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BT_Wandern

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Büttenwarder

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BT_Bingo_Mauer

Hitzewelle III (Silke Hallers POV)

Challenge:[Spoiler (click to open)]"I hear the secrets that you keep / When you're talking in your sleep" von Talking in your sleep von The Romantics (vom 27.1.2013)- Tabelle Orte: Joker - für mich
Team: Sirius
Rating: P 12
Genre: Pre-Slash/Slash, h/c, Humor
Handlung: Vielleicht tat sie den beiden ja auch einen Gefallen.
Länge: ~ 1.500 Wörter
Zeit: 120 Minuten (vielleicht auch fünf Minuten mehr *hust*)
A/N: Der Text kann alleinstehend gelesen werden. Er gehört allerdings als dritter Teil zu Hitzewelle I (Boernes POV) und Hitzewelle II (Thiels POV), wobei sich die Teile zeitlich überschneiden, jeder Teil aber zeitlich ein wenig weiter reicht. Wer grundsätzlich Lust hat, mehrere der Teile zu lesen, sollte Hitzewelle I unbedingt zuerst lesen - sonst ist der Witz da raus, weil man schon die weitere Handlung kennt.


***


Silke pfiff fröhlich vor sich hin, während sie die erste Obduktion dieses Tages vorbereitete. Das Stück hatte sie am Abend zuvor in ihrem Chor einstudiert und es ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Jetzt noch das Besteck ... Sie warf einen Blick auf die Uhr und runzelte die Stirn. Schon fast neun, und Boerne war immer noch nicht da. Da würde sie ihn wohl darüber belehren müssen, daß Pünktlichkeit eine Tugend und  Unpünktlichkeit unverzeihlich war, dachte Silke und grinste. Geschah ihm nur recht. Und jetzt würde sie sich erst einmal einen Kaffee kochen. Alleine konnte sie ja schlecht anfangen.

Sie hatte gerade den Kaffee in den Filter geschüttet, als ihr Handy klingelte. Die Unruhe war sofort da - eine Berufskrankheit, sie sah einfach zu viele Unfälle Tag für Tag. Boernes Nummer auf dem Display beruhigte sie, aber nur kurz, bis sie die Stimme von Hauptkommissar Thiel erkannte.

  "Was ist passiert?"

  "Nichts Schlimmes. Boerne hat eine Erkältung oder so was." Silke atmete erleichtert auf. Sie konnte an seiner Stimme erkennen, daß sie sich gerade wohl doch ein wenig panisch angehört hatte. Aber überraschende Anrufe am frühen Morgen brachten eben üblicherweise keine guten Neuigkeiten.

  "Traut er sich nicht selbst ans Telefon, weil er weiß, daß das heute wirklich nicht der richtige Tag ist um sich krankzumelden?"

Thiel lachte, aber als er weiterredete, merkte sie, daß eine Erkältung wohl doch etwas untertrieben gewesen war, um sie zu beruhigen. Der Kommissar klang eindeutig besorgt, als er ihr erzählte, daß ihr Chef hohes Fieber hatte und nicht ansprechbar war. "Ich weiß nicht, ob ich jetzt doch einen Arzt rufen soll. Und er hat auch überhaupt nix im Haus, kein Fieberthermometer, keine Medikamente, nix ... das ist doch nicht normal!"

Silke grinste, als sie den empörten Tonfall hörte. "Er glaubt eben, er wird nie krank." Sie unterließ es darauf hinzuweisen, daß Thiel selbst in der Hinsicht ja wohl auch schlecht gerüstet war, sonst hätte er ja was aus seiner Wohnung holen können.

  "Wissen Sie was, ich komme mal schnell vorbei und sehe ihn mir an. Bin ihn zehn Minuten da."

Thiel klang ganz eindeutig erleichtert, als er sich verabschiedete. Sie pinnte einen "Wegen Krankheit geschlossen"-Zettel an die Tür und eilte los. Nicht ansprechbar klang ja doch etwas ernster.


***


Es waren dann doch eher 20 Minuten, weil sie noch an einer Apotheke gehalten hatte. Sie konnte sich schon denken, was Boerne erwischt hatte, der Virus grassierte seit einigen Tagen im Kollegenkreis. Sie selbst hatte es vor zwei Wochen erwischt, allerdings nicht so schlimm.

Thiel begrüßte sie mit einem erleichterten "Er schläft" und wuselte dann unruhig um sie herum, während sie sich ihren Chef ansah.

  "Hat er was zu trinken im Haus?" fragte sie, um den Kommissar abzulenken. "Mineralwasser, Saft?"

