

  „Aber … du hast doch gerade erst angefangen zu studieren … und …“

  „Frank – komm mal kurz mit nach oben, O.K.?“ Bevor sein Vater noch mehr sagen konnte, hatte Boerne ihn schon aus dem Zimmer gezogen. Lukas war ziemlich perplex.

  „Den Blick kenne ich … bei meinen Eltern war es ungefähr genauso“, verkündete Muriel munter neben ihm.

  „Was?“ Er verstand nicht genau, was sie meinte. Andererseits war er auch nicht dabei gewesen, als sie ihren Eltern von der Schwangerschaft erzählt hatte – sie war der Meinung gewesen, daß die beiden die Überraschung erst mal verdauen sollten, bevor sie Lukas kennenlernten.

  „Na, meine Mutter fing sofort an mit ihrer Litanei“, Muriels Gesichtsausdruck verdüsterte sich, „bis mein Vater sie zur Seite gezogen und auf sie eingeredet hat. Danach hat sie sich dann zusammengerissen und gefreut …“ Sie lächelte, und er war froh, daß sie sich nicht mehr über die erste Reaktion ihrer Mutter ärgerte. An dem Tag selbst hatte das noch anders ausgesehen. Muriel hatte geweint und er war wütend gewesen, weil sie traurig war und er nichts tun konnte. Noch dazu hatte Muriel sowieso ein eher schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter. Er hingegen … eigentlich hatten sein Vater und er nicht einmal die Gelegenheit gehabt, ein schlechtes Verhältnis zu entwickeln, dachte Lukas deprimiert. Zu der Zeit, in der die Schwierigkeiten üblicherweise anfingen, hatten sie schon keinen Kontakt mehr gehabt. Und jetzt war es … neu, und anders, weil so viele Jahre fehlten. Trotzdem war es ihm sehr wichtig, daß sein Vater sich freute. Wichtiger, als er gedacht hätte.

  „Meinst du …“

  „Das wird schon“, sagte Muriel zuversichtlich. „Wer freut sich denn nicht über Enkelkinder.“


***


Als sein Vater endlich wieder auftauchte, sah er ein wenig betreten aus und murmelte ein nicht so wirklich überzeugend klingendes „Herzlichen Glückwunsch“. Lukas, der im Geist schon die ganze zeit seine Gegenargumente gesammelt hatte, schüttelte den Kopf. „Ja was jetzt. Willst du mir nicht erzählen, daß ich zu jung für ein Kind bin, wir uns erst so kurz kennen, Muriel acht Jahre älter ist als ich …“

Sein Vater sah noch verlegener aus als vorher. „Ist ja schon gut … das habe ich schon alles zu Boerne gesagt, und jetzt freue ich mich für euch … wirklich.“ Er sah Lukas an, und der konnte erkennen, daß sein Vater, wenn er sich vielleicht auch noch nicht wirklich freute, sich dennoch Mühe gab. „Gratulierst du Muriel von mir?“

Lukas übersetzte die Glückwünsche – obwohl er ja fand, daß selbst sein Vater das auf englisch hingekriegt hätte. Aber mittlerweile hatte er festgestellt, daß er ihm ein paar Flaschen Bier vorsetzen mußte, bevor er sich traute, mit Muriel zu reden. Dann ging es eigentlich gar nicht so schlecht. Vielleicht würde er es doch noch schaffen, ihn vor der Abreise so weit zu bekommen, daß er nüchtern englisch sprach, dachte Lukas sich und mußte grinsen. Jetzt, wo die Anspannung von ihm abgefallen war, fühlte er sich mit einem Mal so leicht, als könnte er jederzeit durch die Wohnung schweben. Im Gegensatz zu allen werdenden Großeltern hatte er sich von Anfang an gefreut. Und alles Geunke … seine Eltern hatten im „richtigen“ Alter Kinder bekommen und waren nahezu gleichalt, und hatten sich trotzdem getrennt. Das konnte man doch sowieso nie wissen. Er sah zu Muriel, die eifrig auf seinen Vater einredete, der vermutlich nur die Hälfte verstand, inzwischen aber schon viel glücklicher aussah. Als sich ihre Blicke trafen, lächelte sein Vater.

