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BT_Wandern

August 2018

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Büttenwarder

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BT_Duschen

Heiß (Undercoververse XX)

zurück zum Undercover-Masterpost

Rating: P 16
Genre: Slash, est. rel., Humor
Handlung: Sommer. Hitze. Wochenende.
Sommer-Bingo-Prompt: Unerträglich heiß schwitzen
Länge: ~ 1.200 Wörter
A/N: Das hätte auch gut zu "schwitzen" auf meiner zweiten Karte gepaßt ;) Mal sehen, wenn mir noch was anderes zu "unerträglich heiß" einfällt, ändere ich es vielleicht noch.
Für joslj, die sich nach den ganzen Gewittern Sommer-Fluff gewünscht hat :)


***


Hitze. Glühende, schwere, unerträgliche Hitze.

Thiel griff nach dem Glas Wasser vor sich auf dem Tisch und brach im gleichen Moment in Schweiß aus. Seit einer Woche hielt diese Hitzewelle nun schon an. Selbst nachts sank das Thermometer kaum unter dreißig Grad, und inzwischen war ihre Wohnung so aufgeheizt, daß es auch hier keinen erträglichen Rückzugsort mehr gab. Im Präsidium hatte es diese Woche einige hitzebedingte Ausfälle gegeben - Kreislaufkollaps im Innendienst, Sonnenstich im Außendienst. Meier II war mit einem riesigen Strohhut (mit Schleife) auf Streife gegangen, worüber die Kollegen erst gelacht hatten. Aber Mitte der Woche hatte dann auch der letzte uniformierte Kollege kapituliert und inzwischen sah man alle möglichen und unmöglichen Kopfbedeckungen im Dienst.

Jetzt war zwar Wochenende, aber es schien noch heißer geworden zu sein und anscheinend blieb ihm nichts anderes übrig, als seine freie Zeit damit zu verbringen, in Unterwäsche in der abgedunkelten Wohnung zu sitzen und zu schwitzen.

Thiel stöhnte, was mit energischem Zeitungsrascheln von der anderen Seite des Tisches beantwortet wurde.

Boerne schien im Gegensatz zu ihm nicht unter der Hitze zu leiden. Nein, Boerne saß ihm akkurat wie immer gegenüber, in Hose und Hemd. Nur die Krawatte hatte er weggelassen, aber das machte er am Wochenende zuhause immer. Ein langärmliges Hemd, weil ein kurzärmliges Hemd in Boernes Augen ein modischer Fauxpas sondergleichen war ... ihm brach der Schweiß aus, wenn er sich das nur ansah. Boerne hingegen hatte die Stirn gerunzelt, als er sich in Unterwäsche an den Frühstückstisch gesetzt hatte. Aber nichts gesagt, denn die Verfügungsgewalt über seine Garderobe hatten sie nach zähem Ringen inzwischen geklärt. Er zog an, was er wollte - das hätte er sowieso getan - und Boerne enthielt sich jeden Kommentars - das war der Kompromiß. Dafür durfte Boerne darüber bestimmen, was er bei Terminen mit seiner Familie trug. Mit der Regelung waren sie nun schon geraume Zeit gut gefahren, und Boerne wollte den Frieden anscheinend nicht gefährden.

Mit grausiger Faszination beobachtete er, wie Boerne, ohne die Zeitung beiseitezulegen, nach der Kaffeetasse griff und einen Schluck nahm. Heißer Kaffee. Der Kaffee dampfte einzig und allein deshalb nicht, weil die Außentemperatur so hoch war. Thiel konnte spüren, wie ihm allein bei dem Gedanken an Kaffee der Schweiß den Rücken hinabrann. Selbst kaltes Wasser zu trinken strengte ihn an, und Boerne faltete jetzt in aller Ruhe die Zeitung zusammen, legte sie neben den Teller und begann damit, sich ein Brötchen zu schmieren.

  "Wie hälst du das aus?"

  "Was?" Boerne sah ihn fragend an.

  "Die Hitze!" Thiel wischte sich übers Gesicht. "Es ist sauheiß hier. Wie kannst du hier sitzen und frühstücken? Wieso schwitzt du nicht wie jeder normale Mensch?"

  "Das ist alles eine Frage der Selbstbeherrschung, mein Lieber", erklärte Boerne munter und wedelte mit dem Messer vor seinem Gesicht herum. "Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen."

  "Das ist ja wohl das bescheuertste, was ich je gehört habe", brummte Thiel mißmutig. "Es ist heiß! Das kann man nicht mit purer Willenskraft ändern!"