   "Keine Ahnung." Thiel sah sich ratlos um, als erwarte er irgendwelche Getränkekästen in den Ecken von Boernes Schlafzimmer. Aber dann hellte sich seine Miene auf. "Aber ich hab am Wochenende eingekauft. Ich kann was von mir rüberholen."

  "Sehr gut." Sehr gut in der Tat, dann hatte sie auch ein paar Minuten Ruhe. "Dann machen Sie das mal."

  "O.K." Der Kommissar warf einen unsicheren Blick auf Boerne. "Sie ... Sie kommen doch zurecht?"

Er stirbt mir schon nicht, wenn Sie ihn fünf Minuten aus den Augen lassen lag ihr auf der Zunge, aber sie beherrschte sich. "Klar doch. Gehen Sie ruhig."

Männer ...


***


Boerne hatte es wirklich ordentlich erwischt. Kein Wunder, vermutlich hatte er die Anzeichen übers Wochenende ignoriert. Es war jedesmal dasselbe - nicht, daß er oft krank wurde, aber wenn, dann machte er solange weiter bis er umkippte. Das Fieber war ziemlich hoch, aber Thiels kalte Wickel hatten schon geholfen. Auch wenn sie alles andere als lehrbuchmäßig aussahen ... war das eigentlich ein T-Shirt, das als Wickel zweckentfremdet worden war? Naja, Hauptsache kalt. Sie versuchte den Puls zu fühlen, aber just in dem Moment kam Boerne zurück an die Oberfläche und wehrte ihre Hand ab.

  "Sch ..." Sie versuchte, ihn wieder zu beruhigen, aber ohne Erfolg. "Alles in Ordnung."

Daß er ihre Hand festhielt und nicht weggehen murmelte, war schon fast niedlich. Sie strich ihm ein paar verschwitzte Haare aus der Stirn und dachte bei sich, daß -

  "Thiel ..."

Hm?

Sie hätte ihn gar nicht stoppen können, als er weiterredete, und weghören ging irgendwie auch nicht.


***


Silke war heilfroh, daß Boerne wieder tiefer eingeschlafen war, als sie die Wohnungstür hörte. Das war zwar mit Sicherheit nicht für ihre Ohren bestimmt gewesen, aber noch peinlicher wäre es gewesen, wenn Thiel in dem Moment auch dagewesen wäre. So hatte sie gerade noch Zeit, ihre Gesichtszüge wieder unter Kontrolle zu bringen, bevor der Kommissar den Raum betrat.

  "Wie geht's ihm?"

  "Ich denke, es ist nur dieser Virus, der seit ein paar Wochen rumgeht. Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, teilweise ziemlich hoch. Aber in zwei bis drei Tagen vorbei." Sie redete automatisch weiter, während sie sich fragte, was genau sie da gerade gehört hatte. Fieberträume? Wunschträume? Oder mehr? Eigentlich hatte sie den Eindruck, daß sie sich ziemlich merkwürdig benahm, aber Thiel war zu sehr auf Boerne konzentriert, um das zu bemerken. Was auch einiges sagte.

Egal. Es ging sie ja schließlich auch nichts an, ob und was da lief. Obwohl ... neugierig war sie schon. Sie schüttelte den Gedanken wieder ab und konzentrierte sich auf die Aufgabe, Boerne so weit wach zu bekommen, daß sie ihm etwas Wasser und Medikamente einflößen konnte.

  "Ich bin beeindruckt." Thiel klang tatsächlich so ehrfürchtig, daß sie unwillkürlich lächeln mußte.

  "Ach ... wenn Sie Wotan regelmäßig Medikamente verabreichen müßten, hätten Sie da auch Übung."

Thiel grinste zurück, wurde dann aber wieder ernst. "Und jetzt?"

Einen Moment lang überlegte sie, ob sie anbieten sollte, hier zu bleiben. Wenn da nämlich doch nichts war, und Boerne Thiel gegenüber ähnlich redselig werden würde wie eben ... Andererseits -

  "Sie haben ihn ja schon ganz gut runtergekühlt. Und das Mittel sollte bald anschlagen. Vielleicht geht das Fieber trotzdem zum Nachmittag nochmal etwas höher, aber zum Abend sollte es besser werden. Messen Sie jede Stunde, und wenn es doch über vierzig steigt, rufen Sie mich an."

- vielleicht tat sie den beiden ja auch einen Gefallen.


***


Am frühen Abend rief Thiel sie an.

  "38."