  „Sollten wir nicht anstoßen auf das freudige Ereignis?“

  „Und den Schreck“, antwortete er und grinste. Tatsächlich hatte er eine Flasche Sekt für diese Gelegenheit kaltgestellt. Während er Gläser holte, fiel ihm plötzlich auf, daß Boerne noch nicht wieder aufgetaucht war. Wo konnte der denn abgeblieben sein?

Während Muriel seinem Vater voller Begeisterung zeigte, was sie für das Kind schon angeschafft hatten – der Ärmste, das konnte dauern – ging er nach oben, um ihn zu rufen.

Im Gästezimmer fand er den Freund seines Vaters beim Packen. Boerne sah unnatürlich blaß aus, und Lukas fragte sich, was in den zehn Minuten, die die beiden alleine gewesen waren, bloß passiert sein konnte, um zu solchen Reaktionen zu führen.

  „Was machst du denn da?“

  „Ich habe schon ein Zimmer in einem Hotel gebucht. Der Rückflug läßt sich vielleicht auch vorverlegen. Das muß ich noch klären“, erklärte ihm Boerne sachlich, aber ohne ihm in die Augen zu sehen.

  „Aber … Karl-Friedrich …“

  „Sag bitte Muriel liebe Grüße und daß es mir leid tut …“ Der Reißverschluß des Koffers wurde mit einer entschlossenen Bewegung zugezogen, und Lukas kam sich vor wie im falschen Film.

  „Was ist denn passiert?“

  „Dein Vater ist der Meinung, daß mich eure Familienangelegenheiten nichts angehen“, sagte Boerne mit tonloser Stimme, und Lukas wurde mit einem Mal bewußt, daß es dem andern völlig ernst war. Er ließ ihn stehen und lief nach unten, um sich seinen Vater vorzuknöpfen.

  „Papa!“ Am erleichterten Blick seines Vaters konnte er erkennen, daß der einerseits mehr als genug Babykleider gesehen hatte, und andererseits völlig ahnungslos war, was er gerade angerichtet hatte. „Sag mal, was hast du denn bloß zu Karl-Friedrich gesagt?“

Sein Vater sah ihn überrascht an. „Nichts. Wieso?“

  „Weil er gerade dabei ist, hier auszuziehen und bei nächster Gelegenheit nach Deutschland zurückzufliegen!“

  „Was?“ Sein Vater zuckte mit den Schultern und setzte hinzu „Der übertreibt doch nur … wir haben uns kaum gestritten …“

  „Hast du zu ihm gesagt, daß ihn deine Familie nichts angeht?“

Sein Vater wirkte immer noch ungläubig. „Aber das habe ich doch nicht so gemeint … das weiß er doch …“

  „Papa!“ Lukas fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht. So was von unsensibel … kein Wunder, daß sich seine Mutter damals hatte scheiden lassen! Konnte man derart beziehungsunfähig sein? „Wenn du dich nicht ranhältst und dich entschuldigst, ist er weg.“

Bei seinem Vater zeigten sein Vorhaltungen langsam endlich Wirkung, und er stürmte los.

  „Boerne …“

Muriel hatte derweil von einem zum andern gesehen und fragte ihn nun, was los sei.

  „Willst du das wirklich wissen?“

  „Nein …“ Sie lächelte. „Ich soll mich die nächsten Monate doch nicht aufregen … Außerdem vertragen die sich wieder, da bin ich mir sicher. Dein Vater ist viel zu verliebt.“


***


Sie sollte recht behalten, zum Glück. Nach Dramen war ihm nämlich derzeit gar nicht, er wollte einmal ein friedliches Familienleben erleben, ohne daß sich alle fünf Minuten jemand zerstritt. Vor allem nicht über gute Neuigkeiten wie ein Kind. Konnten sich die Leute nicht einfach freuen!

