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BT_Wandern

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Büttenwarder

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BT_Blick 2

Am Abgrund (Undercoververse)

zurück zum Undercover-Masterpost

(Sommer)Challenge: Tabelle Orte: Klippenrand
Rating: P 12
Genre: Slash, est. rel.
Handlung: Im Sommer hatten sie hier Vögel gesehen, die ihre Nisthöhlen in die Steilküste gebaut hatten.
Länge: 300 Wörter
Zeit: ~ 40 Minuten
A/N: Gehört zum Undercoververse, kann aber problemlos als eigenständiger Text gelesen werden.
geschrieben für 120_minuten


***


Thiel schniefte, während er die Beine über den Rand baumeln ließ und aufs graue Meer hinausschaute. Im Sommer hatten sie hier Vögel gesehen, die ihre Nisthöhlen in die Steilküste gebaut hatten. Vom Klippenrand aus konnte man sie beim An- und Abflug beobachten - von oben. Das war doch irgendwie beeindruckend gewesen, obwohl er sich ansonsten nicht sonderlich für Vögel interessierte. Boerne hatte ihm erzählt, daß das Uferschwalben waren, und was es sonst noch alles wissenswertes über die Tierchen gab. Ziemlich viel, wie sich herausstellte. Der Strand unter ihnen war voll gewesen mit Menschen, was die Vögel aber nicht im geringsten beeindruckt hatte.

Jetzt war alles still und leer.

  "Du hast doch hoffentlich nicht vor, dich hier runter zu stürzen?"

Thiel schnaubte und sah zur anderen Seite. Boerne war der letzte, den er jetzt sehen wollte. Es waren immer dieselben Streitpunkte. Sie waren einfach zu unterschiedlich, und in manchen Dingen würden sie sich nie verstehen. Und daß Menschen sich änderten, darüber machte er sich schon lange keine Illusionen mehr. Er zog fröstelnd die Jacke enger um sich.

  "Nur um das klarzustellen ... das sind kaum mehr als zwei Meter, du würdest dir höchstens den Knöchel verstauchen."

Er reagierte nicht, aber er rückte auch nicht zur Seite, als Boerne sich neben ihn setzte.

  "Es ist recht kühl hier draußen." Boernes Stimme klang merkwürdig, aber er brauchte eine Weile, um dahinter zu kommen, was das war. "Und feucht."

Angst. Boerne redete und redete, und dahinter lauerte die Angst. Es war genau dieser Moment, in dem er wußte, daß er das nicht tun konnte. Egal wie oft und wie sehr sie sich stritten. Egal wie aussichtslos es war, daß einer von ihnen beiden sich ändern würde und sie weniger oft streiten würden.

  "Frank?" Boerne war sehr leise geworden. Thiel blinzelte. "Komm wieder rein."


* Fin *

Comments

Kurz, aber sehr intensiv, sodass man sich gut in Thiel (und auch Boerne) einfühlen kann, aber wirklich lesen möchte ich das nicht. :)

Es waren immer dieselben Streitpunkte. Sie waren einfach zu unterschiedlich, und in manchen Dingen würden sie sich nie verstehen.

Stimmt, aber in meiner Fanfic-Welt klappt es mit den beiden trotzdem, weil sie sich und ihre gegenseitigen Fehler bzw. Eigenheiten ja schon lange kennen.
Danke für die Rückmeldung! Das intensiv freut mich. Aber ich hoffe doch, daß klar wird, daß Thiel sich nicht trennt ... denn in meiner Fanfic-Welt klappt es mit den beiden trotzdem gilt natürlich auch für mich.

Die Fehler des anderen zu kennen, heißt ja leider nicht, daß man sich deswegen nicht streitet. Aber wenn's gut geht, kann man damit trotzdem leben :)
Aber ich hoffe doch, daß klar wird, daß Thiel sich nicht trennt

Doch auf jeden Fall, aber der melancholische Grundton der Geschichte bleibt natürlich bestehen. :)
Da bin ich doch beruhigt. :)

Ursprünglich wollte ich die Versöhnung eigentlich noch mehr ausschreiben. Aber ich weiß auch nicht ... als ich dann geschrieben habe, war an dem Punkt einfach Schluß.
Kurz, aber sehr intensiv
Vera trifft es genau.
Die frustriert-traurige Grundstimmung bei Thiel hast du super hingekriegt, und das in so wenigen Sätzen. Toll.

lauerte die Angst. Es war genau dieser Moment, in dem er wußte, daß er das nicht tun konnte.
Hm, Boernes Angst sollte bei seiner Entscheidung, ob er Schluss macht, wohl eher keine Rolle spielen...