Boerne hatte vielleicht doch recht, wenn er sich darüber beschwerte, daß der Kommissar kein Freund von Nebensätzen war, dachte Silke und schnaubte. Aber immerhin, die Nachricht war gut und Thiel klang angemessen erleichtert.

  "Er schläft jetzt. Also ... richtig, nicht wie vorher, da war er eher weggetreten oder hat wirres Zeug geredet."

Thiel klang nicht so, als ob bei dem wirren Zeug irgendetwas von Bedeutung gewesen wäre. Sie wußte nicht so genau, ob das gut oder schlecht war. Und für wen von beiden.

  "Soll ich morgen früh vor der Arbeit nochmal vorbeischauen?"

  "Das wär' vielleicht nicht schlecht." Thiel zögerte. "Ich glaub', ich bleib' die Nacht lieber hier. Klingeln Sie einfach bei Boerne."

Hm.


***


Es dauerte ganz schön lange, bis Thiel die Tür öffnete. In Jeans und T-Shirt, aber noch barfuß, und die Haare sahen aus, als wäre er gerade aufgestanden. Und das T-Shirt, als habe er darin geschlafen.

  "Hab' ich Sie geweckt?"

  "Schon O.K." Thiel rieb sich die Augen. "Er ist wieder fit. Ich glaube, ich habe sogar schon das Wort Arbeit gehört ..."

Silke verdrehte die Augen, obwohl das vorherzusehen gewesen war.

  "Na, dann stellen Sie mir den Patienten mal vor, und ich sage Ihnen, ab wann er wieder arbeitsfähig ist."

  "Alberich?"

  "Na, wie fühlen wir uns denn heute?"

Boerne runzelte die Stirn. "Wie Sie sich fühlen, weiß ich ja nicht, aber ich fühle mich gut. Wieso sind Sie denn - Thiel!"

Thiel hatte sich neben ihren Chef aufs Bett fallen lassen und die Hand ausgestreckt, um seine Stirn zu berühren - ohne Erfolg, Boernes Reflexe funktionierten jedenfalls wieder.

  "Mir geht's wieder gut", wiederholte Boerne stur, obwohl er alles andere als gut aussah.

  "Sehen Sie? Ihm geht's wieder gut." Thiel grinste, während Boerne die Decke höher zog und sie beide empört anfunkelte. Zu Thiels knittrigem T-Shirt gesellte sich jetzt die Erkenntnis, daß weder die Couch in Boernes Wohnzimmer noch irgendetwas anderes als das Bett hier im Schlafzimmer so aussah, als habe jemand darin geschlafen.

  "Sie sollten trotzdem noch zuhause bleiben."

  "Aber -"

  "Ich habe Sie drei Tage krankgeschrieben."

  "Aber -"

  "Jetzt stellen Sie sich nicht so an!" unterbrach diesmal Thiel. "Seien Sie lieber froh, daß wir Sie nicht ins Krankenhaus verfrachtet haben, so schlecht wie's Ihnen gestern ging."

  "Also -"

  "Ich geh' dann mal. Immerhin bleibt die ganze Arbeit jetzt an mir hängen."

  "Das ist nicht -"

   "Ich sehe Sie dann frühestens am Donnerstag!"

Sie zog die Tür hinter sich, ehe Boerne noch mehr sagen konnte, und grinste.

Thiel würde das schon schaffen.


* Fin*

Comments

Wie kannst Du uns das antun und uns nicht verraten, was Boerne gesagt hat? ;)

Ich glaube fast, diese Version gefällt mir am besten. Zum einen wird auch hier Thiels Besorgnis deutlich, aber zum anderen bekommt das Ganze mit diesen kleinen Andeutungen und Enthüllungen durch Alberichs POV einen besonderen Reiz.

Besonders gut gefallen mir diese Stellen:

Thiel sah sich ratlos um, als erwarte er irgendwelche Getränkekästen in den Ecken von Boernes Schlafzimmer.

Thiel hatte sich neben ihren Chef aufs Bett fallen lassen und die Hand ausgestreckt, um seine Stirn zu berühren

Zu Thiels knittrigem T-Shirt gesellte sich jetzt die Erkenntnis, daß weder die Couch in Boernes Wohnzimmer noch irgendetwas anderes als das Bett hier im Schlafzimmer so aussah, als habe jemand darin geschlafen.


Hm. :)
Ich fand es ganz reizvoll, wenn man sich das selbst ausmalen kann ...

