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BT_Wandern

September 2018

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Büttenwarder

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BT_Blick 1

Urlaubsvertretung (Thiel & Boerne)

Ein morgendlicher Schnellschuß - bevor ich übers Wochenende weg und damit auch hier weitgehend weg vom Fenster bin. Das Bingo-Blackout wird vielleicht doch noch *freu*

Rating: P 6
Genre: Freundschaft, Humor
Beta: ohne
Länge: ~ 800 Wörter
Bingo-Prompt: füttern / von jemandem gefüttert werden
A/N: Dazu hätte es natürlich unendlich viele andere Möglichkeiten der unanständigen oder h/c Art gegeben ... aber ich wollte nicht die 10. Geschichte zu Tempelräuber schreiben ;) Stattdessen fand ich das hier lustig als Prompterfüllung. Spargel gibt's ein ein andermal ...


***


Beim Klang der Türklingel hatte er noch die Decke über den Kopf gezogen. Es war Samstag, verdammt! Aber als Boerne - wer sonst - anfing an seine Tür zu klopfen und seinen Namen zu rufen, stand er nach einigen Sekunden doch auf. Am Ende war es wirklich etwas wichtiges. Außerdem würde Boerne bald alle Nachbarn geweckt haben, und was die bei so einer Szene denken würden, wollte er sich lieber nicht vorstellen. Herr Obiak warf ihm sowieso schon schiefe Blicke zu seit dieser Geschichte, als Boerne bei ihm übernachtet hatte, weil seine Kollegin aus Österreich zu Besuch war. Bloß weil er damals halbnackt die Tür geöffnet und sich ein bißchen ungeschickt ausgedrückt hatte. A propos ... er machte nochmal kehrt und schnappte sich ein T-Shirt, bevor er schon wieder nur in Unterhose an der Tür stand.

  "Jaha ... komme schon! ... was ist denn los -"

Er riß die Tür auf.

  "- um Himmels willen!?"

  "Ich brauche Ihre Hilfe, Thiel."

Boerne sah ganz eindeutig beunruhigt aus, und er verschluckte, was er hatte sagen wollen.

  "Was ist denn passiert?"

  "Kennen Sie sich mit Katzen aus?"

  "Wie bitte?"


***


  "Sie haben also versprochen, die Katze von Frau Fliegenschnapper zu füttern, während sie in Urlaub ist", faßte Thiel zusammen, während er sich fragte, warum er überhaupt mitgekommen war.

Boerne nickte. "Das gehört sich schließlich so, unter Nachbarn, daß man sich bei solchen Gelegenheiten unter die Arme greift."

Thiel schnaubte.

  "Was wollen Sie denn damit andeuten?"

  "Unter Nachbarn, daß ich nicht lache ... höchstens, wenn der Nachbar weiblich, jung und ausgesprochen attraktiv ist."

  "Ich muß doch sehr bitten! Außerdem habe ich letztes Jahr auch Ihren Briefkasten geleert, als Sie in Urlaub waren."

  "Ja ... nach endlosen Diskussionen ..." Wenn er sich richtig erinnerte,  hatte er darauf hinweisen müssen, daß überfüllte Briefkästen ein Signal für potentielle Einbrecher waren, bis Boerne sich endlich bereit erklärt hatte, die Post mit reinzunehmen. Aber nun gut ...

  "Was ist denn nun das Problem?", fragte er, während er der Katze zusah, die sich vor ihnen auf dem Boden rollte und ihnen ihren Bauch präsentierte. Machten das nicht nur Hunde?

  "Sie will nicht essen", sagte Boerne verzweifelt. "Sie hat das Futter von gestern gar nicht angerührt, und als ich ihr heute etwas neues gegeben habe, hat sie nur daran geschnuppert, sich umgedreht und ist weggegangen."

  "Hm." Lukas Zwergkaninchen hatte immer gefressen, was es zwischen die Zähne kriegen konnte. "Hat Frau Fliegenschnapper was gesagt?"

  "Nur, daß ihre Katze manchmal ein bißchen wählerisch sei."

  "Hm."

Sie sahen beide hinunter zu dem Tier, das sich jetzt erhoben hatte und um Thiels Beine strich. "Was soll das denn heißen?"

  "Ich vermute, sie denkt, Sie bieten ihr etwas anderes zu essen an als ich", brummte Boerne. "Dabei habe ich ihr genau das gegeben, was mir Frau Fliegenschnapper hingelegt hat."

  "Sieht ja scheußlich aus", kommentierte Thiel. "Das würde ich auch nicht essen."

  "Aber Katzen mögen so etwas. Die Katzenfutterindustrie wird ja wohl kaum so daneben liegen."

  "Vielleicht  müssen Sie ihr demonstrieren, daß man das essen kann." Er grinste, als Boerne angewidert das Gesicht verzog. "War ein Scherz."