  "Oh doch", Boerne lächelte ihn voller Überzeugung an. "Ich lasse mich einfach nicht dazu hinreißen, so wie du über die Hitze zu jammern und mich in diesen Zustand hineinzusteigern. Nein, ich stelle mir einfach einen kühlen Ort vor. Und vermeide natürlich jede überflüssige körperliche Anstrengung."

  "Pfff ..."

  "Auf die Art und Weise kann ich im Gegensatz zu anderen, die ich hier nicht namentlich erwähnen will, ordentlich angezogen am Frühstückstisch sitzen", sagte Boerne und warf einen vielsagenden Blick auf sein Unterhemd.

Thiel hatte das deutliche Gefühl, daß seine Temperatur vor Ärger noch weiter anstieg. Kurzentschlossen zog er das Unterhemd auch noch aus, knüllte es zusammen und ließ es auf den Nachbarstuhl fallen - extra unordentlich, weil er wußte, daß Boerne das nur schwer ertragen konnte. Jeder normale Mensch klagte im Augenblick über die Hitze. Mit ihm war alles in Ordnung - Boerne war nicht ganz normal. Selbstbeherrschung, daß er nicht lachte. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, und schloß ihn wieder, als er Boernes Blick bemerkte, der an seinem nackten Oberkörper hängengeblieben war. Kühle Gedanken ... Er unterdrückte ein Grinsen und lehnte sich im Stuhl zurück. Die Sonnenflecken, die durch die nicht ganz geschlossene Jalousie drangen, bewegten sich auf seiner Haut und Boerne blinzelte.

  "Dir ist also überhaupt nicht heiß."

  "Nein."

Er wischte nachlässig einen Schweißtropfen vom Oberarm und ließ die Hand an seinem Arm nach unten rutschen. Boerne schluckte.

  "Wegen der Selbstbeherrschung und so weiter."

  "Genau."

Er konnte die feinen Schweißtröpfchen sehen, die sich inzwischen auf Boernes Stirn gebildet hatten, und mußte sich jetzt wirklich anstrengen sein Lächeln zu verbergen. Stattdessen griff er wieder nach seinem zusammengeknüllten Unterhemd und begann damit, sich in aller Ruhe den Schweiß abzuwischen. Schön langsam. Er wollte sich ja nicht überanstrengen, Boerne hatte schon ganz recht, jede körperliche Anstrengung vermeiden hieß die Devise.
...
Wenn er sich nicht sehr täuschte, ging Boernes Atem schneller. Er brauchte gar nicht hinzusehen, er konnte spüren, wie Boernes Augen jeder seiner Bewegungen folgten. Manchmal konnte er es immer noch nicht glauben, daß ihn tatsächlich jemand so ansah. Ihn. Selbst als er halb so alt und wesentlich schlanker gewesen war, waren die Frauen bei seinem Anblick nicht gerade in Andacht versunken. Nicht einmal seine Frau. Für einen winzigen Augenblick hatte er das Gefühl, sich hier gerade sehr lächerlich zu machen, aber dann sah er auf und begegnete Boernes Blick.

Eine Hand griff nach seiner und zog ihn hoch. Warm. Heiß. Viel zu heiß.

  "Komm."


***


  "Jetzt kleben wir beide", murrte Thiel. Genauer gesagt versuchte er zu murren, denn auch wenn ihm nach wie vor viel zu heiß war und seine Feststellung unbestreitbar stimmte, konnte er in diesem Moment nicht anders als gut gelaunt zu sein.

  "Mhm ...", nuschelte Boerne gegen seine Haut und zog ihn näher, so daß ihm noch heißer wurde.

  "Wir hätten besser kalt geduscht."

Boerne grinste, obwohl er das gar nicht so gemeint hatte. Thiel versuchte, genervt die Augen zu verdrehen, scheiterte jedoch an hitzebedingter Erschöpfung. Aber Boerne wurde auch so wieder ernst und sagte: "Kalt duschen bringt nicht viel, das regt den Kreislauf zu sehr an. Anschließend schwitzt man mehr als vorher."

  "Ernsthaft?" Er hatte sich noch nie zu eiskalten Duschen überwinden können, egal wie heiß ihm war, und freute sich darüber, dafür endlich eine Begründung zu haben.

  "Mhm." Boerne hatte ihn losgelassen und streckte sich neben ihm. "Lauwarm duschen ist das Mittel der Wahl. Und das können wir jetzt ja immer noch tun."

Thiel sah zur Seite und mußte bei dem Anblick seinerseits grinsen. "Das können wir nicht nur, das sollten wir."


***


Boerne hatte recht. Nach eigener Überzeugung hatte er das natürlich immer, aber diesmal war Thiel ausnahmsweise derselben Meinung. Nach einigen Minuten fühlte er sich wie neugeboren. Endlich konnte er wieder klar denken. Konnte sich wieder bewegen, ohne sofort in Schweiß auszubrechen. Konnte die Hände, die über seinen Körper strichen ohne kleben zu bleiben, richtig genießen.