In meiner T/B- Welt ist das natürlich nur eine Momentaufnahme; in ein paar Stunden ist das wieder anders. Wenn sich solche Momente allerdings häufen ... aber dafür ist das ja fanfic, da siegt eben doch die heile (vllt. leicht angedetschte) Welt :-)

War Thiel auf der gleichen Klippe wie im Sommer ? Dann wären nämlich die 2m wohl etwas wenig, um Menschen am Strand und darüber Vögel zu sehen, und das Ganze von oben. Oder untertreibt Boerne da ?

Und daß Menschen sich änderten, darüber machte er sich schon lange keine Illusionen mehr.
Es gibt da so eine nette "Volksweisheit": Bei der Hochzeit gehen Frauen davon aus, dass er sich noch ändert, und Männer, dass sie immer so bleibt :-)

Hm, Boernes Angst sollte bei seiner Entscheidung, ob er Schluss macht, wohl eher keine Rolle spielen...

Das ist aber sehr rational gedacht. Wie Du selbst sagt, sind wir hier doch in der Fanfic-Welt. ;)

Ach, so irrational denkt man häufig genug auch in der echten Welt *hust*
Aber eigentlich wollte ich auch vielleicht doch noch ein bißchen etwas anderes beschreiben als das, was rübergekommen ist, siehe weiter unten die Antwort auf Jos Kommentar.
Klar ist das nur eine Momentaufnahme - hat das nicht jeder? Also, daß man sich wegen Nichtigkeiten streitet und währenddessen denkt ich schmeiß alles hin, aber im Grund meint man das nicht ernst, sondern es ist nur der Frust in dem Moment.

Hm, Boernes Angst sollte bei seiner Entscheidung, ob er Schluss macht, wohl eher keine Rolle spielen...
Ich hatte an der Stelle das richtige Wort gesucht und nicht wirklich gefunden. Eigentlich ist das eher der Moment, der so einen Streit wegen Nichtigkeiten (à la immer sind wir deinetwegen zu spät) wieder in die richtige Dimension rückt. Denn sich wegen sowas zu trennen, wäre nun wirklich lächerlich. Auch wenn ich weiß, daß einen die Kleinigkeiten in den Wahnsinn treiben können ... ich denke schon, es ist besser, man akzeptiert sowas als gegenseitige Schwäche und lebt damit. Und da ist Thiel ja zum Glück schon einen Schritt weiter als Frauen bei der Hochzeit, er weiß schon, daß er mit der ein oder anderen Eigenart leben muß (und Boerne umgekehrt natürlich auch).

Viel Interpretation für einen Text, den ich eigentlich nur geschrieben habe, weil ich was für "Klippenrand" brauchte ;)

Ach ja ...
War Thiel auf der gleichen Klippe wie im Sommer ? Dann wären nämlich die 2m wohl etwas wenig, um Menschen am Strand und darüber Vögel zu sehen, und das Ganze von oben. Oder untertreibt Boerne da ?
Ich hatte da einen echten Ort vor Augen, eine Mini-Steilküste bei Kiel. Da führte oben ein Fußweg am Rand lang, unten lagen die Menschen am Strand, und dazwischen flogen die Uferschwalben munter ihre Nester an. Vielleicht waren es eher drei Meter, denn man hätte unten stehend nicht nach den Schwalben greifen können. Aber mehr auf keinen Fall, das Ufer war nicht gesichert und meine Höhenangst hat sich nicht gemeldet.
Vielleicht waren es eher drei Meter,
Ich wollte auch eigentlich nur wissen, ob Boerne da absichtlich untertreibt (was ja bedeuten würde, er macht sich auch noch lustig über Thiel), denn bei sowas ist er ja eigentlich gut.

daß man sich wegen Nichtigkeiten streitet und währenddessen denkt ich schmeiß alles hin, aber im Grund meint man das nicht ernst,
Ich kann diese Situation auch gut nachempfinden, du hast sie wunderbar beschrieben.

Edited at 2013-07-29 11:30 am (UTC)
Ich wollte auch eigentlich nur wissen, ob Boerne da absichtlich untertreibt (was ja bedeuten würde, er macht sich auch noch lustig über Thiel), denn bei sowas ist er ja eigentlich gut.
Nein, er untertreibt nicht absichtlich. Das ist nur der hilflose Versuch eines Witzes, um die Stimmung wieder zu heben und weil er nicht weiß, was er sonst sagen soll ...