  "Und jetzt?" fragte Boerne.

  "Warum willst du nicht essen?" fragte Thiel die Katze.

  "Miau", sagte die Katze.

Boerne seufzte.

  "Kratzt die?" fragte er, als die Katze sich wieder fallen ließ, halb auf seine Füße diesmal.

  "Keine Ahnung."

  "Haben Sie sie nicht mal gestreichelt?"

  "Ich bin allergisch gegen Hauskatzen", erklärte Boerne. "Es ist schlimm genug, wenn ich mich minutenlang in dieser Wohnung aufhalten muß."

  "Nachbarschaftliche Hilfe ..." brummte Thiel und ging in die Knie. Er streckte vorsichtig eine Hand aus, und das Tier ließ sich tatsächlich anfassen. War sogar ziemlich enthusiastisch und fing an zu schnurren.

  "Das ist bestimmt nicht so tragisch. Der geht's doch gut. Und verhungert sieht sie auch noch nicht aus."

  "Ja ... jetzt noch ...", kommentierte Boerne düster.

  "Jetzt malen Sie mal nicht den Teufel an die Wand."

Boerne seufzte.  "Ich habe einmal, vor vielen Jahren, bei einer jungen Dame die Zimmerpflanzen gegossen. Das hat damals leider weder ihr Ficus noch unsere Freundschaft überlebt."

  "Und nach der Erfahrung bieten Sie an, Frau Fliegenschnappers Katze zu füttern?"

Boerne sah ihn verzweifelt an. "Aber was soll ich denn tun? Ich kann sie ja schlecht zwangsernähren!"

Thiel schüttelte den Kopf. "Die verhungert schon nicht. Wenn sie hungrig ist, wird sie schon was essen."

  "Spricht da Ihre Erfahrung als Vater?"

  "Immerhin weiß ich, daß so ein Tier auch ein bißchen Zuwendung braucht, nicht nur Futter. Was ist das da hinten eigentlich?"

  "Trockenfutter", sagte Boerne.

  "Haben Sie das schonmal probiert?"


***


Friedliches Knacken und Knuspern erfüllte den Raum.

  "Na also", sagte Thiel befriedigt.

  "Jetzt habe ich Hunger", sagte Boerne.

  "Frühstück?"

  "Bei mir - ich muß raus aus dieser katzenhaarverseuchten Wohnung."

Sie schloßen die Tür hinter dem zufrieden fressenden Tier und gingen zusammen die Treppe hinunter. "Viel habe ich allerdings nicht im Haus", sagte Boerne, während er seine Wohnungstür öffnete. "Sie sind hoffentlich nicht wählerisch."

  "Ich bin für alles zu haben, Hauptsache - ", Thiel drehte sich um, als er Schritte auf der Treppe hörte. "Moin ... Herr Obiak."

Verdammt.


*** Fin ***

Comments

( dreimal dürft ihr raten, was ich heute morgen gemacht habe, als mir die Idee hierzu kam ;)

Du hast die Katze des jungen, attraktiven Nachbarn gefüttert. ;)

Boernes Verzweiflung kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich hätte zwar wie Thiel auch keine Ahnung, würde aber auch erstmal unterstellen, dass die Katze sich nicht zu Tode hungern würde.

Und dass Boerne das Trockenfutter gar nicht erst in Erwägung zieht, passt auch sehr gut. :)

Am allerbesten an der Geschichte gefallen mir allerdings am Anfang und Ende die Hinweise auf die Nachbarn bzw. Herrn Obiak. Armer Thiel! ;)
Schön wär's ;) Unsere eigene ist so ein wählerisches Biest und am Wochenende muß meine Schwester mit ihr zurecht kommen ...

würde aber auch erstmal unterstellen, dass die Katze sich nicht zu Tode hungern würde
Vielleicht sind das nur urban legends, aber man hört von solchen Fällen. Wer einmal erlebt hat, wie eine erkennbar hungrige Katze auf stur schaltet, weil ihr die Futterauswahl nicht genehm ist, ist fast geneigt das zu glauben.

Am allerbesten an der Geschichte gefallen mir allerdings am Anfang und Ende die Hinweise auf die Nachbarn bzw. Herrn Obiak.
:D
Danke!
Ich wußte anfangs nicht wie das enden würde, und Herr Obiak war nur so ein Schlenker beim Start, der mir spontan eingefallen ist. Um so erfreuter war ich, als mir aufgefallen ist, daß sich daraus ein hübsches Ende machen läßt.

Armer Thiel! ;)
Was geht er auch in Unterhose und T-Shirt mit zu Boerne frühstücken ;) Herr Obiak* wird jetzt jedenfalls nie mehr zu überzeugen sein, daß da nix läuft ...