  "Enthusiastisch", stellte Boerne mit einem Lächeln in der Stimme fest.

  "Mhm ..." Thiel seufzte und lehnte sich in die Umarmung.

Das war hier sowieso gerade der erträglichste Ort in der ganzen Wohnung, und es war nur vernünftig, sich hier noch eine Weile aufzuhalten ...


* Fin *

Comments

Sehr schön, wie Thiel Boerne aus der Ruhe bringt. ^^

Nur die Krawatte hatte er weggelassen, aber das machte er am Wochenende zuhause immer
Schöne Vorstellung. Aber von mir aus hättest du ihm auch ruhig ein (Golf?-)Poloshirt anziehen können, so wie Vera neulich.

Er zog an, was er wollte - das hätte er sowieso getan - und Boerne enthielt sich jeden Kommentars - das war der Kompromiß.
Klingt nach einem etwas einseitigen Kompromiss. Boerne muss ja wirklich viel an Thiel liegen, dass er da mitspielt

Manchmal konnte er es immer noch nicht glauben, daß ihn tatsächlich jemand so ansah. Ihn.
Das finde ich wirklich unglaublich niedlich und schön

Boerne hatte recht. Nach eigener Überzeugung hatte er das natürlich immer
Auf den Punkt beobachtet. Immer wieder schön.
Danke :)
Freut mich, daß Du an dem schamlosen Fluff Spaß hast.

Klingt nach einem etwas einseitigen Kompromiss.
Ah ... Thiel denkt hier nicht so sonderlich gut strukturiert. (Das liegt natürlich nicht an der Autorin ...) Der Kompromiß ist natürlich, daß Boerne den Mund hält, dafür aber Thiel zu Familienbesuchen bei Boernes anziehen darf.

Das finde ich wirklich unglaublich niedlich und schön
Ich auch. :)
Schöner Sommer-Fluff!

"Das ist alles eine Frage der Selbstbeherrschung, mein Lieber", erklärte Boerne munter und wedelte mit dem Messer vor seinem Gesicht herum. "Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Wie Thiel würde ich "bescheuert" sagen, aber das passt trotzdem so gut zu Boerne. Er würde genau so etwas behaupten und wahrscheinlich auch beweisen können. :)

Ich finde es rührend, dass Boerne von Thiels Anblick so angetan ist und dass zugleich Thiel dies gar nicht so gewöhnt und daher ein bisschen ungläubig ist. Andererseits hält es Thiel ja nicht davon ab, seine Wirkung auf Boerne kalkuliert einzusetzen. :)

Grundsätzlich würde es mir aber wie Boerne gehen, dass ich Unterwäsche in der Wohnung als Kleidung nicht so toll finde.

So groß können die Hitze und die Erschöpfung dann aber doch nicht sein, wenn es in der Dusche weitergeht, oder? ;)

Edited at 2013-06-16 09:04 pm (UTC)
Schön, daß es Dir gefällt :) Ich hatte hier bei Schreiben auch mal wieder großen Spaß.

Ich finde es rührend, dass Boerne von Thiels Anblick so angetan ist und dass zugleich Thiel dies gar nicht so gewöhnt und daher ein bisschen ungläubig ist.
Das ist auch meine Lieblingsstelle.
Jeder sollte wenigstens einmal jemanden haben, der einen so ansieht ...

Grundsätzlich würde es mir aber wie Boerne gehen, dass ich Unterwäsche in der Wohnung als Kleidung nicht so toll finde.
Och ... wenn's heiß ist. Aber ich denke schon, daß Boerne und Thiel an diesem Punkt unterschiedlicher Meinung sind.

So groß können die Hitze und die Erschöpfung dann aber doch nicht sein, wenn es in der Dusche weitergeht, oder? ;)
So eine lauwarme Dusche kann Wunder wirken ^^
Schön! Macht gute Laune!

Ich fände zwar Schweißperlen auf Thiels Arm oder Oberkörper jetzt nicht soooo wahnsinnig attraktiv, aber Boernes Selbstbeherrschungsthese ist so schön und so passend, die muss einfach widerlegt werden.

Uud so ein schöner letzter Satz.
und es war nur vernünftig, sich hier noch eine Weile aufzuhalten ...
Ich fände zwar Schweißperlen auf Thiels Arm oder Oberkörper jetzt nicht soooo wahnsinnig attraktiv
Ach, es reicht ja, wenn Boerne das attraktiv findet ;)

Schön, daß es Dir gefällt! Ich hatte auch Spaß an der Thiel-manipuliert-Boerne Idee. Und am Ende haben sie ja beide was davon :)