Eine halbe Stunde später hatte sich endlich so langsam jeder bei jedem entschuldigt, bis Boerne irgendwann meinte, es sei jetzt gut und sie sollten vielleicht einfach nochmal von vorne anfangen und auf den Nachwuchs anstoßen. Eine Idee, die erleichterte Zustimmung von allen Seiten gefunden hatte. Muriel holte zum zweiten Mal die Babysachen hervor und sein Vater, der anscheinend der Meinung war, genug gesehen zu haben, flüchtete unter dem Vorwand, ihm beim Gläsertragen helfen zu müssen. Während sich im Hintergrund eine angeregte Diskussion über die Vorzüge verschiedener Stramplersorten für Neugeborene entspann – das Thema, zu dem Boerne nichts zu sagen hatte, mußte noch erfunden werden – holten sein Vater und er Sekt und Gläser und der Tag entwickelte sich endlich so, wie er von Anfang an hatte laufen sollen.

Als sie schließlich um den Tisch saßen, dachte Lukas erleichtert, daß sie nun wohl endgültig alle Klippen umschifft hatten. Daran, daß sich seine Mutter und Boerne wohl oder übel noch kennenlernen mußten, wollte er im Moment lieber nicht denken. Das war erst für die letzte Urlaubswoche geplant, wenn die beiden von ihrer Neuseelandrundreise zurück waren.

  „Mann, Opa ... ich komme mir verdammt alt vor“, überlegte sein Vater gerade laut. Aber er wußte, daß das nicht ganz ernst gemeint war.

  „Bist du auch!“ kam natürlich gleich von seiner besseren Hälfte. „Gewöhn’ dich schon mal dran, immerhin gehst du ja nun auch auf die sechzig zu!“

Lukas hatte das Gefühl, er müßte seinem Vater beispringen, bevor das ganze am Ende wieder in einen richtigen Streit ausartete.

  „Na, Karl-Friedrich, du wirst dann ja auch gewissermaßen Stief-Opa.“ Er hätte erwartet, daß darauf gleich eine spitze Bemerkung zurückkommen würde. Stattdessen wurde Boerne plötzlich ganz still, und sah ... seltsam aus. Hatte er irgendeinen wunden Punkt erwischt? Er sah zu seinem Vater, aber der lächelte nur und griff nach seinem Partner. „Komm her ... du Idiot.“ Er konnte sich nicht erinnern, daß sein Vater Boerne gegenüber jemals einen so zärtlichen Ton benutzt hatte. Zumindest nicht in seiner Gegenwart. Muriel lächelte auch, obwohl sie von der Unterhaltung auf deutsch doch sicher wenig mitbekommen hatte. Irgendwie hatte er wohl etwas Wesentliches verpaßt. Als sich Boerne wieder von seinem Vater löste und sich die Augen rieb, verstand er seine Frau plötzlich. Boerne räusperte sich.

  „Also wie war das, wollten wir nicht auf dieses freudige Ereignis anstoßen?“

* endet vorläufig hier *

Comments

Yippee, du hast es getan ! Und gleich in mehreren Kapiteln! Danke sehr :-))

Es ist alles dabei, was ich nicht kann – est. rel., Outsider POV einer Person, die ich nicht gut kenne, Familienkram …
Klar kannst du ER, du kannst doch fluff, das ist so ähnlich (wenn man will). Hier ist dir das doch super gelungen, mit zerzaustem Thiel und hyperaktivem Boerne. Sehr IC, die beiden :-)
Dass du Familienḱram nicht kannst, glaubt dir seit Undercover sowieso keiner mehr. Und der Ousider POV von Lukas ist im ersten Teil sooo toll, darum wollte ich doch so gerne eine Fortsetzung. Da man ja fast nix von Lukas weiß, kannst du eigentlich auch nichts falsch machen. Und dich ganz auf T/B konzentrieren :-)
Ich freue mich jedenfalls sehr auf den nächsten Teil/Tag: Kommt Thiels Ex auch noch vor ? Und weiß sie schon von Boerne ? Hach, so viele Möglichkeiten ... :-))
Hach, das mit dem unter Druck setzen klappt schonmal ... wenn Ihr Euch alle so freut, muß ich ja weiterschreiben *schluck* Der nächste Tag ist der, an dem ich hänge ...