* Der mir übrigens wegen Deiner wunderbaren Drabble-Geschichte so gutim Gedächtnis ist.
Letztlich hatte Herr Obiak bei meiner Drabble-Serie aber irgendwie recht, und wahrscheinlich weiß er auch bei Deiner Geschichte mehr als Thiel und Boerne. ;)
Das ist absolut niedlich! *lol*

Allein die Idee, dass eine junge, hübsche Frau im Haus wohnt. Wenn ihr nicht alle Slasher wäret, was hätte da draus werden können... diese Möglichkeiten! *geier*
Und der Name. Fliegenschnapper. Ich dachte, ich les nicht richtig. Also nee, heute machst du mich fertig!

Absolut genial, wirklich, von Anfang bis Ende. Besonders auch Anfang und Ende, keine Frage. Weltbeste Umsetzung dieses Prompts! Essensmäßig unanständig finde ich eklig, das kann ich nicht leiden, und h/c gab's hier in der letzten Zeit genug, von welchem Heini auch immer. *hüstel*
Von daher: volle Punktzahl
*grin*

Danke, freut mich, daß ich Dich erheitern konnte! Und ich hoffe, das mit dem Scharlach wird nicht so schlimm - nicht daß es Dich oder Deinen Mann auch noch erwischt.

"Essensmäßig unanständig" - da wollte ich keine falschen Assoziationen wecken, ich dachte jetzt nicht an Sex mit Lebensmitteln ;) Sondern an den Klassiker, dem anderen etwas zu kosten geben, am besten mit der Hand und vor Publikum ... Kantine oder so.

So, dann muß ich jetzt wohl mal die Katze von den Beinen schubsen und packen ... was ich wie Thiel hasse. Mein Mann ist schon fertig ... *seufz*
Also an Sex mit Lebensmitteln hab' ich auch nicht gedacht! *schmeißweg* Sowas wird es doch hoffentlich nicht geben! *schüttel*

Aber da war mal was mit Schokoladensauce oder so. Das spricht mich dann einfach nicht mehr so an.
Sag mal, habt ihr Urlaub oder was? Dann schöne Tage! Genießt es.

Hier ist die Stimmung grad eher trüb. Hohes Fieber und Scharlach bei der Kleinen, sie würgt beim Penicillin, weil es so eklig schmeckt; ich selber hab auch irgendein Virus (kein Scharlach, dazu ist es zu harmlos), aber kann mich kaum bewegen. Ich komme nicht ins Bett oder raus, ich werde hier noch bekloppt. Trinken geht nur mit Strohhalm, ich kann den Kopf nicht anheben und den rechten Arm. Also sowas...
Und bei meinem Schwiegerpapa gab's gestern die Horrornachricht schlechthin. *seufz* Du kennst ja ein wenig seiner Geschichte, kannst es dir denken.
Es ist gerade wieder so eine Phase im Leben, wie man sie manchmal hat. Die dann einfach mehr Kräfte zehrt als eigentlich da sind.


Edited at 2013-01-25 01:15 pm (UTC)
Och ... Schokoladensauce ... in echt eher eine klebrige Sache, aber Fiktion ist Fiktion ;) Aber ich verstehe schon, daß die Geschäcker da auseinandergehen.

Wir haben so eine Mischung aus Kurzurlaub (meinerseits), Dienstreise (mein Mann) und bei der Gelegenheit Schwiegereltern besuchen. Sonntag geht es wieder zurück, dazwischen ist nur eine wackelige Internetverbindung.

Ich hoffe, bei Euch geht es bald berauf. Es tut mir sehr leid, das von Deinem Schwiegervater zu hören. Wir sind hier auch gerade die Verwandten und Freunde meiner Schwiegereltern durchgegangen, die inzwischen teilweise sehr krank sind :( Es ist ein Elend, aber sie werden natürlich alle älter und jetzt erwischt es nach und nach einen nach dem anderen :( Ich wünsche Deiner Familie jedenfalls das Beste.
Wir haben so eine Mischung aus Kurzurlaub (meinerseits), Dienstreise
Dann viel Spaß!!

Ich wünsche Deiner Familie jedenfalls das Beste.
Wird schon. Irgendwie geht es ja immer weiter. Bzw. muss es weitergehen.
Eine niedliche Idee mit der Katze und das Ende ist genial *lachweg*

Sowieso eine meiner Lieblingszenen, wo Thiel dem Nachbarn die Tür öffnet. Und deine Fortsetzung mit Thiels "Ich bin für alles zu haben" gibt dem armen Mann sicher den Rest :-)
Danke!

Die Bingo-Deadline hat ja ein paar unsinnige Veröffentlichungen meinerseits verursacht, aber das finde ich ehrlich gesagt auch recht niedlich :)

gibt dem armen Mann sicher den Rest
*snicker*
Ich mag die Szene in Ruhe Snaft auch sehr gerne!