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Echte Helden - eine Geschichte in neun Teilen: Masterpost und Teil 1

Eine meiner Bingotabellen bei 120_minuten greift ein "Erzählmuster" auf (keine Ahnung, ob man das literaturwissenschaftlich korrekt so nennt). Die Idee ist, dazu neun Beiträge mit durchgehender Handlung zu schreiben. Ich habe mich für einen humorvollen Ansatz entschieden ;) Geschrieben ist bisher erst Teil 1, aber ich habe einen Plan für die übrigen Teile ...


1. Der Held in seiner Welt – Figuren und Setting 2. Die Welt gerät aus den Fugen – Einführung des Konflikts 3. Verbündete und Vorbereitung
4. Handlungszwang - Einsatz und Risiko erhöhen sich 5. JOKER 6. Herber Rückschlag der alles zu vernichten droht
7. Überraschende Plotwendung 8. Sieg in letzter Sekunde 9. Epilog



Teil 1: Der Held in seiner Welt – Figuren und Setting

(Sommer)Challenge: Der Held in seiner Welt – Figuren und Setting
Fandom: Tatort Münster
Rating: P 12
Genre: Slash, Humor, Fluff
Länge: ~ 550 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten


***


  "Ah, da sind Sie ja wieder." Nadeshda wirkte überraschend erfreut darüber, daß er nach seiner Dienstbesprechung nochmal ins Büro zurückgekommen war. Nicht, daß sie ein schlechtes Arbeitsverhältnis hatten - aber so viel Begeisterung war dann doch ungewöhnlich. Verdächtig ungewöhnlich.

  "Mhm", entgegnete er daher nur vorsichtig und wartete ab, was da noch kommen mochte.

  "Eben hat nämlich Frau Klemm angerufen."

In etwa in die Richtung waren seine Vermutungen gegangen. "So?"

  "Ja ..." Nadeshda nestelte an ihrem Schal herum. "Sie will unbedingt heute noch einen Sachstandbericht zum Fall Winterfeld. Mündlich. Und sie ist in der Außenstelle."

  "Ah."

  "Ja ..." Nadeshda sah ihn mit stiller Verzweiflung an. "Ich bin doch heute Abend verabredet, mit Martin, und wenn ich jetzt noch zur Staatsanwaltschaft fahren muß -" Sie stockte, als sie seinen Gesichtsausdruck sah. "Sie hat Sie auch angerufen."

Thiel grinste. "Ja." Das war ein bißchen gemein, aber andererseits war es auch lustig gewesen, Nadeshda dabei zuzusehen, wie sie versuchte aus der Sache herauszukommen. "Ich mach' das. Sie können ruhig Feierabend machen."

  "Danke." Nadeshda lächelte ihn erleichtert an. "Aber schaffen Sie das noch? Sie hat was von halb sechs gesagt."

  "Kein Problem. Boerne nimmt mich mit. Wir haben anschließend sowieso in der Gegend noch was vor."

  "Ach so." Nadeshda wurde rot, und er merkte, wie ihm selbst auch die Wärme ins Gesicht stieg.

Verdammt. Jetzt waren es schon bald drei Wochen, daß die Kollegen Bescheid wußten, aber anscheinend schaffte er es immer noch nicht, mit Nadeshda über Boerne zu reden, ohne daß es sie beide in Verlegenheit stürzte. Er räusperte sich. "Na dann einen schönen -"

  "Frank, wo bleibst du denn! Die Klemm wartet nicht, und unser Abendessen erst recht nicht!"

Und woran sich anscheinend auch nichts ändern würde, war Boernes Talent, im unpassendsten Moment ohne anzuklopfen ins Büro zu stürzen.

  "Frau Krusenstern." Boerne nickte Nadeshda kurz zu und griff nach seinem Arm. "Jetzt komm schon, sonst können wir den Abend vergessen."

Thiel seufzte innerlich. Nadeshda warf ihm einen mitfühlenden Blick zu, was ihn fast wieder zum Lachen gebracht hätte. Naja, wenigstens war die peinliche Stille von eben vorbei. "Wir sehen uns morgen", sagte er deshalb nur. "Und einen schönen Abend."

  "Ihnen auch", sagte Nadeshda.


***


Erst als sie schon im Treppenhaus waren und Boerne ihn bereits im Detail über das Lokal informierte, in dem er einen Tisch reserviert hatte, wurde ihm bewußt, daß Nadeshda ihn und Boerne gemeint hatte. Zusammen. Warum das so eine große Sache war, wußte er auch nicht, aber ihm war plötzlich fast schwindelig vor Glück.

  "Stimmt was nicht?" fragte Boerne, der, seit sie zusammen waren, ein geradezu unheimliches Gespür dafür entwickelt hatte, wann er ihm nicht zuhörte. Nicht, daß ihn das vom Reden abhielt.

  "Nadeshda hat uns einen schönen Abend gewünscht."

  "Ja?" Boerne sah ihn aufmerksam an und schien darauf zu warten, daß er zum Punkt kam.

  "Uns beiden", entgegnete er schwach, weil ihm nicht einfiel, wie er das besser erklären sollte. Aber, Gottseidank, Boerne verstand ihn auch so und lächelte nur. Das war vielleicht das, was ihn bei dieser ganzen Sache am meisten überrascht hatte. Und weil er in diesem Moment so glücklich war, daß er nicht wußte, was er sagen sollte, zog er den anderen an sich und küßte ihn. Auf dem Parkplatz direkt vor dem Polizeipräsidium, und das überraschte ihn vielleicht noch mehr als die Tatsache, daß Boerne ihn ohne Worte verstand.


* tbc *


| >> Teil 2

Comments

Das ist ja schön, so schnelle Rückmeldung :D

Mit etwas Glück, wenn ich zum Schreiben komme, geht es morgen weiter. Das "Konzept" steht schon. Die Idee, wie sich die "Heldenreise" auf Münsteraner Art umsetzen lassen könnte, kam mir schon vor einigen Tagen auf einer Bahnfahrt. Heute habe ich mir meine Notizen mit etwas Abstand angesehen und fand sie immer noch witzig, hoffentlich hält sich der Eindruck ;)

Wenn wir das doch mal auf dem Bildschirm zu sehen bekämen. :)
*seufz*
Dann drücke ich die Daumen. Und daran, dass es witzig ist, habe ich gar keine Zweifel. :)