Kommt Thiels Ex auch noch vor ?
Hatte ich vor, aber erst in einer Art Epilog, und eher flüchtig, also keine wirklich tragende Rolle. Ich weiß nicht, warum mir dieser Text so extrem schwer fällt *seufz*

Wie dem auch sei, trotz des ganzen Gejammers freue ich mich, daß Dir der Anfang der Fortsetzung schonmal gefällt ;) Mal sehen, was ich morgen ausgeschlafen hinkriege.
Na, man merkt, dass BigBang fertig ist. Jetzt geht's ja wieder richtig los!

„Ach, ich hab ihn unter Drogen gesetzt, sonst ist es nicht auszuhalten mit ihm im Flugzeug“ erklärte der Freund seines Vaters fröhlich. „Und jetzt ist er sauer.“
*lol*
Ganz schön fies, dass Boerne ihn zudröhnt und Thiel seinen Frust erst einmal an Lukas abbaut. ts ts ts...
Aber naja, er hat dann ja noch die Kurve gekriegt.

Ich warte jetzt einfach mal gespannt, wie es weitergeht.

Das habe ich ehrlich gesagt ein bißchen bei Sally geklaut ;) Bei ihr hat Thiel auch Flugangst, und Boerne verabreicht ihm ein Schlafmittel ... allerdings führt das nicht zum Streit wie hier.

Ich versuche mein bestes, was das Weiterschreiben angeht ...
Von mir auch danke :)
An der Stelle: >>Mir geht’s gut.<<
dachte ich spontan 'Spock does not use contractions' ;)


*snicker*
In vielerlei Hinsicht hat Boerne ja nix mit Spock gemein, aber andererseits ... ist er schon ein wenig ein Spock-Charakter (in dem Sinn, daß er ein unrealistischer Charakter ist, der im echten Leben so nicht wirklich vorkommt)
Und das belehrend-dozierende haben sie auch gemeinsam, nicht?
Wohl wahr. Auch Boernes Fähigkeit, Freunde zu sezieren, ohne eine Gefühlsregung zu zeigen, paßt. Und die sozialen Defizite im Umgang mit seinen Mitmenschen ;)

Allerdings ist Boerne auch impulsiv und - wenn er nicht gerade jemanden obduziert - ziemlich emotional und launisch.
Eine tolle Überraschung!

Das kann ich mir lebhaft vorstellen, dass Boerne als Reisebegleiter sehr anstrengend ist. Da habe ich durchaus Verständnis für Thiels Laune. :)

Diese POV von Lukas und seine zeitweise peinliche Berührtheit machen viel Spaß. Ich bin gespannt, wie's weitergeht.
Danke :)

Boerne rund um die Uhr stelle ich mir auch nicht gerade einfach vor ...

und seine zeitweise peinliche Berührtheit
Das wird noch schlimmer *hust* ... vermutlich ist fremdschämen der Grund, warum ich im weiteren Text hänge. Und außerdem fällt mir sein POV leider ziemlich schwer, ich habe immer Angst, ihn zu alt(klug) klingen zu lassen.
yipeee, absolut cool! freue mich riesig, dass es eine fortsetzung gibt!!
finde deine text eigentlich alle toll, aber hier mal aus der sicht von lukas ist es schon etwas besonderes! danke dafür und für manchen "geretteten tag...!"
:-)
keep rocking!!!
Lustig, daß Lukas so viele Fans hat - und schade, daß er mir nicht so leicht von der Hand geht. Aber ich tue mein Möglichstes :)

finde deine text eigentlich alle toll
Danke :D
Gerade vorm gemeinsamen Frühstück ein kurzer Kommentar:

*quietsch* Auch der zweite Tag ist wieder ein voller Erfolg! Ich kann mich hier voll und ganz mit Thiels Sohn identifizieren. Die Eltern in so einer Situation zu erwischen kann einen wirklich aus allen Wolken fallen lassen...
Der Outsider POV gefällt mir auch super, entspricht einfach sehr unserer Rolle als Leser und ist dir sehr gelungen.