Außerdem schreibt sich fiebriges Gestammel schreibt so schwer *hust*

Ich glaube fast, diese Version gefällt mir am besten.
Das freut mich :) Ich selbst hatte bei II und III das Gefühl, daß es immer weniger "spannend" wird, weil sich ja doch einiges doppelt. Ich muß aber auch zugeben, daß es seinen Reiz hat, die verschiedenen Versionen ineinander zu schreiben, so daß alles aufgeht, sich nicht alles über weite Strecken wiederholt, und mit etwas Glück jede Version noch etwas ergänzt.

Die Getränkekästen haben mir auch besonders gut gefallen ;) Nach wie vor überrascht mich sowas manchmal - die waren beim Schreiben plötzlich da (bzw. vielmehr nicht da), ohne daß ich bewußt an sie gedacht habe.



DAs ist eine superschöne Sache, dass du noch die dritte Story dazugeschrieben hast. Sie gefällt mir auch ausnehmend gut.


Daß er ihre Hand festhielt und nicht weggehen murmelte, war schon fast niedlich.
awwwww

Sie strich ihm ein paar verschwitzte Haare aus der Stirn und dachte bei sich, daß -
Ich hätte ja viel lieber gewusst, was Silke hier gedacht hat. Das slashige Gestammel braucht doch keiner. *prust*

Einen Moment lang überlegte sie, ob sie anbieten sollte, hier zu bleiben. Wenn da nämlich doch nichts war, und Boerne Thiel gegenüber ähnlich redselig werden würde wie eben ... Andererseits -
... - vielleicht tat sie den beiden ja auch einen Gefallen.

:D

"Aber -"
"Aber -"
"Also -"
"Das ist nicht -"

Boerne ist eindeutig noch nicht wieder fit! Herrlich xD


Edit: mein Lieblingssatz ist aber der hier, ich hab laut gelacht eben auf der Feier und alle haben mich verwundert angesehen *hüstel*
Er stirbt mir schon nicht, wenn Sie ihn fünf Minuten aus den Augen lassen... Männer
göttlich! ^^

Edited at 2013-07-06 06:58 pm (UTC)
Freut mich, daß Dir Silkes POV gefällt :) Du hast sicher gemerkt, daß ich mich auch hier um alles medizinische mehr oder weniger elegant drumrumgemogelt habe ...

Ich hätte ja viel lieber gewusst, was Silke hier gedacht hat.
Das hab' ich mir fast gedacht ;) Ich weiß, ich bin gemein, aber es ist doch ungemein praktisch, daß man Dinge, über die man sich selbst nicht so klar ist, einfach auslassen kann *eg*

ich hab laut gelacht eben auf der Feier und alle haben mich verwundert angesehen *hüstel*
*grin* Das hört sich doch gut an ;) Schön, daß der dritte Teil Dich nicht gelangweilt hat.
Schön, daß der dritte Teil Dich nicht gelangweilt hat.
Du müsstest doch ganz genau wissen, dass mich so etwas schönes niemals langweilen kann. xD
Alberich, die Geheimnisträgerin! Ich überlege schon die ganze Zeit, was Boerne da wohl gesag hat! Könnte echt alles sein!

Toller Teil, toller Abschluss dieser Trilogie! Liebe!
Danke :)

Freut mich sehr, daß es Dir gefallen hat. Und daß das Ende nicht gelangweilt hat.

Ich überlege schon die ganze Zeit, was Boerne da wohl gesag hat!
*eg*
Ein bißchen Spannung mußte ich doch wenigstens erhalten ;)

Edited at 2013-07-12 07:51 pm (UTC)
Mir gefällt auch dieser Teil am allerbesten! Diese kleinen Beobachtungen von Alberich machen sehr viel Spaß und das man merkt, dass Thiel trotz seiner Fürsorglichkeit doch ein bisschen unbeholfen ist (so wie mit den Frauen, die ihn im Kanon so interessieren, ja auch) - das passt sehr gut, finde ich.

Ist immer wieder schön, was von dir zu lesen, auch wenn bei mir leider immer noch die Zeit knapp ist.
Danke :D

Ich bin vor lauter Streß noch gar nicht zum Antworten gekommen. Aber gelesen hab' ich's gleich!

Schön, daß Dir Teil 3 so gut gefällt. Ich hatte ein wenig befürchtet, daß es sich totläuft und langweilig wird.

dass Thiel trotz seiner Fürsorglichkeit doch ein bisschen unbeholfen ist (so wie mit den Frauen, die ihn im Kanon so interessieren, ja auch)
Schön beobachtet. Recht hast Du :)

auch wenn bei mir leider immer noch die Zeit knapp ist
Besteht denn die Chance, daß es bei Dir wieder besser wird? Ich würde mich ja sehr freuen, auch von Dir mal wieder was zu lesen ...