Highlight waren auf jeden Fall der Kissenwurf und Thiels umsichtiges Mitführen von Lesematerial für Boerne. ; )

Ich freue mich schon unheimlich auf den dritten Tag!! :D
:D

An der Stelle habe ich ewig gehangen ... vermutlich wegen des hohen Peinlichkeitsfaktors ;) Wobei ich mir nix schlimmes dabei vorstelle, nur etwas mehr an Leidenschaft, als man sonst gemeinhin bei anderen und insbesondere Eltern(teilen) sehen möchte ... und vielleicht ein wenig nackte Haut ;)

Das Lesematerial hingegen hat mir keine Kopfschmerzen bereitet, freut mich, daß es Dir auch gefallen hat!

Zum dritten Tag komme ich heute vermutlich nicht mehr, weil wir mitten in den Silvesterfeiervorbereitungen sind. Mein Liebster hustet mir was, wenn er alles putzen und tun muß, während ich nur am Rechner sitze ...

Ich wünsche Dir einen guten Start des neuen Jahres, und daß 2013 ein besseres Jahr als 2012 wird!
He! Warum hast Du das Kapitel denn hier angefügt und nicht in einem Extrapost? Ich warte die ganze Zeit auf ein Update und war schon traurig, und stattdessen hätte ich das Kapitel schon längst lesen können. :)

Das ist natürlich wirklich eine peinliche Situation, aber hat Lukas wirklich geglaubt, die beiden halten sich drei Wochen zurück? ;)

Boerne ist am Strand und beim Picknick sicherlich nicht in seinem Element. Da dürfte Alberich mit dem Lesematerial eine brillante Idee gehabt haben. Und wie klug von Thiel, auch auf sie zu hören! :)

„Du wolltest mich doch davon überzeugen, daß ein Strandtag eine nette Sache …“

Wie muss ich mir das denn vorstellen? Wollte Thiel Boerne mal zeigen, was man am Strand so alles machen kann? Ich glaube, das fände Lukas noch viel, viel peinlicher. ;)

Und jetzt werde ich hier nach dem dritten Kapitel Ausschau halten. Nicht, dass ich wieder was verpasse. :)
Oh, sorry, ich dachte, das hätte ich geschrieben, daß ich im Post updaten wollte ... wobei, so richtig eindeutig war das nicht formuliert. Ich dachte ursprünglich, ich würde den Text in zwei bis drei Tagen fertigbekommen und hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil ich die Wege-Outtakes alle in eigene Posts gesteckt habe ...

Wie auch immer, schön, daß Du die Fortsetzung doch noch gefunden hast, und daß sie Dir gefällt :) Mir war die peinliche Situation dann selbst wieder fast zu peinlich / zu dramatisch ... ich weiß nicht, warum ich das tue ;) Und im weiteren wird es dann auch noch dramatischer, und dann fluffig. Hm.

Wie muss ich mir das denn vorstellen? Wollte Thiel Boerne mal zeigen, was man am Strand so alles machen kann?
*snicker*
So genau habe ich mir das auch nicht überlegt ... ;) Ich denke mal, die beiden haben die Frage mit dem Strandtag noch weiter "diskutiert", und eins führte zum anderen. So ein Streit kann sehr schnell ziemlich unernst werden ;)
„Dein Vater ist der Meinung, daß mich eure Familienangelegenheiten nichts angehen“

Hmmm, ich weiß nicht, aber das macht auf mich den Eindruck, als ob die beiden dringend noch einiges klären sollten, wenn das auf Dauer mit den beiden gut gehen soll.
Du legst den Finger in die offene Wunde ... der Text will einfch nicht so richtig funktionieren. Ob es daran liegt, daß es est. rel. ist oder doch am Outsider-POV, ich weiß es nicht. Gerade das hier ist aber ein gutes Beispiel für die Schwächen des Outsider-POVs. Wie der Streit tatsächlich gelaufen ist und insbesondere wie die zwei sich wieder vertragen, bekommt man nicht mit. Ich denke, daß Thiel da in der Hitze des Gefechts Dinge gesagt hat, die er nicht ernst gemeint hat, und Boerne ausgerechnet in diesem Punkt extrem emfpindlich war.

Aber vielleicht übertreibe ich es auch nur mit den Irrungen und Wirrungen, weil mir schlichtes Familienglück zu langweilig erscheint ... Wie dem auch sei, ich denke, dieser zweite Kapitelversuch bleibt hier auf lj versteckt ;)
Es liegt vielleicht einfach nur daran, dass die anderen Streitigkeiten, die Lukas beobachtet hat, spielerischer, humorvollerer waren. Hier geht's eben um etwas Grundsätzliches.

schlichtes Familienglück

Das ist ja auch immer Geschmacksache. So sehr ich Happy Ends mag, geht mir persönlich das mit der Schwangerschaft zu weit. :)
Die Beziehung der beiden wirkt sehr... wackelig? wie auf dünnem Eis gebaut?
Ich wünsche beiden, dass da mehr Ruhe reinkommt. So klingt es recht anstrengend.

Die Idee mit dem Lesen finde ich lustig. Alberich ist ohnehin meine Heldin. Aber wie kommt Thiel an Papiere, die Boerne selber nicht eher zwischen die Pfoten bekommen hat?



Edited at 2013-01-26 07:54 pm (UTC)
So klingt es recht anstrengend.
Ja, leider. Ich glaube zwar schon, daß die zwei sich regelmäßig in den Haaren haben würden, aber daß es hier so unrund läuft, liegt v.a. an meinen Schwierigkeiten beim Schreiben. Siehe oben bei Vera ... *seufz* Irgendwie hatte ich für diese Fortsetzung immer nur Fetzen von Ideen, und es will einfach nicht werden, so sehr ich den Text jetzt auch gezwungen habe.

Aber wie kommt Thiel an Papiere, die Boerne selber nicht eher zwischen die Pfoten bekommen hat?
Nur durch Zusammenarbeit mit Frau Haller ;)


Nur durch Zusammenarbeit mit Frau Haller ;)
Da sag ich doch mal: Hero!Alberich :D Hat sie Thiel den Urlaub gerettet... und Boerne auch.

Irgendwie hatte ich für diese Fortsetzung immer nur Fetzen von Ideen, und es will einfach nicht werden, so sehr ich den Text jetzt auch gezwungen habe.
Ach macht doch nichts. Kann doch nicht immer so ein super-Schuss sein.
Ich hab's trotzdem gerne gelesen. :D
Wenn's nicht ganz vergebens war, bin ich froh :)

Es ärgert mich nur, weil ich zwar ansatzweise ahne, was hier falsch läuft, aber trotzdem den Text nicht verbessern kann. Aber Du hast schon recht, kann ja auch nicht alles gleich unterhaltsam sein / gut gelingen. Und gerade beim Schreiben merke ich, daß man nichts wirklich erzwingen kann; entweder es fließt, oder es will nicht so recht, und dann hilft alles nix. Ich glaube, ich gebe mich einfach zufrieden, daß ich die Geburt irgendwie untergebracht habe ...
Lass es einfach mal etwas sacken, und dann kommt vielleicht noch der Geistesblitz und es wird einer deiner typischen Knaller draus. :D


...gibt es hier doch eine reichhaltige Auswahl an Museen inklusive dem neuseeländischen Nationalmuseum.“
Ich hab mich das schon beim ersten Lesen gefragt und bin ziemlich sicher: es muss Genitiv sein. Ich würde normalerweise nicht drauf hinweisen, aber Boerne ist Verfechter des Genitivs. (Und ich auch. *räusper* Wobei auch ich schon Böcke geschossen habe. Leider.*hüstel*)


Edited at 2013-01-26 10:10 pm (UTC)
Jetzt kann ich auch mal endlich Reviews schreiben! ;)
Die Geschichte ist echt süß, aber ich liebe alle deine Texte! Du kannst echt so super schreiben, ich glaube das werde ich nie hinbekommen! o.O
Danke, das freut mich sehr!

Gerade mit diesem Text bin ich ja ziemlich unzufrieden, von daher ist es schön zu lesen, daß er für Dich zumindest kein Totalausfall ist :)

ich glaube das werde ich nie hinbekommen
Ach was, üben, üben, üben :)

Ich habe gesehen, daß Du Dich neu angemeldet hast - viel Spaß beim Stöbern!
Wäre es nicht eigentlich an der Zeit, eine Fortsetzung zu schreiben? Lukas mit Familich in Münster? Wotan als babysittender Wachhund? Alberich, die Boerne frotzelt, wenn ihm beim Wickeln schlecht wird?